Origami-Technik 10.08.2015, 14:44 Uhr

Growth ist ein mitwachsender Blumentopf

Wer seine Zimmerpflanzen umtopft, weil der Wurzelraum zu klein geworden ist, muss oft ganz tapfer sein. Nicht selten überleben die gestressten Pflanzen den Prozess nicht oder schrumpeln danach vor sich hin. Ein Ende des lästigen Umtopfens ist in Sicht: „Growth“ heißt der Blumentopf, der mitwächst und sein Volumen viermal vergrößern kann.

Der mitwachsende Blumentopf „Growth“ faltet sich nach Außen auf, wenn der Wurzeldruck an den Wänden groß genug wird. Dadurch verändert sich nicht nur das Volumen, sondern auch das Design des Topfes.

Der mitwachsende Blumentopf „Growth“ faltet sich nach Außen auf, wenn der Wurzeldruck an den Wänden groß genug wird. Dadurch verändert sich nicht nur das Volumen, sondern auch das Design des Topfes.

Foto: Studio Ayaskan

Sie sind ausgesprochen genügsam, Zimmerpflanzen auf der Fensterbank. Gießen genügt. Jedenfalls so lange, bis das Pflänzchen so groß geworden ist, dass der Topf nicht mehr genügt. Das kommt im Leben einer Zimmerpflanze drei- bis viermal vor.

Umtopfen bedeutet für die Pflanzen Stress pur

Doch manchen Pflanzen bekommt das Umtopfen gar nicht gut. Sie kränkeln anschließend oder gehen sogar ein. Jetzt ist eine Lösung in Sicht. Das Designerduo Ayaskan aus London hat den mitwachsenden Blumentopf entwickelt. Das ist kein Scherz, sondern die Kunst der richtigen Faltung.

Mehrere mal kann der mitwachsende Blumentopf „Growth“ sich nach Außen auffalten und so den Wurzelraum für die Pflanzen vergrößern. Der Besitzer muss allerdings den Topf mit Erde befüllen.

Mehrere mal kann der mitwachsende Blumentopf „Growth“ sich nach Außen auffalten und so den Wurzelraum für die Pflanzen vergrößern. Der Besitzer muss allerdings den Topf mit Erde befüllen.

Foto: Studio Ayaskan

Origami heißt hier das Stichwort. Mit Hilfe der japanischen Faltkunst haben die beiden Designer Bike und Begum Ayaskan einen Blumentopf entwickelt, der sich an den wachsenden Platzbedarf der Wurzeln anpasst. „Growth“ heißt die Entwicklung, auf Deutsch „Wachstum“. Ihre Inspiration holten sich die Designer vom Geist de Natur. „Growth ahmt die Fähigkeit der Natur nach, im Lauf der Zeit durch Entfaltung zu wachsen und sich zu verwandeln“, so das Designerduo.

Kluge Anwendung der Trigonometrie

Die beiden Designer verwenden für ihren mitwachsenden Blumentopf robustes Polypropylen. Ein Gitter am Boden aus Polypropylen sorgt dafür, dass kein Stauwasser entstehen kann.

Das Prinzip hinter Growth ist eine kluge Anwendung der Trigonometrie. Wenn die Wurzeln der wachsenden Pflanze an die aus vielen geometrischen Teilen bestehenden Wandung des Blumentopfes stoßen, drücken die Kräfte der Wurzeln diese Teile so lange nach außen, bis die nächst größere stabile Form ausgestülpt ist. Dieser Vorgang kann sich, bedingt durch die Geometrie der Einzelteile, mehrere Male wiederholen.

Blumenerde muss regelmäßig zugegeben werden

Der Pflanzenfreund muss aber trotzdem seine Pflanze beim Wachsen unterstützen und den sich selbst auffaltenden Origami-Topf regelmäßig mit Erde auffüllen. Denn wenn das nicht geschieht, dann können die Wurzeln sich nicht weiter ausbreiten. Dann stellt Growth das Wachstum ein, weil der Druck der Wurzeln fehlt.

Verändert beim Wachsen auch das Aussehen: Der Blumentopf „Growth“ des Londoner Designerduos Bike und Begum Aykasan.

Verändert beim Wachsen auch das Aussehen: Der Blumentopf „Growth“ des Londoner Designerduos Bike und Begum Aykasan.

Foto: Studio Ayaskan

Auf dem Markt ist der Origami-Topf noch nicht. Derzeit verhandeln die beiden Designer mit potentiellen Herstellern, die in eine Serienfertigung der mitwachsenden Blumentöpfe einsteigen wollen. Außerdem wollen sie den Origami-Blumentopf in verschiedenen Farben anbieten. Das Designerduo glaubt jedoch, dass Growth in den nächsten Monaten verfügbar sein wird. Für viele Zimmerpflanzen ist das eine gute Nachricht.

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