Meister der Tarnung 02.12.2013, 09:12 Uhr

Seepferdchen räubern mit ihrer Tarnkappenschnauze

Seepferdchen haben an ihrem Kopf eine Art Tarnkappe, die es ihnen erlaubt, erfolgreiche Jäger zu sein und sich unbemerkt an ihr Futter anzupirschen. Denn anders als andere Fische sind sie schlechte Schwimmer. Aber dafür erzeugen sie praktisch keine Wasserbewegungen, die die Futtertiere warnen könnten.

Seepferdchen können sich praktisch unbemerkt an ihre Beute heranpirschen. Dabei kommt ihnen auch die Kopfform entgegen, die dazu führt, dass es keine Verwirbelungen im Wasser gibt und die Beute nicht gewarnt wird.

Seepferdchen können sich praktisch unbemerkt an ihre Beute heranpirschen. Dabei kommt ihnen auch die Kopfform entgegen, die dazu führt, dass es keine Verwirbelungen im Wasser gibt und die Beute nicht gewarnt wird.

Foto: Wikimedia

Seepferdchen sind sehr erfolgreiche Jäger. Sie haben die Fähigkeit sich so zu bewegen, dass sie nur minimalste Strömungen auslösen und ihre Beutetiere nicht gewarnt sind. Denn obwohl die Seepferdchen zur Art der Fische gehören, sind sie sehr schlechte Schwimmer und bewegen sich nur sehr langsam durch das Wasser. Meeresbiologen der US-amerikanischen Universität im texanischen Austin haben untersucht, warum die kleinen Tierchen trotz ihrer Langsamkeit so gute Jäger sind.

Beute wird blitzschnell eingesaugt

Ruhig und anmutig gleiten die Seepferdchen durchs Wasser. Erreichen sie ihr Futter, schnellt ihr Kopf sehr schnell nach oben und ihr Maul saugt das Futter ein. Dabei helfen die Sehnen im Hals, die wie gespannte Federn arbeiten. Der Hals ist sehr gekrümmt und ist ihnen daher bei der  Futtersuche sehr hilfreich.

Doch wie können die kleinen Tierchen von zwei bis zweieinhalb Zentimeter sich so unbemerkt und schnell ihrem Opfer nähern? Um dies herauszufinden, untersuchten die Meeresbiologen um den Forscher Brad Gemmell die Strömungen, die entstehen, wenn ein kleines Seepferdchen auf sein Futter zu schwimmt. In einem Versuchsaquarium filmten sie die Bewegungen der Tiere. Die Wasserbewegungen, die sich um den Körper des Seepferdchens durch kleinste Schwebeteilchen bildeten, wurden mit Hilfe eines Computers errechnet. Dieser erstellte ein dreidimensionales Abbild.

Seepferdchen können sich praktisch unbemerkt an ihre Beute heranpirschen. Dabei kommt ihnen auch die Kopfform entgegen, die dazu führt, dass es keine Verwirbelungen im Wasser gibt und die Beute nicht gewarnt wird.

Seepferdchen können sich praktisch unbemerkt an ihre Beute heranpirschen. Dabei kommt ihnen auch die Kopfform entgegen, die dazu führt, dass es keine Verwirbelungen im Wasser gibt und die Beute nicht gewarnt wird.

Foto: Wikimedia

Auf den ersten Blick zeigte sich kein Unterschied im Vergleich zu anderen Fischarten. Vielmehr waren die entstandenen Wasserverwirbelungen genauso groß und auffällig wie bei anderen Fischen. Nur ein einziger Punkt am Seepferdchen blieb ganz ruhig und zeigte einen Unterschied: die Seepferdchenschnauze. Sie erzeugt nur minimalste Bewegungen in der Strömung, oberhalb des Kopfes bleibt das Wasser ganz ruhig.

Seepferdchen erzeugen praktisch keine Bewegungen im Wasser

Dies ist als das Geheimnis der Räuber: Ohne Bewegung zu erzeugen, schwimmen die Jäger im Wasser zu ihrer Beute, in dem sie sich von schräg unten annähern. Dabei halten sie ihren Kopf in einem Winkel, der sie in einen Tarnmodus versetzt. Angekommen, schießt der Kopf hoch und saugt die Beute ein.

Die untersuchten Zwergseepferdchen leben vor der Ostküste Amerikas. Dort ist die Strömung sehr gering. Umso wichtiger ist daher ihre Tarnung, um sich mit Futter – vor allem Plankton und kleine Ruderflusskrebse – zu versorgen. Zwergseepferdchen sind mit zwei bis zweieinhalb Zentimetern Länge die zweitkleinste Seepferdchenart nach den Denise-Zwergseepferdchen, die nur 1,35 Zentimeter kurz werden.

Insgesamt gibt es 35 bis 80 Arten der Seepferdchen. Viele von ihnen sind noch nicht näher beschrieben worden. Seepferdchen gehören zu den gefährdeten Tierarten, obwohl sie nur wenige Feinde in der Natur haben. Sie leiden besonders darunter, dass die unterseeischen Seegraswälder zerstört werden, die ihren Lebensraum bilden. Weiterhin schadet die Fischerei in großem Maße, da Seepferdchen als Beifang in den Netzen landen. Nicht zuletzt werden die kleinen Tierchen in China immer mehr als Heilmittel eingesetzt. 

Von Petra Funk

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