Solarstrom und Frischwasser 14.10.2013, 10:36 Uhr

Coca-Cola baut „Ekocenter“ in Entwicklungsländern

Coca-Cola will in der Dritten Welt bis zum Jahr 2015 rund 2000 als Dorfläden ausgebaute Container mit Solarstrom- und Frischwasserversorgung, Internetverbindung, Grundnahrungsmitteln, gekochtem Essen und last not least auch den Produkten des Konzerns aufstellen. Partner sind der Segway-Erfinder Dean Kamen und weitere Firmen und Organisationen.

Das erste Ekocenter wurde von Coca-Cola im August in Heidelberg in Südafrika eröffnet.

Das erste Ekocenter wurde von Coca-Cola im August in Heidelberg in Südafrika eröffnet.

Foto: Coca-Cola

Immer wieder gibt es Vorwürfe gegen Coca Cola und andere Softdrink-Konzerne, in den Industrienationen für eine wachsende Zahl von adipösen Menschen Verantwortung zu tragen und ihre zuckerhaltigen Produkte jetzt auch in der Dritten Welt zu vermarkten. Dort, wo zwei Millionen Menschen in jedem Jahr durch schlechtes Trinkwasser sterben – die meisten davon Kinder. Dabei haben die Abfüllanlagen von Coca-Cola in diesen Ländern immer ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung.

Jetzt arbeitet der US-Konzern auf eine interessante Weise an seinem nicht besonders guten Image. Der neue Ansatz nennt sich „Ekocenter“. Ein Ekocenter ist ein kleiner Dorfladen, der aus einem als Kiosk eingerichteten Container besteht – einfach gebaut und leicht transportierbar.

In den 6 x 2,5 Quadratmeter großen Containern ist eine Solarstrom-Versorgung eingebaut, deren Kollektorfläche ein Vordach vergrößert, das auch gleichzeitig vor Regen schützt.

Hier können die Menschen der Dorfgemeinschaft ihre Handys und andere Kleingeräte aufladen, sich über WLAN und die Satellitenschüssel des Ecocenters mit dem Internet verbinden, durch die eingebaute Slingshot-Wasseraufbereitungsanlage mit sauberem Trinkwasser versorgt werden oder gekühlte Erfrischungen oder andere Produkte wie Grundnahrungsmittel oder fertig gekochte Mahlzeiten kaufen.

Impfstoff-Lagerung im Gespräch

Am Geschäftsmodell wird noch gearbeitet. Man denkt beispielsweise auch über die sichere Lagerung von Impfstoffen und über kostenlose Gesundheitsberatung nach, während für Trinkwasser und das Aufladen von Handys bezahlt werden muss.

Geführt werden sollen die Läden idealerweise von Frauen. Die Ekocenter sollen helfen, dass kleinere Gemeinschaften wirtschaftlich aufblühen können – sowohl die Kunden der Kioske als auch deren Betreiber – und dabei zusätzlich noch soziale Funktionen über die gesundheitliche Versorgung und Aufklärung hinaus erfüllen.

So sollen die Dorfläden den Betreiberinnen direkt 300 Jobs bringen und indirekt für weitere 750 Jobs sorgen. Die Krankheits- und Todesrate durch kontaminiertes Wasser soll deutlich sinken. Auch der soziale Zusammenhalt in den Dorfgemeinschaften kann durch Kommunikation und Unterhaltung an den kleinen Supermärkten verbessert werden.

Funktionsweise der Slingshot-Wasseraufbereitungsanlage.

Funktionsweise der Slingshot-Wasseraufbereitungsanlage.

Quelle: Coca-Cola

Ein Pilotprojekt in Südafrika startete im August dieses Jahres, und bis 2015 sollen 1500 bis 2000 der Ekostores in 20 Ländern der Erde als eine Art „downtowns in a box“ aufgestellt werden und in Asien, Afrika und Amerika das Leben der Menschen auf dem Lande verbessern.

Entwickelt hat Coca Cola das Projekt zusammen mit dem mehrfach ausgezeichneten Erfinder des Segway Personal Transporters Dean Kamen und seiner Firma DEKA sowie Unternehmen wie IBM, Qualcomm, UPS, NRG und anderen.

 

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