Ranking 24.12.2023, 10:54 Uhr

Die größten Stauseen in Deutschland: Von Dämmen und Dimensionen

Als beeindruckende Beispiele für das Zusammenwirken von Technik und Natur, speichern die größten Stauseen in Deutschland riesige Wassermengen und dienen nicht nur der Energieerzeugung. Die ausgedehnten Wasserflächen bilden auch frequentierte Naherholungsgebiete und einen einzigartigen Lebensraum.

Urfttalsperre

Die Urfttalsperre liegt unmittelbar oberhalb des Obersees Hauptvorbecken des Rurstausees, dem zweitgrößten deutschen Stausee.

Foto: Panthermedia.net/uhg1234

Stauseen in Deutschland sind nicht nur beeindruckende Landschaftsmerkmale, sondern auch herausragende Beispiele für Ingenieurskunst. Diese künstlich geschaffenen Gewässer übernehmen wesentliche Funktionen in der Energiegewinnung, im Hochwasserschutz und in der Wasserversorgung. Der Stauraum eines Stausees, gemessen in Millionen Kubikmetern, ist dabei ein wesentliches Maß für seine ingenieurtechnische Bedeutung. Die Gewässer selbst sind nicht selten das Ergebnis jahrzehntelanger Planung, detailliertem Design und aufwendiger Konstruktion, um stets die Balance zwischen technischer Effizienz und ökologischer Verantwortung zu treffen.

Technische Evolution der Stauseen

Die Entwicklung der Stauseen in Deutschland ist eine Geschichte des technischen Fortschritts. Anfangs basierten die Dämme auf simplen Konstruktionen, die primär die Nutzung einfacher Materialien wie Erde und Stein umfassten. Im Lauf der Zeit und mit dem technologischen Fortschritt einhergehend, kamen anspruchsvollere Methoden zum Einsatz. Heute werden Staudämme unter Einsatz von Beton und anderen hochfesten Materialien konstruiert, die eine deutlich längere Lebensdauer und bessere Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Umweltbedingungen ermöglichen.

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Diese technische Evolution spiegelt sich auch in den Aspekten der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit wider. Moderner Staudammbau integriert ökologische Überlegungen, was zu weniger Eingriffen in natürliche Lebensräume und geringerer Umweltbelastung führt. Ein markantes Beispiel dieser Entwicklung ist die Integration von Wasserkraftwerken. Früher als einfache Wasserräder konzipiert, sind heutige Wasserkraftwerke in Stauseen hochkomplexe Anlagen, die eine effiziente Energieerzeugung mit minimalem ökologischen Fußabdruck verbinden.

Doch welche Stauseen gehören zu den größten in Deutschland? Und was macht sie so besonders? Begleiten Sie uns auf eine Rundreise zu den 10 größten Stauseen der Bundesrepublik.

 

Platz Stausee Bundesland Stauraum in Mio. m³
1 Bleiloch Thüringen 212,9
2 Schwammenauel / Ruhrtalsperre Nordrhein-Westfalen 202,6
3 Edersee Hessen 199,3
4 Hohenwarte-Stausee Thüringen 181
5 Biggesee Nordrhein-Westfalen 171,8
6 Forggensee Bayern 158,3
7 Großer Brombachsee Bayern 143,7
8 Möhnesee Nordrhein-Westfalen 134,5
9 Rappbode Sachsen-Anhalt 109,1
10 Schluchsee Baden-Württemberg 108

 

Schluchsee

Idyllisch mitten im Schwarzwald gelegen: Der Schluchsee.

Foto: Panthermedia.net/Conny Pokorny

Platz 10: Schluchsee (108 Mio. m³)

Der Schluchsee, ein malerischer Stausee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg, markiert den zehnten Platz in unserem Ranking der größten Stauseen Deutschlands. Mit einer Wasseroberfläche von 5,17 km² und einer maximalen Tiefe von 61,7 Metern ist er, abgesehen vom Bodensee, der größte See in Baden-Württemberg.

Ursprünglich nur ein kleiner Gletschersee des Feldberg-Gletschers, wurde der Schluchsee zwischen 1929 und 1932 durch Anstauung der Schwarza geschaffen. Heute dient er als Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks Häusern und wird, neben dem natürlichen Zufluss der Schwarza, auch über mehrere Kraftwerksstufen mit Wasser aus dem Rhein befüllt.

Auf touristischer Ebene betrachtet, ist der Schluchsee ein beliebtes Ausflugsziel. Seine klaren, kühlen Gewässer locken Badegäste, Segler und Erholungssuchende an – und die umliegenden Wanderwege bieten herrliche Ausblicke auf die idyllische Landschaft.

Platz 9: Rappbode (109,1 Mio. m³)

Auf dem 9. Platz unseres Rankings der größten Stauseen Deutschlands steht die Rappbode-Talsperre, ein beeindruckendes Bauwerk im Harz, Sachsen-Anhalt. Mit einem Gesamtstauraum von 109,08 Mio. m³ bildet sie den volumenmäßig größten Harzstausee und zählt zu den beiden größten Trinkwassertalsperren des Landes. Die Talsperre wurde zwischen 1952 und 1959 errichtet und staut in erster Linie die Rappbode sowie deren Zufluss Hassel zum etwa 3,9 km² großen Rappbodestausee auf.

Die Staumauer der Rappbode-Talsperre kann sich sehen lassen. Mit einer Höhe von 106 Metern ist sie die höchste Deutschlands und ein Meisterwerk moderner Ingenieurskunst. Sie bildet mit weiteren Tal- und Vorsperren sowie Rückhaltebecken das Rappbode-Talsperrensystem, welches den Ostharz beziehungsweise die unterhalb gelegenen Ortschaften vor Hochwasser schützen soll. Darüber hinaus wird die Talsperre auch für die lokale Trinkwasser- und Stromversorgung genutzt.

Eine besondere Attraktion direkt am Stausee ist die 2017 eröffnete Fußgängerhängebrücke TitanRT, die mit 483 Metern Länge und 100 Metern Höhe über der Talsperre Wendefurth beeindruckende Ausblicke bietet.

Platz 8: Möhnesee (134,5 Mio. m³)

Die Möhnetalsperre im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen, entstand zwischen 1908 und 1912 und war ihrerzeit die größte Stauanlage Europas. Die künstlich angelegte Wasserfläche erstreckt sich über rund 10,37 km² und speichert beeindruckende 134,5 Mio. m³ Wasser (mit beiden Vorsperren und dem Ausgleichsweiher). Mit diesen Dimensionen sichert sich der Möhnesee den 8. Platz in unserem Ranking.

Die Errichtung der Talsperre war von Beginn an ein ambitioniertes Unterfangen. Bereits vor dem offiziellen Start mussten mehrere Dörfer weichen, was die Landschaft des Sauerlands nachhaltig prägte. Diese Veränderung war der Preis für ein Projekt, das nicht nur für die Wasserversorgung des Ruhrgebiets von essenzieller Bedeutung war, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz leisten sollte.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Talsperre Ziel eines britischen Bombenangriffs, wodurch das Bauwerk in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 schwer beschädigt wurde. Die resultierende Flutwelle verursachte großflächige Zerstörungen und kostete zahlreiche Menschenleben. Trotz bewegter Vergangenheit präsentiert sich der Möhnesee heute als ein vielseitiges Naherholungsgebiet, das eine Fülle an Freizeitmöglichkeiten bietet. Ob Wassersport auf dem See oder Wanderungen im angrenzenden Naturpark Arnsberger Wald – der Möhnesee wurde zum Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber.

Möhnesee

Der Möhnesee ist ein Paradies für alle Wassersportfreunde und Naturliebhaber.

Foto: Volkmar Brockhaus

Platz 7: Großer Brombachsee (143,7 Mio. m³)

Der Große Brombachsee wurde im Jahr 2000 eingeweiht und erstreckt sich als größter Stausee des Fränkischen Seenlands und größtes Stillgewässer Frankens über eine Fläche von 8,71 km². Mit einem Gesamtstauraum von 144,4 Mio. m³ landet das Gewässer auf Platz 7. Der See dient vorrangig dem Hochwasserschutz im Altmühltal und der Wasserregulierung für das regenarme Nordbayern. Die Errichtung des Großen Brombachsees war ein Meilenstein in der Wasserwirtschaft. Durch eine innovative Bauweise sowie ein komplexes System aus Kanälen und Pumpstationen kann der See über die kontinentale Wasserscheide hinweg aus der Altmühl befüllt werden.

Zwar ist der Große Brombachsee für seine exzellente Wasserqualität bekannt und zieht zahlreiche Segler, Wind- und Kitesurfer an, dennoch hatte das Aufstauen empfindliche Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem und Gelände. Beispielsweise waren die umliegenden Gemeinden von einem markant ansteigenden Grundwasserspiegel betroffen, der gezielte Maßnahmen wie Tiefbrunnen und Drainagen zur Entwässerung erforderte.

Platz 6: Forggensee (158,3 Mio. m³)

Der Forggensee, häufig auch Speicher Roßhaupten genannt, wurde zwischen 1950 und 1954 durch die Stauung des Lechs gebildet. Mit einem Stauraum von bis zu 158,3 Mio. m³ landet das Gewässer im bayerischen Allgäu auf dem 6. Platz in unserer Rangliste. Aufgrund der eher geringen Tiefe von maximal 32,5 Metern, dafür aber ausgedehnten Fläche von 15,2 km² erhält dieser Kandidat aber dennoch eine Goldmedaille. Der Forggensee gilt als der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands und spielt nicht nur eine tragende Rolle in der Energiegewinnung, sondern spielt eine größere Rolle in der regionalen Wasserwirtschaft.

Das Gewässer beziehungsweise der Staudamm dient primär dem Hochwasserschutz. Der Erddamm mit einer Länge von 320 Metern wurde direkt auf Fels gegründet, um höchste Stabilität und Dichtigkeit zu gewährleisten. Damit auch auf Extremwetterereignisse adäquat reagiert werden kann, wurde 2005 das Stauziel des Sees um einen halben Meter abgesenkt, um zusätzliche Kapazitäten für den Hochwasserschutz zu schaffen.

Darüber hinaus besticht der See durch zwei Besonderheiten. Einerseits mit der Forggenseeschifffahrt, die seit 1955 mit zwei Passagierschiffen, der MS Allgäu und der MS Füssen, große und kleine Rundfahrten auf dem See an anbietet. Andererseits wird durch das Absenken des Pegels im Winter jedes Jahr erneut die Vergangenheit der Gegend offengelegt. Diese jahreszeitliche Veränderung ermöglicht es nämlich, die Überreste alter Siedlungen und sogar Spuren der Römerstraße Via Claudia Augusta zu erkunden, die bei Vollstau unter Wasser liegen.

Platz 5: Biggesee (171,8 Mio m³)

Der Biggesee, gelegen im malerischen Sauerland zwischen Attendorn und Olpe, ist ein Stausee mit einer tiefgreifenden Geschichte und zahlreichen Besonderheiten. Fertiggestellt im Jahr 1965, umfasst dieser ein maximales Stauvolumen von 171,8 Mio. m³. Dieser Wert bringt den zweitgrößten Stausee in Nordrhein-Westfalen auf Platz 5 des deutschlandweiten Rankings.

Die Errichtung des Biggesees war ein Projekt von enormer Tragweite. Für den Bau der Talsperre mussten 24 Ortschaften weichen und rund 2550 Personen in neu errichtete Ortschaften umgesiedelt werden. Diese tiefgreifenden Veränderungen haben die Landschaft und das Leben der Menschen in der Region nachhaltig geprägt.

Der Bau der Talsperre erforderte außerdem eine umfassende Neugestaltung der regionalen Verkehrswege, da zahlreiche Straßen und eine Bahnlinie durch das später geflutete Tal führten. Um die Talsperre herum musste ein neues Verkehrsnetz errichtet werden, um die umliegenden Ortschaften zugänglich zu machen. Insgesamt wurden dabei nicht nur neue Straßenabschnitte, sondern auch 32 Brücken gebaut, darunter acht große Talbrücken, um die neuen Verbindungen über die verschiedenen Arme des Stausees und die angrenzenden Täler zu führen.

Heute zieht der See mit seinen zahlreichen Badeplätzen und den beiden Sightseeing-Schiffen viele Touristen und Erholungssuchende an. Darüber hinaus thront die Aussichtsplattform Biggeblick über dem See und bietet einen Rundumblick auf die umliegende Seenlandschaft.

Biggesee

Beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel: Der Biggesee im Sauerland.

Foto: Panthermedia.net/Norbert Dr. Lange

Platz 4: Hohenwarte-Stausee (181 Mio. m³)

Der Hohenwarte-Stausee, im Volksmund auch als das Thüringer Meer bekannt, ist ein zentrales Element der Saalekaskade. Erbaut zwischen 1936 und 1942, prägt der See mit seiner gekrümmten, 75 Meter hohen Gewichtsstaumauer aus Beton, die Landschaft des Thüringer Schiefergebirges.

Die Errichtung des Stausees war Teil eines umfangreichen Wasserbauprojekts, das neben dem Hochwasserschutz auch die Elektrizitätserzeugung und -speicherung zum Ziel hatte. Mit einem Speicherraum von 181 Mio. m³ Wasser und einer Wasseroberfläche von 7,3 km² ist der Hohenwarte-Stausee die viertgrößte Talsperre in Deutschland.

Neben seiner technischen Bedeutung ist der Hohenwarte-Stausee auch ein Ort mit historischer und kultureller Relevanz. Die Brückenruine bei der Linkenmühle, die 1945 gesprengt wurde, ist ein sichtbares Zeugnis der Vergangenheit und wird erst bei Niedrigwasser sichtbar. Darüber hinaus zieht das jährlich stattfindende Langstreckenschwimmen zahlreiche Schwimmer und Besucher an.

Platz 3: Edersee (199,3 Mio. m³)

Der Edersee, auch als Ederstausee bekannt, ist mit einer Wasseroberfläche von 11,8 km² und einem Stauraum von 199,3 Mio. m³ der nach Fläche zweit- und nach Volumen drittgrößte Stausee in Deutschland. Er liegt am Fulda-Zufluss Eder vor der 48 m hohen Staumauer der Edertalsperre im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Die Edertalsperre wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut und ist, als eine der wenigen Talsperren, Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Der Hauptzweck der Talsperre ist bei Platz 3 nämlich nicht primär der Hochwasserschutz, sondern die Wasserbereitstellung für die Bundeswasserstraßen Oberweser und den Mittellandkanal. Daneben dient sie auch dem Schutz der Unterlieger vor kleinem und mittlerem Hochwasser, der Gewinnung elektrischer Energie und als Ort für zahlreiche Freizeitaktivitäten. Bei Vollstau weist der Stausee eine Wassertiefe von 41,7 m auf, während diese bei Hochwasser noch um weitere zwei Meter ansteigt.

Ein erwähnenswertes Ereignis in der Geschichte des Edersees war die teilweise Zerstörung der Talsperre während des Zweiten Weltkriegs. Am 17. Mai 1943 erlitt die Staumauer durch einen Luftangriff der britischen No. 617 Squadron erhebliche Schäden. Eine speziell für diesen Zweck konstruierte Rotationsbombe riss dabei eine halbkreisförmige Öffnung in die Mauer, wodurch etwa 160 Mio. m³ Wasser entweichen konnten. Diese massive Wassermenge führte zu einer katastrophalen Flutwelle, die weitreichende Zerstörungen in den angrenzenden Tälern verursachte.

Edersee

Blick auf den Edersee und die Edertalsperre.

Foto: Panthermedia.net/Achim Prill

Platz 2: Schwammenauel / Rurtalsperre (202,6 Mio. m³)

Die Rurtalsperre, auch bekannt als Schwammenauel, ist eine mächtige Talsperre im Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Sie staut die Rur zum Rurstausee auf, der mit einem Volumen von 202,6 Mio. m³ die Silbermedaille in unserem Ranking der größten Stauseen in Deutschland erhält. Die Talsperre wurde zwischen 1934 und 1938 erbaut und 1939 in Betrieb genommen. Dabei dient das Bauwerk hauptsächlich der Wasserstandsregulierung der Rur sowie der Stromerzeugung. Das Speicherkraftwerk verfügt über eine Francis-Turbine mit einer installierten Leistung von 9,5 MW. Darüber hinaus ist die Talsperre auch für die Trinkwasserversorgung der Region von Bedeutung, da aus dem Obersee Rohwasser zur Trinkwasseraufbereitung entnommen wird.

Ein weiteres interessantes Merkmal der Rurtalsperre ist ihre Lage in der Eifel, umgeben von Naturschutzgebieten. Der Rurstausee bietet deshalb zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie etwa Segeln, Kanufahren und Rudern. Auf den Stauseen der Rurtalsperre verkehren außerdem fahrplanmäßig die Schiffe der Rursee-Schifffahrt, sodass sich der See auch als Ausflugsziel einen Namen machen konnte.

Platz 1: Bleiloch (212,9 Mio. m³)

Die Bleilochtalsperre liegt wie Platz 4 ebenfalls am sogenannten Thüringer Meer und landet auf dem unangefochtenen ersten Platz in unserer Rangliste. Erbaut zwischen 1926 und 1932, staut sie die Saale zum Bleilochstausee auf, der sich über eine beeindruckende Länge von 28 Kilometern erstreckt und dabei eine Fläche von rund 9,2 Quadratkilometern abdeckt. Das Wasserkraftwerk am Fuß der Staumauer leistet 80 MW und ist vor allem für die Bereitstellung von Spitzenlastenergie in der Region zuständig.

Die dafür notwendige 65 m hohe und 205 m lange Gewichtsstaumauer wurde mit einer eigens dafür errichteten Eisenbahnstrecke erbaut. Dabei mussten rund 700 Menschen umgesiedelt werden, was die tiefgreifenden Auswirkungen des Projekts auf die lokale Gemeinschaft deutlich unterstreicht.

Neben ihrer versorgungstechnischen Bedeutung ist die Bleilochtalsperre auch ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende. Der Stausee bietet eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten zu Wasser und auch zu Land – wie beispielsweise mehrere Wanderwege und Aussichtspunkte, die einen atemberaubenden Blick auf den Stausee und das Thüringer Schiefergebirge gewähren. Darüber hinaus findet am See jährlich das SonneMondSterne-Festival statt und der Standort war 2012 sogar Austragungsort für die Hovercraft-Weltmeisterschaft.

Zukunftsperspektiven zwischen Hochwasserschutz, Tourismus und nachhaltiger Energieerzeugung

Die Stauseen in Deutschland stehen vor einer spannenden Zukunft und spielen mit großer Wahrscheinlichkeit eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung von Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Energiewende. Mit dem steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien könnten Stauseen zunehmend für die Speicherung die Bereitstellung von Regelenergie genutzt werden. Die Integration von Pumpspeicherkraftwerken und der Einsatz innovativer Technologien zur Energiegewinnung stehen dabei bereits seit geraumer Zeit im Fokus.

Gleichzeitig wächst die Bedeutung der ökologischen Nachhaltigkeit. Der Schutz und die Verbesserung der ökologischen Bedingungen rund um unsere Stauseen werden immer wichtiger. Das umfasst nicht nur Maßnahmen zur Erhaltung der Wasserqualität und zur Reduzierung von Eutrophierung, sondern auch gezielte Schritte zur Förderung der Biodiversität. Renaturierungsprojekte und die Schaffung von naturnahen Uferzonen sind entscheidend, um die ökologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern.

Angesichts extremer Wetterereignisse und zunehmender Hochwasserrisiken müssen Stauseen nicht selten noch effektiver in regionale Hochwasserschutzkonzepte integriert werden. Eine flexible und vorausschauende Wasserbewirtschaftung ist das A und O, um auf Starkregenereignisse und Trockenperioden stets angemessen und erfolgreich reagieren zu können.

Ein Beitrag von:

  • Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt und verfasst Ratgeber.

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