Hybrid aus Fahrrad und Motorrad 02.04.2014, 09:31 Uhr

Elektronische Rakete beschleunigt mit Pedalantrieb auf 100 km/h

Aus Berlin kommt ein sensationelles Hybrid aus Fahrrad und Motorrad, das im Straßenverkehr für offene Münder sorgt. Mit einfachen Tritten beschleunigt der Fahrer das Erockit auf 100 km/h. Der stolze Preis für die elektronische Rakete: 12.460 Euro. 

Das Elektrofahrrad Erockit: 12-PS-Elektromotor und Lithium-Ionen-Akkus sind in der Mitte des Aluminiumrahmens eingebaut und massiv verkleidet. Das 123 Kilogramm schwere Gefährt schafft eine Reichweite von 70 Kilometern.

Das Elektrofahrrad Erockit: 12-PS-Elektromotor und Lithium-Ionen-Akkus sind in der Mitte des Aluminiumrahmens eingebaut und massiv verkleidet. Das 123 Kilogramm schwere Gefährt schafft eine Reichweite von 70 Kilometern.

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Foto: Erockit

Erockit ist ein einzigartiges Hybrid aus Fahrrad und Motorrad, das schon bei so manchen Autofahrern für ungläubige Blicke gesorgt hat. Der Fahrer des chopperähnlichen Geschosses tritt locker in die Pedale, beschleunigt aber so rasant wie auf einem Motorrad und überholt die meisten Autos in Sekundenschnelle.

Antriebssystem multipliziert Beinkraft um Faktor 50

Möglich wird das ungewöhnliche Schauspiel durch ein Antriebskonzept, das sich grundlegend von dem anderer Pedelecs unterscheidet. Es gibt nämlich keine direkte Verbindung zwischen Pedale und Hinterrad. Stattdessen übernehmen die Pedale die Funktion des Gaspedals. Ein Zahnriemen überträgt dabei die Rotation auf einen Generator, der eine Steuerspannung für den Bordcomputer erzeugt. Dieser wiederum steuert die Leistung des Elektromotors, der die Beinkraft des Fahrers um den Faktor 50 multipliziert.

Anders als bei Pedelecs üblich gibt es bei Erockit keine direkte Verbindung zwischen Pedale und Hinterrad. Stattdessen geben die Pedale eine Steuerspannung an den Bordcomputer, der den Elektromotor reguliert.

Anders als bei Pedelecs üblich gibt es bei Erockit keine direkte Verbindung zwischen Pedale und Hinterrad. Stattdessen geben die Pedale eine Steuerspannung an den Bordcomputer, der den Elektromotor reguliert.

Foto: Erockit

Die Folge: Mit einfachen Tritten beschleunigt Erockit auf eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 80 km/h, ein neueres Modell soll es ab Mai sogar auf über 100 km/h bringen. Spätestens dann zählt das Elektrofahrrad zweifelsohne zu den schnellsten E-Bikes der Welt.

70 Kilometer Fahrspaß für 70 Cent

Optisch erinnern lediglich Pedale und Sattel an ein Fahrrad, ansonsten bewegt sich die gesamte Konstruktion in der Motorraddimension. Lithium-Ionen-Akkus und 12-PS-Gleichstrom-Bürstenmotor sind in die Mitte des großen Aluminiumrahmens eingebaut und robust verkleidet. Und obwohl die übrigen Komponenten minimalistisch gehalten sind, erreicht das Gefährt trotzdem ein stolzes Gewicht von 123 Kilogramm. Auch die 18 Zoll großen Räder haben so gar nichts von einem Fahrrad an sich und unterstreichen eher den Motorradlook.

Ein 12-PS-Gleichstrom-Bürstenmotor genügt, um das Erockit auf 100 km/h zu beschleunigen. Auch in den Bergen mach das 123 kg schwere Elektrobike nicht schlapp.  

Ein 12-PS-Gleichstrom-Bürstenmotor genügt, um das Erockit auf 100 km/h zu beschleunigen. Auch in den Bergen mach das 123 kg schwere Elektrobike nicht schlapp.  

Foto: Erockit

Die Reichweite des Erockits dürfte in den meisten Fällen für den Stadtverkehr vollkommen ausreichen. Die Lithium-Ionen-Nanophosphat-Akkus haben eine Kapazität von 3,1 kWh und ermöglichen eine Reichweite von rund 70 Kilometern. Innerhalb von 3,5 Stunden sollen sie für circa 70 Cent aufgeladen sein. Laut Hersteller haben sie eine Lebenszeit von 2000 Ladezyklen.

Erockit kostet stolze 12.460 Euro

Erfinder des Erockits ist der gebürtige Österreicher und heutige Berliner Stefan Gulas. Die Idee zum ungewöhnlichen Motorrad-Fahrrad-Hybrid kam ihm 2004. Nach anfänglichen Finanzierungsproblemen hat sich seine Manufaktur in Marzahn mittlerweile etabliert. Zehn Mitarbeiter produzieren pro Jahr etwa 100 Exemplare des Hybrids. In den nächsten zwei Jahren plant Gulas ein Wachstum von 600 Prozent, denn er ist von der Idee überzeugt. „Fahrspaß und urbane Mobilität kombiniert mit den Eigenschaften eines Fahrrads und der Leistungsfähigkeit eines Motorrads werden die urbane Mobilität revolutionieren.“

Der Erfinder des Erockits ist der gebürtige Österreicher und heutige Berliner Stefan Gulas. 

Der Erfinder des Erockits ist der gebürtige Österreicher und heutige Berliner Stefan Gulas. 

Foto: Erockits

Hemmschuh dieser Revolution könnte der Preis sein. Derzeit kostet das Erockit 12.460 Euro. Aber das ist immerhin weniger als die Hälfte als das 120 km/h schnelle E-Bike aus Kalifornien, das Ingenieur.de kürzlich vorgestellt hat. Das Terminus des US-Herstellers M55 erreicht mit Unterstützung eines 2000-Watt-Motors eine Tempo von 120 km/h und ist nach eigenen Angaben das schnellste Pedelec der Welt. Allerdings kostet das amerikanische Pedelec rund 27.000 Euro. Da ist das Erockit aus Berlin ja fast ein Schnäppchen.

Und nicht vergessen: Das Erockit ist trotz der Pedale natürlich ein Motorrad und muss auch als solches angemeldet werden. Fahrradwege sind daher trotz der Pedale tabu.

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