Neue Lösungen sollen Vertrauen schaffen 10.05.2019, 07:03 Uhr

Geeichte Messsysteme für Elektrofahrzeuge

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, kurz PTB, hat neue kommunikative Messsysteme entwickelt. Sie arbeiten im Sinne des Eichrechts verlässlich und bieten Kunden Transparenz in puncto Kosten und Verbrauch.

Elektroauto lädt an Ladesäule.

Damit Elektroautos genauso sicher aufgeladen werden können wie Benziner oder Diesel, haben Forscher ein neues Messsystem entwickelt.

Foto: petovarga / Panthermedia.net

Ein Elektrofahrzeug wird per Stecker an die Ladesäule angeschlossen. Dann startet der Ladevorgang. Doch wie können Fahrer und Besitzer der Autos kontrollieren, ob die Lademenge stimmt oder der aktuelle Strompreis hinterlegt ist? Nach Vorgabe der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, kurz PTB, muss der Strom dabei korrekt in Kilowattstunden (kWh) gemessen werden. Es muss zusätzlich eindeutig sein, wer, wann, wo und wie viele kWh geladen hat. Man benötigt also eine gesicherte Prozesskette, in der die einzelnen Schritte exakt nachweisbar sind.

Für die Nutzer ist ein transparentes System wichtig, damit sie voller Vertrauen das Elektroauto aufladen können. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt geht deshalb einen Schritt in diese Richtung. Gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften hat die PTB eine vertrauenswürdige Ladeeinrichtung entwickelt. Sie soll im Sinne des Eichrechts verlässlich arbeiten und für den Kunden Verbrauch und Kosten nachvollziehbar erfassen.

E-Autos laden, aber bitte vertrauenswürdig

Das deutsche Mess- und Eichgesetz (MessEG) legt dabei die Anforderungen fest, die Messgeräte einhalten müssen, um dem Stand der Technik zur Gewährleistung der richtigen Messergebnisse und Messungen zu entsprechen. Dieses Eichrecht findet ebenfalls Anwendung bei Elektroladesäulen. In diesem Fall sogar in doppelter Hinsicht. Denn einerseits wird mit der Ladesäule die Infrastruktur bereitgestellt, andererseits liefert sie darüber hinaus auch noch Strom. Das MessEG nimmt dabei Einfluss auf die technische Abwicklung und Erfassung der Messwerte. Im Mittelpunkt steht immer der Verbraucherschutz. Denn dem Gesetzgeber geht es vor allem darum, Missbrauch bei der Lieferung von Elektrizität an den Verbraucher zu unterbinden.

Eine mögliche eichkonforme Lösung ist ein sogenanntes „In-Kabel-Leistungsmesssystem“. Es überprüft während des Ladevorgangs die gelieferte Energiemenge. Das System beinhaltet einen Simulator für die Kommunikation mit dem Fahrzeug. Nach Auffassung der PTB könnte es zukünftig als Referenzmessgerät dienen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 

Zeitprotokoll, das sicher ist vor Manipulation

Normalerweise werden bei einem Ladevorgang Zeitprotokolle eingesetzt. Beispielsweise das weit verbreitete „Network Time Protocol“, kurz NTP. Das allerdings kann nicht komplett vor Manipulationen geschützt werden. Deshalb haben Wissenschaftler der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften mit Unterstützung der PTB ein Protokoll namens „Network Time Security“, NTS, entwickelt. Damit wird der Ladevorgang um eine logische Einheit erweitert und ist zugleich aufgrund der zeitlichen Informationen vor Manipulationen geschützt. Denn gerade beim Laden eines Elektroautos ist die genaue Uhrzeit besonders relevant, da sich der Strompreis durchaus im Tagesverlauf verändert. Diese Schwankungen müssen abgebildet und für den Nutzer der Ladesäule sichtbar werden. Die Partner PTB und Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften stellen ihre Forschungsergebnisse auf dem Fachkongress ZMP – Zählen, Messen, Prüfen – am 15. und 16. Mai auf der Leipziger Messe vor.

Eichrecht für E-Ladesäulen gilt eigentlich seit 1. April 2019

Das MessEG hat den Zeitraum und die Aufgaben vorgegeben: Seit dem 1. April 2019 muss jeder Ladevorgang eindeutig nachvollziehbar sein und die Abrechnung des Ladestroms muss eichrechtskonform erfolgen. Doch nicht alle Ladesäulen sind schon entsprechend technisch ausgestattet. Grundvoraussetzung ist: Jede Ladesäule muss eindeutig identifizierbar sein. Das stellt ein sogenannter Public Key sicher. Er ist eine eindeutige Kennzeichnung des Ladepunktes und wird immer nur einmal vergeben. Diesen Public Key kann die Ladesäule nach dem Ladevorgang mit weiteren Informationen verbinden. Dazu zählt zum Beispiel, wie sich der Nutzer an der Ladesäule angemeldet und legitimiert hat. Diese verbundenen Informationen werden verschlüsselt in einer Datenkapsel gespeichert. Erst die Verknüpfung sorgt für eine lückenlose Prozesskette, wie der Gesetzgeber sie fordert. Die ersten Ladesäulen sind mit dieser Technik noch nicht ausgestattet und müssen nun sukzessive nachgerüstet werden. Bei den meisten Heimladestationen taucht das Problem nicht auf, da nur wenige Geräte aus der ersten Generation tatsächlich in privaten Haushalten eingebaut worden sind. Die neuen Wallboxen sind in der Regel schon eichrechtskonform.

Nach Angaben des Verbands kommunaler Unternehmen, kurz VKU, gibt es einen Kompromiss für die Nachrüstung der Ladesäulen. Demnach können Betreiber von Ladeeinrichtungen konkrete und individuelle Pläne zum Nachrüsten der zuständigen Eichbehörde vorstellen. Diese bestätigt den Plan oder gibt Empfehlungen hinsichtlich am Markt verfügbarer Produkte für die Nachrüstung.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.