Bewerbungsschreiben 14.03.2017, 01:00 Uhr

Tipps fürs Anschreiben bei der Bewerbung

Sie haben die perfekte Stelle im Auge, fürchten aber, am Bewerbungsschreiben zu scheitern? Nicht, wenn Sie Ihre Argumente richtig sortieren. Wir haben alle Tipps für Sie zusammengestellt.

Ein Muster-Bewerbungsschreiben für alle Fälle gibt es nicht.

Ein Muster-Bewerbungsschreiben für alle Fälle gibt es nicht.

Foto: pantermedia.net/Digitalpress

Ein Hinweis vorweg: Das perfekte Anschreiben gibt es nicht. Denn das ideale Bewerbungsschreiben hat Charakter, es hat eine eigene, individuelle Note, es überrascht. Nur so hebt es sich ab von den anderen 100+x Anschreiben, die sich auf den Schreibtischen der Personalverantwortlichen stapeln.

Einige Tipps sind aber universal. Deshalb nehmen Sie sich die Zeit für unsere Hilfestellungen bevor Sie Ihr eigenes Anschreiben verfassen. Los geht’s.

Inhalt des Artikels:

Das Anschreiben spiegelt die Motivation

Bevor man sich daran setzt, ein Bewerbungsschreiben zu formulieren, sollte die Zielrichtung klar sein. Was will man mit dem Schreiben erreichen? Die Antwort dürfte sein: zunächst die Aufmerksamkeit des Personalers, dann sein aufrichtiges Interesse.

Das Anschreiben muss die Fragen nach der fachlichen Eignung ebenso beantworten wie die nach der persönlichen Motivation. Ingenieure sollten dabei auch soziale Kompetenzen nicht unter den Tisch kehren und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei sollte man einige strukturelle Anhaltspunkte beachten, denn Personaler haben in der Regel wenig Zeit und müssen Bewerbungen daher in wenigen Minuten scannen und bewerten können. Machen Sie es Ihrem Leser einfach!

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Ein Aufbau könnte wie folgt aussehen:

Die Adressierung: Persönlichen Bezug herstellen

Anschreiben beginnen immer mit Formalitäten, das sind zunächst die eigenen Kontaktdaten, wobei der Name hervorstechen sollte. Es folgen die Daten des Adressaten, am besten unter Nennung des Ansprechpartners und gegebenenfalls des Geschäftsbereichs. Schließlich gehört zum formalen Teil noch das Datum, rechtsbündig, und – falls Sie eine individuelle Vorlage verwenden – stets aktualisiert.

Der inhaltliche Teil des Bewerbungsschreibens beginnt mit der Betreffzeile. Die Bezeichnung „Betreff“ oder auch „Betr.:“ wird nicht extra erwähnt, kommen Sie direkt zum Punkt: Sie bewerben sich auf eine bestimmte Stelle und beziehen sich dabei auf eine veröffentlichte Stellenanzeige, eventuell gibt es eine Referenznummer. Diese Angaben gehören auf jeden Fall in die Betreffzeile. Wenn Sie eine Initiativbewerbung senden oder bereits Kontakt zum Ansprechpartner hatten, etwa durch ein Telefongespräch oder auf einer Messe, sollten Sie diese wichtige Information ebenfalls in die gefettete Betreffzeile packen.

  • „Bewerbung als Software-Entwickler SPS
    www.ingenieur.de vom 15. März 2016“
  • „Unser Gespräch auf dem VDI Nachrichten Recruiting Tag vom 10. März 2016
    Bewerbung als Konstrukteur in der Fördertechnik“
  • „Initiativbewerbung als Technischer Vertriebsingenieur im Außendienst“

Die Einleitung: Früh Farbe bekennen

Nun beginnt für viele der schwierige Teil, der individuelle Inhalt. Aber keine Panik, auch wenn aller Anfang schwer ist und das insbesondere für den Einleitungssatz in einem Bewerbungsschreiben gilt: Diese Aufgabe ist machbar, wenn Sie einen Plan haben. Betrachten Sie das Anforderungsprofil aus den Augen des Personalers und vermeiden Sie, den Einsteller als Mittel zum Zweck zu benutzen. Beispiel: „Ich möchte mich in Ihrem Unternehmen für meinen weiteren Lebensweg qualifizieren“. Das entspricht der Aussage eines Verkäufers: „Kaufen Sie meine Produkte, damit ich reich werde!“ So darf allenfalls ein Starbewerber argumentieren: Werden dem Verkäufer die Produkte aus der Hand gerissen, hört eben niemand auf seine Argumente.

Die Kunst ist es, in wenigen Sätzen den eigenen Werdegang so darzustellen, dass die vakante Position wie dessen logische Fortführung scheint. Die Verbindung kann der derzeitige Job sein, das Ehrenamt in der Abendschule, die Affinität zu einer gewissen Region der Welt – was auch immer es ist, seien sie ehrlich. Sie haben sich entschieden, auf die Stellenanzeige zu reagieren, Sie werden ehrliche und gute Argumente dafür haben. Teilen Sie sie dem Unternehmen mit, indem Sie aus dessen Sicht argumentieren.

  • „Mit einem Bachelor in Energietechnik startete ich 2010 ins Berufsleben. Drei Jahre später absolvierte ich parallel zu meiner Tätigkeit als Entwicklungsingenieur den Master in Elektrotechnik und kann inzwischen erste Erfahrungen als Teilprojektleiter vorweisen. Als Projektleiter Elektronik für Energiesysteme bietet mir Ihr Unternehmen die Möglichkeit, all meine Vorkenntnisse und Interessen in einer Position zu vereinen.“
  • „Um die Bauausführung Ihrer Projekte im arabischen Raum zu leiten, bringe ich aber nicht nur fachliche Voraussetzungen mit. Aus familiären Gründen lerne ich in meiner Freizeit Arabisch und habe vergangene Woche einen Sprachtest der Niveaustufe C1 erfolgreich absolviert.“

Letzter Absatz: Lästige Formalien klären

Im Schlussteil des Bewerbungsschreibens können Sie nun Ihre Vorstellungen etwa zum Gehalt oder zur Terminplanung unterbreiten. Hier gilt es, den goldenen Mittelweg zu finden. Immer mehr Unternehmen verlangen von den Bewerbern nämlich, ihren eigenen Marktwert einzuschätzen. Und diesem Wunsch sollten Sie unter Angabe einer groben Gehaltsspanne nachkommen, anstatt ihn in ihrem Anschreiben einfach zu ignorieren.

Anhaltspunkte, was man in der ausgeschriebenen Position verdienen kann, gibt unsere Gehaltsstudie, deren Ergebnisse wir in mehreren Artikeln anschaulich dargestellt haben (lesen Sie hier). Wer bereits Berufserfahrung hat, kann seinen derzeitigen Marktwert mit dem Gehaltstest ganz individuell einschätzen lassen. Wer dennoch unsicher ist, kann seine Angaben bis auf das Vorstellungsgespräch vertagen. Dort spätestens wird die Sprache aber aufs Geld kommen.

  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Jahresentgelt zwischen 45.000 EUR und 50.000 EUR brutto.“
  • „Über Gehaltsvorstellungen können wir uns gerne in einem persönlichen Gespräch austauschen.“

Auch Angaben zum frühestmöglichen Eintrittstermin verlangen viele Unternehmen mit Einreichen der Bewerbungsunterlagen. Es ist also ratsam, hierauf einzugehen, zumal man als Arbeitnehmer teilweise erhebliche Kündigungsfristen einzuhalten hat, auf die sich das Gegenüber einstellen muss. Je nach Gefühl kann man hier auch um Vertraulichkeit bitten – sollten Sie etwa noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen.

Schlusssatz: Sag beim Abschied leise Servus?

Nun kommt das Ende, die altbekannte Formel mit dem Hinweis auf das anstehende Vorstellungsgespräch, Unterschrift, fertig. Aber Vorsicht, eine Stolperfalle gibt es hier noch. Vergessen Sie die Floskel „Ich würde mich freuen, Sie im Vorstellungsgespräch von meinen Stärken überzeugen zu können.“ Erstens sind Sie als Bewerber kein Bittsteller, der Konjunktiv legt aber genau das nahe. Zweitens haben Sie als hoch motivierter neuer Mitarbeiter in spe den nötigen Mehrwert im Gepäck, das Gespräch dient also der gegenseitigen Überzeugung. Seien Sie daher freundlich, aber nicht unterwürfig.

  • „Ich freue mich, Sie in einem persönlichen Gespräch näher kennenzulernen.“
  • „Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich.“

Passt das inhaltlich Anschreiben zur Stellenanzeige?

Anforderungen an den Bewerber

Prüfen Sie, wie gut Ihre Sätze die Anforderungen der Ausschreibung treffen. Optimal ist die Beweisführung mit Fakten. Sagen Sie aufgrund welcher Qualifikationen und Erfahrungen Sie die Anforderungen der Anzeige erfüllen. Second best: Der Bewerber behauptet lediglich, die Anforderungen zu erfüllen. Schlecht: Eine wichtige Anforderung einfach ignorieren. Sind Gehalt und Eintrittstermin gefragt? Bitte nicht kneifen!

Informationsgehalt des Anschreibens

Prüfen Sie abschließend jeden Satz. Beantwortet der Satz die Frage, ob Sie zu der Stelle passen? Streichen Sie nichtssagende Phrasen. Sie kosten den Leser Zeit und lösen nicht sein Personalproblem. Irgendwann legt er genervt das Anschreiben oder gleich die ganze Bewerbung zur Seite. Sie haben zudem wichtigen Verkaufsraum verschenkt!

Satzlänge

Gleicht Ihr Anschreiben einem Satzlabyrinth? Achtung, der Leser wird bald das Lesen abbrechen! Wer macht sich schon die Arbeit und liest einen Satz zwei- oder dreimal, um endlich den gesamten Sinn zu erfassen? Verbannen Sie Sätze, die weit über zwölf Worte hinausgehen. Eliminieren Sie komplizierte Satzverschachtelungen. Formulieren Sie besser zwei kurze klare Sätze. Eine, maximal zwei Aussagen pro Satz reichen.

Dynamik

Hauchen Sie Ihrem Text Leben ein, Meiden Sie den Nominalstil und das Passiv mit statischen Verben. Besser sind aktiv formulierte Sätze mit vielen Verben. Sie klingen dynamischer, beweisen Initiative und Tatkraft. Statisch: „Die Organisation und Führung der ausländischen Gruppen lag in meiner Verantwortung.“ Dynamisch: „Ich organisierte und führte eigenverantwortlich ausländische Gruppen. Fortlaufend eignete ich mir Schlüsselqualifikationen an.“

Checkliste für das Bewerbungsschreiben

  • Eigene Kontaktdaten mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse, einer gültigen Telefonnummer und der aktuellen und professionellen E-Mail-Adresse
  • Empfänger mit persönlicher Ansprache und gegebenenfalls entsprechender Abteilung
  • Datum: Wenn Sie Vorlagen verwenden, bitte stets aktualisieren!
  • Betreff unter Nennung der angestrebten Position, Verweis auf die Stellenanzeige und gegebenenfalls Referenznummer. Auch wenn es bereits einen persönlichen Kontakt gab, können Sie das hier aufführen.
  • Einleitung mit der persönlichen Motivation für diese Bewerbung
  • Eigenmarketing von den fachlichen über die sozialen Fähigkeiten bis hin zu besonderen Kenntnissen betreiben.
  • Bezug zwischen dem eigenen Profil und dem Unternehmen, bzw. der angestrebten Position herstellen.
  • Formalien wie Kündigungsfristen und Gehaltsvorstellungen offenlegen
  • Abschiedsformel mit optimistischem Ausblick auf das persönliche Vorstellungsgespräch
  • Unterschrift

Muster-Bewerbungsschreiben

Das Team von ingenieur.de wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung!

Tipp:
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Die größten Fehler im Vorstellungsgespräch 

 

Von Lisa Schneider mit Material von Bernd Andersch Tags:

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