20 Jahre Wiedervereinigung 24.09.2010, 19:49 Uhr

„Wir haben DDR-Traditionen übernommen, soweit sie erfolgreich waren“

Ohne leistungsfähige Geldhäuser keine florierende Wirtschaft: In den neuen Ländern zählte deshalb der Aufbau eines dichten Bankennetzes zu den wichtigsten Aufgaben. Wie haben die Sparkassen diese Herausforderung bestanden? Wie weit haben sich die Bankenwelten in Ost und West inzwischen angenähert? Fragen an Claus Friedrich Holtmann, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands.

VDI NACHRICHTEN: Herr Holtmann, in den kommenden Tagen feiern wir den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung. Wirtschaftlich hinken die neuen Bundesländer noch immer dem Westen hinterher. Wie sehen Sie die Zukunft?

Holtmann: Die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Elbe und Oder ist durchwachsen. Wir haben noch nicht das volkswirtschaftliche Produktivitätsniveau Westdeutschlands erreicht. Wir leiden zum Beispiel sehr darunter, dass hier kaum Konzernleitungen ansässig sind.

Aber wir sehen, dass sich die ostdeutsche Wirtschaft in den letzten fünf bis sechs Jahren dennoch spürbar stabilisiert hat. Kleine und mittlere Betriebe sind in Ostdeutschland vermehrt gegründet worden, haben sich entwickelt und die Krise oft besser überstanden als mancher Großkonzern. Unsere Geschäftszahlen signalisieren, dass der konjunkturelle Aufschwung auch in Ostdeutschland angekommen ist. Sie sehen mich also nicht unzufrieden, aber wir müssen weiter arbeiten.

Was sind die größten Herausforderungen vor denen die neuen Länder stehen?

Wir müssen weiter an der Verbesserung der Produktivität arbeiten. Aber vor allem benötigen wir im vor uns liegenden Jahrzehnt Antworten auf die demografischen Probleme, die in Ostdeutschland viel größer sein werden als im Westen.

Ebenso wichtig ist es, das Problem zunehmenden Fachkräftemangels zu lösen. Wir spüren dieses bereits in den Sparkassen. Wir haben Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Zudem wächst die Zahl der Rentenempfänger: Die Folge: Es werden mehr Arbeitsplätze frei als besetzt werden können.

Die ostdeutschen Sparkassen konnten sich nach der Wende an westdeutsche Patensparkassen anlehnen. Hat sich das ausgezahlt?

Aus den Patenschaften sind Freundschaften geworden. Bereits zu Beginn des Vereinigungsprozesses war ich der Ansicht, dass die deutsche Einheit vollendet sei, wenn ein Sparkassenmann aus Leipzig in Köln Sparkassendirektor werden kann und niemand mehr nach der Herkunft fragt. Mittlerweile gibt es viele Fälle, in denen im Osten ausgebildete Sparkassenkaufleute im Westen erfolgreich Führungspositionen bekleiden.

In der Sparkassenorganisation haben also wir die Normalität erreicht. Auch haben wir in unseren ostdeutschen Sparkassenvorständen immer noch eine relativ hohe Frauenquote. Traditionen der Sparkassenorganisation der DDR haben wir übernommen, soweit sie erfolgreich aber nicht systemnah waren.

Viele Menschen haben in den vergangenen 20 Jahren die neuen Länder Richtung Westen verlassen. Was hatte das für Konsequenzen für die ostdeutschen Sparkassen?

Die Sparkassen können ihre Region nicht wie etwa eine Großbank verlassen, nur weil sich dort bestimmte Ertragsziele nicht mehr realisieren lassen. Sparkassen sind dem Regionalitätsprinzip verpflichtet und passen sich den Verhältnisse in der Region an. Das hat zu einer engen Verbindung zwischen Sparkassen und der Bevölkerung geführt.

Die Kundennähe ist einzigartig und unser Trumpf. Wir leben insbesondere davon, dass die Kunden uns ihre Einlagen anvertrauen. Aber wir haben aufgrund der Wirtschaftsstruktur noch nicht das notwendige Kreditgeschäft, um diese Einlagen auch weitgehend wieder ausleihen zu können.

Und was machen Sie mit den überschüssigen Einlagen?

Natürlich legen wir die überschüssigen Mittel an. Oberstes Prinzip ist es, das Geld so anzulegen, dass wir es unseren Kunden jederzeit wieder zurückgeben können. Das stellt in Zeiten magerer Zinsen eine besondere Herausforderung dar, die wir insgesamt gut bewältigt haben.

Wie haben die ostdeutschen Sparkassen die Finanzkrise überstanden?

Relativ gut. Durch das hohe Reservoir an Kundeneinlagen sind unsere Sparkassen in der Regel nicht darauf angewiesen die Kapitalmärkte anzuzapfen. Zudem haben wir relativ wenig Gelder in Griechenland und anderen Problemländern angelegt.

Hohe Beträge haben die Sparkassen bei den Landesbanken und in Staatsanleihen investiert, wobei Anleihen der Bundesrepublik den Schwerpunkt bilden. Damit lässt sich zwar keine extrem hohe Zinsspanne erwirtschaften, aber besonders sicher leben. Das zu wissen, ist für unsere Kunden beruhigend und schafft Vertrauen.

Den ostdeutschen Sparkassen wurde vorgeworfen, dass sie zu konservativ arbeiten und moderne Bankprodukte ignorieren würden?

Die Zeit hat uns Recht gegeben und unsere Kunden vor Verlusten bewahrt: Die zurückhaltende und konservative Geschäftspolitik zahlt sich aus, wie die Krise gelehrt hat. Hierauf haben wir uns bereits 1999, in unseren Rostocker Leitsätzen festgelegt. Die selbst innerhalb der Sparkassenorganisation zunächst als sehr konservativ galten. Unter anderem zählen dazu: Regionale Bindung der ostdeutschen Sparkassen, nicht spekulativ getriebene Geldanlagen und vor allem die Ablehnung des Shareholder-Values. Damit erreichen wir nicht immer Spitzengewinne. Aber was wir verdient haben und wie wir es verdient haben entspricht solidem Bankgeschäft. Das, sowie das gute Gewissen gegenüber unseren Kunden zählen letztlich.

Aber dies sind Erfolge der Vergangenheit. Wir müssen uns auch zukünftig auf diesem Weg bewegen, damit wir in diesem Sinne auch in der Zukunft erfolgreich bleiben.

Und die Kunden ostdeutscher Sparkassen haben in der Finanzkrise keinen Cent verloren?

Ja, das zeigt sich auch daran, dass nur sehr wenige Kunden versucht haben, bei uns Schadensersatz zu erwirken. Aber in allen Fällen, die mir bekannt sind, konnten wir belegen, dass die hochspekulativen Produkte auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden gekauft wurden. Wir haben uns solche Kundenwünsche schon damals schriftlich bestätigen lassen.

Die ostdeutschen Sparkassen haben einen beispiellosen Fusionsprozess hinter sich. Von ehemals 160 Instituten sind heute noch 48 Sparkassen übriggeblieben. Wie kam es dazu?

In den 90er-Jahren haben wir sehr darauf geachtet, dass in einem Landkreis oder in einer Stadt nur eine Sparkasse tätig war. Die Fusionen sind also eine direkte Folge der Zusammenlegung von Landkreise in den neuen Ländern. Die Sparkassen und ihre Träger sollten möglichst eine Einheit bilden, weil dies erfahrungsgemäß der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eines Raumes dient und zu sachkundigeren Entscheidungen führt. Gleichzeitig stärkt dies die Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen.

In Wirtschaftszentren wie Rostock, Potsdam, Cottbus, Leipzig, Dresden und ansatzweise in Chemnitz haben wir Zwecksverbandsbildungen: Hier bilden Stadtsparkasse und Umlandsparkasse eine Einheit. Sie dient der sicheren Finanzierung des dort oft größeren Bedarfs mittelständischer Betriebe, die sich zunehmend in die Speckgürtel dieser Großstädte verlagern. Aber Zwecksverbandssparkassen dienen auch Privatkunden, die im Umland Wohneigentum erwerben.

Gab es keine wirtschaftlich bedingten Fusionen unter den Sparkassen?

Nur in sehr geringer Anzahl. Wie bereits erwähnt, haben wir die Finanzmarktkrise – aber auch vorhergegangene Turbulenzen im Kreditgeschäft – ohne stärkere wirtschaftliche Einbrüche überstanden. Es hat nur wenige Fälle gegeben, in denen fusioniert werden musste.

Oft wird aus Gründen von Kosteneinsparungen und der Hebung von Synergien fusioniert.

Das war bei uns kein ausschlaggebender Faktor. Jede Sparkasse wirtschaftet stets mit Blick auf die Kosten: Rationalisierung ist ein permanenter Prozess in unseren Instituten.

Genutzt werden natürlich auch Synergieeffekte: So waren wir treibende Kraft bei der Zusammenlegung aller Rechenzentren der Sparkassenorganisation und des Aufbaus des europaweit größten Finanzrechenzentrums in Frankfurt am Main, an dem die ostdeutschen Sparkassen mit 10 % beteiligt sind. Die Sparkassenorganisation erzielte dadurch Synergieeffekte von über 200 Mio. €. Ein erheblicher Teil davon floss nach Ostdeutschland.

Also Fusionen sind für Sie kein Weg, um den letzten Euro zu erwirtschaften?

Nein. Ziel der Sparkassen ist es, Nutzen für ihre Kunden und ihr Geschäftsgebiet zu stiften: Wichtig ist, wie und wie rasch der Kunde seine Sparkasse erreichen kann und Entscheidungen bekommt. Das gemeinsam genutzte Rechenzentrum, einheitliche technische Ausstattungen, Prozess- und Produktvereinheitlichungen sowie einheitliche Aus- und Fortbildungen der Mitarbeiter werden in enger Zusammenarbeit im Sparkassenverbund erarbeitet und den einzelnen Instituten zur laufenden Rationalisierung angeboten.

Mit Hilfe des Verbundes können auch relativ kleine Sparkassen die ganze Breite von Bankdienstleistungen anbieten. Das stärkt die enge Beziehung zum Kunden und garantiert ihnen somit den Markterfolg.

Hat die Kundennähe nicht durch die Fusionen gelitten?

Defizite haben wir nicht verspürt. Im Gegenteil, unsere Kunden äußern sich anerkennend darüber, dass wir auch in der Fläche ein enges Geschäftsstellennetz unterhalten. Aber es gibt auch Gegenden, in denen demografisch bedingt Geschäftsstellen immer weniger genutzt werden. Dennoch bleiben wir auch hier präsent, damit die Menschen keine wirtschaftlichen Nachteile erleiden.

Wie sichern Sie die Präsenz?

Das Internet ist dabei sicherlich die erste Hilfe. Aber wir haben auch Sparkassenbusse als fahrende Geschäftsstellen aktiviert. Außerdem denken wir darüber nach, wie wir möglicherweise auch pensionierte Mitarbeiter einsetzen können, um auch in gering besiedelten Regionen Sparkassendienstleistungen anzubieten.

Wie hat man sich das vorzustellen?

Der Sparkassenmitarbeiter holt sich zum Beispiel von der nächsten Kopfstelle einen „Sparkassenkoffer“ und geht so ausgerüstet zum Kunden und verkauft ihm die gewünschten Dienstleistungen. Aber da ein erheblicher Teil unserer Kunden aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse keine wesentlichen CrossSelling-Möglichkeiten bietet, stellen die Kosten ein Problem dar.

Ist der Fusionsprozess nunmehr im Wesentlichen abgeschlossen?

Im Freistaat Sachsen passen wir uns noch der dort durchgeführten Kreisgebietsreform an. Die Fusionstätigkeit wird sich aber nicht in bisherigem Ausmaß fortsetzen. Dass sich die jetzt erreichte Struktur bewährt – auch wirtschaftlich – das sehen wir am Beispiel von Brandenburg, das seine Gebietsreform sehr frühzeitig durchgeführt hat.

Welche Marktstellung haben die Sparkassen in Ostdeutschland?

Die Sparkassen sind Marktführer. Gemessen an der Zahl der Konten haben wir sehr hohe Marktanteile – rund 65 %. Im Kreditgeschäft kommen wir – gemessen am Volumen nach Einzelbranchen – auf Marktanteile bis zu 70 %. Im Handwerk sind wir recht zufriedenstellend vertreten. Im Handel sowie im gewerblichen Bereich sind wir sehr gut aufgestellt. Dagegen beträgt unser Marktanteil in der Landwirtschaft nur 20 %. Im Einlagengeschäft stehen wir mit Marktanteilen von 50 % bis 60 % besser da als die westdeutschen Institute.

Und wo stehen die ostdeutschen Sparkassen innerhalb der deutschen Sparkassenorganisation mit Blick auf ihre Kostenertragsrelation?

Wir haben in den letzten Jahren in der Cost-Income-Ratio stets gute Werte erreicht. Darüber hinaus haben unsere Sparkassen Betriebsergebnisse erzielt, die über den westdeutschen Werten liegen. Die Abschreibungen auf Kredite und Wertpapiere hielten sich in engen Grenzen.

Angesichts überdurchschnittlich guter Betriebsergebnisse, einer günstigen Kosten-Aufwands-Relation und nur mäßigem Bewertungsaufwand haben wir also insgesamt sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Sicherlich haben uns die Zinsmarktentwicklung der letzten zwei Jahre sowie unsere vorsichtige Geschäftspolitik dabei geholfen.

Lasten besondere Risiken auf den ostdeutschen Sparkassen?

Natürlich waren die Risiken in den ersten 15 Jahren des Vereinigungsprozesses im Schnitt höher als bei westdeutschen Sparkassen. Mittlerweile sind die ostdeutschen Mittelständler aber hoch professionell aufgestellt, was zu deutlich stabileren Unternehmen führt. Überlebt haben die Starken. Die Risikolage der ostdeutschen Sparkassen bewegt sich daher derzeit im gesamtdeutschen Sparkassendurchschnitt. Dabei ist sie aufgrund unserer Geschäftsstruktur im Anlagebereich bedeutsamer als im Kreditgeschäft. Wir beobachten daher sehr genau, ob aufgrund der Zinsentwicklung erhebliche Hebel drohen. Die Risiken im Kreditgeschäft bewegen sich im üblichen Rahmen.

Kreditinstitute müssen künftig mehr Eigenkapital vorweisen, Stichwort Basel III. Wie sind die Sparkassen gerüstet?

Kürzlich wurde in der Presse behauptet, die Sparkassen litten an Eigenkapitalmangel und würden bei Einführung von Basel III in größte Schwierigkeiten geraten. Das entbehrt der Sachkenntnis. Wir haben für unsere Sparkassen in Extremsimulationsmodellen die Kapitalsituation durchgerechnet und kein einziges Institut mit zusätzlichem Kapitalbedarf ermittelt.

Seit 200 Jahren sind die Sparkassen darauf ausgerichtet, kein Kapital ihrer Träger in Anspruch zu nehmen. Dafür werden Gewinne nur gemäßigt ausgeschüttet. Der Großteil wird zur Bildung von Eigenkapital eingesetzt.

Welche Eigenkapitalquoten erreichen die ostdeutschen Sparkassen?

Das Kernkapital fast aller ostdeutschen Sparkassen besteht komplett aus hartem Kernkapital nach Basel III und liegt bei einer durchschnittlichen Quote von 13 %. Damit bewegen wir uns mit Abstand über allen Werten, die derzeit in Basel diskutiert werden.

Die Sparkassen sind am ostdeutschen Markt dominant. Welche Rolle spielen die Genossenschaftsbanken und die Großbanken am ostdeutschen Bankenmarkt?

Wie gesagt, wir sind im Osten bis auf den Bereich der Konzernfinanzierung Marktführer. Ostdeutschland ist ein Sparkassen und Volksbankenland. Wir spüren die Genossenschaftsbanken als Wettbewerber.

Sorgen bereiten uns in der Fläche aber vor allem die Internetaktivitäten von Banken, die keine eigene Infrastruktur vorhalten, sondern unsere Infrastruktur und Netze nutzen und Kunden akquirieren. Der Streit über die Geldautomatennutzung ging jüngst durch die Medien.

Die Geschäftsbanken, darunter die Großbanken, sind weniger in der Fläche anzutreffen als in den größeren Städten und Großstädten. Hier sind die Märkte heiß umkämpft, wie dies auch in Westdeutschland der Fall ist.

Unterscheiden sich die Anlage- und Kreditwünsche ostdeutscher Kunden heute noch von den westdeutschen?

Ich glaube, die Bedürfnisse haben sich nie besonders deutlich voneinander unterschieden. Aber die Menschen hier mussten zunächst einen Lernprozess durchlaufen. Heute erkennen sie zum Beispiel eher, dass auch das Kleingedruckte durchaus seine Bedeutung hat.

Die Mehrzahl unserer Kunden ist an einfach strukturierten Produkten interessiert. Im Vordergrund des Interesses stehen die Bildung von Geldreserven, die Altersvorsorge und das Wohneigentum. Auf der Kreditseite liegen die Schwerpunkte im Anschaffungsbereich und im Bereich der Wohnungsbaufinanzierungen. Es gibt also kaum signifikante Unterschiede in den gewünschten Bankdienstleistungen zwischen Ost und West.

Sorge bereitet in Ost wie West der demografische Wandel. Wie reagieren die ostdeutschen Sparkassen?

Wie eingangs erwähnt strukturiert sich die Bevölkerung im Osten besonders kräftig um. Wir beobachten wie ältere Menschen konsumieren und welche Ansprüche sie haben. Die Sparkassen müssen sich darauf einstellen , ohne die jungen Kunden zu vergessen. Wir sind auf diesen Spagat vorbereitet und haben Mitarbeiter eingestellt, die die Entwicklung beobachten und die Sparkassen gezielt bei den Produktangeboten beraten.

Welche Ziele verfolgen die ostdeutschen Sparkassen mittel und langfristig mit Blick auf ihren Marktanteil in Ostdeutschland?

Wir wollen auf alle Fälle unsere Position als Marktführer in Ostdeutschland halten. Insbesondere gilt es, in unserer Domäne der Finanzierung der Häuslebauer kein Terrain an Internetanbieter zu verlieren. Im Bereich der Anschaffungsdarlehen konkurrieren wir heute mit Anbietern, die bundesweit tätig sind.

Das Anschaffungsgeschäft verschiebt sich zunehmend zu den Warenhäusern und Automobilanbietern, die in Kooperation mit überregional tätigen Banken und eigenen Instituten auftreten. Wir sind gefordert, den Kunden mit innovativen Produkten davon zu überzeugen, dass ein Sparkassenkredit häufig kostengünstiger ist. Der Kunde neigt dazu, den Kredit als Bestandteil des Warengeschäfts zu sehen und prüft heute kaum noch die Konditionen.

Was kann die ostdeutsche Sparkassenorganisation dazu beitragen, dass die wirtschaftliche Kluft zwischen Ost und West überwunden wird?

Sicher ist: Es wird zwischen den einzelnen Bundesländern immer wirtschaftliche Unterschiede geben. Das ist unter den westdeutschen Bundesländern so und zwischen den Regionen in anderen Staaten der Fall. Es wird sehr schwer sein, zu uns kurzfristig Betriebe und Arbeitsplätze zu holen. Darum bemühen sich heute viele Regionen. Aber weite Gebiete Ostdeutschlands bieten eine einmalige und intakte Natur sowie einen hohen Erholungswert. Das versuchen die Sparkassen den Menschen in den Städten klar zu vermitteln.

Die wachsende Freizügigkeit innerhalb der zur EU gehörenden Oststaaten bietet zusätzliche Chancen. Zudem engagieren sich die Sparkassen sehr in der Kulturförderung – gerade in der Fläche, um diese auch kulturell interessant zu gestalten.

Wirtschaftlich sollte sich längerfristig etwas bewegen lassen: Schon Friedrich dem Großen ist es gelungen, nach Brandenburg fleißige und unternehmerische Menschen aus viele Teilen Europas zu locken. Bekannt ist, dass die ostdeutsche Wirtschaft im Export noch kräftigen Nachholbedarf hat. Hierzu hat die Sparkassenorganisation gerade einen deutsch-polnischen Kongress in Krakau durchgeführt. In Frankfurt an der Oder unterhalten wir ein Verbindungsbüro, dort sitzen polnisch sprechende Mitarbeiter, die unsere Mittelständler nach Polen begleiten. Derzeit überlegen wir, wie wir in Tschechien für unsere Kunden aktiv werden können.

Umstritten ist der Solidaritätszuschlag. Ist er aus Ihrer Sicht noch nötig?

Wenn wir zu unseren östlichen Nachbarn hinüberblicken, müssen wir feststellen, dass uns die Transferzahlungen ganz erhebliche Vorteile verschafft haben – auch wenn noch nicht alle Landschaften in gleicher Intensität erblüht sind. Aber wir müssen uns jetzt alle darauf einstellen, dass sich die Zeit der Transferzahlungen dem Ende zuneigt. Alle Beteiligten sollten sich bemühen, auf eigenen Füßen zu stehen. Und wie ich sehe, tragen auch die ostdeutschen Landesregierungen engagiert dazu bei, dies zu erreichen.

DIETER W. HEUMANN

Von Dieter W. Heumann

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