Feuer kurz vor Start 02.09.2016, 10:49 Uhr

Rückschlag für SpaceX und Facebook: Rakete mit Satellit an Bord explodiert

Der Schaden dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen, doch die Explosion einer Rakete gestern kurz vor dem Start wird das private Raumfahrtunternehmen SpaceX kaum stoppen – schließlich feierte es erst kürzlich den entscheidenden Durchbruch. Langen Atem und finanzielle Schlagkraft hat Eigentümer Elon Musk schon oft bewiesen.

Bei einem Test explodierte am 1. September eine Falcon-9-Rakete von SpaceX. Sie sollte am 3. September einen Satelliten von Facebook ins All bringen. Er war schon an Bord und wurde ebenfalls zerstört. 

Bei einem Test explodierte am 1. September eine Falcon-9-Rakete von SpaceX. Sie sollte am 3. September einen Satelliten von Facebook ins All bringen. Er war schon an Bord und wurde ebenfalls zerstört. 

Foto: Tia Grant/Instagram/dpa

Es ist eines dieser Bilder, die an eine Katastrophe denken lassen: Gewaltige Rauchwolken, viele Meter hoch schlagende, orange glühende Flammen. Auf dem US-Raketenbahnhof Cape Canaveral passiert das bei weitem nicht zum ersten Mal. Doch diesmal trifft es nicht die Nasa.

Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX sollte mit einer Falcon-9-Rakete den Satelliten eines prominenten Kunden ins All bringen: Für Facebook-Chef Mark Zuckerberg war das ein wesentlicher Teil seiner Mission, auch Afrika flächendeckend mit Internet zu versorgen.

Solardrohne Aquila: Auch sie soll Internet in entlegene Regionen bringen.

Solardrohne Aquila: Auch sie soll Internet in entlegene Regionen bringen.

Quelle: Facebook

„Tief enttäuscht“ sei er, schrieb Zuckerberg nach dem Unglück gestern, bei dem der erste Satellit für das Projekt Internet.org zerstört wurde. Doch aufgeben will er natürlich nicht. „Glücklicherweise haben wir noch andere Technologien entwickelt, die Menschen genauso miteinander verbinden“, sagt der Facebook-Gründer. Da wäre zum Beispiel die Solardrohne Aquila.

Ursache soll an Startvorrichtung liegen

Das Scheitern als Teil des Lernprozesses zu sehen, ist in den USA eben weitgehend normal – normaler als hierzulande in jedem Fall. Deshalb sind auch die Pioniere bei SpaceX nicht restlos erschüttert, zumal sie Pleiten durchaus gewohnt sind: Viermal ging beispielsweise die Landung einer wiederverwendbaren Rakete auf einer Meeresplattform schief, bevor sie zum ersten Mal gelang. 

Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX.

Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX.

Quelle: Erik S. Lesser/dpa

Außerdem sehen die SpaceX-Ingenieure die Schuld für die jüngste Explosion auch nicht bei sich. Es sei ein Problem an der Startvorrichtung gewesen, nicht an der Rakete selbst, hieß es schon kurz nach dem Unfall. Das Feuer entstand demnach beim Befüllen des obersten Tanks an der ersten Stufe der Rakete. Was genau der Auslöser war, wird noch ermittelt.

„Schlüssel zum multi-planetarischen Leben“

Angesichts der vorausgegangenen Erfolge will sich SpaceX ohnehin nicht vom Kurs abbringen lassen. Inzwischen sind schon mehrfach Trägerraketen wieder sicher und heil auf der Erde angekommen, und deshalb hatte das Unternehmen auch schon angekündigt, spätestens im Oktober eine der recycelten Raketen erneut ins All zu schicken

Gewaltige Rauchwolken auf dem US-Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral: Die SpaceX-Rakete explodierte am Boden. Verletzt wurde niemand. 

Gewaltige Rauchwolken auf dem US-Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral: Die SpaceX-Rakete explodierte am Boden. Verletzt wurde niemand. 

Quelle: Nasa/dpa

Für Eigentümer Elon Musk ist die Wiederverwertung schließlich nicht weniger als „der Schlüssel für ein multi-planetarisches Leben der Menschheit“. Ein bisschen kleiner haben es das naturgemäß Behörden wie Nasa und Esa. Dennoch kann das Recycling, wenn es zuverlässig funktioniert, pro Raketenstart hohe zweistellige, wenn nicht dreistellige Millionen-Dollar-Beträge einsparen und damit sowohl der Privatwirtschaft als auch der Forschung enorm helfen. Das sind gewaltige Summen, wenn man sich beispielsweise anschaut, dass schon die Nasa noch in diesem Monat allein vier Starts plant – davon zwei bemannte zur ISS.

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