Ausstellung Wunder der Natur 14.03.2016, 13:40 Uhr

Im Gasometer kann jeder wie ein Astronaut auf die Erde blicken

Der Faszination der Erde widmet der Gasometer Oberhausen eine ganz außergewöhnliche Ausstellung. Höhepunkt ist eine kugelförmige Projektionsfläche, auf der die Erde zu sehen ist, als sei sie 36.000 Kilometer entfernt. Es ist der Blick, der sich Astronauten aus dem Weltall bietet. Für diese Illusion sorgen zwölf Projektoren, die 1,5 Millionen echte Satellitenbilder zu einem Ganzen formen.

Blick von Oben auf Erde und Publikum: Noch bis zum 30. Dezember 2016 ist die Ausstellung im Gasometer zu sehen.

Blick von Oben auf Erde und Publikum: Noch bis zum 30. Dezember 2016 ist die Ausstellung im Gasometer zu sehen.

Foto: DLR

Blick von Oben auf Erde und Publikum: Noch bis zum 30. Dezember 2016 ist die Ausstellung im Gasometer zu sehen.

Foto: DLR

So hat man das Gurkenkraut Borretsch sicher noch nie gesehen: Foto aus der Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen.

Foto: Rob Kesseler/DLR

Das Bild "Der Kuss" von Tim Flach in der Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer in Oberhausen.

Foto: Maja Hitij/dpa

Das Bild "Die wundersame Reise der Monarchfalter" von Axel Gomille im Gasometer in Oberhausen.

Foto: Maja Hitij/dpa

Auf eine 20 Meter große, aufgeblasene Kugel aus Stoff werden in der Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer in Oberhausen Ansichten der Erde projiziert, wie sie aus dem Weltalt zu sehen sind.

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Panoramablick auf die Erdkugel im Gasometer in Oberhausen: Die Bilder zeigen die Erde, wie sie aus einer Entfernung von 36.000 km wirkt.

Foto: Maja Hitij/dpa

Ein 20 m großer Ballon, auf den die Erde projiziert wird, im Gasometer in Oberhausen.

Foto: Maja Hitij/dpa

Die Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer zeigt ungewöhnliche Blicke auf die Erde.

Foto: DLR

Der Gasometer in Oberhausen: Im dem alten Gasspeicher zeigt das DLR eine faszinierende Ausstellung.

Foto: Karola Kohler/DLR

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Auch wenn private Raketenbauer wie Richard Branson mit seinem Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic und Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Unternehmen Blue Origin versprechen, dass über kurz oder lang Touristen ins All fliegen können:

Kaum jemand wird es sich leisten können. Branson hat gerade erst seine neueste Raumfähre für Touristenflüge vorgestellt hat und den Eintrittspreis genannt: Virgin Galactic will pro Passagier 250.000 $ berechnen. Diejenigen, die sich das nicht leisten können und deshalb auf der Erde bleiben müssen, können jetzt dennoch einen Blick auf die Erde aus der Perspektive eines Raumfahrers werfen, der 36.000 Kilometer von der Erde entfernt ist. Im Gasometer wurde am Wochenende die Ausstellung „Wunder der Natur“ eröffnet.

Kugelförmige Projektionsfläche für Blicke auf die Erde

Nichts Besonderes, könnte man sagen. Man muss ja nur einen Globus anschauen. Falsch gedacht. Die Erdkugel, die im Gasometer in Oberhausen zu sehen ist, verändert ihr Erscheinungsbild. Mal ist es Tag, mal Nacht. Zuweilen ziehen Wolkenbänder über den blauen Planeten, der einen Durchmesser von 20 Metern hat.

Blick im Gasometer Oberhausen auf die Erde, so wie sie Astronauten aus dem Weltall sehen: Um diesen visuellen Eindruck zu bieten, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt 1,5 Millionen Bilder gespeichert und verarbeitet.

Blick im Gasometer Oberhausen auf die Erde, so wie sie Astronauten aus dem Weltall sehen: Um diesen visuellen Eindruck zu bieten, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt 1,5 Millionen Bilder gespeichert und verarbeitet.

Quelle: DLR

Illuminiert wird die kugelförmige Projektionsfläche von zwölf Projektoren, die aus 1,5 Millionen Bildern auswählen, die aus der in Oberhausen simulierten Entfernung von der Erde aufgenommen wurden. Die Kugel hängt im 118 Meter hohen einstigen Erdgasspeicher, in dem seit 1994 besondere Ausstellungen gezeigt werden.

Computer rechneten 115 Tage durch

„Unser Ziel ist es, zum einen die Schönheit der Erde zu zeigen und zum anderen den Blick wie aus dem All zurück zur Erde zu ermöglichen“, sagt Nils Sparwasser vom Earth Observation Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das die einzigartige Schau organisiert hat. Die Bilder lieferten Satelliten. „Die Herausforderung war es, diese Daten zusammenzubringen und daraus die bestmögliche Animation zu erstellen“, so Sparwasser.

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Wunder der Natur“ im Gasometer zeigt ungewöhnliche Blicke auf die Erde.

Quelle: DLR

Die Rechenarbeit leisteten Computer am DLR-Standort Oberpfaffenhofen. 115 Tage brauchten sie, um die gigantische Datenmenge von 11.264 Gigabyte in den Griff zu bekommen. Weil auch Bilder von Radarsatelliten genutzt werden, sehen die Gasometer-Besucher auch Bilder von der Erde, die echten Raumfahrern verborgen bleiben. Selbst Regentropfen über tropischen Wäldern sind als schwarze Flecken zu beobachten.

150 großformatige Bilder aus der Natur

Peter Pachnicke, Kurator der Ausstellungen im Gasometer, formuliert es blumiger: „Es ist die Begegnung von wissenschaftlicher Bilderwelt und poetischer Sicht.“ Diese Bilderwelt wird alle 15 Minuten unterbrochen. Innerhalb von wenigen Sekunden werden die Projektoren dann neu ausgerichtet, um Verformungen auf der kugelförmigen Projektionsfläche, die an kaum sichtbaren Seilen hängt, auszugleichen. Diese Verformungen werden beispielsweise durch leichte Temperaturschwankungen hervorgerufen.

Fotos wie

Fotos wie „Monkey“ von Tim Flach sind Teil der Ausstellung „Wunder der Natur“.

Quelle: Tim Flach/DLR

Die Ausstellung „Wunder der Natur“, die bis zum 30. Dezember 2016 zu sehen ist, zeigt das DLR aber nicht nur die Erde aus der Perspektive der Raumfahrer. Zudem zeigt der Gasometer 150 großformatige Fotos von Tieren und Pflanzen namhafter Fotografen wie Frans Lanting, Rob Kesseler, Tim Flach oder Anup Shah. Sie zeigen uns die faszinierenden schöpferischen Kräfte des Lebens, beschreiben die Ausstellungsmacher.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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