Maschinen- und Anlagenbau

Geschichte war während der Schulzeit nicht unbedingt jedermanns Sache. Spannend wurde es aber immer dann, wenn Erfindungen und Entdeckungen an der Reihe waren. Sicherlich war es interessant, Näheres über Gutenbergs Buchdruck und Kolumbus Amerikareisen zu erfahren. Fantasien wurden geweckt. Ähnlich geht es vielen Schülern beim Thema der industriellen Revolution, die durch viele bahnbrechende Erfindungen eingeleitet wurde. Im Grunde war das der Beginn für den Maschinen- und Anlagenbau.Diese Beispiele haben ein gemeinsames Kennzeichen. Sie stammen aus England, der Wiege der Industrialisierung, und fallen in die Zeit des 18. Jahrhunderts.

Einführung

Allgemeines zum Maschinen- und Anlagenbau

Allen voran steht, was die Geschichte der Maschinen betrifft, die Erfindung der Dampfmaschine von Newcomern und die legendäre, industrietaugliche Dampfmaschine von James Watt. Aber auch die Erfindungen der mechanisierter Webstühle, Spinnmaschinen und Baumwollentkernungsmaschinen fallen in diese Zeit. Die bis dahin manuell betriebenen Webstühle konnten zum Beispiel durch die Dampfmaschine angetrieben werden. Herz eines Ingenieurs, der im Maschinen- und Anlagenbau arbeitet, schlägt bei solchen Geschichten höher.

Maschinen- und Anlagenbau in der deutschen Geschichte

Die Erfindungen übten einen erheblichen Einfluss auf die Fertigungsweisen aus. Wurden in der Vergangenheit hauptsächlich in handwerklichen Betrieben und kleineren Manufakturen meist Einzelteile oder Kleinserien hergestellt, war jetzt der Weg zur Produktion in größeren Mengen frei. Herstellungsprozesse verlagerten sich immer mehr in die Fabriken. Auf dem Kontinent hielt die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhundert Einzug. Unternehmen wie Borsig, Kessler und Maffei prägten die Entwicklung entscheidend mit und schufen die Voraussetzungen für den heutigen Maschinen- und Anlagenbau.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert gab es dann umfangreiche Erfindungen beim deutschen Maschinen- und Anlagenbau zu vermelden. Hier seien nur ein paar wenige Beispiele für die verschiedenen Einsatzgebiete aufgezeigt. Das Unternehmen Harkort & Co. in Wetter (später Übergang in die DEMAG) nahm 1910 die Produktion der ersten Hebezeuge mit Elektroantrieb auf und Siemens-Halske stellte 1914 auf der DLG-Schau in Hannover seine elektrifizierte Großfräse für den landwirtschaftlichen Einsatz vor. Stihl, der Stuttgarter Spezialist für Motorsägen, brachte 1929 seine erste Baumfällmaschine mit Benzinmotor auf den Markt. In Deutschland schwang sich der Maschinen- und Anlagenbau zu einer wesentlichen Wirtschaftsbranche empor. Die Entwicklung führte schließlich zur „zweiten industriellen Revolution“, also zur Automatisierung der Maschinen.

Der Maschinen- und Anlagenbau und die verschiedenen Teilbereiche

Wichtige Zweige beim Maschinen- und Anlagenbau wurden Maschinen für das Hüttenwesen, Werkzeugmaschinen, Förderanlagen, Baumaschinen und die Landtechnik. Hinzu kamen Produktionsmaschinen und –anlagen aus, die zur diskreten und stetigen Herstellung aller möglichen Produkte zum Einsatz gebracht wurden. Wenn in diesem Zusammenhang von „Anlagen“ die Rede ist, meint dies, im Gegensatz zur einzelnen Maschine, ein Produktionssystem aus mehreren Maschinen, Apparaten, Armaturen, Mess- und Regeleinrichtungen, elektrotechnische Ausrüstungen, möglicherweise Rohrleitungen.

Zum Großanlagenbau gibt es bei ingenieurkarriere.de ein gesondertes Branchenprofil. Der Großanlagenbau wurde daher nachfolgend teilweise bei den Betrachtungen ausgeklammert. Eine wichtige Rolle spielt auch die Zuliefererindustrie beim Maschinen- und Anlagenbau, die zum Beispiel Werkzeuge, Apparate, Armaturen, Druck- und Prägeformen, Behälter, Antriebe, Steuerungen liefert.

Der Maschinen- und Anlagenbau und seine Bedeutung für die Wirtschaft

Heute ist der Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor die tragende Stütze der deutschen Wirtschaft. Er rangiert noch vor den großen Branchen Elektrotechnik, Automobil- und Chemieindustrie. Kürte der VDMA, Verband der Branche, das Jahr 2007 noch als ein Jahr der Rekorde (Wachstum der realen Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland um acht Prozent), nahm auch das Jahr 2008 zunächst ordentlich Fahrt auf. Die Finanzkrise stoppte dann aber Ende 2008 abrupt den Höhenflug. Doch schon 2007 wies der damalige Präsident des VDMA, Dieter Brucklacher, daraufhin, dass ein so hohes Plus selbst in der Investitionsgüterbranche nur selten erreicht werden kann.

Letztlich geht jede Wachstumsphase einmal zu Ende, was jedoch lange noch nicht heißt, dass der Maschinen- und Anlagenbau gänzlich ins Schwimmen gerät. Und wie stark die Branche tatsächlich ist, stellte sie nachhaltig unter Beweis. Laut Schätzung lag die Branche bereits 2012 erneut auf dem Rekordniveau 2008.

Der Mittelstand bestimmt den Maschinen- und Anlagenbau

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist (einmal pauschal geurteilt) weltweiter Technologieführer. Besondere Kennzeichen der Branche sind die große Fertigungstiefe (im Gegensatz zu anderen deutschen Branchen) aufgrund der Einzel- beziehungsweise Kleinserienfertigung sowie die ausgesprochen mittelständische Prägung. Diese Faktoren zusammengesehen halfen der Branche, den Konjunkturabschwung abzufedern. Keine Branche hat es bisher geschafft, den Maschinen- und Anlagenbau als bedeutendste industrielle Branche in Deutschland abzulösen, zumindest was die Anzahl der Unternehmen und die Anzahl der Beschäftigten der Branche angeht. Und so wird es wohl auch bleiben. Lediglich beim absoluten Umsatz liegt der Fahrzeugbau noch vor dem Maschinen- und Anlagenbau.

VDMA Präsident Lindner malt auch die Zukunft alles andere als schwarz in Bezug auf den Maschinen- und Anlagenbau: „Wir belassen unsere Produktionsprognose für 2013 bei zwei Prozent Wachstum. Natürlich können wir nicht die Ohren verschließen vor den Molltönen, die uns aus wichtigen Kundenbranchen erreichen. … wir bauen darauf, dass sich der Nachfragestau in wichtigen Märkten, namentlich in China, auflöst. Wir gehen außerdem davon aus, dass sich das Wachstum in den USA fortsetzt. … Wir alle sind gut beraten, uns endlich vom mentalen Mühlstein der außergewöhnlich tiefen Rezession des Jahres 2009 zu lösen. Dies umso mehr, weil unsere Industrie weiterhin hervorragende Wachstumsperspektiven hat.“

Branchenportrait

Den Maschinen- und Anlagenbau analysieren

Vor der Entscheidung, den Berufsweg im Maschinen- und Anlagenbau zu starten oder fortzusetzen, ist es nicht verkehrt, sich anhand von Zahlen, Fakten und Aussagen ein Bild über den aktuellen und zukünftigen Stand der Branche zu verschaffen. Zwar kann ein Fehlgriff nie ausgeschlossen werden und Prognosen können falsch sein, dennoch gilt: Je spezieller die Produkte oder Dienstleistungen einer Branche, je kleiner die Branche und je schlechter ihre Zukunft erscheint, umso größer ist das Karriererisiko. Die Branche bietet dann Berufseinsteigern wenig Karrierepotenzial und sie muss wahrscheinlich früher oder später verlassen werden. Für den gestandenen Ingenieur, der in die Branche wechselt, kann sie im schlimmsten Falle zum Karriereaus führen.

Wachstumsdaten beim Maschinen- und Anlagenbau

Was die Bedeutung des Maschinen- und Anlagenbaus angeht, so liefert der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) in seiner aktuellsten Datensammlung „Maschinenbau in Zahl und Bild 2011“ alle wichtigen Eckdaten der Branche. Die Industrie beim Maschinen- und Anlagenbau kam demnach im Jahre 2011 auf einen Umsatz von 201 Mrd. Euro (+ 15,7 %, Vorjahr 173 Mrd. Euro), den mehr als 6.000 Unternehmen erwirtschafteten. Starke Zuwächse beim Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Fachzweige Hütten- und Walzwerkseinrichtungen (+46%), Werkzeugmaschinen (+42%), Bergbaumaschinen (+34%), Landtechnik (+24%), Fluidtechnik (+22%), Sonstige (+22%), Präzisionswerkzeuge (+20%), Bau- und Baustoffmaschinen (+19%).

2005 begann beim Maschinen- und Anlagenbau das Märchen von über 100 Mrd. Euro Umsatz, die die Branche im Ausland erzielte. Seitdem fiel der Umsatz nicht mehr unter diese Schallgrenze und bewegte sich 2008 und 2011 auf dem absoluten Rekordhoch von über 140 Milliarden Euro Umsatz. Dies entspricht einem Anteil von ca. 70 Prozent des gesamten Umsatzes der Branche. Auch die anderen großen deutschen Wirtschaftsbranchen sind sehr stark exportabhängig, angeführt werden sie aber allesamt vom Maschinen- und Anlagenbau. Den größten Beitrag am Export der Branche lieferten Unternehmen der Fachzweige Antriebstechnik (8,8%), Fördertechnik (7,2%), Bau- und Baustoffmaschinen (6,5%), allgemeine Lufttechnik (5,9%), Werkzeugmaschinen (5,6%), Landtechnik (5,3%), Nahrungs- und Verpackungsmittelmaschinen (4,7%), Armaturen (4,5%).

Export beim Maschinen- und Anlagenbau

Die Ausfuhren blieben beim Maschinen- und Anlagenbau hauptsächlich in Europa. Lediglich 29 Prozent der Exporte gingen nach Asien, rund zehn Prozent nach Nordamerika. Was die einzelnen Länder angeht, spielen China (13%), USA (9%), Frankreich (6%) und Russland (5%) eine besondere Rolle. Wichtige Länder sind aber auch die Türkei und Brasilien, was die Zuwachsraten betrifft. Indien spielt keine wirklich große Rolle.

Die internationale Bedeutung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus wird auch durch folgende Statistik des VDMA belegt: Was die 32 Fachzweige des Maschinen- und Anlagenbaus angeht, so belegte Deutschland in 2010 auf dem Weltmarkt 16 (2006: 18) Mal Rang 1, 8 (2006: 5) Mal Rang 2 und 5 (2006: 7) Mal Rang 3 unter den wichtigsten Maschinenlieferländern. Amerikanische Unternehmen tauchen in den Ranglisten als Nummer 1 nur viermal, japanische nur fünfmal und chinesische nur sechsmal (2006: 2) auf. Die Importe fallen beim Maschinen- und Anlagenbau mit 54,0 Milliarden Euro, im Vergleich zu den anderen großen deutschen Wirtschaftsbranchen, moderat aus. Bei den Importländern liegen die europäischen Länder vorne, während die Bedeutung der asiatischen Länder moderat wächst.

Was die reinen Ausgaben für Forschung und Entwicklung angeht, so zeigt sich dagegen der Maschinen- und Anlagenbau laut Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit rund 5,0 Milliarden Euro wenig weltmeisterlich. Im Grunde bildet die Branche hier das Schlusslicht der großen deutschen Wirtschaftszweige. Die führenden F&E-Branchen sind Fahrzeugbau (rund 26 Mrd. Euro), Elektroindustrie (rund 9 Mrd. Euro), Chemie und Pharmazie (rund 8 Mrd. Euro).

Arbeitsplätze beim Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau gehört zu den größten deutschen Wirtschaftsbranchen. Als Arbeitgeber liegt er unter den technologiezentrierten Branchen auf Platz 1 mit 918 Tausend Beschäftigten im Oktober 2012 (Statistisches Bundesamt). „Insgesamt sind im Maschinenbau rund 15.000 offene Stellen zu besetzen“, erklärte VDMA Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse. „In Summe dürfte die Nachfrage des Maschinenbaus nach Ingenieuren im August 2012 bei 7.000 gelegen haben.“

In den Augen der Ingenieure rangiert der Maschinen- und Anlagenbau ganz oben, wenn es um die Wunschbranche für den Berufseinstieg oder einen Stellenwechsel geht. Dies beweisen viele Ingenieure, die sich in die Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de eingetragen haben. Immerhin 31 Prozen von ihnen weisen Berufserfahrungen in der Branche nach.

Bewerbungen für den Maschinen- und Anlagenbau

Weiter oben wurde bereits festgestellt, dass die wirtschaftliche Entwicklung beim Maschinen- und Anlagenbau gut ist. Hinzu kommen die für Ingenieure überaus günstigen Zahlen der Stellenangebote der Branche, allerdings auch das enorme Interesse der Ingenieure an den Arbeitgebern dieses Industriezweiges. Daraus lassen sich zwar eine relativ starke Situation der Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt und eine ordentliche Erfolgswahrscheinlichkeit für Bewerbungen ableiten, dennoch dürfte sich ein erster oder neuer Arbeitsplatz im Maschinen- und Anlagenbau für Ingenieure nicht „automatisch“ ergeben. Bewerber müssen daher vor überzogenem Auftreten und zu sparsamen Aktionen am Arbeitsmarkt gewarnt werden.

Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau

Aufgrund der Vielzahl der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau und des sehr umfangreichen und heterogenen Angebotes von Maschinen und Anlagen kann hier nur beispielhaft ein kleiner Auszug der Unternehmen wiedergegeben werden:

  • Wirth GmbH – wirth-europe.com – Maschinen, Großbohrgeräte
  • Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH – eirich.de – Aufbereitungstechnik
  • SMS Meer GmbH – sms-meer.com – Rohr-, Profil-, Kupferanlagen
  • Bühler & Co. GmbH – buehler-co.de – Walzwerke, Sondermaschinen Umformtechnik
  • Bühler Bindler GmbH – bindler.com – Schokoladenmaschinen
  • MASA AG – masa-ag.com – Maschinen/Anlagen für die Baustoffindustrie
  • United Food Technologies AG – uftag.de – Produktionsanlagen Nahrungsmittel
  • Dieffenbacher GmbH & Co. KG – dieffenbacher.de – Produktionsanlagen zum Pressen
  • Körber Medipak – koerber-medipak.com – Verpackungsmaschinen
  • Brückner Trockentechnik GmbH & Co. KG – brueckner-tm.de – Textilveredelungsmaschinen
  • Wirtgen Group – wirtgen-group.com – Straßenbaumaschinen
  • Terex-Fuchs GmbH – fuchs-terex.de – Baumaschinen
  • Heidelberger Druckmaschinen AG – heidelberg.com – Druckmaschinen
  • Voith AG – voith.de – Maschinen zur Herstellung von Papier, Papiertechnik
  • DMG Konzern (Deckel, Maho, Gildemeister) – gildemeister.com – Spanende Werkzeugmaschinen
  • IAG GmbH – iag-gmbh.de – Anlagen für Chemie, Petrochemie, Umwelttechnik
  • INVENT Umwelt- und Verfahrenstechnik AG – invent-uv.de – Anlagen Wasser-/Abwasserreinigung (Maschinentechnik für Kläranlagen)
  • Berstorff GmbH – berstorff.de – Extrusionsanlagen für Gummi-/Kunststoffindustrie
  • Thyssen Krupp Fördertechnik – thyssenkrupp.com – Tagebauausrüstungen, Umschlagsanlagen, Maschinen der Aufbereitungstechnik
  • Pagendarm BTT GmbH – pagendarm.com – Beschichtungsanlagen
  • Brötje-Automation GmbH – broetje-automation.de – Montageanlagen für die Luftfahrtindustrie
  • EDAG – edag.de – Produktionsanlagen Automobilwirtschaft
  • ENERCON GmbH – enercon.de – Windenergieanlagen
  • WTE Wassertechnik GmbH – wte.de – Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen
  • Mold-Masters Europa GmbH – moldmasters.de – Heißkanaltechnik, Temperaturregelgeräte

Gliederung in Branchen beim Maschinen- und Anlagenbau

Die Gesamtzahlen der Unternehmen, Beschäftigten und Umsätze im Maschinen- und Anlagenbau sind zwar interessant. Sie lassen eine generelle Aussage zur Bedeutung einer Branche und dem daraus folgenden Karrierepotenzial zu. Letztlich entscheidet aber die Homogenität der Unterbranchen darüber, welches Karrierepotenzial wirklich in der Branche für den speziellen Ingenieur vorhanden ist. Bei großer Homogenität der Produkte, Dienstleistungen, Werkstoffe und Technologien ist das Potenzial an Arbeitgebern für einen eventuell beabsichtigten oder erforderlichen Stellenwechsel höher als bei heterogener Vielfalt. Natürlich spielt auch die Größe der jeweiligen Unterbranche eine Rolle. Je größer die Unterbranche desto höher das Potenzial.

Der Maschinen- und Anlagenbau lässt sich in verschieden Unterbranchen gliedern. Nachstehend findet sich eine grobe Unterteilung der Branche:

  • Agrartechnik
  • (Groß)Anlagenbau
  • Antriebstechnik
  • Armaturen, Pumpen, Verdichter
  • Baumaschinen
  • Baustoff-, Keramik-, Glasindustrie
  • Bergbaumaschinen
  • Hebezeuge und Fördermittel
  • Heizung, Klima, Lüftung
  • Hütten- und Walzwerkseinrichtungen
  • Holzbe- und Verarbeitungsmaschinen
  • Kältemaschinen und –anlagen
  • Kraftmaschinen
  • Maschinen für die Kunststoffindustrie
  • Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie
  • Metallbearbeitungsmaschinen
  • Papier- und Druckmaschinen
  • Textilmaschinen
  • Verfahrenstechnische Maschinen/Apparate
  • Verpackungsmaschinen
  • Werkzeugmaschinen
  • Sonstige Maschinenbauerzeugnisse

Eine ausführliche und sehr detaillierte Einteilung der Unterbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus findet sich auf den Internetseiten des VDMA.

Weitere Branchenunterteilungen im Maschinen- und Anlagenbau

Zudem ist es wichtig, sich mit vor- und nachgelagerten Branchen zu beschäftigen. Vorgelagerte Branchen beliefern die betrachtete Branche Maschinen- und Anlagenbau mit Produkten, Dienstleistungen, Werkstoffen, Technologien und so weiter. Nachgelagerte Branchen sind hingegen die abnehmenden Branchen der betrachteten Branche Maschinen- und Anlagenbau. Die Überlegungen sind daher wichtig, um festzustellen, wie einfach es ist, die Branche wieder zu verlassen. Je größer die vor- und nachgelagerten Branchen sind, desto eher besteht die Wahrscheinlichkeit, dort den Berufsweg fortsetzen zu können. Hier einige Beispiele:

  • Aluminiumindustrie
  • Automobilindustrie
  • Bergbau
  • Baustoffindustrie
  • Chemische Industrie
  • Flugzeugbau
  • Großküchen
  • Energie- und Wasserversorgungsunternehmen
  • Hoch- und Tiefbau
  • Holzplattenindustrie
  • Kosmetikindustrie
  • Kunststoffindustrie
  • Kupferindustrie
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Mikrotechnologie
  • Öl- und Gasindustrie
  • Petrochemie
  • Pharmaindustrie
  • Stahlindustrie
  • Textilindustrie
  • Verkehrswegebau
  • Werkzeug- und Formenbau

Vorgelagerte Branchen beim Maschinen- und Anlagenbau

Die vorgelagerten Branchen (Zulieferer) beim Maschinen- und Anlagenbau lassen sich zumindest grundsätzlich ermitteln, wenn man auf den produktiven Transformationsprozess blickt. Zunächst werden jede Menge Vorprodukte beziehungsweise Werkstoffe aus anderen Wirtschaftszweigen eingesetzt, zum Beispiel Stahl, Werkzeuge zum Bau der Maschinen, Steuerungen und Regelungen, Wälzlager, Zahnräder, Zylinder, Walzen, Düsen, Sensoren, Pumpen, Motoren, Hydraulik, Pneumatik und so weiter. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Branchen:

  • Elektronik/Elektrotechnik
  • Lieferanten feinmechanischer Bauteile
  • Lieferanten hydraulischer Baugruppen
  • Gummiindustrie
  • Kunststoffindustrie
  • Metallindustrie
  • Anbieter der Optik-/Laser-/Medizintechnik
  • Stahlbranche
  • Hersteller von Vorrichtungen
  • Sonstige Industrie

Hinzu kommen Produkte und Technologien, die Unternehmen der Branche für den Maschinen- und Anlagenbau herstellen, zum Beispiel Antriebe, Prüfmaschinen, Schweißtechnik und Ähnliches. Die vorgelagerten Branchen können in der Vielfalt kaum einzeln erfasst werden.

Als nachgelagerte Branchen können im Grunde alle produzierenden Wirtschaftsbranchen aufgeführt werden. Sie sind allesamt Abnehmer von Produkten aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Je nach den eingesetzten Produkten des Maschinen- und Anlagenbaus bei den produzierenden Unternehmen und der dort eingesetzten Eigenkreationen ergeben sich dann die unterschiedlichsten Karrierepotenziale.

Wesensverwandte Branchen beim Maschinen- und Anlagenbau

Aus gleichen Gründen (Karrierefortsetzung außerhalb der Branche) sollte recherchiert werden, welche Branchen wohl wesensverwandt sind und für einen eventuellen Stellenwechsel zur Verfügung stehen. Die Branche Maschinen- und Anlagenbau dürfte am ehesten in starker Weise mit den großen Produktions-/Herstellerbranchen in Verbindung gebracht werden können. In diesen Branchen werden teilweise Maschinen- und Anlagen für den Eigenbedarf selbst entwickelt und nur Komponenten aus der Maschinenbaubranche zugekauft. Hier muss im Einzelfall geprüft werden, welche Produktionsunternehmen am besten zu den Maschinen- und Anlagenerfahrungen des jeweiligen Kandidaten passen.

Produkte, Dienstleistungen, Technologien beim Maschinen- und Anlagenbau

Bevor die eine oder andere Branche für den Berufseinstieg beziehungsweise Stellenwechsel in Betracht gezogen wird, sollte man sich einen Überblick zu den Produkten, Dienstleistungen, Technologien der Branche machen. Gerade bei der Branchenauswahl leben viele Bewerber von Halbwissen und Vorurteilen. Nachfolgend sind Produkte und Technologien dargestellt, die der Branche Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet werden können. Es wird dabei weniger auf eine lückenlose Darstellung oder wissenschaftliche Gliederung Wert gelegt. Vielmehr sind beispielhaft Begriffe aneinandergereiht, die beim Überfliegen dem Leser einen guten Eindruck vermitteln sollen, was in der Branche los ist. Der Leser soll unter anderem unter Zuhilfenahme dieser Informationen prüfen, ob er zur Branche passt oder nicht.

Werkzeuge: Bearbeitungszentren, Automaten, NC-Maschinen, Laserbearbeitung, Maschinen zum Drehen, Fräsen, Hobeln, Bohren, Sägen, Schleifen, Erodieren

Bau/Bergbau beim Maschinen- und Anlagenbau: Straßenbaumaschinen (Fräsen, Bodenstabilisierer, Recycler, Gleitschalungsfertiger, Surface Miner), Mobilkrane, Gittermastkrane, Teleskopkrane, Betontechnik, Boden- und Asphaltverdichtung, Aufbruchtechnik, Bohrgeräte, Pumpen, Tunnelbohrgeräte

Baustoffindustrie: Maschinen und Anlagen zur Produktion, Veredelung, Bearbeitung (von Steinen, Betonplatten, Betonsteinen, Kalksandsteinen, Ziegeln, Klinkern), Plattenanlagen, Lademaschinen für Materialumschlag, Mischanlagen

Landwirtschaft: Eggen, Pflüge, Düngerstreuer, Pflanzmaschinen, Erntemaschinen, Mähmaschinen, Mähdrescher, Pressen, Ballenwickelgeräte, Häcksler, Traktoren, Fördertechnik, Futtertechnik

Textilherstellung und der Maschinen- und Anlagenbau: Maschinen zur Herstellung und Veredelung von Flecht-, Klöppel-, Web-, Spinn-, Wirk- und Strickware, Gardinen, Spitzen, Teppichen, Garn- und Zwirnprodukte

Weitere Zweige beim Maschinen- und Anlagenbau

Papier- und Druckindustrie: Maschinen für Herstellung von Papier, Karton, Wellpappe, Spezialpapieren, Druckmaschinen (Offsetdruck, Prepress, Postpress), Maschinen und Anlagen für Prägeprozesse: Papier- und Tissueindustrie, Tapetenherstellung, Beschichtungsanlagen für Papier

Kunststoffaufbereitung und -verarbeitung: Mischer, Dosierer, Siebmaschinen, Zerkleinerer, Spritzgießmaschinen, Blasformmaschinen, Maschinen zur Herstellung von Schaumstoffen, Gießmaschinen, Vor-, Block- und Formschäumer, Wickelmaschinen, Extruder (Folien, Platten, Schaum), Pressen, Beschichtungsanlagen für Film, Folien (Beschichtungsanlagen, Trockner, Rückbefeuchter, Aufwickler, Abwickler), Anlagen zur Veredelung und Dekoration von Oberflächen

Kautschukverarbeitung beim Maschinen- und Anlagenbau: Profilfertigungsanlagen, Reifenanlagen, Walzenbeschichtungsanlagen

Holzverarbeitung: Pressen für Holzplatten, Beschichtungsanlagen für Holzplatten, Plattenproduktionsanlagen, andere Bearbeitungsmaschinen für Holzwerkstoffe

Nahrungs- und Genussmittelindustrie: Maschinen zur Produktion von Schokolade, Keksen und Waffeln, Maschinen für Beschichtungen, Druckguss, Anlagen zur Produktion von Edelfischen, Anlagen zur Gewinnung von Fischprodukten, Maschinen für die Gastronomie, Großküchen, industrielle Nahrungsmittelverarbeitung

Verfahrenstechnische Anlagen beim Maschinen- und Anlagenbau:Rührmaschinen, Fermenter, Kolonnen, Wärmetauscher, Kondensatoren, Rührwerksfilter, Rührwerkstrockner, Mischer, Zentrifugen, Anlagen zur Fermentation, Kristallisation, Oxydation, Polykondensation, Polymerisation, Hydrierung und Laugung, Spezialanlagen für Applikation von Kleb- und Dichtstoffen sowie Oberflächentechnik, Anlagen zur Trinkwassergewinnung, -aufbereitung, -verteilung

Verpackungstechnik: Vakuumverpackungsmaschinen, Verpackungslinien, Umreifungsmaschinen, Blister, Sigelrandbeutelmaschinen, Kartoniermaschinen, Offensackmaschinen, Schlauchbeutelmaschinen, Palettiermaschinen

Fahrzeugbau beim Maschinen- und Anlagenbau: Anlagen für die Automobilindustrie (Rohbau, Endmontage), Montageanlagen für die Luft- und Raumfahrt, Produktionsroboter (zum Schweißen, Löten, Kleben, Dichten, Beschichten, Lackieren, Schneiden, Fräsen, Schleifen, Nacharbeiten, Montieren, Clinchen, Schrauben, Nieten)

Elektrotechnik/Elektronikindustrie: Maschinen/Anlagen für die Herstellung von Batterien, Akkumulatoren, Elektrobauteilen, Relais, Transformatoren, Stecker, Daten-, Ton- und Bildträger, Elektromotoren, Montageeinrichtungen für Kabelbäume, Spezialmaschinen zum Lackieren von Leiterplatten, Anlagen für die Herstellung von Halbleitern und die Optical-Disc-Industrie

Metallurgische Anlagen beim Maschinen- und Anlagenbau: Direkt- und Schmelzreduktionsanlagen, Pelettanlagen, Sinteranlagen, Hüttenkokereien, Hochöfen, Stahlwerke, Lichtbogenöfen und andere Öfen, Umschmelzanlagen, Gießanlagen, Walzwerke, Profilstraßen, Mittelstahlstraßen, Stabstahlstraßen, Drahtstraßen, Glühanlagen, Beschichtungslinien, Rohrwerke

Sonstige: Antriebstechnik, Fluidtechnik, Klimatechnik, Lüftungstechnik Recyclingtechnik, Umwelttechnik und so weiter. Weitere Beispiele siehe gesondertes Branchenprofil Großanlagenbau unter ingenieur.de

Positionen beim Maschinen- und Anlagenbau

Eine der wichtigen Fragen, die sich für jeden Brancheneinsteiger stellt, ist die nach den Positionen und deren Titulierung. Insbesondere für Initiativbewerbungen sollte man sich mit den gängigen Positionsbezeichnungen der Branche bekannt machen. Das notwendige Wissen liefern Stellenanzeigen. Genauso vielfältig wie die Produkte beim Maschinen- und Anlagenbau sind, zeigen sich die Positionsbezeichnungen.

Häufig sind die Anzeigen im Maschinen- und Anlagenbau lediglich mit Studienfach/Studienrichtung überschrieben, zum Beispiel Maschinenbauingenieur, Diplom-Ingenieur Versorgungstechnik mit dem Schwerpunkt Vertrieb Heizungs- und Klimatechnik. Oft werden auch die Einsatzgebiete/Funktionsbereiche genannt, etwa Verfahrensingenieur technischer Vertrieb, Diplom-Ingenieur für den Service – Fachrichtung Energietechnik. Die Maschinen- und Anlagen, um die es geht, sind dann meist den Anzeigentext zu entnehmen. Nachfolgend finden sich Beispiele, die einen kleinen Einblick in die Positionsbezeichnungen der Branche bringen.

Positionen Vertrieb beim Maschinen- und Anlagenbau

Sales Manager für den Maschinen- und Anlagenbau (z.B. Europa), Produktmanager (z.B. Verdrängerverdichter), Vertriebsingenieur (z.B. Heizungs- und Klimatechnik), Vertriebsmitarbeiter im Außendienst (z.B. Großbohrgeräte), Verfahrensingenieur für den technischen Vertrieb (z.B. Extrusionsanlagen), Regionaler Verkaufsleiter (z.B. Werkzeugmaschinen), Gesamtvertriebsleiter (z.B. Landtechnik), Vertriebsingenieur für den Innendienst (z.B. Trennkolonnen, statisches Mischen), Produktleiter Ersatzteile (z.B. für Papiermaschinen)

Positionen vertriebsnah beim Maschinen- und Anlagenbau: Applikationsingenieur (z.B. Spezifikation von Heißkanalsystemen), Anwendungsentwickler/Softwarearchitect (z.B. CAD, CAM, CAE), Service Ingenieur/Techniker (z.B. Bearbeitungszentren, Erodiermaschinen), Ersatzteil-Servicemanager (z.B. Ersatzteile, Ersatzteilpakete, Technische Dienstleistungen), Leiter Service (z.B. Textilmaschinenbau), Customer Care System Engineer (z.B. Hotline, Produktpflege), Diplom-Ingenieur After Sales Service (z.B. Verdrängerpumpen), Projektingenieur/-leiter (z.B. Papiermaschinen, Automotive), Projektingenieur internationaler Anlagenbau (z.B. China), Projektingenieur Bid Manager (z.B. Grundstoffindustrie)

Positionen Entwicklung und Konstruktion beim Maschinen- und Anlagenbau

Entwicklung beim Maschinen- und Anlagenbau: Verfahrensingenieur (z.B. Kunststofftechnik), Entwicklungsingenieur (z.B. Elektro-, Steuerungs-, Automatisierungstechnik, Dosiertechnologie für Blistermaschinen, Prozesstechnik), Elektroingenieur (z.B. Antriebstechnik), Software- und Elektronikentwickler (z.B. Steuerungen für mobile Maschinen), Hardware-Entwickler (z.B. analoge und digitale Schaltungen), Spezialist Automatisierung (z.B. Software für Windkraftanlagen), Automatisierungsspezialist (z.B. Maschinensteuerungen), Prozessingenieur (z.B. für Anlagen zur Herstellung von Chemiefasern), Produktentwickler (z.B. Wirktechnologie, solare Kühlung), Ingenieur für die Produktentwicklung Versuch (z.B. Betreuung Entwicklungslabor), Gruppenleiter Versuch (z.B. Spezialbaumaschinen), Entwicklungsleiter Maschinen- und Anlagenbau (z.B. Hochleistungs-Produktionslinien für die graphische Industrie), Leiter Entwicklung (z.B. Wärmepumpen)

Konstruktion beim Maschinen- und Anlagenbau: Dipl.-Ing. Konstruktionstechnik (z.B. Energieanlagenbau), Konstruktionsingenieur (z.B. Mechanik, Sägeblatt Spezialmaschinen), Konstrukteur (z.B. Maschinenbau, Trockenbau, Wärmetauscher), Anlagenkonstrukteur (z.B. für Oberflächentechnik), CAD-Anlagenplaner (z.B. verfahrenstechnische Anlagen), Elektrokonstrukteur (z.B. E-Plan, Schaltungen für Sonderanlagen), Konstruktionsleiter (z.B. mobile Baumaschinen)

Positionen Fertigung, Montage, Inbetriebnahme beim Maschinen- und Anlagenbau

Fertigungstechniker/Fertigungsingenieur (z.B. Anlagenbetreuung), Koordinator Fertigungssteuerung (z.B. Steuerung von Fertigungsprozessen und Gebäudeleittechnik), Leiter Fertigung, Leiter Technik (z.B. technische Leitung des Standortes), Leiter Technical Center (z.B. für Klimaanlagen), Werksleiter, Mitarbeiter Montageaußendienst (z.B. Schwefelsäureanlagen), Obermonteur/Supervisor (z.B. Sonderanlagen für Flüssig-Stickstoff), Montageleiter/Bauleiter/Construction Supervisor (z.B. Anlagen der Baustoffindustrie), Inbetriebnehmer (z.B. von Kälteanlagen), Mitarbeiter Qualitätsmanagement, Qualitätsingenieur (z.B. Lieferantenbetreuung), Leiter Qualitätswesen

Berufsfelder beim Maschinen- und Anlagenbau

Letztlich nützt es wenig, wenn eine Branche zwar interessant ist, für dass eigene Berufsfeld (Konstruktion, Vertrieb, Produktmanagement) in der Branche aber keine großen Arbeitsmöglichkeiten bestehen. Berufsfelder, in denen im Maschinen- und Anlagenbau verstärkt neue Arbeitskräfte gesucht werden (alphabetisch geordnet):

  • Forschung und Entwicklung
  • Konstruktion
  • Planung/Beratung/Dienstleistung (Engineering)
  • Projektmanagement
  • Prüfung/Abnahme
  • Vertrieb

Anforderungen

Abschlüsse beim Maschinen- und Anlagenbau

Hinsichtlich der Abschlüsse Bachelor, Master, Diplom (FH, BA, TU, TH) wird bei den Stellenausschreibungen beim Maschinen- und Anlagenbau so gut wie nicht differenziert. Es wird im Anforderungsprofil eher sehr allgemein ein Studium des Maschinenbaus, der Verfahrenstechnik, der Umwelttechnik etc. angesprochen. Techniker haben in der Branche Maschinen- und Anlagenbau durchaus beachtenswerte Chancen. Promovierte Ingenieur werden so gut wie nicht ausdrücklich in den Anzeigen angesprochen.

Studienfächer beim Maschinen- und Anlagenbau

Generell kommen im Maschinen- und Anlagenbau folgende Studienfächer beziehungsweise -richtungen am besten an: Maschinenbau, Elektrotechnik, Konstruktionstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Vertriebsingenieurwesen, Mechatronik. Je nach Schwerpunkt der Unternehmen werden allerdings auch häufiger Ingenieure mit anderen Studienfächern und -richtungen gesucht wie: Architektur/Bauingenieurwesen, ‚Verfahrenstechnik/Chemietechnik, Informatik, Konstruktiver Ingenieurbau, Kunststofftechnik, Umwelttechnik. Relativ oft werden die Studienfächer in den Anzeigen nur beispielhaft angeführt und auch Bewerber mit vergleichbaren Fächern und Richtungen zugelassen.

Berufspraxis beim Maschinen- und Anlagenbau

Was die Berufserfahrungen angeht, ist der Maschinen- und Anlagenbau relativ offen. In lediglich rund zwei Drittel der Stellenanzeigen werden erste oder mehrjährige Berufserfahrungen verlangt. Generelle Erfahrungen reichen dann jedoch nicht aus. Zum überwiegenden Teil werden ausdrücklich Berufserfahrungen in der gleichen (Unter)Branche und/oder im gleichen Funktionsbereich und/oder der gleichen Hierarchieebene erwartet. Bei Führungspositionen werden Führungserfahrungen beziehungsweise Führungseigenschaften fast immer vorausgesetzt. Einschlägige Facherfahrungen (Branche, Technologien, Funktionsbereich) sind zwar auch wichtig, hier wird aber eine gewisse Toleranz gegenüber den Bewerbern gezeigt.

Etwa ein Drittel der Anzeigen geht sehr vorsichtig mit den Anforderungen zur Berufspraxis um. Entweder werden Berufserfahrungen gar nicht angesprochen oder als „wünschenswert“ deklariert. Dies bezieht sich insbesondere auf Einstiegsstellen. Absolventen dürfen sich aufgrund der relativ mäßigen Anforderungen an die Berufspraxis durchaus große Chancen im Maschinen- und Anlagenbau ausrechen. Junge Ingenieue werden vielfach in den Anzeigen auch explizit angesprochen.

Quereinstieg in den Maschinen- und Anlagenbau

Für Quereinsteiger eröffnen sich im Maschinen- und Anlagenbau gute Chancen, wenn sie aus den Abnehmer-/Betreiberbranchen (nachgelagerte Branchen) oder den Zuliefererbranchen (vorgelagerte Branchen) kommen. Dies gilt sowohl für Fach- als auch für Führungskräfte. Da sich die Branche schon über einen längeren Zeitraum im Konjunkturhoch befindet, wird sie bei fortgesetzter guter Auftragslage ihre offenen Stellen ohnehin nicht mit Brancheninsidern alleine besetzen können, woraus sich weitere Chance für Quereinsteiger und Hochschulabsolventen ergeben.

Innerhalb der Branche sind die Umstiegsmöglichkeiten von einem zum anderen Arbeitgeber aus gleichem Grunde relativ gut. Der Umstieg zu den zahlreichen Zulieferern oder Abnehmern macht gleichfalls Sinn, sofern es sich dort um ähnliche Berufsfelder, Ingenieurdisziplinen und Objekte handelt. Altersbeschränkungen für Bewerber tauchen in den Anzeigen für den Maschinen- und Anlagenbau so gut wie nie auf.

Zusatzwissen für den Maschinen- und Anlagenbau

Gefragte Zusatzqualifikationen sind im Maschinen- und Anlagenbau weit gestreut, wobei sie in erster Linie davon abhängen, in welchem Funktionsbereich oder welcher Unterbranche der Ingenieur arbeitet. So sehen geforderte Zusatzqualifikationen beispielsweise in der Unterbranche Lufttechnik ganz anders aus als im klassischen Maschinenbau. Eines dürfte aber gerade für diese Branche klar sein: Ohne ein gutes generelles Wissen im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus geht es nicht.

Lediglich die folgenden Zusatzqualifikationen werden im Grunde über alle Branchen und Funktionen relativ häufig in den Stellenanzeigen genannt: Kenntnisse in der Konstruktion (CAD) helfen in vielen Positionen weiter. Ingenieure sollten generell zur Projektarbeit beziehungsweise zum Projektmanagement durch Erfahrungen und/oder theoretisches Wissen qualifiziert sein. Öfters gefragt sind zudem Kenntnisse auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind im Maschinen- und Anlagenbau zwar wesentlich seltener gefragt, tauchen aber dennoch hin und wieder als wünschenswerte Anforderung in den Anzeigen auf, genauso wie Kenntnisse in Engineering/Projektierung. Je nach Berufsfeld und Branche kommen spezifische Kenntnisse hinzu, etwa Hydraulik, Pneumatik, Sensorik, Zerspanungstechnik, Bautechnik, Textilanlagentechnik, Verfahrenstechnik, FEM-Techniken und so weiter.

EDV im Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinen- und Anlagenbau wird naturgemäß viel entwickelt und konstruiert. Kein Wunder also, dass hier entsprechende EDV-Kenntnisse erwartet werden. Es kann nicht verkehrt sein, wenn man sich generell entlang der CAx-Kette gut auskennt. Konstrukteure müssen 3D-CAD-Systeme beherrschen. Von den eingesetzten CAD Systemen kann hier keines als besonders dominierend aufgeführt werden. Häufiger werden Kenntnisse in den relevanten SAP-Modulen gefragt. Die gefragten EDV-Kenntnisse hängen sehr stark von den wahrzunehmenden Positionen/Berufsfeldern ab. Eine Pauschalisierung fällt daher schwer. Allgemein sind gute MS-Office und PC-Kenntnisse gefragt.

Internationalität (Sprachen) im Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau ist sehr stark international orientiert. Die intensive Export- orientierung der Branche wurde bereits oben angesprochen. Zudem finden die Aktivitäten wie Entwicklung und Produktion im Maschinen- und Anlagenbau heute weltumspannend statt, daher sind nicht nur der Einkauf und der Vertrieb betroffen. Englischkenntnisse sind unabdingbar, wobei gute bis mittelmäßige Englischkenntnisse im Regelfall ausreichen. Überdurchschnittlich oft wird aber auch eine zweite Fremdsprache als wünschenswert in den Anzeigen genannt. Wenn eine zweite Fremdsprache ausdrücklich aufgeführt wird, so ist es meist Französisch. Auch interkulturelle Kompetenz wird in den Anzeigen hin und wieder angesprochen.

Softskills beim Maschinen- und Anlagenbau

Wer seine berufliche Zukunft im Maschinen- und Anlagenbau sieht, sollte in hohem Maße über die folgenden Persönlichkeitsmerkmale verfügen: Teamorientierung und Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Selbständigkeit, Engagement und Einsatzbereitschaft, Flexibilität. Gleichfalls spielt die Mobilität (teilweise weltweite Reisebereitschaft) eine große Rolle. Weitere, häufiger gefragte Merkmale: Zielorientiertes Handeln, Durchsetzungsvermögen, Kundenorientierung, Kreativität, Kostendenken. Für Führungskräfte sind die gefragten Softskills die gleichen. Mit den Anforderungen an die Führungsfähigkeit und Führungserfahrung hält sich die Branche eher zurück (siehe oben).

Weiterbildung für den Maschinen- und Anlagenbau

Die Weiterbildung kann fachlich- oder persönlichkeitsorientiert ausgerichtet werden. Was die Persönlichkeit angeht, sollten die oben genannten Softskills für die Weiterbildungsplanung herangezogen werden. Von der fachlichen Seite macht es Sinn, sich unabhängig von dem Funktionsbereich, in dem man arbeitet, auf den großen Gebieten im Maschinen- und Anlagenbau allgemein schlau zu machen beziehungsweise sich auf dem Stand der Dinge zu halten. Je nach Unterbranche sollten dann die jeweiligen Vertiefungen dazukommen.

Das Thema internationale Projektarbeit/Projektmanagement spielt im Maschinen- und Anlagenbau für Ingenieure eine wichtige Rolle, gleichfalls grundsätzlicher Einblick in die CAD-Technik, auch wenn man nicht in der Entwicklung oder Konstruktion arbeitet. Erfahrungen und/oder theoretische Qualifikationen auf diesen Gebieten sind daher auf jeden Fall förderlich. Kaufmännisches Grundwissen ist ebenfalls sehr förderlich. Für die spezifischen Berufsfelder kommen weitere fachliche Maßnahmen dazu. Der Weiterbildungsbedarf muss im konkreten Fall anhand der vorhanden Qualifikationen und Erfahrungen sowie dem (gewünschten) Betätigungsfeld im Maschinen- und Anlagenbau ermittelt werden. Die anschließenden Vorschläge können daher nur Anregungen liefern und zeigen, auf welchen Gebieten sich Ingenieure aus der Branche häufig weiterbilden.

Konkrete Angebote zur Weiterbildung im Maschinen- und Anlagenbau

Qualität, Umwelt, Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau: Six Sigma Ground School Training, Six Sigma Yellow, Green Belt (wie im Kampfsport gilt: Je dunkler der Gürtel, desto höher die Qualifikation!), Qualitäts(management)beauftragter, Interner Auditor, EFQM-Assessorenschulung, FMEA (Failure Mode and Effective Analysis), Fachkraft Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur (Risiko und Sicherheit technischer Systeme), Explosionsschutz elektrische Anlagen, Prüfung Basissicherheit, Begutachtung von Bauteilversagen, Prüfung Basissicherheit Entwicklung, Konstruktion, Versuch: CAE-Programme (z. B. ANSYS, MATLAB/SIMULINK, Nastran), CAD-Technik (allgemein), CAD-Programme (z.B. AutoCAD, Eplan, Pro-E, Visio, CATIA), Bussysteme in der Automatisierungs- und Prozesstechnik, Mikrocontrollerprogrammierung – Programmiersprachen (z.B. C, C++, Assembler, Pascal), SPS (z.B. Siemens S7, Siemens S5, WinCC, Allen Bradley), Finite Element, Toleranzmanagement im Entwicklungsprozess, Effizienzsteigerung in Entwicklung und Konstruktion, Wertanalytisches Konstruieren.

Fertigung/Bau im Maschinen- und Anlagenbau: SAP R/3, Prozessoptimierung, REFA, Kostensenkende Fabriklayouts, Planung und Bau verfahrenstechnischer Anlagen, Qualifizieren und validieren verfahrenstechnischer Maschinen und Anlagen, Lean Management, MTM (Methods-Time Measurement), Wertstromanalyse/-design.

Sales: Sales-Training, Claimmanagement, Vertragsrecht, Intercultural Aspects im Vertrieb, Verkaufstraining, Marketing und Vertrieb, Kommunikationstraining, Akquisitionstechniken, International Contract Practise Management, Betriebswirtschaft: Projektmanagement, Internationales Projektmanagement, MS-Project und andere Projektmanagement-Systeme, Prozessmanagement, Produktmanagement, Innovationsmanagement, Kosten- und Leistungsrechnung, Management-/Führungstechniken, Leiten und koordinieren von Gruppen, Ausbilderschein, Rhetorik, Aufbaustudium wie Wirtschaftsingenieur, Technischer Betriebswirt, (Executive) MBA

Spezielle Weiterbildung je nach Branche im Maschinen- und Anlagenbau (Beispiele): Technik im GMP-Bereich, Kalibriertraining, Dampf- und Kondensattechnik, Grundlagen Energiewirtschaft, High Pressure Technologie, Schweißfachingenieur, Wärme- und Klimatechnik, Roboterschulung, Messung mechanischer Schwingungen, Elektromagnetische Verträglichkeit EMV

Fremdsprachen: Englisch / Technisches Englisch / Französisch

Bewerbung

Print- und online Stellenmärkte für den Maschinen- und Anlagenbau

Die Branche Maschinen- und Anlagenbau lässt sich grundsätzlich in wenige großen und bekannten Unternehmen und viele, kleine und mittelständischen Unternehmen unterteilen. Beide Größenordnungen der Unternehmen sollten bewerbungstechnisch unterschiedlich angegangen werden. Die wenigen Großkonzerne bieten auf den eigenen Websites ausführlich ihre offenen Positionen an, zumindest für Nachwuchs- und Fachkräfte, untere und mittlere Führungskräfte. Wer hier seine berufliche Zukunft sieht, sollte daher auf jeden Fall im ersten Schritt die entsprechenden Websites der Unternehmen besuchen. Gleiches gilt natürlich auch für die gezielte Stellensuche bei den bekannten kleineren Unternehmen der Branche. Nachstehend werden verschiedene Bewerbungswege dargestellt und auf ihre branchenspezifische Eignung hin überprüft.

Die Suche nach Stellenangeboten in Print- und Onlinemedien liegt auf der Hand. Zunächst kommt man dabei auf die VDInachrichten, die FAZ und die SZ als Printmedien, die Stellenangebote für Ingenieure in großer Zahl enthalten. Hinzu kommen die großen und allgemein bekannten Jobbörsen im Internet. Branchenspezifische Jobbörsen für den Maschinen- und Anlagenbau sind uns nicht bekannt.

Recherche für den Maschinen- und Anlagenbau auf ingenieurkarriere.de

Wesentlich mehr Stellenausschreibungen finden sich heute allerdings in den Online-Stellenmärkten. Auf jeden Fall lohnenswert: Die Recherche im Online-Stellenmarkt bei ingenieurkarriere.de. Das Stellengesuch ist das effektivste Instrument, um Fach- und Führungskräften Arbeitsmarktpotentiale im Maschinen- und Anlagenbau aufzuzeigen. Das Eigeninserat in überregionalen Medien oder Fachmedien bringt Inserenten direkt mit Personalberatern und Arbeitgebern in Kontakt. Stellengesuche machen Sinn, um Personalberater und –entscheider der großen Branchen anzusprechen.

Nach dem Gesetz der großen Zahlen vertraut man darauf, dass zumindest einige Berater bzw. Entscheider die entsprechenden Printmedien lesen. Bei kleinen Branchen ist das Risiko eher groß, dass Stellengesuche nicht gelesen werden. Schade um das Geld, dass investiert wurde. Der Maschinen- und Anlagenbau als große Branche kann daher durchaus mit einem Stellengesuch angegangen werden, zumindest wenn die Branche allgemein oder die großen Unterbranchen angesprochen werden sollen. Für die Schaltung eines Stellengesuches kommen im Prinzip alle Medien in Frage, die auch Stellenangebote für die Branche Maschinen- und Anlagenbau vorweisen (siehe oben).

Einträge in Datenbanken für Stellen im Maschinen- und Anlagenbau

Der kostenlose Eintrag in die Bewerberdatenbanken der allgemeinen Jobbörsen und in spezielle Datenbanken für Ingenieure gehört heute zur Pflichtübung von Stellensuchenden. Wer sich in eine Bewerberdatenbank einträgt, bekommt entsprechende Jobofferten unterbreitet. Dabei werden in einem Matchingprozess offene Stellen mit den Bewerberdaten abgeglichen und der Kandidat auf die herausgefilterten Stellenangebote aufmerksam gemacht. Zudem sind viele Bewerberdatenbanken für Personalberater und -entscheider zugänglich. Sie suchen dann in anonymisierten Profilen nach passenden Kandidaten für den Maschinen- und Anlagenbau.

Dieser Weg der Kandidatensuche gewinnt für den Maschinen- und Anlagenbau an Bedeutung. Ein weiterer, häufig gewählter Weg, ist heute die Präsenz in den vielen bekannten Online-Netzwerken. Sie ersetzen in gewisser Weise das Stellengesuch. Da es sich um eine sehr öffentliche Darstellung der eigenen Person handelt, kommt es sehr stark auf die richtige Präsentation, Wortwahl und Dokumentation der eigenen Absichten an, will man auf diesem Weg erfolgreich sein.

Direktansprache der Arbeitgeber im Maschinen- und Anlagenbau

Eine andere Bewerbungsstrategie ist die Direktansprache potenzieller Arbeitgeber im Maschinen- und Anlagenbau per Brief, Telefonat oder persönlichem Dialog. Initiativbewerbungen können sehr gezielt an wenige Unternehmen gerichtet werden, bei denen der Kandidat schon immer arbeiten wollte. Die gezielte Initiativbewerbung kann sicherlich sehr gut bei den bekannten Großunternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus eingesetzt werden. Anders sieht es bei der „Masseninitiativbewerbung“ in Form einer Kurzbewerbung aus, bei der über 100 Unternehmen von dem Kandidaten eine Bewerbung erhalten.

Da sich die große Branche Maschinen- und Anlagenbau recht gut in viele sehr unterschiedliche Teilbranchen aufteilen lässt, bietet sich häufig die „kleine“ Zahl der Arbeitgeber einer Unterbranche für eine „flächendeckende“ Initiativbewerbungsaktion an. In diese Aktion können dann „fast alle“ Arbeitgeber der Unterbranche einbezogen werden. Um an die Namen der Arbeitgeber zu kommen, gibt es verschiedene Wege. Zum einen können die großen Nachschlagewerke, Wer liefert was?, ABC der deutschen Wirtschaft, Hoppenstedt usw. herangezogen werden. Es existieren aber auch branchenspezifische Pools.

Branchenspezifische Pools im Maschinen- und Anlagenbau

VDMA.org (unter VDMA-Branchen findet man umfassende Verzeichnisse zu den Unterbranchen beim Maschinen- und Anlagenbau)

VDW.De (Mitgliedsverzeichnis des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.)

IWR.de (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien, entsprechende Unternehmen)Zudem können Kataloge bzw. Ausstellerverzeichnisse der branchenspezifischen Messen und Ausstellungen gewälzt werden. Messen und Ausstellungen dienen zudem der persönlichen Ansprache von Arbeitgebern. Hier treffen Jobsuchende in geballter Form auf eine Menge verschiedener Unternehmen und können mit relativ geringem Aufwand ihre Arbeitsmöglichkeiten ausloten. Hier eine Auswahl von Messen- und Ausstellungen des Maschinen- und Anlagenbaus:

  • ACHEMA – Chemietechnik, Umweltschutz, Biotechnologie – Frankfurt
  • AUTOMATICA – Montage-, Handhabungstechnik, Robotik, Bildverarbeitung – München
  • bauma – Messe für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen – München
  • CeMAT – Die Messe der Intralogistik z.B. Fördertechnik – Hannover
  • drupa – Messe für die Druck- und Medienindustrie – Düsseldorf
  • EMO – Metallbearbeitungstechnik – Hannover
  • EuroBLECH – Technologien zur Blechbearbeitung – Hannover
  • E-world energy & water – Energiewirtschaft – Essen
  • glasstec – Glasherstellung/-veredelung – Düsseldorf
  • Hannover Messe – Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Energie – Hannover
  • interpack – Verpackungsmaschinen – Düsseldorf
  • ITMA – Internationale Textilmaschinen-Ausstellung – München
  • METAV – Messer für Metallbearbeitung und Produktionstechnik – Düsseldorf
  • Wire – Draht und Kabel – Düsseldorf

Bewerber Brancheninsider im Maschinen- und Anlagenbau

Wer sich als Brancheninsider im Maschinen- und Anlagenbau bewirbt, sollte vorsichtig agieren. In relativ kleinen Branchen besteht in der Regel ein reger Informationsaustausch. Es besteht die Gefahr, dass der eigene Arbeitgeber früher von einem beabsichtigten Stellenwechsel erfährt, als dies dem Kandidaten lieb ist. Je höher die Position aufgehängt ist, desto höher das Risiko. Brancheninsider sollten überlegen, ob sie nicht von einem Dritten den Arbeitsmarkt nach Jobalternativen innerhalb der Branche abscannen lassen. Ihr Name tritt somit nicht in Erscheinung, wohl aber die berufliche Zielsetzung und das berufliche Profil. So können Unternehmen angesprochen werden, ohne dass der Name des Bewerbers breit getreten wird.Brancheninsider, die in weniger exponierten Positionen arbeiten, können im Maschinen- und Anlagenbau „freier“ agieren. Sie sollten in Anschreiben und Lebenslauf zumindest den Namen des aktuellen Arbeitgebers ersetzen durch „Aktueller Arbeitgeber“. Werden im Lebenslauf Aufgaben und Projekte beschrieben, sollten diese nicht unweigerlich auf den Namen des Arbeitgebers schließen lassen. Etwaige Zwischenzeugnisse oder Seminarbescheinigungen, die den Namen des augenblicklichen Arbeitgebers tragen, können dann der Bewerbung natürlich nicht beigefügt werden. Kandidaten, die sich innerhalb der Branche Maschinen- und Anlagenbau verändern wollen, sollten sich die soeben beschriebene Vorgehensweise durch den Kopf gehen lassen.

Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau

2008 – heute KBB Flugzeug-Montagelinien AG, Hannover
Projektleiter Schlüsselprojekte:
– Verantworteter KBB Umsatz insgesamt 10 Mio. Euro
– Fachliche Unterstellung von bis zu 10 KBB-Ingenieuren und bis zu 30 fremden Ingenieuren und Technikern
– ….

Besser:

 2008 – heute Aktueller Arbeitgeber – Montagelinien-Fahrzeugbau, Hannover
Projektleiter Schlüsselprojekte:
– Verantworteter Umsatz insgesamt 10 Mio. Euro
– Fachliche Unterstellung von bis zu 10 eigenen Ingenieuren und bis zu 30 fremden Ingenieuren und Technikern
– ….

 

Bewerber Quereinsteiger im Maschinen- und Anlagenbau

Wie gelingt es einem Quereinsteiger, sich für den Maschinen- und Anlagenbau interessant zu machen? Branchenfremde Bewerber sollten in erster Linie in Anschreiben und Lebenslauf in der Branche übliche Vokabeln verwenden. So soll beim Leser die Phantasie entstehen, der Bewerber passt zur Branche und Position. Um ein Gefühl für das „richtige Vokabular“ zu bekommen, sollten sich Quereinsteiger über die Branche und passende Stellenanzeigen hinreichend informieren. Wer aus einer anderen Branche bzw. Unterbranche kommt, sollte auf jeden Fall Begrifflichkeiten vermeiden, die außerhalb der eigenen Branche nichts sagend oder sehr stark interpretationsbedürftig sind. Mit der Bewerbung wird dann der verkehrte Branchenbezug vermittelt.Beispiel:

2008 – heute ABC Papier und Druck AG, München
Fertigungsleiter Druckbereich
– Verantwortung Prepress, Press und Postpress
– Permanente konstruktive Optimierung der Drucklinien

Besser (bei angestrebtem Wechsel außerhalb der Druck- und Papierbranche):

2008 – heute Aktueller Arbeitgeber, München
Fertigungsleiter
– Verantwortung für alle Produktions- und Peripherieanlagen
– Permanente konstruktive Optimierung der Anlagen

Weiter oben wurde bereits festgestellt, dass sich der Maschinen- und Anlagenbau gegenüber Neulingen und Quereinsteigern offen zeigt. Am ehesten haben dabei Quereinsteiger aus den passenden vor- beziehungsweise nachgelagerten und den wesensverwandten Branchen eine Chance.

Bewerber Absolventen im Maschinen- und Anlagenbau

Absolventen sollten in der Bewerbung einen Bezug zum Maschinen- und Anlagenbau herstellen. In einem Anschreiben könnte sich etwa die Passage wiederfinden: „Ich absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenschlosser in der Werkzeugmaschinenfabrik ABC GmbH. Dort machte ich auch während des Studiums meine Praktika. Meine Diplomarbeit befasst sich mit der Optimierung der rotierenden Komponenten von Werkzeugmaschinen.“Im Lebenslauf würden sich die entsprechenden Erfahrungen unter Praktika und Studium beziehungsweise Diplomarbeit wiederfinden. Aber auch mit Hobbys kann im Maschinen- und Anlagenbau gepunktet werden. Wer sich zum Beispiel in der Freizeit in einem passenden Arbeitskreis des VDI engagiert hat, sollte dies ruhig im Lebenslauf erwähnen.

Das Gehalt im Maschinen- und Anlagenbau

Zum Thema Gehalt sei an dieser Stelle auf die Gehaltsstudie auf ingenieurkarriere.de verwiesen.

Zur Gehaltsstudie

Der Maschinen- und Anlagenbau befindet sich in der Studie getrennt nach Maschinenbau einerseits und Anlagenbau andererseits. Die Studie liefert unter anderem Jahresgehälter nach Position und Tätigkeitsbereich. Hieran können sich Ingenieure, die im Maschinen- und Anlagenbau starten möchten bzw. innerhalb der Branche wechseln wollen, orientieren. Auf jeden Fall lassen sich über alle Positionen der Branche ganz ordentliche Gehälter für Fach- und Führungskräfte ablesen.

Beispiele – Positionen

Fachpositionen im Maschinen- und Anlagenbau

Projektingenieur (Anlagen Grundstoffindustrie)

  • Selbständige Abwicklung von Projekten
  • Thermodynamische Auslegung und Auswahl technischer Konzepte
  • Klärung des Projektumfanges (Leistungen, Kosten, Termine, Technik)
  • Einholung von Angeboten bei Unterlieferanten, Auswertung, Vergleich
  • Erstellung der Vorkalkulation
  • Koordination der Abläufe und Termine im Rahmen der Projektierung
  • Erstellung der Angebote
  • Verfolgung der Angebote bis zum Vertragsabschluss

Entwicklungsingenieur Elektro-/Steuerungs-/Automatisierungstechnik (Verpackungsmaschinen)

  • Programmierung von SPS-Steuerungen mit Siematic S7
  • Programmierung von Servo-Antrieben von Siemens
  • Programmierung von Bedienerterminals, Prozessvisualisierung – Allen-Bradley
  • Entwicklung von mechatronischen Konzepten und deren Realisierung
  • Inbetriebnahme, Wartung, Training und Schulung der Anwender

Konstrukteur Mechanik (Holzverarbeitungsmaschinen)

  • Konzeptionelle Konstruktion und Entwicklung der Maschinen im Maschinen- und Anlagenbau
  • Ausarbeitung/Betreuung von Entwurfs-/Detailkonstruktionen
  • Umsetzung der Konzepte bis zum Bau der Anlagen beim Kunden
  • Fertigung und Einführung der Anlagen beim Kunden
  • Entwicklungsingenieur Prozesstechnik
  • (Anlagen Halbleiterindustrie)
  • Neuentwicklung von Prozessen und Inbetriebnahme der Anlagen beim Kunden
  • Analyse, Optimierung, Erweiterung der Anlagenprozesse
  • Spezifizierung und Erarbeitung von Standardprozessen auf den Anlagen
  • Erstellen der dazugehörigen Dokumentationen im Maschinen- und Anlagenbau

Ingenieur Verkaufsinnendienst (Verfahrenstechnische Teilanlagen)

  • Selbständige Beratung der Kunden
  • Sichtung eingehender Anfragen, Klärung der Fragen mit dem Kunden
  • Selbständige Bearbeitung der Anfragen für Standardanwendungen
  • Überwachung des Projektfortschritts, Projektverfolgung
  • Koordinieren von Besuchswünschen der Kunden in Absprache mit Außendienst
  • Unterstützung bei der Erstellung der monatlichen Reports im Maschinen- und Anlagenbau
  • Pflege und Auswertung von Datenbanken für das Reporting und Marketing
  • Durchführen von Analysen im Rahmen von Marktuntersuchungen

Sales Manager (Baumaschinen)

  • Betreuung von Schlüsselkunden und Händlern – weltweit
  • Systematischer Ausbau bestehender Geschäftskontakte
  • Recherche und Akquise neuer Accounts
  • Projektbearbeitung, Vertragsgestaltung, Auftragsabwicklung
  • Führen der Preis- und Lieferverhandlungen bis zum Vertragsabschluss
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Finanzierungsmöglichkeiten

Führungspositionen im Maschinen- und Anlagenbau

Konstruktionsleiter (Landtechnik)

  • Entwicklung innovativer und marktgerechter Maschinen
  • Diskussion und Realisierung neuer Produktideen mit der GF
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Marketing, Kunden, Service, Montage
  • Erstellen von Pflichtenheften, Betreuung von Versuchen
  • Betreuen der Prototypen bis zur Serienreife
  • Erarbeiten kundenspezifischer Sonderkonstruktionen
  • Führung der Mitarbeiter

Projektleiter im Maschinen- und Anlagenbau (Baustoffindustrie)

  • Planung, Koordination und Abwicklung von Projekten
  • Begleitung aller Projektphasen von Vertragsabschluss bis Inbetriebnahme
  • Planung und Kontrolle von Leistungen, Kapazitäten, Kosten, Abläufen, Terminen
  • Koordination von Kunden, Vertrieb, Produktion, Montage, Inbetriebnahme
  • Claim Management und Projektdokumentation
  • Leiter Qualitätswesen im Maschinen- und Anlagenbau (Bergbaumaschinen)
  • Mitwirkung bei der Festlegung der Qualitätspolitik
  • Aufrechterhaltung des QM-Systems und Verbesserung dieses
  • Einhaltung der Anforderungen nach DIN EN ISO 9000ff
  • Realisierung der Qualitätsziele, Entwicklung von Gegensteuerungsmaßnahmen
  • Qualitätsplanung und –steuerung von Produktentwicklungen im Maschinen- und Anlagenbau
  • Aktualisierung und Optimierung der unternehmenseigenen QM-Richtlinien

Gruppenleiter Versuch (Spezialmaschinenbau)

  • Fachliche Führung der Mitarbeiter
  • Betreuung des Musterbaus
  • Planung/Durchführung von Versuchen bei Neuentwicklungen
  • Versuchsauswertung, Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse
  • Ansprechpartner für alle Fragen der Versuchsabwicklung
  • Qualitätssicherung, Ausbau der Versuchsinfrastruktur

Leiter Service im Maschinen- und Anlagenbau (Textilmaschinen)

  • Planung, Koordination, Steuerung des weltweiten Services
  • Optimierung der Serviceprozesse
  • Sicherstellung des reibungslosen Ablaufs der Einsätze
  • Kapazitätssteuerung, Auftragsüberwachung, Qualitätssicherung
  • Führung und Qualifizierung der Mitarbeiter

Einordnung für den Maschinen- und Anlagenbau

Die gewählten Aufgabenbeschreibungen sind lediglich Beispiele. Sie sind weder repräsentativ noch bilden sie die gesamte Bandbreite im Maschinen- und Anlagenbau ab. Fakt ist, dass Ingenieure in den großen Funktionsbereichen Vertrieb, Konstruktion/Entwicklung und Projektmanagement sehr gefragt sind.

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb