Blick hinter die Kulissen 18.03.2020, 12:42 Uhr

VW ID.3 feiert Premiere: Wie Mitarbeiter dank Robotics neue Modelle schaffen

Volkswagen hat sein erstes rein für den Elektroantrieb konzipiertes Fahrzeug, den ID.3 offiziell vorgestellt. Das Auto ist in drei Akkugrößen erhältlich und ähnelt im Innenraum einem Tesla. Der ID.1 soll zudem den mäßig erfolgreichen E-Up ab 2023 ersetzen. Eines der größten Fertigungshallen des VW-Werks befindet sich in Bratislava. Ein exklusiver Einblick.

Hellblauer VW ID.3 mit Fahrer

Der neue Volkswagen ID.3. Erhältlich ab 2020.

Foto: Volkswagen AG

Im Mai dieses Jahres verzeichnete Volkswagen für das Elektroauto ID.3 mehr als 10.000 Vorreservierungen – und das in 24 Stunden. Diese Beliebtheit hat sich auch heute bei der offiziellen Vorstellung des E-Autos im Rahmen der IAA gezeigt. Die Basisversion kostet knappe 30.000 Euro. Der eingesetzte Akku ist mit einer Nettokapazität von 45 Kilowattstunden (kWh) ausgestattet. Weitere Modelle sind mit 58 und 77 kWh-Akkus erhältlich. Die Reichweite des ID.3 beträgt je nach Modell 330, 420 und 550 Kilometer. Den ID.3 gibt es ausschließlich mit Heckantrieb. Dieser basiert auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB).

Die mittlere Version nennt sich Launch-Edition und wird als erstes auf dem Markt angeboten. Die maximale Ladeleistung beträgt 11 KW (Wechselstrom) und 100 KW (Gleichstrom). Der Hersteller verspricht, dass der Akku in 30 Minuten so weit aufgeladen ist, dass der ID.3 eine Reichweite von 290 Kilometer erreicht. Preislich liegt diese erste Edition bei unter 40.000 Euro.

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Damit nicht genug: Volkswagen hat seinem Logo einen neuen Look verpasst. Das Motto lautet: Back to the roots. Das Logo ist wieder zweidimensional.

Logo Volkswagen

VW enthüllt neue Markenbildsprache.

Foto: Volkswagen AG

Zu Besuch bei VW

Die Fertigungshallen des VW-Werks in Bratislava umfassen 21 Fußballfelder. Kleinwagen und SUVs werden auf zwei Linien am Fließband gefertigt. Fast 14.000 Angestellte sind hier beschäftigt. Das Besondere am Standort in Bratislava: Die Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit mit einem sogenannten Exoskelett. Auf dem Rücken tragen die VW-Angestellten das schwarze Gestell, das vorne mit seinen Gurten über Schultern und auf der Hüfte an einen Rucksack erinnern. Hinten ragen Metallstangen in die Luft, die Arme und Beine des Mitarbeiters stützen. Per Kraft zweier Federn werden diese nach oben gehievt. Die Montur nennt sich “Paexo” und stammt vom Medizintechnikhersteller Ottobock aus Duderstadt. Das Arbeiten über Kopf wird so deutlich verbessert. Wer in der Lackierstraße arbeitet und am Unterboden des Fahrzeugs werkelt, kann natürlich auch zu einem Exoskelett greifen. “Ich bin damit nach der Schicht nicht so müde”, sagt Andrej Hodal, “die Schultern schmerzen nicht so sehr, und es ist leichter, den Rücken in einer guten Position zu halten.” Die robotisch anmutenden Anzüge sind eines der großen Themen in der Arbeitswelt. VW setzt gleich auf drei “wearable robotics”. Mitarbeiter können sowohl auf eine Art tragbaren Hocker, dem Chairless Chair, zurückgreifen, als auch auf einen Roboter, der schweres Heben vorbeugt. Mehr Informationen zum Arbeiten bei VW und den Tests mit den “wearable robotics” erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe (Nr. 36) der VDI nachrichten.

Werk in Zwickau produziert den ID.3

Ab Herbst 2019 startet die Serienproduktion des VW ID.3 in Zwickau. Ab Frühjahr 2020 sollen die Elektrofahrzeuge ausgeliefert werden. Die First Edition umfasst 30.000 E-Autos. Davon sind alle bereits reserviert. Bestellen kann man das neue Modell aus dem Hause VW natürlich trotzdem – kommt aber auf die Warteliste. Für VW ist der ID.3 der erste große Aufschlag in der E-Auto-Branche. Mit der maximalen Reichweite von 550 Kilometern bei einer durchaus kompakten Größe, hat der ID das Potenzial Tesla Konkurrenz zu machen. Der US-Hersteller von E-Autos hatte erst kürzlich verkündet, an einer Millionen-Meilen-Batterie zu tüfteln, die insgesamt 1,6 Milliarden Kilometer überstehen kann. Mehr zu dieser Superbatterie haben wir hier recherchiert.

Die drei neuen ID.3 Versionen
Die drei neuen ID.3 Versionen feiern Weltpremiere.

Foto: Volkswagen AG

Augmented Reality Head-up Display im Plus-Modell des ID.3.
Augmented Reality Head-up Display im Plus-Modell des ID.3.

Foto: Volkswagen AG

Besucher betrachten die vorgestellten VW-Modelle.
Besucher betrachten die vorgestellten VW-Modelle.

Foto: Volkswagen AG

Messetrubel auf der IAA.
Messetrubel auf der IAA.

Foto: Volkswagen AG

Hellblauer VW ID.3 mit Fahrer
Der neue Volkswagen ID.3. Erhältlich ab 2020.

Foto: Volkswagen AG

ID.3 1st Plus mit zusätzlichen Features

Wem die Basis-Version nicht reicht, sollte sich den ID.3 1st Plus anschauen. Das erweiterte Modell verfügt über eine Rückfahrkamera, eine automatische Distanzregelung und ein schlüsselloses Zugangssystem. In der Mittelkonsole finden sich zwei USB-C-Anschlüsse für genügend digitalen Komfort und Vernetzung im Auto. VW deckt mit der Plus Edition die Bedürfnisse des Entertainments während der Fahrt ab. Käufer profitieren nicht nur von einem optimierten Soundsystem, sondern auch von einem Augmented-Reality-Head-up-Display. Zusätzlich genießen Fahrer den Komfort eines Spurhalte- und Spurwechselassistenten. Der Preis für das Plus-Modell ist noch nicht bekannt.

ID.1 ersetzt den mäßig erfolgreichen E-Up ab 2023

Das Elektroauto für jedermann soll ab 2023 aus dem Hause VW kommen. Genauer gesagt ersetzt der ID.1 den eher mäßig erfolgreichen E-Up. Der Konzern setzt dazu auf eine weiterentwickelte Version der Elektroplattform MEB des Wolfsburger Autoherstellers. Bislang war der modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) für Kleinwagen ungeeignet, da er zu viel Platz benötigt und zu schwer ist. Das soll sich nun aber ändern. Dabei will VW sich vom Design typischer Verbrenner verabschieden, was zu einer stark optimierten Raumausnutzung mit deutlich mehr Platz für Passagiere führen soll. Zudem arbeite Volkswagen an einem E-Auto, das deutlich unter 20.000 Euro kostet. Ab dem Jahr 2023 will der Konzern eine Millionen Elektroautos produzieren.

Passender Charger: VW präsentiert Wallbox

Nachdem der ID.3 enthüllt wurde, hat Volkswagen den passenden Charger im Gepäck. Die Wallbox kostet in der einfachen Variante 399 Euro. Integriert ist ein Fehlerstromschutz für Gleichstrom (Typ B). Fehlt dieser, können Kosten in Höhe von mehreren Hundert Euro auf die Nutzer zukommen. Die E-Autos lassen sich mit einer Leistung von 11 Kilowatt laden. Zwei weitere Wallboxen sind vernetzt und verfügen über einen eingebauten Stromzähler. Die vernetzte Wallbox liegt preislich bei 599 Euro und kann per Wlan mit dem Smartphone und Heimnetzwerk verbunden werden. Die teuerste Version ist der ID Charger Pro für 849 Euro. Die Pro-Wallbox ist mit einem LTE-Modul ausgestattet. Der Stromzähler rechnet auf das Kilowatt genau ab.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Referentin für Presse und Kommunikation beim VDI e.V.

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