Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Regelmäßig werden auf der größten Industriemesse und der größten ITK-Messe der Welt in Hannover die neuesten Errungenschaften der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie vorgestellt. Wer als Besucher oder Aussteller im Umfeld des Messegeländes nach einer Bleibe sucht oder sich nach getaner Arbeit bei einer kleinen Spazierfahrt um Hannover entspannt, kann schon einmal durch das Dorf Lenthe kommen. Manch einer wird überrascht sein, hier auf einen großen Gedenkstein zur Erinnerung an Werner von Siemens zu treffen. Lenthe ist der Geburtsort des großen Erfinders von Zeigertelegraphen und Dynamokraftmaschine. Letztere bildete die Grundlage für die frühere Starkstromtechnik (Energie- und Antriebstechnik).Siemens wurde in dem Dörfchen 1816 geboren, nur einen Steinwurf weit vom heutigen Messegelände entfernt.

Einführung

Allgemeines für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hauchte Werner von Siemens der deutschen Elektrotechnikindustrie als Forscher und Mitgründer des Unternehmens Siemens & Halske den Atem ein. Das Unternehmen baute die ersten Telegrafenleitungen in Europa und zwischen den Kontinenten, setzte die ersten elektrische Eisenbahnen auf die Schienen und sorgte für die Erstbeleuchtung der Städte mit seinen Differential-Bogenlampen. Eine wichtige Entwicklung für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Wichtiges Erfindungen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Weitere große Erfinder waren maßgeblich für die hervorragende Entwicklung der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bis ins 20. Jahrhundert hinein verantwortlich, z.B. Heinrich Rudolf Hertz (Nachrichtentechnik), Robert von Lieben (Verstärkerröhre), Manfred von Ardenne (elektronisches Fernsehen). Später gelang es zwar noch Konrad Zuse den ersten programmgesteuerten Rechner der Welt zu bauen und Heinz Nixdorf lehrte die großen Computerfirmen mit seinen Konzepten der dezentralen Datenverarbeitung das Fürchten, die maßgeblichen Erfindungen für das heutige Elektronikzeitalter wurden jedoch in den USA gemacht.

Der elektronische Computer, der aus 18.000 Röhren bestehende ENIAC (Electronic Integrator and Computer), wurde in den USA erfunden, und beanspruchte einen Raum von sechzig Quadratmeter. Weitere Erfindungen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wie Transistor, integrierte Schaltkreise, Industrieroboter, Mikroprozessor sind allesamt amerikanischer Herkunft.

Positive Beispiele der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Aber auch andere führende Industrieländer verhelfen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie immer wieder zu neuem Schwung. So entwickelte Honda den „Worlds Most Advanced Humanoid Robot“. Dieser Roboter hat viel drauf und soll dem Menschen als Assistent in allen Lebenslagen helfen können. Die hohe Zahl seiner Freiheitsgrade definiert die Anzahl der verschiedenen Richtungen, in die ein Körperteil des Roboters bewegt werden kann. Kopf, Schultern, Arme, Ellenbogen, Handgelenke, Hände und Beine beeindrucken diesbezüglich durch „menschenähnliche“ Flexibilität. Die hohe Beweglichkeit macht ASIMO, so heißt der Wunderknabe, für die Eingliederung in die menschliche Gesellschaft anpassungsfähig.

Das Beispiel Honda führt gerade auch dem Laien vor Augen, wie viel Know How, Kreativität, Forschungs- und Entwicklungsaufwand heute für innovative Projekte notwendig ist, um die Welt aufhorchen zu lassen. Ohne immense Investitionen gelingt es keinem Elektrotechnik- oder Elektronikunternehmen an vorderster Front mitzumischen und sich auf den Weltmärkten oder zumindest in einigen Nischen zu etablieren. Wer mit Unternehmen wie General Electric, Siemens, HP, Samsung, Intel, Matsushita, Philips etc. mithalten oder zusammenarbeiten möchte, muss vorab tief ins Portemonaie oder die Ideenkiste greifen. Somit kann auch sehr gut nachvollzogen werden, dass die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Deutschland neben der Automobilindustrie die höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung tätigt. Als Ergebnis zeigt sich, dass nach wie vor einige, auch kleinere deutsche bzw. europäische Unternehmen unter den Weltmarktführern der verschiedenen Unterbranchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zu finden sind. Dass sich hier jede Menge Berufsmöglichkeiten für Fach- und Führungskräfte ergeben, ist selbstredend.

Die Elektrotechnik- und Elektronikbranche kennzeichnet bis in die Gegenwart große Innovationsfreude, woraus sich neue Betätigungsfelder ergeben. Beispiele hierfür sind die Nanotechnologie oder der Multimediabereich.

Branchenportrait

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Vor der Entscheidung, als Ingenieur den Berufsweg in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zu starten oder fortzusetzen, ist es nicht verkehrt, sich anhand von Zahlen, Fakten und Aussagen ein Bild über den aktuellen und zukünftigen Stand der Branche zu verschaffen. Zwar kann ein Fehlgriff nie ausgeschlossen werden und Prognosen können falsch sein, dennoch gilt: Je spezieller die Produkte oder Dienstleistungen einer Branche, je kleiner die Branche und je schlechter ihre Zukunft erscheint, umso größer ist das Karriererisiko. Die Branche bietet dann Berufseinsteigern wenig Karrierepotenzial und sie muss wahrscheinlich früher oder später verlassen werden. Für den gestandenen Ingenieur, der in die Branche wechselt, kann sie im schlimmsten Falle zum Karriereaus führen.

Die besondere Situation für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Was die Bedeutung der Elektro- und Elektronikindustrie angeht, so liefert der ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) in seiner Datensammlung „Elektroindustrie in Zahlen 2007/2008“ alle wichtigen Eckdaten der Branche. Die Elektrotechnik- und Elektroindustrie kam demnach im Jahre 2007 auf einen Umsatz von rund 182 Mrd. Euro, den 820.000 Beschäftigte erwirtschafteten. Den größten Beitrag lieferten Unternehmen der Warengruppen Automation, Industriesteuerungen, Kommunikationstechnik, Bauelemente der Elektronik, Messtechnik und Prozessautomatisierung.

Mit 47% des Umsatzes ist die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gleichfalls, wie die anderen großen deutschen Wirtschaftsbranchen, sehr exportabhängig. Der Großteil der Ausfuhren bleibt jedoch in der EU. Bei den Elektroausfuhren rangieren lediglich USA und China vor Deutschland. Japan wurde auf Platz 4 verdrängt. Die weiteren großen EU-Exporteure Großbritannien, Frankreich und die Niederlande kommen jeder für sich auf weitaus weniger als die Hälfte der deutschen Exporte in dieser Branche. Allerdings führte die deutsche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit 126 Mrd. Euro im Jahre 2007 auch erheblich aus dem Ausland ein. Hier wundert es nicht, dass die großen Elektrotechnik- und Elektronikländer wie USA, Japan und China ganze vorne unter den Bezugsländern anzutreffen sind.

Mitarbeiterzahlen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Was die reinen Ausgaben für Forschung und Entwicklung angeht, so liegt die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie nach dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit rund 10 Mrd. Euro hinter der Fahrzeugindustrie auf Platz 2. Das ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) sieht gleichfalls die Elektroindustrie auf Platz 2. Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gehört zu den größten deutschen Wirtschaftsbranchen. Als Arbeitgeber liegt sie unter den technologiezentrierten Branchen auf Platz 2 hinter dem Maschinenbau. Die Beschäftigtenzahl lag 2007 bei 820.000, was ein Plus von 2,2% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Umsatzrückgang 2009 ist für die Branche sicherlich genauso schwer einzuschätzen wie für andere Branchen. Wo die Fahrt hingeht, zeigte aber schon das Umsatzminus Januar von 25% gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres.

20% der Beschäftigten in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sind Ingenieure. Trotz mancher Probleme bleibt die Branche aufgrund hoher Investitionen, Produktionsausstöße, Forschungs- und Entwicklungsausgaben für Ingenieure äußerst interessant. Was die zahlenmäßige Entwicklung angeht, gibt die SCS-Stellenmarktanalyse unter www.ingenieurkarriere.de/stellenmarktanalysen Auskunft, die als PDF-Download zur Verfügung steht. Demnach wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 in Anzeigen der Elektrotechnikindustrie 3396 Stellen, der Elektronikindustrie 2297 und der Energie- und Wasserwirtschaft 1357 Stellen für Ingenieure veröffentlicht. In 2007 waren es noch 3143 bzw. 2581 bzw. 1037 Stellen. Das entspricht für das betrachtete Jahr einem Plus von 8% für die Elektrotechnikindustrie, einem Minus von 11% für die Elektronikindustrie und einem Plus von 31% für die Energie- und Wasserwirtschaft gegenüber dem Vorjahr.

Präferenzen der Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die Zahl der Stellenangebote für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gibt nur ansatzweise die Zahl der wirklich zu besetzenden Stellen der Branche wieder. In schwierigen Arbeitsmarktzeiten rechnen die Unternehmen mit vielen Initiativbewerbungen, die zu Stellenbesetzungen führen. Zudem werden Vakanzen oft unternehmensintern besetzt. Diese Stellen treten am Arbeitsmarkt nicht in Form von Jobanzeigen in Erscheinung.

In den Augen der Ingenieure rangiert die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sehr weit oben, wenn es um die Wunschbranche geht, den Berufseinstieg zu vollziehen oder einen Stellenwechsel vorzunehmen. Rund 3% aller Zielsetzungen der Ingenieure, die sich in die Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de eingetragen haben, gingen in Richtung Elektrotechnik. Hinzu kommen 3% der Ingenieure, die sich für Unternehmen der Elektronik, Mess- und Regeltechnik, Halbleiter interessieren. Weitere 3% der Ingenieure meldeten Interesse für Energieerzeugung, -versorgung, -handel an. Lediglich der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilbranche liegen bei den Ingenieuren höher im Kurs.

Aussichten für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Weiter oben wurde bereits festgestellt, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung der Elektro- und Elektronikindustrie nicht ganz ungetrübt vollzieht. Umso positiver stimmen die für Ingenieure überaus günstigen Zahlen der Stellenangebote der Branche und das ungebrochene Interesse der Ingenieure an den Arbeitgebern dieses Industriezweiges. Daraus lassen sich zwar eine relativ starke Situation der Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt und eine ordentliche Erfolgswahrscheinlichkeit für Bewerbungen ableiten, dennoch dürfte sich ein erster oder neuer Arbeitsplatz auch in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie für Ingenieure nicht „automatisch“ ergeben. Bewerber müssen daher vor überzogenem Hochmut bei ihren Aktionen am Arbeitsmarkt gewarnt werden.

Wichtige Unternehmen für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Aufgrund der Vielzahl der Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und des sehr umfangreichen und heterogenen Angebotes elektrotechnischer und elektronischer Lösungen kann hier nur beispielhaft ein kleiner Auszug der Unternehmen wiedergegeben werden:

  • Polytech GmbH – polytec.de – Lasermesssysteme, Photonik, spektrale Technologien
  • Conergy AG – conergy.de – Photovoltaik, Solarwärme
  • Siemens AG – siemens.de – Automatisierungstechnik, Antriebstechnik
  • Jenoptik – jenoptik.com – Elektrooptik, elektromechanische Systeme
  • Q-Cells AG – q-cells.com – Photovoltaik, Solarzellen
  • Pilz GmbH & Co. KG – pilz.com – Steuerungstechnik, Überwachungstechnik, Sensorik
  • Osram GmbH – osram.de – Beleuchtung, Opto Halbleiter
  • Sick AG – Farbrikautomation, Prozessautomation – sick.com
  • Semikron International GmbH – semikron.com – Leistungselektronik
  • Schneider Electric GmbH – schneider-electric.de – Energieverteilungs-/Automatisierungstechnik
  • SMA Technologie AG – sma.de – Solartechnik, Energiesysteme, Leistungselektronik
  • Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG – rohde-schwarz.com – Kommunikationstechnologie
  • Philips – philips.de – Halbleiter, Licht, TV, Telekommunikation, Haushaltsgeräte
  • Phoenix Contact GmbH & Co. – phoenixcontact.de – elektrische Verbindungstechnik und elektrische Automatisierungssysteme
  • Manz Automation AG – manz-automation.com – Robotertechnik, Bildverarbeitung, Steuerungstechnik
  • Magnet-Schultz GmbH & Co. KG – magnet-schultz.de – Elektromagnetische Aktuatoren und Sensoren
  • Hella KG aA Hueck & Co. – hella.de – automotive Elektronik (Licht, Karosserie, Klima, Sensorik)
  • Harting Electronics GmbH & Co. KG – harting.com – Steckverbinder, Magnetsysteme, faseroptische Übertragungssysteme
  • Endress+Hauser GmbH & Co. KG – endress.com – Messgeräte und Automatisierungslösungen
  • Robert Bosch GmbH – bosch.de – Automobilelektronik, Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte, Sicherheitssysteme etc.
  • BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, bshg.com – Hausgeräte/Elektrogeräte
  • Basler AG – baslerweb.com – Vision Technologie (Technologie des künstlichen Sehens)

Branchengliederung der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die Gesamtzahlen der Unternehmen, Beschäftigten und Umsätze der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sind zwar interessant. Sie lassen eine generelle Aussage zur Bedeutung einer Branche und dem daraus folgenden Karrierepotenzial zu. Letztlich entscheidet aber die Homogenität der Unterbranchen darüber, welches Karrierepotenzial wirklich in der Branche für den speziellen Ingenieur vorhanden ist. Bei großer Homogenität der Produkte, Dienstleistungen, Werkstoffe und Technologien ist das Potential an Arbeitgebern für einen eventuell beabsichtigten oder erforderlichen Stellenwechsel höher als bei heterogener Vielfalt. Natürlich spielt auch die Größe der jeweiligen Unterbranche eine Rolle. Je größer die Unterbranche desto höher das Potenzial.

Unterbranchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die Branche lässt sich in verschieden Unterbranchen gliedern. Nachstehend findet sich eine grobe Unterteilung der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

  • Energie- und Antriebstechnik
  • Automatisierungstechnik
  • Robotik
  • Mess- und Regeltechnik
  • Mikrotechnologie
  • Nanotechnologie
  • Kommunikationstechnik/Nachrichtentechnik
  • Informationstechnik

Vor- und nachgelagerte Branchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Es ist wichtig, sich mit vor- und nachgelagerten Branchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zu beschäftigen.Vorgelagerte Branchen beliefern die betrachtete Branche Elektrotechnik- und Elektronik mit Produkten, Dienstleistungen, Werkstoffen, Technologien usw. Nachgelagerte Branchen sind hingegen die abnehmenden Branchen der betrachteten Branche Elektrotechnik- und Elektronik. Die Überlegungen sind daher wichtig, um festzustellen, wie einfach es ist, die Branche wieder zu verlassen. Je größer die vor- und nachgelagerten Branchen sind, desto eher besteht die Wahrscheinlichkeit, hier den Berufsweg fortsetzen zu können.

Die vorgelagerten Branchen (Zulieferer) der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie lassen sich zumindest grundsätzlich ermitteln, wenn man auf den produktiven Transformationsprozess blickt. Zunächst werden jede Menge Vorprodukte bzw. Werkstoffe aus anderen Wirtschaftszweigen eingesetzt, z.B. Kunststoffe, Glas, Keramik, Kontaktwerkstoffe, Widerstände, Magnetwerkstoffe, Metalle, Heiz- und Schmelzleiter, Halbleiter, Wafer, Aufdampfmaterialien usw. Sie kommen aus der Kunststoffindustrie, Chemieindustrie, Metallindustrie, Buntmetallindustrie, sonstige Industrie.

Dienstleister in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Hinzu kommen sehr unterschiedliche Maschinen und Anlagen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie für die Fertigung der elektrotechnischen bzw. elektronischen Produkte. Sie können in ihrer Vielfalt nicht im einzeln erfasst werden. Eine große Rolle spielen zudem Ingenieurdienstleister und Zeitarbeitsunternehmen. Ein nicht unerheblicher Teil der Vor- und Zwischenprodukte wird allerdings auch innerhalb der Branche selbst erstellt und dann weiterverarbeitet.

Als nachgelagerte Branchen können im Grunde alle Wirtschaftsbranchen aufgeführt werden. Sie sind allesamt Abnehmer von Produkten aus der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Je nach den eingesetzten Produkten der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ergeben sich dann die unterschiedlichsten Karrierepotenziale.

Wesensverwandte Branchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Aus gleichen Gründen (Karrierefortsetzung außerhalb der Branche) sollte recherchiert werden, welche Branchen wohl wesensverwandt sind und für einen eventuellen Stellenwechsel zur Verfügung stehen. Die Branche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie dürfte am ehesten in starker Weise mit den großen Anwenderbranchen in Verbindung gebracht werden können. In diesen Branchen werden teilweise elektrotechnische oder elektronische Produkte selbst hergestellt. Hier muss im Einzelfall geprüft werden, welche Anwenderbranchen am besten zu den speziellen Produkten, Werkstoffen, Technologien usw. passen, mit denen sich der betreffende Kandidat in seiner Unterbranche der Elektrotechnik- bzw. Elektronikindustrie in Entwicklung, Produktion, Einkauf usw. beschäftigt.

Produkte, Dienstleistungen, Technologien in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Bevor die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie von einem Ingenieur für den Berufseinstieg bzw. Stellenwechsel in Betracht gezogen bzw. ausgeklammert wird, sollte man sich einen Überblick zu den Produkten, Dienstleistungen, Technologien der Branche machen. Gerade bei der Branchenauswahl leben viele Bewerber von Halbwissen und Vorurteilen. Nachfolgend sind Produkte und Technologien dargestellt, die der Branche Elektrotechnik und Elektronik zugeordnet werden können. Es wird dabei weniger auf eine lückenlose Darstellung oder wissenschaftliche Gliederung wert gelegt. Viel mehr sind Begriffe aneinandergereiht, die beim Überfliegen dem Leser einen guten Eindruck vermitteln sollen, was in der Branche los ist. Er soll danach entscheiden, ob er zur Branche passt oder nicht.

Energie- und Antriebstechnik, Energieerzeugung aus fossilen Primärenergien (Kraftwerkstechnik): Gewinnungs-/Aufbereitungsanlagen Primärenergieträger, Energieversorgungsanlagen, Stromerzeugungseinrichtungen, Feuerungstechnik, Generatoren, Kraftmaschinen (Motoren, Turbinen), Kraftwerkstechnik, Wärmetechnik, Stromversorgungsanlagen, Leistungselektronik (z.B. Leistungshalbleiter, Frequenzumrichter), Energieerzeugung aus regenerativen Energien in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Biogasanlagen, Holzverwertungsanlagen, Brennstoffzellensysteme und –anlagen, Solarenergie-, Wasserkraft-, Windkraft, Wasserstofftechnikanlagen, Energieumwandlung und -speicherung: Akkumulatoren (Batterien), Hoch-/Niederspannungsasynchronmaschinen, Gleichstrommaschinen, Heiz-/-Wärmeeinrichtungen, Gleichrichter-/Stromrichteranlagen, Ladegeräte, Frequenzumformer, Gleichspannungswandler, Netzgeräte, Wechselrichter, Transformatoren, USV-/BEV-Anlagen.

Weitere Bereiche der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Energieverteilung und -fortleitung: Stromzuführungen (Verbraucher), Isolatoren, Energie-/Informationskabel und -leitungen, Starkstromleitungen, vollständige Großanlagen, Gehäuse, Schaltschränke, Hoch-, Mittel-, Niederspannungsschaltanlagen, Übergabe- und Umspannstationen, Schalter, Schaltgeräte, Schaltanlagen, Drosselspulen, Kondensatoren, Kondensatorenanlagen, Verbindungstechnik, Erdungseinrichtungen, Zählertechnik, Elektrische Beleuchtungstechnik in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Elektroleuchten, Elektrische Glühlampen, Endladungslampen. Elektrische Verbraucher: Elektrische Ausrüstungen und Geräte für die Industrie, Power Tools, elektrochemische/-physikalische Geräte, Galvanotechnik, elektrische Industrieöfen, Wärmegeräte, elektrische Ausrüstungen für Motoren und Fahrzeuge.

Private Verbraucher: Wärmegeräte, Elektrohaushaltsgeräte, z.B. Geräte mit Elektromotoren, weiße Ware in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Elektrische Antriebe (Antriebstechnik): Elektromotoren (für Schienfahrzeuge, Schiffe, Güter-/Personenverkehr), Synchron-, Asynchron-, Gleichstrommaschinen, Kleinantriebe, Linearmotoren, Steuerung und Regelung der Antriebe. Automatisierungstechnik: Bauelemente elektrotechnische/elektronische Industrie, Befehls-/Meldegeräte, Bauelemente (Widerstände, Kondensatoren, Spulen, Quarze), Electronic Packaging (Schaltschränke, Gehäuse), Leiterplattenschalter, LED-Technik, Relais, Hybridtechnik, SMD-Technik, Semiconductor (Transistoren, Dioden, Prozessoren), Integrierte Schaltkreise (TTL, CMOS), Elektrische Motoren in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Produkte der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Elektro-/elektromechanische Antriebe, Linearantriebe, Positionierantriebe, Servoantriebe, Antriebssteuerungen/-regelungen, Frequenzumrichter, Anlaufgeräte, Bremsgeräte, Gleichstromantriebe, Elektromotoren, Kleinmotoren, Steuerungs-/Regelelektroniken für Motoren, Zubehör/Bauteile, Identifikations- und Codiersysteme: Barcode, Infrarot, Mikrowellen, Radio Frequency, Optik, Optoelektronik, Industriekommunikation, Feldbussysteme: CANBus, ControlNet, DeviceNet, Feldbus, Automatisierungsbus, Factory Bus, Interbus, Bluetooth, LAN, WLAN, PROFIBUS, Verbindungstechnik, Industrie PC (IPC): Workstations, Prozessrechner, mobile Computer, Interfaces, Mikroprozessoren, Mikrocontroller, Peripheriegeräte, Grafikkarten, Visualisierungssysteme, Bedien- und Beobachtungssysteme, Touch Panels, Lasertechnik: Industrieroboter für Laserbearbeitung, Laserkomponenten, Laseroptik, Laserstrahlquellen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Robotik:Industrieroboter, Systemperipherie, Robotersteuerung, Basistypen der Industrieroboter (Gelenkarmroboter, Schwenkarmroboter, Linearroboter, Portalroboter …), Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik:Fertigungsleitsysteme, Prozessleitsysteme, Visualisierungsleitsysteme, Managementleitsysteme, Regelungen, Reglersysteme, Peripheriegeräte zu den Steuerungen, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), numerische Steuerungen, Messdatenerfassung, Messdatenverarbeitung, Messgeräte, Kalibriergeräte und –systeme, Wärmebildkameras, Dosierungstechnik, Lichtmesstechnik und Spektroskopie, optische Mess- und Prüftechnik, UV- und IR-Messgeräte, Sensoren und Aktoren in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Mikrotechnologie in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Mikrotechnologie:

Gehäuse, Mikroakustik, Mikrochemie- und Mikrobiotechnik (Lab on a Chip Systeme), Mikrotechnikfilter, Mikrotechnikmembranen, Mikroelektrik (Mikromotoren, Mikroschalter, Mikroelektronikkomponenten, System on a Chip-Komponenten), Mikrofluidtechnik (Mixers, Pumpen, Ventile, Turbinen), Mikromechanik (Aufbau- und Verbindungselemente, Getriebe, Greifer, Positionierer), Mikromechatronik, Mikrooptik, Mikrosensoren, Mikroaktoren, Materialien und Werkstoffe in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Nanotechnologie, Produkte und Komponenten: Filter, Fluide, Komposite, Kristallite, Nanopartikel, Nanostrukturen, Nanosuspensionen, Nanotechnologie Anlagen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Kommunikations-/Nachrichtentechnik:

Vermittlungs-/Übertragungseinrichtungen (u.a. Antennentechnik), Endgeräte, Navigationssysteme, Verkehrsmanagement/–telematik, Radar, Flugsicherungstechnik, elektrische Signal-/Sicherheitsgeräte, Überwachungssysteme, Hardware/Software für Informations-/Datentechnik, Rundfunk-/Fernseh-/Audio-/Videotechnik, elektroakustische Anlagen, Hochfrequenzelektronik, optische Nachrichtentechnik, Mikrowellenelektronik, Telekommunikation, Kommunikationssysteme (ISDN-Netz, Satellitenfunk, Lichtwellenleiter-Datennetze), PC, DVD, Computerspiele, Sprachsignalverarbeitung, industrielle Bildverarbeitung, Informationstechnik in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Eingabegeräte (Tastatur, Maus…), Ausgabegeräte (Drucker, Monitor…), Geräte zur Kommunikation (Netzwerkkarte…), Speichermedien (Harddisk, Flashspeicher…), Grundbestandteile der Rechnerarchitektur (Prozessor, Chipsatz und Arbeitsspeicher), Kryptologie, Datensicherheit

Positionen für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Eine der wichtigen Fragen, die sich für jeden Brancheneinsteiger stellt, ist die nach den Positionen und deren Titulierung. Insbesondere für Initiativbewerbungen sollte man sich mit den gängigen Positionsbezeichnungen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bekannt machen. Das notwendige Wissen liefern Stellenanzeigen. Genauso vielfältig wie die Produkte der Elektrotechnik- und Elektronikbranche sind, zeigen sich die Positionsbezeichnungen. Dabei wird fast immer das Berufsfeld, z.B. Vertrieb, Entwicklung, Produktion, mit dem Produkt kombiniert: Vertriebsingenieur Wärmekameras, Entwickler Leistungselektronik, Leiter Produktion Selen Detektoren usw. Nachfolgend finden sich Beispiele, die einen kleinen Einblick in die Positionsbezeichnungen der Branche bringen.

Positionen für Ingenieure im Vertrieb der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Account Manager (z.B. AIR und WATER), Key Account Manager, Sales Manager (z.B. Halbleiterindustrie), Market Segment Manager (z.B. Pumpensysteme), Product Sales Manager (z.B. Axialkolbengeräte), (Senior/Junior) Produktmanager (z.B. Laser Display Technology), Vertriebsingenieur (z.B. Optische Technologien), Vertriebsspezialist (z.B. Electronics Products Division), Sales Engineer (z.B. Lüfter), Außendienstmitarbeiter (z.B. Region Bayern), Vertriebsleiter (z.B. Automobilindustrie), Sales Director (z.B. Industriekameras) in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Vertriebsnahe Positionen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Applikationsingenieur (z.B. Bildverarbeitung), Anwendungstechniker (z.B. Messturbinen), Field Application Engineer (z.B. Messtechnik HF/Mikrowelle), Service Ingenieur/Techniker (z.B. Sicherheitsanlagen), Technischer Berater Vertrieb/Innendienst (z.B. Prozessmesstechnik), Produktmarketing-Ingenieur (z.B. Keramische Bauelemente), Projektierungsingenieur (z.B. Energie und Antriebe), Elektroingenieur (z.B. Auslandsprojekte Osteuropa), Projektingenieur/-leiter (z.B. Nukleartechnologie, Wasserkraftanlagen), Leiter Product Engineering, Leiter Applikation/Inbetriebnahme

Positionen Entwicklung und Produktion in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Elektroingenieur Berechnung, Entwickler/Spezialist (z.B. Controllerbau, Firmware, Sensoren), Software-Entwickler/-Projektleiter (z.B. Testtools für Kameraproduktionen), Software Architect/Product Architect/Senior Digital Designer Semiconductors, Hardwareentwickler (z.B. Messsysteme, Embedded Systems), Designingenieur (z.B. Netzwerke Mikrocontroller, Verdrahtungssysteme), Programmierer Bedienoberflächen, Resident Engineer (z.B. Car Audio), Ingenieur/Leiter Prüflabor (z.B. elektrische Gerätesicherheit, integrierte Schaltungen), Leiter Entwicklung (z.B. Leistungselektronik, Steuer- und Überwachungsanlagen), Leiter Approbation und Normung, Prozesstechnologe Material, Technischer Redakteur, Patentingenieur in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Positionen Konstruktion:

Konstruktionsingenieur (z.B. Haushaltsgeräte, optische Sensorik, Funkgeräte Projekt-Konstrukteur/Projektleiter (z.B. Mess- und Regelungstechnik, Sockets and Connectors), Leiter Product Engineering, Leiter Konstruktion. Positionen Produktion in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Fertigungstechniker/-ingenieur (z.B. elektronische Module), Prozessingenieur/-technologe (z.B. CMP/Plating), Projektingenieur Verfahrenstechnik, Fertigungsverfahrensentwickler, CAM-Mitarbeiter, Mitarbeiter Auftrags-/Projektsteuerung, Fertigungssteuerer/-planer, Shiftsupervisor/Schichtleiter, Teamleiter (z.B. Formteilefertigung), Leiter Produktion (z.B. Selen-Detektoren, Kunststofffertigung Spritzguss), Plant Manager, Technischer Leiter, Director Technology and Operations.

Positionen in der Sicherheit der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Umwelt, Qualität, Sicherheit in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

Produktsicherheitsingenieur, Project Quality Manager, Qualitätsingenieur, Qualitätsmanager, Projektspezialist Qualität, Qualitätsplaner (z.B. Softwareentwicklung), Qualitätsmanagementbeauftragter Elektrotechnik,Ingenieur für Prozessaudits und vorbeugende QS.

Berufsfelder für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Letztlich nützt es wenig, wenn eine Branche zwar interessant ist, für dass eigene Berufsfeld (Konstruktion, Vertrieb, Produktmanagement usw.) in der Branche aber keine großen Arbeitsmöglichkeiten bestehen. Berufsfelder, in denen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie neue Ingenieure gesucht werden (alphabetisch geordnet):

  • Entwicklung
  • Konstruktion
  • Produktion
  • Vertrieb/Produktmanagement
  • Service/Inbetriebnahme/Montage

Anforderungen

Abschlüsse in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Chancen haben in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie erster Linie Ingenieure mit einem Diplom-Abschluss der Fachhochschule, Universität oder Technischen Hochschule. In fast allen Anzeigen wird kaum ein Unterschied zwischen Absolventen der Fachhochschule, Universität oder Technischen Hochschule gemacht. Selten bis gar nicht werden Absolventen der Berufsakademien in Stellenanzeigen aufgeführt. Techniker haben in der Branche Elektrotechnik und Elektronik durchaus ihre Chancen. Promovierte Ingenieur werden in den Stellenanzeigen nur ausnahmsweise angesprochen.

Studienfächer für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Generell kommen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie folgende Studienfächer bzw. -richtungen der Ingenieure am besten an: Elektrotechnik, Elektronik, Nachrichtentechnik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Maschinenbau, Feinwerktechnik. Je nach Schwerpunkt der Unternehmen werden allerdings auch häufiger Ingenieure mit anderen Fächern und Richtungen gesucht wie: Verfahrenstechnik, Mechatronik, Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik. In der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie konkurrieren die Ingenieure teilweise mit Physikern und Informatikern. Relativ oft werden die Studienfächer bzw. –richtungen in den Anzeigen nur beispielhaft angeführt aber auch Bewerber mit „vergleichbaren“ Fächern und Richtungen „zugelassen“.

Berufspraxis der Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Was die Berufserfahrungen angeht, ist die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie relativ offen. In lediglich rund zwei Drittel der Stellenanzeigen werden erste oder mehrjährige Berufserfahrungen verlangt. Generelle Erfahrungen reichen dann jedoch nicht aus. Zum überwiegenden Teil werden ausdrücklich Berufserfahrungen in der gleichen (Unter)Branche und/oder im gleichen Funktionsbereich und/oder der gleichen Hierarchieebene erwartet. Bei Führungspositionen haben allerdings nur Bewerber mit mehrjähriger einschlägiger Facherfahrung eine Chance, während hinsichtlich der Anforderungen an die Führungserfahrung eher Zurückhaltung geübt wird. Diese Art der Erfahrung wird relativ selten ausdrücklich in Anzeigen angesprochen.

Etwa ein Drittel der Anzeigen für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie geht sehr vorsichtig mit den Anforderungen zur Berufspraxis um. Entweder werden Berufserfahrungen gar nicht angesprochen oder als „wünschenswert“ deklariert. Dies bezieht sich insbesondere auf Einstiegsstellen. Absolventen dürfen sich aufgrund der relativ geringen Anforderungen an die Berufspraxis durchaus große Chancen in der Elektro- und Elektronikbranche ausrechen. Sie werden vielfach in den Anzeigen auch explizit aufgeführt.

Quereinstieg für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Aufgrund der relativ hohen Hürden hinsichtlich der einschlägigen Berufserfahrungen für Professionals dürften sich Quereinsteiger nur geringe Chance ausmalen, in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie landen zu können. Dies gilt sowohl für Fach- als auch Führungspositionen. Innerhalb der stark zergliederten Branche dürften aus dem gleichen Grund die Umstiegsmöglichkeiten begrenzt sein. Der Umstieg zu Zulieferern oder Abnehmern macht möglicherweise innerhalb der Branche Sinn. Was die nachgelagerten Branchen, also die Abnehmer der Produkte der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie angeht, so ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein Wechsel (z.B. in den Maschinen- und Anlagenbau oder die Fahrzeugindustrie) möglich bzw. förderlich ist. Altersbeschränkungen für Bewerber tauchen in den Anzeigen für diese Branche hin und wieder auf, wobei dann die Altersgrenze 40 bzw. 45 Jahre lautet.

Zusatzwissen für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Gefragte Zusatzqualifikationen sind in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie weit gestreut, wobei sie in erster Linie davon abhängen, in welchem Funktionsbereich oder welcher Unterbranche der Ingenieur arbeitet. So sehen geforderte Zusatzqualifikationen beispielsweise in der in der Unterbranche Energie ganz anders aus als in der Halbleiterindustrie. Eines dürfte aber gerade für diese Branche klar sein: Ohne ein gutes generelles Wissen im Bereich der Elektrotechnik oder Elektronik geht es nicht. Lediglich eine Zusatzqualifikation wird im Grunde über alle Branchen und Funktionen relativ häufig in den Stellenanzeigen genannt:

Die Fähigkeit zum Projektmanagement bzw. zur Projektarbeit. Ingenieure sollten generell zur Projektarbeit bzw. zum Projektmanagement durch Erfahrungen und/oder theoretisches Wissen qualifiziert sein für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind zwar wesentlich seltener gefragt, tauchen aber dennoch hin und wieder als wünschenswerte Anforderung in den Anzeigen auf. Je nach Schwerpunkt kommen spezifische Kenntnisse hinzu, etwa analoge und digitale Schaltungstechnik, Optik, Sensorik, Halbleiter, EMR-Technik, Mikroprozessoren, Automatisierungstechnik, Antriebstechnik usw.

EDV in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

In der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird naturgemäß viel entwickelt und konstruiert. Kein Wunder also, dass hier entsprechende EDV-Kenntnisse erwartet werden. Es kann nicht verkehrt sein, wenn man sich entlang der CAx-Kette gut auskennt. Konstrukteure müssen 3D-CAD-Systeme beherrschen. Des Öfteren werden ProEngineer in den Anzeigen genannt. Insgesamt können gute Kenntnisse der Hardware- und Softwareentwicklung nicht schaden. Häufiger werden SPS-Kenntnisse und bestimmte Programmiersysteme bzw. speicherprogrammierbare Steuerungen in den Anzeigen angesprochen.

Die Beherrschung der Programmierhochsprachen durch die Ingenieure ist Voraussetzung für die Mikroprozessorprogrammierung in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, wobei C++ und C vorne liegen. Gleichfalls fällt öfters die Vokabel „Embedded Systems“. Hin und wieder werden Kenntnisse in Bus-Systemen gefordert. Simulationstools sind manchmal gefragt. Aber auch hier gilt: Die EDV-Kenntnisse hängen sehr stark von den zu erstellenden Produkten des jeweiligen Unternehmens ab. Eine Pauschalisierung fällt daher schwer. Allgemein sind lediglich gute MS-Office und PC-Kenntnisse gefragt.

Sprachen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die EElektrotechnik- und Elektronikindustrie ist sehr stark international orientiert. Die intensiven Export- und Importverflechtungen der Branche wurden bereits oben angesprochen. Die Aktivitäten wie Entwicklung und Produktion finden heute weltumspannend statt, daher sind nicht nur der Einkauf und der Vertrieb betroffen. Englischkenntnisse sind unabdingbar, wobei gute bis mittelmäßige Englischkenntnisse im Regelfall ausreichen. Selten bis gar nicht wird eine weitere Fremdsprache oder interkulturelle Kompetenz in den Anzeigen verlangt.

Softskills in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Wer als Ingenieur seine berufliche Zukunft in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sieht, sollte in hohem Maße über die folgenden Persönlichkeitsmerkmale verfügen:

Teamorientierung und Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Selbständigkeit, Engagement und Einsatzbereitschaft. Weitere, häufiger gefragte Merkmale: Zielorientiertes Handeln, analytisches Denken, Durchsetzungsvermögen, Kundenorientierung, Kreativität. Gleichfalls spielt die Mobilität (teilweise weltweite Reisebereitschaft) eine gewisse Rolle. Für Führungskräfte in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird nur selten Teamfähigkeit verlangt, während überdurchschnittlich oft Durchsetzungsvermögen gefragt wird. Mit den Anforderungen an die Führungsfähigkeit und Führungserfahrung hält sich die Branche zurück (siehe oben). Details zu den einzelnen Schlüsselqualifikationen finden sich unter ingenieurkarriere.de – Schlüsselqualifikationen.

Weiterbildung für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die Weiterbildung der Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie kann fachlich- oder persönlichkeitsorientiert ausgerichtet werden. Was die Persönlichkeit angeht, sollten die oben genannten Softskills für die Weiterbildungsplanung herangezogen werden. Von der fachlichen Seite macht es Sinn, sich unabhängig von dem Funktionsbereich, in dem man arbeitet, auf den großen Gebieten der Elektrotechnik und Elektronik allgemein schlau zu machen bzw. sich auf dem Stand der Dinge zu halten. Je nach Unterbranche sollten dann die jeweiligen Vertiefungen dazukommen. Mit Halbwissen kommt man in dieser Branche an keiner Stelle weiter, weder im Vertrieb noch im Einkauf und erst recht nicht in der Entwicklung.

Das Thema Projektarbeit/Projektmanagement für Ingenieure spielt in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie allgemein eine wichtige Rolle. Erfahrungen und theoretische Qualifikationen auf diesem Gebiet sind daher auf jeden Fall förderlich. Für die spezifischen Berufsfelder kommen weitere fachliche Maßnahmen dazu. Der Weiterbildungsbedarf muss im konkreten Fall anhand der vorhanden Qualifikationen und Erfahrungen sowie dem (gewünschten) Betätigungsfeld in der Elektrotechnik- und Elektronikbranche ermittelt werden. Die anschließenden Vorschläge können daher nur Anregungen liefern und zeigen, auf welchen Gebieten sich Ingenieure aus der Branche häufig weiterbilden.

Weiterbildung im Bereich Sicherheit in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Qualität, Umwelt, Sicherheit in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

Six Sigma Ground School Training, Six Sigma Yellow, Green, Blue, Brown, Black Belt/Master Black Belt (wie im Kampfsport gilt: Je dunkler der Gürtel, desto höher die Qualifikation des Ingenieurs!), Qualitätsmanagement, Qualitätsmanager, Qualitätssicherung, Qualitäts(management)beauftragter/-verantwortlicher, Qualitätsauditor, Interner QS Auditor, Total Quality Management, TQM-Auditor Prozessaudit, SPC Statistische Prozesskontrolle, Qualitätsmethoden, PPAP (Production Part Approval Process), FMEA (Failure Mode and Effective Analysis), APQP (Advanced Product Quality Planning), Umweltauditor, Seminar Sicherheitsbeauftragter, Die neue Gefahrstoffverordnung.

Entwicklung, Konstruktion, Versuch in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

CAE-Programme (z. B. PSPICE, ANSYS, MATLAB/SIMULINK), CAD-Programme (z.B. AutoCAD, Eplan, Protel), Bussysteme in der Automatisierungs- und Prozesstechnik, Mikrocontrollerprogrammierung – Programmiersprachen (z.B. C, C++, Assembler, Pascal), SPS (z.B. Siemens S7, Siemens S5, WinCC, Allen Bradley), SPS-Techniker, Roboterprogrammierung, Fachmann/Systemingenieur Automatisierungstechnik, Prozessleitsysteme. Produktion in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: PPS,  CAM, SAP R/3 Modul PP, Prozessoptimierung, Just-In-Time Produktionssystem, Montagegerechte Produktionsgestaltung, Industrial Engineering, REFA Industrial Engineer, Produktionstechniken in der Mikroelektronik

Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Sales in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

Effektive Auftragsabwicklung, Betriebswirtschaft im Projektgeschäft, Sales-Training, Claimmanagement, Abschlusstechniken, Key Account Management, Management der Kundenbeziehungen, Vertragsrecht, Verkaufsgespräche in schwierigen Märkten. Management, Betriebswirtschaft: Projektmanagement, Projektmanagement im Team, Projektkommunikation, Risikomanagement, Prozessmanagement, MS-Project und andere Projektmanagement-Systeme, BWL für technische Fach- und Führungskräfte,  Ausbildung der Führungs- und Sozialkompetenz, Arbeitsrecht, Aufbaustudium wie Wirtschaftsingenieur oder MBA-Programm.

Spezielle Weiterbildung je nach Branche (Beispiele) in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Elektromagnetische Verträglichkeit EMV, Regelungstechnik, Getaktete Stromversorgungen, Technische Akustik, Schaltungssimulation, Leitfähigkeit. Fremdsprachen: Englisch / Technisches Englisch. Ausführlich kann zu verschiedenen Punkten unter Schlüsselqualifikationen von ingenieurkarriere.de nachgelesen werden.

Bewerbung

Medienorientierte Stellensuche in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die Branche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie lässt sich grundsätzlich in die wenigen großen und bekannten Konzerne und viele, kleine und mittelständischen Unternehmen unterteilen. Beide Größenordnungen der Unternehmen sollten bewerbungstechnisch unterschiedlich angegangen werden. Die wenigen Großkonzerne bieten auf den eigenen Websites ausführlich ihre offenen Positionen an, zumindest für Nachwuchs- und Fachkräfte, untere und mittlere Führungskräfte. Wer hier seine berufliche Zukunft sieht, sollte daher auf jeden Fall im ersten Schritt die entsprechenden Websites der Unternehmen besuchen. Gleiches gilt natürlich auch für die gezielte Stellensuche bei den bekannten kleineren Unternehmen der Branche. Nachstehend werden verschiedene Bewerbungswege dargestellt und auf ihre branchenspezifische Eignung hin überprüft.

Die Suche nach Stellenangeboten in Print- und Onlinemedien liegt bei der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie auf der Hand. Zunächst kommt man dabei auf die VDInachrichten, die FAZ und die SZ als Printmedien, die Stellenangebote für Ingenieure in großer Zahl enthalten. Hinzu kommen die großen und allgemein bekannten Jobbörsen im Internet. Allerdings sollten auch branchenspezifische Medien nach Stellen durchsucht bzw. bei der Schaltung von Stellenangeboten berücksichtigt werden.

Auswahl von Medien mit Stellen für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

  • Vde.com
  • Energiejobs.de
  • Energie.de
  • Photon.de (Solarstrom, Photovoltaik)
  • Elektronikbranche.de
  • Elektronik-industrie.de
  • Elektroniknet.de
  • Fed.de (Fachverband Elektronik Design)
  • Silicon.de
  • It-arbeitsmarkt.de
  • Computerwoche.de

Aktuelle Stellenangebote finden Sie im Online-Stellenmarkt bei ingenieurkarriere.de. Das Stellengesuch ist das effektivste Instrument, um Fach- und Führungskräften Arbeitsmarktpotentiale aufzuzeigen. Das Eigeninserat in überregionalen Medien oder Fachmedien bringt Inserenten direkt mit Personalberatern und Arbeitgebern in Kontakt. Stellengesuche machen Sinn, um Personalberater und –entscheider der großen Branchen anzusprechen. Nach dem Gesetz der großen Zahlen vertraut man darauf, dass zumindest einige Berater bzw. Entscheider die entsprechenden Printmedien lesen. Bei kleinen Branchen ist das Risiko eher groß, dass Stellengesuche nicht gelesen werden. Schade um das Geld, dass investiert wurde. Das Stellengesuch sollte daher eher bei der Suche um eine Position in den großen Unterbranchen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie eingesetzt werden. Für die Schaltung eines Stellengesuches kommen im Prinzip alle Medien in Frage, die auch Stellenangebote für die Branche EElektrotechnik- und Elektronikindustrie vorweisen (siehe oben).

Bewerberdatenbanken für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Der kostenlose Eintrag in die Bewerberdatenbanken der allgemeinen Jobbörsen und in spezielle Datenbanken für Ingenieure gehört heute zur Pflichtübung von Stellensuchenden. Wer sich in eine Bewerberdatenbank einträgt, bekommt entsprechende Jobofferten unterbreitet. Dabei werden in einem Matchingprozess offene Stellen mit den Bewerberdaten abgeglichen und der Kandidat auf die herausgefilterten Stellenangebote aufmerksam gemacht. Zudem sind viele Bewerberdatenbanken für Personalberater und – entscheider zugänglich. Sie suchen dann in anonymisierten Profilen nach passenden Kandidaten. Dieser Weg der Kandidatensuche gewinnt in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie an Bedeutung.

Direktansprache der Arbeitgeber in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Eine andere Bewerbungsstrategie ist die Direktansprache potenzieller Arbeitgeber der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie per Brief, Telefonat oder persönlichem Dialog. Initiativbewerbungen können sehr gezielt an wenige Unternehmen gerichtet werden, bei denen der Kandidat schon immer arbeiten wollte. Die gezielte Initiativbewerbung kann sicherlich sehr gut bei den bekannten Großunternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie eingesetzt werden. Anders sieht es bei der „Masseninitiativbewerbung“ in Form einer Kurzbewerbung aus, bei der über 100 Unternehmen von dem Kandidaten eine Bewerbung erhalten.Da sich die große Branche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie recht gut in viele sehr unterschiedliche Teilbranchen aufteilen lässt, bietet sich häufig die „kleine“ Zahl der Arbeitgeber einer Unterbranche für eine „flächendeckende“ Initiativbewerbungsaktion an. In diese Aktion können dann „fast alle“ Arbeitgeber der Unterbranche einbezogen werden. Um an die Namen der Arbeitgeber zu kommen, gibt es verschiedene Wege. Zum einen können die großen Nachschlagewerke, Wer liefert was?, ABC der deutschen Wirtschaft, Hoppenstedt usw. herangezogen werden. Es existieren aber auch branchenspezifische Pools.

Pools in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

  • Zvei.com (unter Mitgliedschaft – Elektro+Elektronik-Einkaufsführer)
  • Bitcom.org (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, umfangreiches Mitgliederverzeichnis)
  • Innovations-report.de (unter Profile – Mittelständische Unternehmen)
  • Net-im-web.de (Telekommunikation)

Zudem können Kataloge bzw. Ausstellerverzeichnisse der branchenspezifischen Messen und Ausstellungen gewälzt werden. Messen und Ausstellungen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie dienen zudem der persönlichen Ansprache von Arbeitgebern. Hier treffen Jobsuchende in geballter Form auf eine Menge verschiedener Unternehmen und können mit relativ geringem Aufwand ihre Arbeitsmöglichkeiten ausloten.

Messen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

  • CeBIT – Informations- und Kommunikationstechnologie – Hannover
  • Hannover Messe – Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Energie – Hannover
  • SYSTEMS – IT, Media, Communications – München
  • electronica – Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation – München
  • Nord Elektro – Elektro-, Informations-, Lichttechnik – Hamburg
  • SEMICON Europe – Halbleiterindustrie, Geräte, Werkstoffe – München
  • AUTOMATICA – Montage-, Handhabungstechnik, Robotik, Bildverarbeitung – München
  • OPTATEC – Optik, Optoelektronik – Frankfurt
  • SPS/IPC/DRIVES – Automatisierungstechnik, Systeme und Komponenten – Nürnberg
  • SECURITY – Sicherheitstechnik – Essen
  • Wire – Draht und Kabel – Düsseldorf

Ingenieure als Brancheninsider in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Wer sich als Brancheninsider in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bewirbt, sollte vorsichtig agieren. In relativ kleinen Branchen besteht in der Regel ein reger Informationsaustausch. Es besteht die Gefahr, dass der eigene Arbeitgeber früher von einem beabsichtigten Stellenwechsel erfährt, als dies dem Kandidaten lieb ist. Je höher die Position aufgehängt ist, desto höher das Risiko. Brancheninsider sollten überlegen, ob sie nicht von einem Dritten den Arbeitsmarkt nach Jobalternativen innerhalb der Branche abscannen lassen. Ihr Name tritt somit nicht in Erscheinung, wohl aber die berufliche Zielsetzung und das berufliche Profil. So können Unternehmen angesprochen werden, ohne dass der Name des Bewerbers breit getreten wird.

Brancheninsider, die in weniger exponierten Positionen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie arbeiten, können „freier“ agieren. Sie sollten in Anschreiben und Lebenslauf zumindest den Namen des aktuellen Arbeitgebers ersetzen durch „Aktueller Arbeitgeber“. Werden im Lebenslauf Aufgaben und Projekte beschrieben, sollten diese nicht unweigerlich auf den Namen des Arbeitgebers schließen lassen. Etwaige Zwischenzeugnisse oder Seminarbescheinigungen, die den Namen des augenblicklichen Arbeitgebers tragen, können dann der Bewerbung natürlich nicht beigefügt werden. Kandidaten, die sich innerhalb der Branche Elektrotechnik und Elektronik verändern wollen, sollten sich die soeben beschriebene Vorgehensweise durch den Kopf gehen lassen.

Lebenslauf für Brancheninsider in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Beispiel Brancheninsider in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

1998 – heute   Robotik ABC AG, Köln

Leiter Entwicklung Automatisierungstechnik:

– Entwicklung der Produktreihe RobotikABC1,

RobotikABC2

– …….

Besser:

1998 – heute   Aktueller Arbeitgeber

Großunternehmen Automatisierungstechnik, Köln

Leiter Entwicklung mit den Aufgaben:

– Führen der Entwicklungsteams für einzelne

Produktreihen

– ……..

Ingenieure als Quereinsteiger in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Wie gelingt es einem Quereinsteiger, sich für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie interessant zu machen? Branchenfremde Bewerber sollten in erster Linie in Anschreiben und Lebenslauf in der Branche übliche Vokabeln verwenden. So soll beim Leser die Phantasie entstehen, der Bewerber passt zur Branche und Position. Um ein Gefühl für das „richtige Vokabular“ zu bekommen, sollten sich Quereinsteiger über die Branche und passende Stellenanzeigen hinreichend informieren. Wer aus einer anderen Branche kommt, sollte auf jeden Fall Begrifflichkeiten vermeiden, die außerhalb der eigenen Branche nichts sagend oder sehr stark interpretationsbedürftig sind. Mit der Bewerbung wird dann der verkehrte Branchenbezug vermittelt.

Beispiel Elektrotechnik- und Elektronikindustrie:

1998 – heute          ABC PKW-Elektronik GmbH, Stuttgart

Entwickler für Fahrzeugelektronik

– Entwicklung von Sitzelektronik für Ford Modelle

– ……..

Besser:

1998 – heute       Aktueller Arbeitgeber, Stuttgart

Design Engineer Hardware

– Entwicklung von Sensorapplikationen

– ……….

Weiter oben wurde bereits festgestellt, dass sich die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gegenüber Neulingen offen, gegenüber Quereinsteigern jedoch eher zurückhaltend zeigt. Am ehesten haben dabei Quereinsteiger aus den passenden vor- bzw. nachgelagerten und den wesensverwandten Branchen eine Chance.

Absolventen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Absolventen sollten in der Bewerbung als Ingenieur einen Bezug zur Elektrotechnik- und Elektronikindustrie herstellen. In einem Anschreiben könnte sich etwa die Passage wieder finden: „Während der Semesterferien arbeitete ich regelmäßig bei dem Unternehmen xyz im Schaltschrankbau. Die allgemeinen und speziellen Problematiken des Electronic Packagings sind mir daher bestens bekannt.“ Im Lebenslauf würden sich die entsprechenden Erfahrungen unter Praktika und Nebentätigkeiten wieder finden. Aber auch mit Hobbys kann gepunktet werden. Wer sich z.B. in der Freizeit mit Robotern beschäftigt, an Wettbewerben teilnimmt und bei einem Unternehmen der Automatisierungstechnik starten möchte, hat ein passendes und branchenbezogenes Hobby, das im Lebenslauf nicht fehlen sollte.

Gehalt für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Zum Thema Gehalt sei an dieser Stelle auf die Gehaltsstudie von ingenieurkarriere.de verwiesen. Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie befindet sich in der Studie getrennt nach Elektrotechnik und Elektronik. Die Studie liefert u.a. Jahresgehälter nach Position und Tätigkeitsbereich. Hieran können sich Ingenieure, die in der Elektrotechnik- und Elektronikbranche starten möchten bzw. innerhalb der Branche wechseln wollen, orientieren. Auf jeden Fall lassen sich über alle Positionen der Branche recht gute Gehälter für Fach- und Führungskräfte ablesen.

Beispiele – Positionen

Fachpositionen für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Entwicklungsingenieur (Software Bildverarbeitung),

  • Softwareentwicklung Bildverarbeitung/Schrifterkennung
  • Entwickeln von kundenspezifischer Software
  • Konzeption und Entwicklung von Algorithmen
  • Integration der Software in bestehende Produktfamilien
  • Schnittstelle zum Produktmanagement in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • Steuern internationaler Entwicklungsprojekte
  • Hardware-Entwickler (Embedded Systems)
  • Auswahl und Evaluation von Sensoren und Aktoren
  • Entwicklung analoger und digitaler Schaltungen
  • Layout von Leiterplatten
  • Erstellung und Inbetriebnahme von Prototypen
  • Entwicklung von Prüfwerkzeugen für die Produktion
  • Hardwarenahe Entwicklung von Software
  • Konstrukteur (Haushaltsgeräte)
  • Ausarbeitung/Betreuung von Entwurfs-/Detailkonstruktionen
  • Betreuung der Konstruktion von Modulen in neuen Produktreihen
  • Methodische Durchführung von Qualitätsverbesserungen
  • Erarbeiten von Kostensenkungsmaßnahmen für Baugruppen
  • Abstimmung mit anderen Abteilungen wie Design, QM, Fertigung etc.

Projektierungsingenieur (Energie und Antriebe)

  • Erstellen von Mengengerüsten und technischen Spezifikationen
  • Auftragsabwicklung in interdisziplinären Projektteams in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • Technische Klärung von Schnittstellen usw. mit Kunden, Unterlieferanten
  • Erarbeiten von Lastenheften für zuliefernde Unternehmen/Abteilungen
  • Steuerung und Überwachung der Zulieferer, Fertigung, Entwicklung
  • Durchführung von Termin- und Kostenkontrolle, Reporting

Applikationsingenieur (Antriebstechnik, Robotik)

  • Unterstützung der Kunden bei Antriebsauslegung
  • Machbarkeitsanalysen von Kundenanforderungen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • Tuning von Roboter- und Achssystemen
  • Inbetriebnahme der Antriebssysteme/Achssteuerungen
  • Durchführung von Kundenschulungen im Bereich Antriebstechnik
  • Erstellung von Marktanalysen, Pflege der Produktdaten
  • Unterstützung des Vertriebs bei der Angebotserarbeitung

Key Account Manager (Verbindungstechnik)

  • Betreuung der Großkunden – deutschlandweit
  • Systematischer Ausbau bestehender Geschäftskontakte
  • Recherche und Akquise neuer Accounts
  • Systematische Analyse von Kundenproblemen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • Ausarbeitung von Kundenlösungen mit Entwicklung, Projektleitung
  • Führen der Preis- und Lieferverhandlungen bis zum Vertragsabschluss

Führungspositionen für Ingenieure in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Entwicklungsleiter (Elektronik)

  • Aktive Steuerung der Entwicklungsprozesse
  • Entwicklung elektronischer Baugruppen in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • Elektrische und thermische Auslegung und Prüfung
  • Entwicklung von Steuersoftware in Assembler und C
  • Fachübergreifende Projektleitung und Teamleitung
  • Realisierung der Zielsetzungen (Leistung, Termine, Kosten)
  • Erfahrungsaustausch mit Produktion, Vertrieb, Kunden in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Leiter Engineering (Prüftechnik)

  • Fertigungsgerechte Konstruktion der System-Hardwarekomponenten
  • Kooperation mit anderen Entwicklungsabteilungen
  • Sichern der Modularisierung und Standardisierung von Baugruppen
  • Koordination der Entwicklung vom Prototypen bis zur Serienfertigung
  • Einhaltung der technischen Normen (CE-Konformität, Produktsicherheit)
  • in Konstruktion und Dokumentation

Leiter Produktion in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (Elektrofotografische Bildträger)

  • Organisatorische und Disziplinarische Leitung der Produktion
  • Optimierung der Geschäftsprozesse und der technischen Prozessen
  • Planung und Realisierung der Produktionsinfrastruktur
  • Einhaltung von Unternehmenszielen, Budgets, Qualitäts-/Terminziele
  • Enge Zusammenarbeit mit den anderen Unternehmensbereichen

Senior Manager Qualität und Fertigung (Sensoren)

  • Transfer neuer Produkte aus Entwicklung zur Fertigung
  • Verantwortlich für die Lieferfähigkeit der Produkte
  • Erkennen und Realisieren von Prozess- und Produktverbesserungen
  • Verantwortung der Reklamationsquote und Produktsicherheit
  • Überwachen und weiterentwickeln des QM-Systems

Kommentar für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Die gewählten Aufgabenbeschreibungen für Ingenieure der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sind lediglich Beispiele. Sie sind weder repräsentativ noch bilden sie die gesamte Bandbreite der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ab. Dass sie mehr oder weniger große Überschneidungen mit anderen Branchen zeigen, liegt in der Natur der Sache. Viele Berufsfelder ähneln sich im Branchenvergleich.

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