Berufsperspektiven als Dr.-Ing. 22.11.2017, 18:10 Uhr

Lohnt sich das Promovieren für Ingenieure?

Eine Promotion ist viel mehr als eine wissenschaftliche Arbeit. Promovierende lernen wichtige Fähigkeiten für sich und ihre Karriere. Dennoch gelten akademische Titel vielen jungen Menschen heute als Schmuck, Schall und Rauch. Sollten sich Ingenieure die Zeit für eine Promotion nehmen?

Foto: panthermedia.net/zippar

Akademische Titel gelten vielen jungen Menschen heute als Schmuck, Schall und Rauch. Doch auch in den Ingenieurwissenschaften kann sich ein Doktortitel lohnen, sagt die Diplom-Psychologin und Promotionsberaterin Helga Knigge-Illner. Wir haben uns mit ihr darüber unterhalten, welche Berufsaussichten der Dr.-Ing. mit sich bringt, was man während des Promovierens über sich selbst lernen kann und wie viel Selbstorganisation Promovierende mitbringen sollten.

Therapeutin Dozentin Buchautorin Helga Knigge-Illner

Therapeutin, Dozentin, Buchautorin: Helga Knigge-Illner kennt sich mit den Chancen der Promotion aus.

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Frau Knigge-Illner, lohnt sich eine Promotion auch für Ingenieure, die nicht in die Forschung wollen?

Knigge-Illner: Die Frage, ob es sich lohnt zu promovieren, sollte jeder für sich individuell prüfen: Sie hängt von den persönlichen Zielen ab: Wenn einem in erster Linie die Karriere wichtig ist, kann die Promotion durchaus Pluspunkte verschaffen, denn promovierte Akademiker landen – laut empirischer Studien im Vergleich mit Nicht-Promovierten – eher im höheren Management.

Aber darüber hinaus können auch andere Motive im Spiel sein, wie zum Beispiel, in der Promotion eine ganz persönliche intellektuelle Herausforderung zu sehen. Außerdem lernt man beim Promovieren nicht nur das wissenschaftliche Arbeiten, sondern auch – notwendigerweise – so etwas wie Projektmanagement, eine Qualifikation, die man bei der zukünftigen Arbeit im Beruf braucht. Man qualifiziert sich also auf jeden Fall durch die Promotion weiter. Und man erfährt auch eine Menge über sich selbst, zum Beispiel über die Grenzen der eigenen Fähigkeiten, über sein Durchhaltevermögen und die eigene Frustrationstoleranz.

Warum sollten Ingenieurinnen und Ingenieure promovieren?

Es gibt im Bereich der Ingenieurwissenschaften viele interessante Themen, die zu intensiver Erforschung herausfordern und manch ein Student oder eine Studentin wird sich auch gern aus eigenem fachlichem Interesse mit einem solchen Thema beschäftigen wollen. Den einen reizt das vertiefende, wissenschaftliche Arbeiten, vielleicht, weil er auch zukünftig an der Uni oder in der Forschung arbeiten will, die andere verspricht sich generell bessere Chancen in der Wirtschaft. Außerdem bringt man mit einer Promotion die Wissenschaft ein – wenn auch kleines – Stück weiter. Das sind schon einige der sinnvollen Gründe für ein solches Unternehmen. Auf jeden Fall sollte auch der Ehrgeiz hinzukommen, die Doktorarbeit zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Macht es Sinn, die Themenwahl an aktuellen technischen Entwicklungen wie Nanotechnologie oder alternative Antriebe auszurichten?

Es macht durchaus Sinn, die Themenwahl an zentralen fachlichen Themen oder aktuellen Entwicklungen zu orientieren. Damit lassen sich Chancen für die eigene berufliche Entwicklung eröffnen. Aber man sollte auch das eigene Interesse daran gleichermaßen wichtig nehmen, schließlich braucht man für die Promotion ein hohes Maß an eigener Motivation. Außerdem gilt es zu prüfen, ob man die dafür nötigen Voraussetzungen an Wissen und Fähigkeiten mitbringt.

Was können promovierende Ingenieure für ihre Arbeit in der Wirtschaft lernen?

Sie lernen auf jeden Fall selbstverantwortliches, planendes Arbeiten und erwerben damit auch die Voraussetzung für die Fähigkeit zum Projektmanagement, die von ihren Arbeitgebern in der Wirtschaft sehr geschätzt wird.

Wie wichtig sind Zeitmanagement und Projektplanung für eine Promotion?

Zeitmanagement und realistische Projektplanung sind wesentliche Voraussetzungen, um eine Promotion in einer akzeptablen Zeit zu einem guten Abschluss zu bringen. Man sollte diese Strategien möglichst schon vor Beginn des Promotionsprojekts lernen oder sich aneignen. Genau das verhilft einem zur Entwicklung der Managementfähigkeiten.

Buchcover Der Weg zum Doktortitel

Helga Knigge-Illner: Der Weg zum Doktortitel. Strategien für die erfolgreiche Promotion. 3. Auflage. Campus Verlag, Frankfurt/New York, 290 Seiten, 19,90 €.

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