3,4 Tonnen schweres Kunstobjekt 13.11.2013, 16:00 Uhr

Riesenroboter Prosthesis: Eine intelligenzfreie Laufmaschine

Manche moderne Prothese ist intelligenter als der riesige Renn-Roboter „Prosthesis“ des kanadischen Künstlers Jonathan Tippett. Die intelligenzfreie Laufmaschine erinnert an entsprechende Konstruktionen aus „Avatar“ und „Pacific Rim“ – allerdings hatten die je zwei Arme und Beine, während der Riesenroboter Prosthesis vier Beine, aber keine Arme besitzt.

So soll das Gesamtkunstwerk Prosthesis einmal aussehen. Noch sammelt der Künstler Jonathan Tippett aber über Crowdfunding Geld für das Material ein, das er benötigt, um den riesigen Anti-Roboter weiter zu bauen.   

So soll das Gesamtkunstwerk Prosthesis einmal aussehen. Noch sammelt der Künstler Jonathan Tippett aber über Crowdfunding Geld für das Material ein, das er benötigt, um den riesigen Anti-Roboter weiter zu bauen.   

Foto: Anti-Robot

Auf der Messe Engadget Expand in New York zeigte Jonathan Tippett die Demonstrationsvariante eines Beines seines Riesen-Roboters „Prosthesis“. Mit drei Meter Höhe war das nicht zu übersehen – und auch nicht zu überhören. Der Krach beim Aufsetzen des Roboterbeins soll ordentlich gewesen sein.

Im fertigen Produkt soll jedes Bein noch um 50 Prozent größer ausfallen als das gezeigte Modell. Das Gesamtgewicht des Anti-Robots läge dann bei etwa 3,4 Tonnen. Die Steuerung des Hydraulik-Monsters dürfte recht schwierig und auch körperlich anstrengend werden.

Ein sinn- und zweckfreies Kunstprojekt

Der Künstler Jonathan Tippett nennt sich selbst auch einen „verrückten Wissenschaftler“. Und laut der Philosophie des Anti-Roboters handelt es sich dabei expressis verbis um ein Kunstprojekt – Prosthesis soll nicht gebaut werden, um irgendeinen praktischen Nutzen zu haben. Er ist weder Werkzeug, noch Waffe oder Rehabilitationshilfe.

Der Riesenroboter ist ein herausforderndes, noch nie da gewesenes Mensch-Maschine-Experiment, am ehesten zu vergleichen mit einem neuen Sport, einem neuen Tanz oder einer neuen Art von Kampfkunst.

Schon einmal ein Vorgeschmack auf das Gesamtkunstwerk: das erste Prosthesis-Bein.

Schon einmal ein Vorgeschmack auf das Gesamtkunstwerk: das erste Prosthesis-Bein.

Quelle: Anti-Robot

Bei dem vom chinesischen Computerhersteller Lenovo finanzierten Auftritt des tumben Giganten machte Tippett dann doch entgegen der auf der Projekthomepage herausgestellten Sinnfreiheit der Konstruktion eine Nutzung aus: „Das Ziel ist eine Rennserie wie die Formel 1. Mehrere Anti-Roboter laufen dabei gegeneinander um die Wette.“

Der Mensch, der sich in die hydraulische Laufmaschine setzt und sie steuert, braucht dafür allerdings eine sehr gute Kondition und die Koordination dürfte auch eine Herausforderung sein. Das Kontrollsystem, das den Piloten mit der Maschine verbindet, ist nämlich komplett mechanisch aufgebaut.

Steuerung über Mechanik und Hydraulik

Es gibt bei Prosthesis keine Elektronik und keine autonomen Funktionen. Der Pilot sitzt in seinem Sattel, und die Bewegungen seiner Arme und Beine werden mechanisch und hydraulisch auf die vier Beine der Laufmaschine übertragen – und als Feedback für den Piloten auch wieder zurückgegeben.

Die Beine der Maschine haben auch nur zwei Freiheitsgrade, die die planare Bewegung von Knie und Hüfte in jeweils nur einer Richtung ermöglichen. Eine Seitwärtsbewegung ist also nicht machbar.

Finanzierung über Crowdfunding

Noch fehlen 100 000 US-Dollar für das Prosthesis-Material, um ein komplettes Gerät aufzubauen. Das Geld soll über Crowdfunding hereingeholt werden. Ab fünf Dollar kann man auf Indiegogo dabei sein. Wer mehr als 10 000 Dollar übernimmt, würde im Erfolgsfall 2015 beimBurning Man Festivalzum Prosthesis-Piloten ausgebildet werden. Na, wenn das kein Ansporn ist …

Von Klaus Ahrens

Stellenangebote im Bereich Naturwissenschaften

Fresenius Kabi Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Entwicklungsingenieur / Innovation & Development Engineer (m/w/d) Bad Hersfeld
TH Köln-Firmenlogo
TH Köln Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in ökologische Unkrautbekämpfung / Agrar Köln
FVLR GmbH-Firmenlogo
FVLR GmbH Referent (m/w/d) für Tageslicht und Rauchschutz Detmold
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)-Firmenlogo
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) Referent/Referentin (m/w/d) Präventionsdienste Sankt Augustin
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Landeshauptstadt Stuttgart Ingenieur/in Fachrichtung Klima-Engineering / Gebäude-, Energie- und Umwelttechnik / Bauphysik (m/w/d) Stuttgart
Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG Projektleiter (m/w/d) Forschung & Entwicklung Bitterfeld-Wolfen
ForWind - Zentrum für Windenergieforschung-Firmenlogo
ForWind - Zentrum für Windenergieforschung Wissenschaftlicher Mitarbeiter (w/m/d) Regelung von Windturbinen durch ein modellbasiertes Schutzsystem Oldenburg
Stadtreinigung Hamburg Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Stadtreinigung Hamburg Anstalt des öffentlichen Rechts Ingenieurin (m/w/d) Umwelttechnik Hamburg
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)-Firmenlogo
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Doktorand*in (m/w/d) Fachrichtung Physikalische Ingenieurswissenschaften, Mechanik, Computational Materials Science Berlin
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)-Firmenlogo
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) Referent/Referentin (m/w/d) Präventionsdienste Sankt Augustin

Alle Naturwissenschaften Jobs

Top 5 Rekorde

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.