Elektroauto 28.03.2022, 11:49 Uhr

VW verschiebt Start von ID.5 – wegen fehlender Bauteile

Eigentlich sollte der ID.5 von VW Anfang April vom Band rollen. Aber der Ukraine-Krieg sorgt für Lieferengpässe, es fehlt an essentiellen Teilen. Doch nicht nur das.

Bevor es zum Feinschliff kommt, fehlt noch einiges: Wegen Lieferengpässen muss VW den Start des ID.5 verschieben. Foto: VW

Bevor es zum Feinschliff kommt, fehlt noch einiges: Wegen Lieferengpässen muss VW den Start des ID.5 verschieben.

Foto: VW

Der ID.5 ist der neueste Streich in der Reihe elektromotorbetriebener Fahrzeuge von Volkswagen – nach dem ID.3 und dem ID.4. Doch VW muss den Starten des SUV-Coupés nun erst einmal streichen. Grund: Es fehlen essentielle Bauteile.

Anfang April sollte das VW-Elektroauto eigentlich vom Band rollen, bereits im November 2021 konnte es bestellt werden. Doch die Auslieferungen des SUV-Coupés verzögern sich wegen der mehrwöchigen Produktionsausfälle, die durch fehlende Teile im sächsischen Werk Zwickau ausgelöst worden waren. „Daher planen wir die Markteinführung des ID.5 entsprechend für den Mai“, so ein Konzernsprecher. Vor allem auch der Krieg in der Ukraine hatte für massive Lieferprobleme gesorgt.

VW: Es fehlen wichtige Bauteile für Elektroauto ID.5

Unter anderem Kabelbäume fehlen, zeitweise kam es in den Werken zum kompletten Stillstand. Die Serienproduktion des ID.5 war Ende Januar in Zwickau angelaufen. Das Werk ist inzwischen ganz auf die Fertigung von E-Autos umgerüstet und arbeitet ebenfalls für Konzerntöchter wie Audi. Am VW-Stammsitz Wolfsburg wurde die Versorgungslage nach Angaben des Unternehmens wieder etwas stabiler, dort fährt Volkswagen seine Fertigung in den nächsten zwei Wochen nun schneller hoch als zunächst geplant.

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Neben den akuten Lieferengpässen hat die gesamte Autoindustrie seit geraumer Zeit Probleme mit dem Mangel an Elektronikchips. Die Situation ist absurd, denn die Autohersteller könnten gewaltige Absatzzahlen feiern – doch nachgefragte Modelle können schlichtweg nur mit massiven Verzögerungen gebaut werden. Halbleiter sind immer noch Mangelware, ohne Mikrochips, die in modernen Autos massenhaft verbaut sind, bleiben die Autos unvollendet.

Produktion auf Halde

Zuletzt mussten die Autobauer Teile und halbgefertigte Modelle zwischenlagern. Ein Stückweit sind die Chip-Probleme auch hausgemacht. Im Corona-Jahr 2020 hatten viele der Konzerne Produktionsstopps und Kurzarbeit eingelegt. Auf Zukäufe von Bauteilen wie Halbleiterchips verzichteten die meisten aus Spargründen. Hersteller aus anderen Branchen – Smartphone-, Fernseher-, Laptop-Produktion – haben die knappen Rohstoffe den Autobauern zwischenzeitlich vor der Nase weggekauft; deren Produkte waren gerade im vergangenen Jahr extrem nachgefragt.

Elektrische Energiespeicher: Sie könnten das Laden von E-Autos revolutionieren

Unklar ist, wie viele ID.5-Expemplare zur Markteinführung verfügbar sein werden. Kundinnen und Kunden, die jetzt vorbestellen, werden sich jedenfalls sehr gedulden müssen. Der ID.5 sei beliebt, heißt es bei VW. Der Autobauer verspricht eine recht ordentliche Reichweite bei dem Modell: Der 77-kWh-Akku soll bei optimaler Fahrweise eine Strecke von bis zu 520 Kilometern schaffen.

Ausblick fällt verhalten aus

Insgesamt bleibt die gesamte Autobranche wegen der hohen Risiken im Zusammenhang mit dem Krieg und der nach wie vor mangelnden Chips vorsichtig. Der Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf fiel oft entsprechend verhalten aus. Durch die Elektronik-Engpässe musste VW kürzlich einen vorläufigen Bestellstopp für Hybridmodelle verhängen. Kunden mussten davor schon sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

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