Schutz für Wassersportler 24.07.2015, 06:31 Uhr

Maschinenbaustudent erfindet aufblasbare Mini-Rettungsboje

Restube ist eine Rettungsboje zum Umschnallen – Sie entfaltet sich blitzschnell und hilft Wassersportlern in Seenot. Maschinenbaustudent Christoph Fuhrhop hat für die Idee den Deutschen Gründerpreis erhalten. Konkurrenz kommt aus den USA.  

Surferin mit umgeschnallter Restube-Rettungsboje: Im Notfall aktiviert sie mit einer Reißleine die Druckluftpatrone zum Aufblasen.

Surferin mit umgeschnallter Restube-Rettungsboje: Im Notfall aktiviert sie mit einer Reißleine die Druckluftpatrone zum Aufblasen.

Foto: Restube

Der Wind blies kräftig, so richtig nach dem Geschmack der Kitesurfer, die sich von ihren Drachen übers Meer ziehen lassen. Dann riss das Segel von Christopher Fuhrhop. Mit letzter Kraft erreichte er schwimmend das Ufer.

Das gab dem Maschinenbautstudenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zu denken. Er begann zu experimentieren. Sein Ziel: Eine Rettungsboje, die jeder Wassersportler zusammengefaltet am Gürtel trägt. Im Notfall betätigt er wie bei einer Schwimmweste den Auslöser. Eine Druckpatrone lädt die Boje auf, sodass sich der Verunglückte leicht über Wasser halten kann.

Deutscher Gründerpreis für Restube

2012 gründete Fuhrhop in Pfinztal bei Karlsruhe gemeinsam mit Marius Kunkies das Unternehmen Restube. Gemeinsam entwickelten sie die gleichnamige Boje zur Serienreife. Zusammengefaltet misst sie 14 x 6,5 cm und wiegt 280 g. Heute sind bereits 20.000 Wassersportler damit ausgerüstet. Eine Expertenjury zeichnete das Unternehmen in der Kategorie Start-up mit dem Deutschen Gründerpreis aus.

Rettungsboje Restube: Sie misst zusammengefaltet 14x6,5 cm und wiegt 280 g. Rund 20.000 Wassersportler nutzen sie bereits.

Rettungsboje Restube: Sie misst zusammengefaltet 14×6,5 cm und wiegt 280 g. Rund 20.000 Wassersportler nutzen sie bereits.

Foto: Restube

Restube ist recht erschwinglich: Die Rettungsboje gibt es für 60 €. Eine Ersatzpatrone mit Kohlendioxid kostet rund 7 €. Mittlerweile hat das Unternehmen 500 Vertriebspartner in 20 Ländern. In diesem Jahr peilen die Gründer die Millionengrenze beim Umsatz an. Langfristig soll die Boje im Wassersport genauso selbstverständlich sein wie die Badehose.

Aus den USA kommt Konkurrent Kingii

Nur halb so schwer ist Kingii, eine Rettungsboje, die das gleichnamige kalifornische Start-up entwickelt hat. Anders als Restube wird das Konkurrenzmodell am Arm befestigt. Ansonsten arbeitet es mit der gleichen Technik. Die Bojen unterscheiden sich auch in der Farbe. Restube ist gelb, Kingii rot.

Der Konkurrent aus den USA hört auf den Namen Kingii: Die aufblasbare Boje lässt sich als Armband am Handgelenk tragen.

Der Konkurrent aus den USA hört auf den Namen Kingii: Die aufblasbare Boje lässt sich als Armband am Handgelenk tragen.

Foto: Kingii

Kingii-Gründer Tom Agapiades kam auf die Idee, die Boje zu entwickeln, nachdem einer seiner Freunde ertrunken war. Er hat eine Indiegogo-Kampagne gestartet, die bereits 530.000 $ eingebracht hat – 65.000 $ waren das Ziel. Die Serienproduktion kann also beginnen. Unterstützer können sich die Boje derzeit für 69 € sichern. Im regulären Handel dürfte sie deutlich teurer sein.

Von Wolfgang Kempkens

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