Karrieretipps 02.10.2017, 00:00 Uhr

Die sieben „Todsünden“ für Ingenieure im Vorstellungsgespräch

Auch wenn Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, entscheidet häufig der persönliche Eindruck beim Vorstellungsgespräch über Erfolg oder Niederlage. Ingenieure sollten dort als Persönlichkeit überzeugen und die eigenen Kompetenzen herausstellen. Stattdessen scheitern viele Ingenieure bei der Hürde Vorstellungsgespräch an vermeidbaren Fehlern. Diese sieben „Todsünden“ dürfen Sie auf keinen Fall begehen.

Sicherheit im Vorstellungsgespräch dank guter Vorbereitung.

Sicherheit im Vorstellungsgespräch dank guter Vorbereitung.

Foto: panthermedia.net/Kzenon

1. Mangelhafte Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Für Ingenieure ist es von erheblicher Bedeutung sich auf ein Vorstellungsgespräch fundiert vorzubereiten. Zum einen, indem sie sich umfassend über den potenziellen Arbeitgeber informieren, zum anderen, indem sie sich mit den fachlichen Anforderungen der angebotenen Stelle auseinandersetzen.

Im Vergleich zu anderen Berufszweigen können die inhaltliche Schwerpunkte der verschiedenen Unternehmen stark voneinander abweichen. Die Recherche beginnt im Internet, sollte aber darüber hinausgehen, falls die gewünschten Daten nicht zur Verfügung stehen. Scheuen Sie nicht davor zurück, bereits vor einem Vorstellungsgespräch Fragen zu klären, indem Sie sich im Sekretariat beispielsweise nach veröffentlichten Bilanzen und einem Unternehmensporträt erkundigen.

Bei der Durchsicht sollten Sie sich wichtige Fakten merken und zudem Fragen notieren, die Sie im Vorstellungsgespräch anbringen können. Damit zeigen Sie Ihr Interesse. Umso mehr, wenn Sie zudem fachliche Fragen stellen, die ihre Erfahrung in dem ausgeschriebenen Bereich verdeutlichen oder auf vertieftes Wissen, etwa durch einen Studienschwerpunkt, hinweisen.

2. Ingenieure müssen nicht reden können, wenn sie kompetent sind?

Es gibt Ingenieure, die hohe fachliche Kompetenz besitzen, diese im Vorstellungsgespräch jedoch nicht vermitteln können. Ein ruhiges, sicheres Auftreten macht den besten Eindruck. Sie sollten also laut und deutlich sprechen, weder einsilbig sein, noch den Personalchef unterbrechen. Auf Fragen im Vorstellungsgespräch antworten Sie präzise, ohne unnötig auszuschweifen. Wenn große Reden nicht ihr Ding sind, kein Problem, die sind im Vorstellungsgespräch nicht gefragt. Ihre Antworten allerdings sollten Hand und Fuß haben und nicht aus einem Ja oder Nein bestehen.

3. Lücken im Lebenslauf nicht erklären können

Nicht alle Ingenieure können beim Vorstellungsgespräch einen perfekten Lebenslauf vorlegen, was ihre Kompetenz nicht automatisch infrage stellt. Ein großer Fehler wäre es jedoch, auf entsprechendes Nachhaken durch den Gesprächspartner mit einem Schulterzucken zu reagieren. Überlegen Sie sich vorab, wie Sie im Vorstellungsgespräch auf Fragen souverän antworten können. Lässt sich ein ungewöhnlich langes Studium beispielsweise durch einen Nebenjob erklären? Das ließe sich durch den Hinweis ergänzen, dass Sie gelernt haben, verschiedene Anforderungen unter einen Hut zu bringen.

4. Keine Antwort geben auf die Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Im Vorstellungsgespräch werden Ingenieure nur noch selten gebeten, diese darzustellen. Falls sie aber doch kommen sollte, vermeiden Sie eine Antworten wie: „Ich bin zu perfektionistisch“ oder „meine Hilfebereitschaft Kollegen gegenüber raubt mit viel Arbeitszeit. Es sind Phrasen, die zu viele Personaler schon zu oft gehört haben.

Wer „keine Schwächen“ angibt, begeht ebenfalls einen großen Fauxpas, denn das zeugt von einer falschen Selbsteinschätzung. Die Antwort auf diese Frage sollte vielmehr authentisch sein und dem möglichen Arbeitgeber dennoch einen positiven Eindruck vermitteln. Welche ihn abschrecken können? Das steht üblicherweise in der Stellenanzeige, wo persönliche Charaktereigenschaften aufgeführt sind, die der Bewerber für die Stelle mitbringen sollte.

5. Beim Vorstellungsgespräch vorherige Arbeitgeber kritisieren

Wer im Vorstellungsgespräch auf Fragen nach einem ehemaligen Arbeitgeber abfällig reagiert oder ihn sogar konkret kritisiert, muss damit rechnen, eine Absage zu erhalten. Unternehmen suchen loyale Mitarbeiter. Das gilt für Ingenieure in besonderem Maße, da sie häufig in sensiblen Bereichen wie Entwicklung oder Qualitätskontrolle eingesetzt sind. Wie Sie sich davor bewahren, Betriebsgeheimnisse auszuplaudern, lesen Sie hier.

Der bessere Weg ist es daher, Äußerungen im Vorstellungsgespräch nur auf sich selbst als Arbeitnehmer zu beziehen: „Ich hatte den Eindruck, dass ich mich im letzten Unternehmen nicht ausreichend weiterentwickeln konnte, da mein Arbeitsbereich sehr festgelegt war.“

6. Ein Klassiker: Zu früh oder zu spät zum Termin erscheinen

Ein Arbeitgeber wünscht sich zuverlässige Mitarbeiter. Daher ist es eine absolute Todsünde, wenn Bewerber zum Vorstellungsgespräch zu spät erscheinen. Die gute Arbeitsmarktsituation für Ingenieurinnen und Ingenieure lässt da keine Sonderregel zu. Beugen Sie Situationen wie einem Stau oder verspäteten Zügen vor, indem Sie sich sehr rechtzeitig auf den Weg machen.

Doch Vorsicht: Es gilt auch als ungeschickt, bei einem Vorstellungsgespräch zu früh einzutreffen. Nutzen Sie besser die Zeit, indem Sie in einem Café in der Nähe die Unterlagen noch einmal durchgehen. Klopfen Sie maximal zehn Minuten vor dem avisierten Termin an die Tür, bzw. melden sich am Empfang. Und denken Sie daran, ihr Handy vor dem Vorstellungsgespräch auszuschalten.

7. Unrealistische Gehaltsvorstellungen äußern

Im Vorstellungsgespräch werden Ingenieure in der Regel auch nach ihren Gehaltsvorstellungen gefragt. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Zahlen vermitteln den Eindruck, Sie seien schlecht informiert – oder wertschätzen die eigene Kompetenz nicht. Die Angaben sollten daher der Ausbildung und Berufserfahrung angemessen sein. Orientierung bieten die aktuellen Infos zu Ingenieurgehältern von ingenieurkarriere.de.

 

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