Transport von Astronauten 27.01.2015, 16:01 Uhr

NASA vergibt Auftrag: Ab 2017 mit Boeing zur ISS

Als erstes Privatunternehmen wird Boeing im Auftrag der NASA amerikanische Astronauten zur ISS fliegen. Nach Testflügen im Juli 2017 soll es ab Ende desselben Jahres regulär losgehen. Aber auch das Konkurrenzunternehmen SpaceX nimmt bemannt Kurs auf die Raumstation. 

Noch am Boden: Aber schon im Sommer 2017 soll die von Boeing entwickelte Raumkapsel CST-100 erste unbemannte Testflüge durchführen. Reguläre Boeing-Flüge zur ISS sind ab Dezember 2017 vorgesehen.

Noch am Boden: Aber schon im Sommer 2017 soll die von Boeing entwickelte Raumkapsel CST-100 erste unbemannte Testflüge durchführen. Reguläre Boeing-Flüge zur ISS sind ab Dezember 2017 vorgesehen.

Foto: Boeing

Im Juli 2011 startete die US-Raumfähre Atlantis zu ihrer letzten Mission. Damals ging die 30 Jahre währende Ära der Space Shuttles zu Ende. Seitdem nutzen amerikanische Astronauten die russischen Sojus-Kapseln als Mitfluggelegenheit zur internationalen Raumstation ISS.

Im Auftrag der NASA soll Boeings Raumkaspel CST-100 zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. 

Im Auftrag der NASA soll Boeings Raumkaspel CST-100 zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. 

Foto: Boeing

Seit dieser Zeit ist aber auch klar, dass diese Abhängigkeit nicht ewig dauern soll. Private Unternehmen werden die amerikanischen Astronauten schon bald in den Orbit fliegen. Wie die Raumfahrtbehörde NASA jetzt bekanntgab, wird Boeing als erster privatwirtschaftlicher Konzern Personen zur ISS befördern.

Erster bemannter Testflug im Juli 2017

Im September vergangenen Jahres hatte die NASA das US-Luftfahrtunternehmen Boeing sowie den privaten Raumfahrtkonzern SpaceX beauftragt, neue Raumfähren für den Personentransport zu entwickeln. Mit seinem Dragon, einem reinen Frachtraumschiff, ist SpaceX derzeit das einzige Unternehmen, das eine größere Nutzlast von etwa 2500 Kilogramm wieder unbeschadet zur Erde zurückbringen kann.

Sieben Personen haben in Boeings Raumkapsel Platz.

Sieben Personen haben in Boeings Raumkapsel Platz.

Foto: Boeing

Die von Boeing entwickelte Raumkapsel CST-100 wird erste unbemannte Testflüge im April 2017 durchführen. Drei Monate später soll das Fluggerät dann testweise bemannt abheben – mit einem Boeing-Piloten und einem Astronauten an Bord. Reguläre Boeing-Flüge zur ISS sind ab Dezember 2017 vorgesehen.

So sieht der Innenraum der Dragon Crew aus. 

So sieht der Innenraum der Dragon Crew aus. 

Foto: NASA Kennedy

Aber auch Konkurrent SpaceX plant bemannte Flüge. Die dafür modifizierte Variante des Dragon heißt Crew Dragon und soll bereits im Frühjahr 2017 mit Astronauten an Bord in den Orbit fliegen – allerdings vorerst zu Testzwecken. Wann der Konzern reguläre Personentransporte fliegen soll und zur ISS, ist bislang unklar.

Boeing bekommt den Löwenanteil

Der NASA-Vertrag zur Entwicklung der neuen Raumschiffe ist satte 6,8 Milliarden Dollar schwer. Während Boeing mit 4,2 Milliarden den größten Anteil erhält, muss SpaceX mit den restlichen 2,6 Milliarden zurechtkommen. Beide privaten Raumflieger – CST-100 sowie Crew Dragon – sollen vom John F. Kennedy Space Center in Florida zur ISS aufbrechen. 

Auch SpaceX will mit seiner Dragon-Kapsel bereits 2017 bemannte Testflüge starten. Wann es aber richtig los geht, steht bislang noch nicht fest. 

Auch SpaceX will mit seiner Dragon-Kapsel bereits 2017 bemannte Testflüge starten. Wann es aber richtig los geht, steht bislang noch nicht fest. 

Foto: NASA Kennedy

Der ehemalige Astronaut und NASA-Administrator Charlie Bolden bezeichnete den aktuellen Entwicklungsstand in den Häusern Boeing und SpaceX als ein „unglaubliches Zeugnis für amerikanischen Einfallsreichtum und Know-how“. Nun bestätige sich die Vision, die die NASA vor einigen Jahren für die Post-Spaceshuttle-Ära entworfen hatte. 

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