Bus namens Olli 06.09.2016, 11:28 Uhr

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Dieser Bus ist eine technische Wundertüte: Olli heißt der Kleinbus des amerikanischen Unternehmens Local Motors, der zu wesentlichen Teilen im 3D-Druck entsteht, elektrisch fährt und ohne Fahrer unterwegs ist. Jetzt wird der Zwölfsitzer in Berlin gebaut.

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Bitte einsteigen: Der Kleinbus Olli, dessen Karosserie im 3D-Druck entsteht, wird ab 2017 in Berlin gebaut. Der Bus fährt völlig autonom. Noch muss er deshalb auf Privatgelände bleiben.

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Gefertigt wird der Kleinbus derzeit bei Local Motors in Phoenix in den USA. 2017 startet die Produktion in Berlin. Im ersten Jahr werden allerdings nur 50 Busse hergestellt.

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Der Kleinbus Olli bietet zwölf Fahrgästen Platz. Einen Fahrer gibt es nicht.

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

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Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

Fahrerloser Bus aus dem 3D-Drucker wird in Berlin gebaut

Foto: Local Motors

 

Local Motors, der amerikanische Entwickler des autonom fahrenden Kleinbusses aus dem Drucker, den wir auf Ingenieur.de erst im Juni vorgestellt haben, hat in Berlin eine rund 4.000 m2 große Fabrikhalle angemietet. In Alt-Treptow werden schon bald mehrere Dutzend Mitarbeiter die elektrisch angetriebenen Kleinbusse bauen. 2017 soll die Produktion starten. Local-Motors-Europa-Chef Wolfgang Bern sagte der WirtschaftsWoche, im ersten Jahr würden 50 Kleinbusse gebaut.

20 km/h ohne menschliche Lenkhilfe

Die kastenförmigen Kleinbusse mit ihren abgerundeten Ecken haben hohe Fenster, sind ziemlich schmal, bieten Sitzplätze für zwölf Passagiere und wurden mit Hilfe einer Online-Community entwickelt. Sie sind mit maximal 20 km/h unterwegs – nicht gerade revolutionär schnell, aber die Qualitäten der knubbeligen Elektrofahrzeuge liegen schließlich woanders: Sie kommen ganz ohne menschliche Lenkhilfe aus.

Komplett autonom rollen sie über Straßen – rufen lassen sie sich per App, Haltewünsche werden gegenüber den Tablets im Innern der Fahrzeuge geäußert und mittels der lernenden IBM-Spracherkennung Watson verarbeitet. Überwacht werden sie zumindest in der ersten Zeit noch über ein Service-Center, damit im Notfall jemand per Fernsteuerung eingreifen kann.

Erste Testfahrten mit Olli auf dem Euref-Campus in Berlin

Wie das in der Praxis funktioniert, wird ab Ende September auf dem Euref-Campus in Berlin-Schöneberg hautnah zu erleben sein. Auf dem Gelände des Berliner Immobilien-Projektentwicklers dreht der Bus, der nicht einmal ein Lenkrad besitzt und nur autonom fahren kann, seine Runden. Er wird Mitarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen chauffieren.

Der rollende Kollege kommt allerdings noch aus einem Drucker in einer 2.000 m2 großen Fabrik im National Harbor in Maryland (USA), in Berlin läuft die Produktion ja erst später an. Die ist übrigens nicht besonders aufwändig, sobald der Bauplan erst einmal fertig ist: Olli besteht gerade einmal aus knapp 750 Teilen, die Local Motors innerhalb eines halben Tages ausdrucken und zusammenbauen können will.

Bei den Testfahrten auf dem Firmengelände soll es natürlich nicht bleiben: In nicht allzu ferner Zukunft soll Olli auch auf öffentlichen Straßen seinen Dienst verrichten, so der Plan von Local Motors. Vorstellbar sei zum Beispiel eine Pendelbus-Strecke zum Bahnhof Südkreuz. Dafür ist allerdings – wie auch für die Fahrten auf dem Euref-Gelände – eine Ausnahmegenehmigung notwendig.

Zwar arbeitet die Bundesregierung bereits an einer Lockerung der Genehmigungsregelung für autonomes Fahren, aber noch muss das Regierungspräsidium zustimmen – und das hat in Berlin bisher nur ein einziges autonomes Auto zugelassen – mit der Auflage, dass jemand mitfährt, der notfalls ins Geschehen eingreifen kann.

Erster Kunde in Dänemark

Local Motors ist trotzdem optimistisch, dass das Geschäft mit den führerlosen Fahrzeugen anläuft – oder vielmehr anfährt. In Dänemark gebe es einen ersten Kunden, so Europa-Chef Wolfgang Bern in der WirtschaftsWoche. Auch unter den Verkehrsbetrieben und Hochschulen in Deutschland sei ebenfalls Interesse vorhanden.

Der neue autonome Bus der Schweizer Post fährt derzeit im Alltagsbetrieb in Sitten Fahrgäste zum Bahnhof.

Der neue autonome Bus der Schweizer Post fährt derzeit im Alltagsbetrieb in Sitten Fahrgäste zum Bahnhof.

Quelle: PostAuto

In der Schweiz ist der führerlose Busverkehr bereits Realität – in der Stadt Sitten im Kanton Wallis sind zwei autonome Busse unterwegs, betrieben von der PostAuto AG.

Die Busse, die akribisch die Verkehrsregeln beachten und auch auf unvorhergesehene Hindernisse reagieren, sind offen für jedermann. So ganz führerlos sind sie jedoch nicht: Mindestens bis zum Ende der Testphase im Herbst 2017 muss ein menschlicher Fahrer dabei sein, der jederzeit eingreifen kann.

Berlin war schon länger Wunschstandort

Berlin werde die vierte so genannte Microfactory von Local Motors und der erste Standort in Europa sein. Eine Niederlassung in Berlin zu gründen stand bereits Anfang 2015 auf der Agenda des amerikanischen Fahrzeugdruckers. Damals hatte das 2007 gegründete Unternehmen gerade sein Elektroauto Strati vorgestellt, dessen 49 Einzelteile einfach aus dem 3D-Drucker kamen.

LM3D Swim soll das erste Serienauto aus dem 3D-Drucker werden. 2017 ist geplante Markteinführung. Kostenpunkt: rund 49.000 €. 

LM3D Swim soll das erste Serienauto aus dem 3D-Drucker werden. 2017 ist geplante Markteinführung. Kostenpunkt: rund 49.000 €.

Quelle: Local Motors

Ein entsprechendes Serienauto, der elektrisch angetriebene LM3D Swim, soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen,

 

Von Judith Bexten Tags:

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