Elektromobilität 23.02.2021, 10:38 Uhr

Elektroauto: Hyundai Ioniq 5 überrascht mit dieser Technik

Mehr Tempo beim Laden, hohe Spannung: Hyundai bringt mit dem Ioniq 5 eines der interessantesten Elektroautos 2021 auf den Markt.

Frau am Steuer Hyundai Ioniq 5

So fährt es sich im neuen Eelektroauto Ioniq 5 von Hyundai.

Foto: Hyundai

Hat Hyundai einen neuen Maßstab beim Laden von E-Autos gesetzt? Mit dem Elektroauto-Modell Ioniq 5 legt der Autohersteller seine Batteriespannung auf 800 Volt aus. Das ist doppelt so hoch wie in diesem Segment üblich. Eine weitere Neuerung überrascht.

Ioniq 5 basiert als erstes Elektroauto auf der von Hyundai geschaffenen Electric Global Modular Platform, kurz E-GMP. Diese bildet die technologische Basis für die nächste Elektrofahrzeuggeneration des südkoreanischen Konzerns. E-GMP mit Heckantrieb weist eine 800-Volt-Technologie auf. Das Ergebnis: Ein Spannungszuwachs aus dem sich eine maximale Leistung beim Laden von 220 kW ergibt. Zum Vergleich: Beim VW Elektroauto ID.4 sind es aktuell 125 kW.

Elektroauto Hyundai Ioniq 5: In zehn Minuten auf 80 Prozent

Reichweite und Ladedauer zählen zu den größten Kritikpunkten eines Elektroautos. Hyundai verspricht mit dem Launch von Ioniq 5 Großes: innerhalb von 18 Minuten soll das Elektroauto von zehn auf 80 Prozent geladen sein. Zudem sei die Batterie mit 72,6 kWh größer. Die durchschnittliche Ladeleistung beträgt somit 169 kW.

Ioniq 5 wird auch mit einer kleineren Batterie mit 58 kWh erhältlich sein. Bei diesem Modell beträgt die Ladeleistung 135 kW. Die Werte lassen aufhorchen, sind sie sonst nur in anderen Preis- und Fahrzeugklassen wie dem Porsche Taycan erreichbar.

Hyundai setzt nicht auf die „übliche“ Lithium-Ionen-Zelle, sondern verbaut Lithium-Polymer-Batterien. Im Gegensatz zum Lithium-Ionen-Akku ist bei dieser der Elektrolyt auf Polymerbasis je nach Auslegung fest bis Gel-artig; bei „herkömmlichen“ Akkus hingegen flüssig.  Der Konzern stellt weiterhin in Ausblick, dass die Zellen flacher sein werden und nicht zwingend ein festes Gehäuse benötigen. So kann die Energiedichte erhöht werden.

Was kostet der Hyundai Ioniq 5?

Ab Mai 2021 wird das neue Eelektroauto des Konzerns vertrieben. Der Einstiegspreis beträgt 41.000 Euro. Eine Förderung für den Kauf eines E-Autos ist hier nicht berücksichtigt. Informieren können Sie sich hier. Beim Basismodell fahren Käufer mit der kleineren Batterie mit Heckantrieb. Zahlreiche Assistenzsysteme wie Navigation und adaptiver Tempomat sind mit an Bord. Das größere Modell kostet knappe 60.000 Euro und ist zunächst auf 3.000 Modelle limitiert.

Hyundai tritt in direkte Konkurrenz zum VW ID

Mit 4,64 Meter Länge stellt der Ioniq 5 den VW ID.4 in den Schatten, denn das südkoreanische Elektroauto ist sechs Zentimeter länger. Das Heck fällt schräg ab. Als eigentlicher Wettbewerber kann daher der VW ID.5 gesehen werden. Dieses VW Modell kommt aber erst im dritten Quartal 2021 auf den Markt.

Faktencheck:

  • Länge: 4,64 Meter
  • Breite: 1,89 Meter
  • Höhe: 1,61 Meter
  • Radstand: 3 Meter

Diese Maße lassen den Ioniq 5 wie einen Kompaktwagen erscheinen. Beim VW ID.4 beträgt der Radstand 2,7 Meter.

Unklarheit herrscht bei der Elektroauto-Reichweite

Wie viele Kilometer kann das neue Elektroauto nun abspulen? Hierüber schweigt sich Hyundai noch aus, da das Reglement, wonach ein Wagenmodell für Wettbewerbszwecke in bestimmter Mindeststückzahl gebaut sein muss, noch nicht abgeschlossen sei. Laut dem WLTP-Messverfahren kann aber von mehr als 400 Kilometer für die kleine und mehr als 500 Kilometer für die große Batterie ausgegangen werden.

Hyundai startet mit neuer Marke für Elektromobilität

Das „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“, kurz WLTP, wurde von Experten aus Europa, Japan und Indien entwickelt. Das Messverfahren dient der Bestimmung von Abgasemissionen sowie des Kraftstoff- und Stromverbrauchs von Kraftfahrzeugen.

Außerdem fehlen Angaben zum Gewicht. Bei geschätzten zwei Tonnen dürfte es losgehen.

Optisch orientiert sich der Ioniq 5 an den Hyundai Pony aus den 1970er-Jahren.

Hyundai Ioniq 5 seitlich

Seitenansicht des Hyundai Ioniq 5.

Foto: Hyundai

Hyundai Ioniq 5 von oben

Das Dach ist vollständig digitalisiert und kann Solarmodule enthalten.

Foto: Hyundai

Hyundai Ioniq 5 scaled

In 18 Minuten ist Ioniq 5 auf 80 % geladen.

Foto: Hyundai

Hyundai Ioniq 5 hinten Rücklichter

Rücklichter des Elektroautos Hyundai Ioniq 5.

Foto: Hyundai

Hyundai Ioniq 5 an Ladesäule

Hyundai Ioniq 5 an der Ladesäule.

Foto: Hyundai

Sitze verstellbar Innensicht

Verstellbare Sitze im Ioniq 5.

Foto: Hyundai

12 Zoll Displays im Innenraum des Ioniq 5

Innen bietet Ioniq 5 ebenfalls einige Highlights. Neben einer verschiebbaren Rückbank bietet das Modell vorne elektrisch verstellbare Sitze. Der Fahrer blickt so auf zwei 12,5 Zoll große Displays. Darüber hinaus gibt es ein Head-up-Display, das die gesamte Windschutzscheibe als Projektionsfläche nutzt. Auf die gewohnte Armada an Assistenzsystemen brauchen Fahrer nicht verzichten. Ein Routenplaner ist serienmäßig. Ob die Wärmepumpe ebenfalls serienmäßig eingebaut wird, muss Hyundai Deutschland noch festlegen.

Noch im ersten Quartal 2021 startet die Produktion des Hyundai Ioniq 5.

„Wir freuen uns riesig auf den neuen IONIQ 5. Es ist ein weiteres tolles Produkt, das unsere alltagstauglichen Elektromodelle perfekt ergänzt und uns ganz neue Zielgruppen erschließt. Neben dem IONIQ Elektro und dem KONA Elektro wird der IONIQ 5 außerdem das dritte Hyundai E-Fahrzeug mit acht Jahren Garantie sein – ein einzigartiges Qualitätsversprechen gegenüber unsere Kunden“, sagt Jürgen Keller, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland GmbH.

2.000 Kilometer mehr Reichweite durch Solardach

Hinsichtlich seines Dachs hebt sich der Ioniq 5 ab. Neben einem klassischen Metalldach wird es auch ein Panorama-Glasdach geben. Für Technikliebhaber steht die Option bereit, ein Solardach zu verbauen. Das Besondere daran: über die Solarmodule kann die Batterie direkt geladen werden. Laut Hyundai wären so bis zu 2.000 weitere Kilometer im Jahr drin – oder fünf bis sechs Kilometer am Tag.  Ob diese Dach-Variante in Deutschland auf die Straße kommt ist noch fraglich.

Elektroauto-Konkurrenz könnte nachziehen

Mit dem Einsatz der E-GMP zeigt Hyundai das Potenzial von Elektroautos. Konkurrierende Autohersteller könnten nachziehen und ebenfalls auf 800 Volt bauen.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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