Bewerbung

Dynamik im Lebenslauf trotz langer Verweilzeiten

Wenn es um die Verweilzeiten in beruflichen Stationen geht, ist es nicht leicht, den Vorstellungen der Personaler bei der Gestaltung im Lebenslauf zu entsprechen. Kurze Verweilzeiten werden als „verdächtig“ ausgemacht und lassen im Vorstellungsgespräch oder beim Lesen des Lebenslaufes Gedankenspiele und Fragen zu. Auch zu lange Verweilzeiten kommen aus verschiedenen Gründen nicht gut an.

Lebenslauf: Verweilzeiten inhaltlich plausibel machen.

Lebenslauf: Verweilzeiten inhaltlich plausibel machen.

Foto: panthermedia.net/photographee.eu

Was die Mitarbeiter in der Personalabteilung geradezu beflügelt, den Bewerber zu „entlarven“, beunruhigt auf der anderen Seite die Kandidaten. Ganz wichtig in diesem Spiel: Die Ruhe bewahren, erst einmal den Sinn der Fragen begreifen und dann die richtigen Antworten vorbereiten – bzw. mit einer hinreichenden Dokumentation im Lebenslauf den Spekulationen vorbeugen.

Lebenslauf-Gestaltung: Keine Zweifel aufkommen lassen

Versetzt man sich in die Rolle der Personaler, kann man sich leicht vorstellen, dass sie sich nicht mit der Einstellung ins Vorstellungsgespräch setzen, dass der Lebenslauf der Kandidatin oder des Kandidaten in Ordnung ist und keine weiteren Fragen gestellt werden müssen! Es gehört einfach zu ihren Aufgaben, bei kurzen Verweilzeiten der Bewerber zu fragen, warum dies so ist. Auch wenn die Verweilzeiten zu lang sind, stellt sich die gleiche Frage. Absolvierte der Bewerber ein zu kurzes Studium, kann man daraus genauso viele Fragen ableiten, als wenn das Studium über Gebühr lange dauerte.

Selbst eine mittelmäßige Studienzeit im Lebenslauf kann Fragen aufwerfen. Die Personaler verrichten ihre Arbeit und testen durch derartige Fragen den Kandidaten im Interview nicht nur auf die Inhalte der Antworten, sondern auch auf im Hinblick auf seine Reaktionen, sein Kommunikationsvermögen, die Logik seiner Antworten usw. Durchaus alles sehr legitim – und „spannend“ wie ein Schachspiel. Also braucht niemand eingeschnappt sein, wenn Fragen nach zu langen Berufsstationen kommen. Dennoch sollten gerade auch die inhaltliche Absicht solcher Fragen erkannt werden und die Antworten wohl überlegt sein.

Lebenslauf: Lange Verweilzeiten gleich bequeme Sofasocke?

Im Grunde möchten die Personaler mit den Fragen zu den langen Verweilzeiten, die sie aus dem Lebenslauf entnehmen, „die bequeme Sofasocke“ entlarven. Solche Bewerber, die jahrelang zu bequem waren, das Unternehmen zu wechseln, die Kandidaten, die für Unflexibilität in hohem Maße stehen und durch Angst vor Veränderungen und neuen Situationen gekennzeichnet sind. Es ist also legitim, zu fragen: Weshalb möchte der Kandidat ausgerechnet nach jahrelanger Arbeit in einem Unternehmen seine bequeme Position aufgeben und wechseln? Wird der Kandidat mit einem Unternehmens- und Arbeitsplatzwechsel nicht völlig überfordert, wenn er auf ein neues Aufgabenumfeld und neue Kollegen und Kunden stößt? Im Regelfall trifft dies auf die meisten Kandidaten nicht zu, sie können aber falsch eingeschätzt werden, etwa durch ungeschickte Formulierungen im Lebenslauf oder bei ungeschicktem Verhalten im Vorstellungsgespräch.

Wird etwa im Lebenslauf die Verweilzeit von 15 Jahren lapidar mit dem Hinweis „Gruppenleiter Konstruktion“ abgetan, über nur wenige konkrete Aufgaben und Projekte berichtet, nährt das selbstverständlich die Spekulation: Der Kandidat macht seit 15 Jahren das Gleiche, und jetzt traut er sich nochmals eine Veränderung zu? Wenn das mal gut geht. Also muss der Bewerber hier Dynamik in den Lebenslauf bringen.

Lange Verweilzeiten im Lebenslauf inhaltlich plausibel machen

In den meisten Fällen übte der Kandidat nämlich nicht die gleichen Tätigkeiten aus, sondern nahm im Laufe der Zeit völlig andere Aufgaben wahr, wickelte andersartige Projekte ab, mit anderen Tools, unter Einsatz anderer Verfahren und Technologien, mit anderen Verantwortlichkeiten usw. Möglicherweise war der Kandidat auch gar nicht ganze 15 Jahre Gruppenleiter, sondern wuchs mit der Zeit in die Position hinein – etwa über die Stationen Projektingenieur und Projektmanager -, nur hat er diese Entwicklung nicht im Lebenslauf dargestellt oder im Vorstellungsgespräch angesprochen, obwohl es hierzu sicherlich einer gewissen Flexibilität in jederlei Hinsicht bedurfte.

Lange Verweilzeiten beim aktuellen Arbeitgeber werden besonders kritisch gesehen, wenn der Lebenslauf nicht durch ein Arbeitszeugnis belegt werden kann. Warum hat sich der Kandidat kein Zeugnis ausstellen lassen? Wahrscheinlich, weil er nie damit rechnete, sich bewerben zu müssen. Oder: Bestätigt das fehlende Zeugnis nicht gerade das Bild vom bequemen Kandidaten, der sich um nichts kümmern möchte? Wechselt er jetzt unter Zwang, möglicherweise schon mit der Kündigung in der Tasche? Es ergeben sich also weitere Spekulationen – meist nicht zum Vorteil der Bewerber.

 

Von Bernd Andersch, Karrierecoach Düsseldorf Tags:

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