Bewerbung 24.02.2015, 01:00 Uhr

Der richtige Inhalt für den Lebenslauf

Der Lebenslauf ist Ihre wichtigste „Verkaufsunterlage“ im Bewerbungsprozess. Gibt er wenig her, wird die Bewerbung wahrscheinlich nach dem ersten Querlesen abgelehnt. Dies gilt insbesondere für Bewerbungen gestandener Führungskräfte und Spezialisten, an die höchste Ansprüche gestellt werden. Da nützt es wenig, wenn irgendwo in den beigefügten Unterlagen die wichtigen Informationen schlummern. Nur ein aussagekräftiger und informativer Lebenslauf wird den Personalentscheider zu einem intensiveren Studium der Bewerbung veranlassen.

Der Inhalt muss stimmen. 

Der Inhalt muss stimmen. 

Foto: panthermedia.net/garagestock

Lebenslaufdaten präsentieren

Der Lebenslauf entwickelt sich immer mehr zu einer echten Präsentation des Bewerbers. Gefragt ist die selektive, leicht lesbare Darstellung. Historische Altlasten sind so knapp wie möglich abzubilden. Zur Stelle passende, aktuelle Qualifikationen und Erfahrungen sollten dagegen ausführlich dokumentiert werden. So entsteht beim Leser der Eindruck eines attraktiven Bewerbers, der sich die Mühe gemacht hat, das Interesse des Unternehmens zu ergründen – statt bloß das eigene Interesse an Aufstiegsmöglichkeiten, Status und hohem Gehalt zu verkaufen. Feilen Sie also an Inhalt, Stil und Optik, bis sich ein einstellerorientiertes und lesefreundliches Ergebnis zeigt.

Passende Vokabeln entscheiden

Die Arbeit lohnt sich: Ein ungekündigter Leiter Produktmanagement wollte die baunahe Industrie verlassen. Daher verschickte er rund 90 Initiativbewerbungen in eine völlig andere Branche. Er war überzeugt, dass seine Erfahrungen dort gut verwendet werden könnten. Umso überraschter war der promovierte Diplom-Ingenieur vom Ergebnis seiner Aktion: lediglich zwei Vorstellungsgespräche bei wenig attraktiven Arbeitgebern. Ein Blick in die Bewerbungsunter­lagen offenbarte die Schwachpunkte. Der Lebenslauf reihte monoton eine Station an die nächste. Nur wenige Worte gaben fachliche Kompetenz und Verantwortungsbereiche wieder. Die Namen der Arbeitgeber und einige aufgeführte Projekte wiesen den Produktmanager als echten Experten im Baubereich aus. Mit diesem Lebenslauf hatte sich der Bewerber für einen Branchenwechsel selbst eine unüberwindbare Hürde in den Weg gestellt. Warum sollte beispielsweise ein Elektronikunternehmen diesen Kandidaten akzeptieren?
Der Kandidat startete eine zweite Bewerbungsrunde mit einem durchgestylten und aussagekräftigeren Lebenslauf bei einer ähnlichen Zahl von Aussendungen mit einer viel besseren Resonanz: 12 Vorstellungsgespräche! Der neue Lebenslauf präsentierte den Kandidaten als Fachmann im Produktmanagement und erfolgreiche Führungskraft – die Baubranche trat in den Hintergrund.

Optik ist im Grunde sekundär

Viele Bewerbungsratgeber vermitteln den Eindruck, dass die ansprechende Optik den guten Lebenslauf ausmacht. Diese ist zwar wichtig, in erster Linie entscheidet jedoch, was der hübsch anzusehende Lebenslauf inhaltlich bietet. Als Vorbild kann der Lebenslauf eines Vertriebs- und Marketingleiters herangezogen werden: Er bewarb sich um die Position eines Geschäftsführers in der Elektronikbranche. Klar nachzuvollziehen war sein Aufstieg vom Produktmanager über den Abteilungsleiter Marketing hin zum Vertriebsmanager. Neben Unternehmen und Position waren zu jeder Station ausführlich die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und erzielten Ergebnisse dokumentiert. Zudem schmückten Vokabeln aus der Welt des General Managements den übersichtlich gegliederten Lebenslauf. Zielbranchenspezifische Begriffe beschränken sich auf heute aktuelle Keywords.

Telegrammstil anwenden

Alte Schätzchen wie Ausbildung, Studium und Berufseinstieg nahmen im zweiseitigen Lebenslauf nur 25 Prozent des Raums in Anspruch. Zur jetzigen Stelle fanden sich dagegen Informationen auf 20 Zeilen verteilt. Schnelle und leichte Lesbarkeit erzielte der Kandidat durch kurze Statements. Er formulierte im Telegrammstil, zum Beispiel „Aufbau der neuen Abteilung Produktmarketing“. Die Ergebnisse seines Schaffens dokumentierte er plakativ, etwa „nationale Marktführer in zweite Position verdrängt“, „erhebliche Kosteneinsparungen bei Serienprodukten“. Überflüssige Detailangaben oder unverständliche Abkürzungen fanden sich nicht. Übrigens, wenn Sie den Lebenslauf auf diese Weise überarbeiten, hat das mit Schonfärberei wenig zu tun. Es erleichtert vielmehr dem Einsteller einen schnellen Abgleich von Anforderungs- und Qualifikationsprofil.

 

Von Karriere-Coach Bernd Andersch, andersch-consulting.de Tags:

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