Nacht der vielen Wünsche steht bevor 22.07.2021, 14:59 Uhr

Perseiden im Juli und August: Wo und wann Sie die Sternschnuppen sehen können

Im Juli und August sehen wir wieder bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel. An diesen Orten können Sie die Sternschnuppen-Nacht am besten beobachten. Das Wünschen nicht vergessen!

Perseiden am Himmel

So sieht der Himmel aus, wenn Perseiden fallen.

Foto: panthermedia.net/OrderOutOfChaos

Im Juli und im August ist das Himmelsspektakel zu sehen. Teilweise sind bis zu 100 Sternschnuppen in einer Stunde zu sehen – ein wahrer Perseiden-Regen am Himmel. Vor fünf Jahren konnten sogar bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Wann die Perseiden besonders gut zu sehen sind und in welche Himmelsrichtung Sie schauen müssen, erfahren Sie hier.

Jedes Jahr besteht die Chance, besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen. Von Juli bis August erhellen sie unseren Himmel. Sternegucker haben in diesem Zeitraum besonders gute Chancen, ihre Wünsche gen Himmel zu schicken. „Wir pflügen mit der Erde durch sie durch“, sagt Astrophysikerin Carolin Liefke gegenüber unserer Redaktion. Hier gelangen Sie zum Interview.

Am 12. August sollten Sie auf jeden Fall einen Blick gen Himmel richten, denn an diesem Tag kommt der größte Sternenregen. Das gesamte Spektakel dauert fünf Wochen. Beginn ist der 17. Juli. Der Perseiden-Regen endet am 24. August. Mit bloßem Auge können Sternengucker die Perseiden sehen.

Was sind Perseiden?

Perseiden nennt man den jährlich aufkommenden Meteorstrom. Am 12. August sind die Perseiden besonders gut zu sehen, denn sie erreichen ihr Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Chancen gibt es aber noch bis zum 24. August. Die geozentrische Geschwindigkeit beträgt 59 km/s. Die Sternschnuppen entstehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Sobald sie in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie – und wir sehen einen Sternschnuppenregen.

Dafür sorgt verglühender Kometenstaub: Der Sternschnuppenstrom der Perseiden ist für alle Himmelsgucker und Hobbyastronomen sichtbar. Stündlich sei mit bis zu 100 verglühenden Meteoren am Himmel zu rechnen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt rechnet mit etwas weniger Sternschnuppen – rund 60 pro Stunde, also durchschnittlich eine jede Minute.

Komet 109P/Swift-Tuttle wirbelt Staub in seiner Umlaufbahn auf

Das jährliche Naturphänomen ist auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurückzuführen. Mit einem Durchmesser von 26 Kilometern ist der Komet einfach gigantisch. Siwft-Tuttel wirbelt auf seiner Umlaufbahn Staub auf und kreiert so Sternschnuppen.

Der Astrophysiker Ethan Siegel hat in dem Fachmagazin Forbes einen Gastbeitrag veröffentlicht, in dem er schreibt, dass der Komet eines Tages auf die Erde treffen wird. Swift-Tuttle enthält 30 mal so viel Energie und ist vier mal schneller als der Asteroid, der die Dinosaurier auslöschte.

Allerdings braucht heute niemand fürchten, dass uns der Komet treffen wird. Vor 2.000 Jahren dürfte nichts passieren. Außerdem verfolgt die Nasa die Bewegung der Planeten und Kometen und könnte ihn bei Gefahr durchaus beeinflussen und die Abwehrsysteme nutzen.

Welche Maßnahmen das sind, erklärt auch die Astrophysikerin Carolin Liefke im Interview.

Woher stammt der Name Perseiden?

Der Name des Meteorstroms leitet sich von dem Sternbild Perseus ab. Dieses liegt nahe der Kasiopeia. Von diesem Punkt aus, machen sich die Sternschnuppen auf die Reise. Wer sich etwas wünschen möchte, muss seinen Blick am Abend nach Osten oder Nordosten wenden, denn dort geht das Sternbild Perseus auf, nach dem die Meteore benannt sind.

Sternschnuppen Himmel Baum

Die meisten Perseiden sind mit bloßem Auge sichtbar.

Foto: panthermedia.net/ xload

Wie spricht man Perseiden aus?

Die Perseiden [pɛrzeˈiːdn̩] sorgen auch für Verwirrung – und zwar, was die Aussprache angeht. Wie spricht man Perseiden eigentlich aus? Die einen sagen Per|se|i|den, die anderen Per|sei|den. Laut Duden ist die korrekte Aussprache Per|se|i|den.

An diesem Tag sind bis zu 100 Sternschnuppen am Himmel

Seit Mitte Juli (17. Juli) ist der Meteorstrom unterwegs. Doch der beste Tag zum Sternegucken war noch nicht da. Hobby-Astronomen sollten sich ihre guten Wünsche also noch aufsparen.

Am 12. August ist es soweit: An diesem Tag stehen die Sterne sehr günstig. Bei klarer Sicht können bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde gesehen werden. Die Perseiden erreichen ihr Maximum dabei zwischen 10 Uhr morgens und 23 Uhr nachts – also eine ganz schöne Zeitspanne. Hierzulande ist es die meiste Zeit hell. Jedoch ist der beste Zeitpunkt zur Beobachtung zwischen 23 und 4 Uhr morgens. Also stellen Sie sich schon mal auf wenig Schlaf ein.

Mit fast 60 Kilometern pro Sekunde, umgerechnet sind das 216.000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden sehr flott im All unterwegs. Mit dieser Geschwindigkeit ist eine Reise von der Erde zum Mond in nur 90 Minuten drin.

Himmelsrichtung: Wo sind die Perseiden zu sehen?

Auf der gesamten Nordhalbkugel werden die Perseiden zu sehen sein. In absoluter Dunkelheit zeigen sich die Sternschnuppen am Himmel von ihrer besten Seite. Am besten fahren Sie dazu raus aus dem Wohngebiet und auf freieres Feld. Vielleicht gibt es ja auch einen kleinen Hügel in der Nähe. Von hier aus, lässt sich das Spektakel am Himmel besonders gut anschauen.

Die ideale Blickrichtung ist Nordosten. Da ist es dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach zufolge sternenklar. Von dort taucht nach Sonnenuntergang das Sternbild Perseus auf. Aus diesem kommen die Perseiden angesaust. Eine spezielle Ausrüstung ist nicht nötig, denn die Perseiden sind mit bloßem Auge sichtbar. Hobbyastronomen empfehlen, sich auf den Rücken zu legen oder bequem in einen Liegestuhl.

Versperrte Sicht könnten Beobachter im Süden haben, denn dort bleibt feuchte Luft und tagsüber können sich am Dienstag in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Teilen von Nordrhein-Westfalen Gewitter bilden. Die Restwolken und diesige Luft könnten die Sicht versperren. Chancen gebe es dennoch überall, weil man nicht sagen könne, wo die Gewitter entstehen.

Etwas Geduld ist aber auch nötig, um ein einmaliges Erlebnis am Himmel zu sehen. Ihre Augen benötigen circa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Die hellen Streifen sind zudem nicht in regelmäßigen Abständen zu sehen. Es kann also durchaus sein, dass Sie längere Zeit erstmal gar nichts Spannendes sehen.

„Ein Fernglas oder Fernrohr hilft beim Beobachten wenig, da beide das Gesichtsfeld einschränken“, erklärte Manfred Gaida, Astrophysiker im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Rauf auf das Siebengebirge

Die Margarethenhöhe in Ittenbach ist ein idealer Punkt für nächtliche Beobachtungen. Auf 320 Metern Höhe im Naturschutzgebiet Siebengebirge kommen Sie den Sternen ein Stück näher. Die Sterne fallen dann gefühlt in die hohen Bäume hinein.

Anfahrt:

Mit dem Auto über die A59 und B42 bis Ausfahrt Königswinter, dann Richtung Ittenbach bis Margarethenhöhe.

Adresse:

Parkplatz Margarethenhöhe
Ferdinand-Mülhens-Straße
53639 Königswinter

In der City

Wer es nicht schafft, raus in die Natur zu fahren, kann die Sternschnuppen auch in der Stadt sehen. Es reicht ein Platz, der in großen Teilen von den Stadtlichtern abgeschottet ist. In Parks ist das der Fall.

Früher fürchteten sich Menschen vor Sternschnuppen

Bereits in vorchristlicher Zeit haben Menschen Sternschnuppen beobachtet. Die meisten Menschen hatten aber Angst vor dem Himmelsspektakel und deuteten sie als Zeichen der Götter. Heute gelten Sternschnuppen als etwas Besonderes. Traditionell wünscht sich der Betrachter etwas.

Was sind Sternschnuppen?

Eine Sternschnuppe ist ein fallender Stern – so der Volksmund. Laut der Wissenschaft handelt es sich um Meteore. Diese entstehen, wenn kleine Staubteilchen (Meteoroide), mit der Atmosphäre der Erde kollidieren und in ihr verglühen. Grund ist die Reibungshitze. Die Moleküle entlang der Flugbahn der Meteoride ionisieren und beginnen zu leuchten. Für einen Bruchteil einer Sekunde können wir dann eine leuchtende Spur sehen. Die Entfernung beträgt dabei 120 Kilometer.

Warum sehen wir die Perseiden jedes Jahr wieder?

Das liegt daran, dass sich die Umlaufbahn der Erde und von Kometen nur sehr selten verschiebt. Aus diesem Grund sehen wir jedes Jahr einen Sternschnuppenregen. Allerdings kann die Intensität Jahr für Jahr variieren. Die Perseiden sind der bekannteste Meteorstrom.

Am 17. November gibt es noch die Leoniden. Am 13. Dezember die Geminiden und um den 3. Januar die Quadrantiden. Im April (22. April) können die Lyriden bestaunt werden und um den 10. November die Tauriden.

Sternschnuppenfotografie: Tipps für das perfekte Perseiden-Bild

Sternschnuppen fotografisch einfangen: Das gelingt am besten mit einer Kamera mit einem Weitwinkelobjetkiv. Dieses montieren Sie auf ein Stativ und wählen eine Langzeitbelichtung. Mit diesen weiteren Tipps gelingt das perfekte Foto:

  • Objektiv mit einer kurzen Brennweite verwende
  • so wird ein größerer Ausschnitt des Himmels abgelichtet
  • Smartphones eignen sich kaum
  • Größere Bildsensoren sind bei der Nachtfotografie im Vorteil
  • Gewählte Einstellungen mit dem Timer fixieren
  • Lieber länger belichten als die ISO zu pushen
  • Faustregel: Bleiben Sie unter einem Sekundenwert von 500/Brennweite (bei Vollformatkameras)

Diese Tipps gelten unter der Voraussetzung, dass das Wetter mitspielt. Weitere Anregungen, für ein romantisches Date mit den Sternen finden Sie hier.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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