Suche nach Exoplaneten 17.11.2015, 08:12 Uhr

Das sind die größten Teleskope der Erde für den tiefen Blick ins All

Sie heißen Alma, Noema oder auch Sofia. Diese Namen stehen aber nicht für schöne Frauen, sondern sind Abkürzungen für die leistungsfähigsten Superteleskope der Welt. Wir stellen Ihnen die acht spannendsten Augen und Ohren vor, mit denen Astronomen tief ins Weltall blicken und horchen.

Diese künstlerische Darstellung zeigt das European Extremely Large Telescope (E-ELT) in seiner Kuppel auf dem Cerro Armazones, einem 3060 Meter hohen Berg in der chilenischen Atacama-Wüste. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39,3 Metern wird das E-ELT das weltweit größte Teleskop für den sichtbaren und nahinfraroten Spektralbereich sein.

Diese künstlerische Darstellung zeigt das European Extremely Large Telescope (E-ELT) in seiner Kuppel auf dem Cerro Armazones, einem 3060 Meter hohen Berg in der chilenischen Atacama-Wüste. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39,3 Metern wird das E-ELT das weltweit größte Teleskop für den sichtbaren und nahinfraroten Spektralbereich sein.

Foto: ESO/L. Calçada

In der chilenischen Atacama-Wüste ist der Himmel meist klar und wolkenfrei. Deshalb ist dieser trockene Fleck auf der Erde ein guter Platz für Teleskope. Aber nicht nur dort stehen die besten Teleskope der Welt. Mehrere sind sogar im All unterwegs.

1. Giant Magellan Telescope in Chile

Vor wenigen Tagen erste wurde in der Atacama-Wüste mit dem Bau des größten Spiegel-Teleskops der Welt begonnen. Beim Giant Magellan Telescope (GMT) werden sieben Spiegel zu einem 25-Meter-Superspiegel kombiniert. Jeder der sieben Einzelspiegel wird mit einer Genauigkeit von 25 nm geschliffen. Das Mega-Teleskop soll 2021 fertig sein und 2024 seinen Betrieb vollständig aufnehmen. Dann werden in der Atacama-Wüste über 1 Mrd. € für das GMT verbaut sein.

Giant Magellan Telescope (GMT): Sieben riesigen Spiegel sollen das schwache Licht vom Rande des Universums auffangen.

Giant Magellan Telescope (GMT): Sieben riesigen Spiegel sollen das schwache Licht vom Rande des Universums auffangen.

Foto: gmto.org

2. Atacama Large Millimeter Array in Chile

Auf der 5000 m gelegenen Chajnantor-Hochebene in der chilenischen Atacama-Wüste erforschen Astronomen seit dem 13. März 2013 mit Alma, was für Atacama Large Millimeter/submillimeter Array steht, Strahlung aus den Tiefen des Universums mit Wellenlängen von 0,3 bis 9,6 mm. Diese Strahlung im Grenzbereich zwischen Infrarot- und Radiostrahlung stammt von einigen der kältesten und am weitesten entfernten Galaxien.

Alma besteht aus insgesamt 66 Teleskopen mit einem Durchmesser zwischen sieben und 12 m. Das Teleskop ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Europa, Nordamerika, Ostasien und Chile.

Das letzte Alma-Teleskop, hergestellt in Duisburg, erreicht die chilenische Chajnantor-Hochebene auf 5000 Metern Höhe.

Das letzte Alma-Teleskop, hergestellt in Duisburg, erreicht die chilenische Chajnantor-Hochebene auf 5000 Metern Höhe.

Foto: ESO

3. FAST-Teleskop in China

Im September 2016 soll es in Betrieb gehen, das größte Radioteleskop der Welt. Die Forschungsanstalt National Astronomical Observatories baut in der südwest-chinesischen Provinz Guizhou seit März 2011 an dem Megaohr ins All. Diese Provinz ist praktisch menschenleer, so dass es kaum störende lokale Radiosignale gibt.

Die Anlage trägt den Namen FAST. Diese Abkürzung steht für „Five Hundred Meter Aperture Spherical Telescope“. Das Super-Radioteleskop hat somit einen Durchmesser von 500 m. Die bisher größte vergleichbare Anlage der Welt in Puerto Rico hat einen Durchmesser von 300 m.

3D-Modell des chinesischen Radioteleskops FAST. 

3D-Modell des chinesischen Radioteleskops FAST. 

Foto: arxiv.org

4. Next Generation Transit Survey in Chile

Mit dem Next Generation Transit Survey (NGTS) will ein Forscherkonsortium Schweizer, britischer und deutscher Einrichtungen von Chile aus sogenannte Exoplaneten entdecken. Exoplaneten kreisen um eine fremde Sonne irgendwo im Weltall. Das NGTS besteht aus 12 hochempfindlichen Teleskopen, die die Helligkeit vieler Sterne außerhalb des Sonnensystems messen. Wenn ein Exoplanet seinen Mutterstern umkreist, führt das zu einer winzigen Abschattung des Sternenlichts. Diese Abschattung soll das NGTS messen.

Das NTGS steht in der Atacamawüste im Norden Chiles. Der Standort in viertausend Metern über dem Meeresspiegel ermöglicht den Wissenschaftlern wegen vieler klarer Nächte und extrem trockener Luft beste Messergebnisse.

Das NTGS steht in der Atacamawüste im Norden Chiles. Der Standort in viertausend Metern über dem Meeresspiegel ermöglicht den Wissenschaftlern wegen vieler klarer Nächte und extrem trockener Luft beste Messergebnisse.

Foto: R. Wesson/ESO

5. European Extremely Large Telescope in Chile

Ebenfalls in Chile entsteht zur Zeit das European Extremely Large Telescope, kurz E-ELT, des European Southern Observatory. Es wird einen Hauptspiegel mit 39 m Durchmesser haben und das größte Teleskop der Welt für sichtbares Licht und das nahe Infrarot. Auch dieses riesige Teleskop, das zahlreiche europäische Länder bauen, soll Exoplaneten aufspüren. Es entsteht zur Zeit auf dem Cerro Armazones, ebenfalls in der Atacama-Wüste.

E-ELT wurde 2012 bewilligt, der Bau startete 2014. Das erste Licht aus dem Weltall wird E-ELT voraussichtlich im Jahr 2024 sehen.

Das European Extremely Large Telescope, kurz E-ELT, das mehrere europäische Länder derzeit in Chile auf dem Cerro Armazones bauen, wird riesig sein. Hier ein Vergleich mit der Allianz-Arena in München, die rund 75.000 Zuschauern Platz bietet.

Das European Extremely Large Telescope, kurz E-ELT, das mehrere europäische Länder derzeit in Chile auf dem Cerro Armazones bauen, wird riesig sein. Hier ein Vergleich mit der Allianz-Arena in München, die rund 75.000 Zuschauern Platz bietet.

Foto: ESO

6. Noema-Teleskop in Frankreich

In den französischen Hochalpen entsteht auf dem Plateau de Bure das Radioteleskop Noema, was für „Northern Extended Millimeter Array“ steht. Noema gehört zu einer neuen Generation von Radioteleskopen und ist schon heute – vier Jahre vor seiner endgültigen Fertigstellung – das leistungsfähigste und empfindlichste Radioteleskop im Millimeterbereich der nördlichen Hemisphäre.

Derzeit besteht Noema aus sieben 15-Meter-Antennen. Diese sind auf einem Schienensystem montiert, mit denen die Teleskope bis zu 1,6 km voneinander entfernt positioniert werden können. Dadurch kann der Himmel zehnmal sensibler vermessen werden als mit bisherigen Teleskopen.

Antennen fürs All: Das Noema-Observatorium auf dem 2550 m hohen Plateau de Bure in den französischen Alpen mit seinen aktuell sieben 15-Meter-Antennen.

Antennen fürs All: Das Noema-Observatorium auf dem 2550 m hohen Plateau de Bure in den französischen Alpen mit seinen aktuell sieben 15-Meter-Antennen.

Foto: IRAM/André Rambaud

7. SOFIA fliegt in der Stratosphäre

Den Orionnebel im Blick hat das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie (SOFIA). Die umgebaute Boeing 747SP des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Nasa mit dem integrierten 2,7 m großen Teleskop ist das weltweit größte fliegende Observatorium. SOFIA beobachtet den Orion-Nebel im fernen Infrarotbereich. Bei diesen Wellenlängen leuchten die kalten Gas- und Staubwolken und die Astronomen können die Geburt neuer Sterne beobachten.

Sofia während eines Testflugs: Die modifizierte Boeing 747SP fliegt oberhalb der störenden irdischen Lufthülle – in bis zu 14 km Höhe. Das erlaubt einen tiefen Blick ins Weltall. 

Sofia während eines Testflugs: Die modifizierte Boeing 747SP fliegt oberhalb der störenden irdischen Lufthülle – in bis zu 14 km Höhe. Das erlaubt einen tiefen Blick ins Weltall. 

Foto: DLR

8. Kepler ist im Weltall unterwegs

Tief im Weltall unterwegs ist das Teleskop Kepler der Nasa. Es startete im März 2009, um dann in eine Umlaufbahn um die Sonne einzuschwenken. Es beobachtete bis 2013 rund 190.000 Sterne im Sternbild Schwan und entdeckte dabei über 130 neue Planeten. Nach einem Defekt wurde die Mission zunächst eingestellt, wird inzwischen aber wieder fortgesetzt.

Und das mit Erfolg. Erst vor kurzem hat Kepler einen erdähnlichen Planeten gefunden, der eine ungewöhnlich große Ähnlichkeit mit unserer Erde haben soll.

Illustration des US-Weltraumteleskops Kepler.

Illustration des US-Weltraumteleskops Kepler.

Foto: NASA/Ames/JPL-Caltech

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