Muskelschwund bei Astronauten 30.08.2015, 07:33 Uhr

DLR steckt Studienteilnehmer zwei Monate ins Bett

Für die Wissenschaft im Bett liegen heißt es bald für zwölf gesunde Männer, die an einer Langzeitstudie in der Raumfahrtforschung teilnehmen. Während der zwei Monate, in denen die Probanden ihr Bett im DLR nicht verlassen, werden die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All simuliert. Die Hälfte der Testpersonen wird mit einem speziellen Sprungtraining fit gehalten. 

Forschungseinrichtung envihab des DLR: Dort liegen ab dem 9. September zwölf kerngesunde Männer zwischen 20 und 45 Jahren zwei Monate lang im Bett. 

Forschungseinrichtung envihab des DLR: Dort liegen ab dem 9. September zwölf kerngesunde Männer zwischen 20 und 45 Jahren zwei Monate lang im Bett. 

Foto: DLR

Für die nächsten Wochen ist die Forschungseinrichtung envihab des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) das Zuhause von zwölf kerngesunden Männern zwischen 20 und 45 Jahren. Die Zwölf sind Probanden einer Langzeit-Bettruhestudie und werden für zwei Monate rund um die Uhr im Bett liegen. Dadurch bauen sich die Knochen und Muskeln der unteren Körperhälfte ab.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Gruppenleiter (m/w/d) Konstruktion Stahlbrücken Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Infrastrukturprojekte Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
IT-Systemingenieur*in Leitsysteme Busbetrieb Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleitung (m/w/d) "Technische Projekte" Allbau Managementgesellschaft mbH
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Mobilität / Verkehr THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Projektleiter:in für große Investitionsprojekte (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Planungskoordinator (m/w/d) im Projekt Zukunftsquelle Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Architect (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitende:r Ingenieur:in der technischen Betriebsführung / Klärwerk Wansdorf (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Schönwalde-Glien Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Integration Engineer (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Cycle GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Elektronik (m/f/d) Cycle GmbH
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau (Chemie und Pharma) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Berlin,Leipzig,Hamburg Zum Job 
Mitscherlich PartmbB-Firmenlogo
Patentingenieur (w/m/d) Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau oder vergleichbar Mitscherlich PartmbB
München Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Elektrotechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen,Lingen (Ems) Zum Job 
newboxes GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) newboxes GmbH
Deutschlandweit Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Automatisierungstechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Leviat GmbH
Langenfeld (NRW) Zum Job 
ILF Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projekt- und technischer Angebotsingenieur (m/w/d) ILF Beratende Ingenieure GmbH
München, Bremen, Hamburg, Essen, Berlin Zum Job 

Gleichzeitig wird ihr Bett zum Kopf hin um sechs Grad nach unten geneigt sein, damit sich ihre Körperflüssigkeiten in Richtung Oberkörper verschieben „So simulieren wir die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All auf den menschlichen Körper“, sagt Edwin Mulder, Leiter der Studie, die das DLR im Auftrag der Europäischen Weltraumagentur ESA durchführt.

Die Hälfte der Testpersonen wird auf einem speziell entworfenen Trainingsgerät liegend mehrmals in der Woche ein Sprungtraining absolvieren. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob ein intensives Training eine effektive Gegenmaßnahme gegen den Knochen- und Muskelabbau sein kann.

Astronauten auf der ISS müssen täglich über zwei Stunden Sport treiben

Derzeit müssen Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS über zwei Stunden am Tag Sport treiben, um die negativen Effekte ihres Arbeitsplatzes auf ihren Körper möglichst gering zu halten. Mit der Studie im DLR soll nun unter anderem untersucht werden, ob andere Übungen sich nicht noch besser als Gegenmaßnahme eignen könnten. Die Probanden der Trainingsgruppe werden fünf bis sechs Mal pro Woche vor allem mit kleinen, kräftigen Sprüngen trainieren. „Ein kurzes, knackiges Training mit einem starken muskulären Reiz – so etwas gibt es im All bisher noch nicht“, sagt Mulder.

Das Bett wird zum Kopf hin um 6 ° nach unten geneigt sein, damit sich Körperflüssigkeiten der Probanden in Richtung Oberkörper verschieben. Das simuliert die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All auf den menschlichen Körper. 

Das Bett wird zum Kopf hin um 6 ° nach unten geneigt sein, damit sich Körperflüssigkeiten der Probanden in Richtung Oberkörper verschieben. Das simuliert die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All auf den menschlichen Körper. 

Quelle: DLR

Insgesamt führen die beteiligten Wissenschaftler rund 90 Experimente durch. Neben den Auswirkungen der Inaktivität auf Knochen und Muskeln untersuchen sie Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Gleichgewichtssinns, der Augen, der Thermoregulation oder auch des autonomen Nervensystems. Auf die Probanden kommen daher regelmäßig Untersuchungen und Messungen zu.

Immer eine Schulter an der Matratze

Pro Tag ziehen zurzeit jeweils zwei Probanden in die DLR-Forschungsanlage envihab ein. Nach einer Erfassung ihre Werte vor der Bettruhe folgt dann ab dem 9. September 2015 die Liegephase. Während dieser Phase darf keiner der Probanden aufstehen, immer muss eine Schulter an der Matratze bleiben. Diese Regel muss bei allem, vom Essen bis zum Duschen, eingehalten werden.

Auch ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus und eine streng kontrollierte Ernährung sind vorgeschrieben. Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden einheitlich in dem Forschungsmodul mit zwölf Einzelzimmern geregelt. Besuch ist zwar nicht erlaubt, der Kontakt über Handy und Internet zur Außenwelt ist jedoch möglich.

Nach der Bettruhe werden alle Probanden nicht nur erneut zwei Wochen lang untersucht und vermessen, sondern auch mit Reha-Maßnahmen betreut. „Der Knochen- und Muskelabbau wird vollständig wieder ausgeglichen werden“, erläutert Ulrich Limper, der als medizinischer Leiter die Studie begleitet. Nach ihrem Aufenthalt im envihab nehmen die Probanden an fünf Nachfolgeuntersuchungen im Laufe der nächsten zwei Jahre teil. „Bisher wissen wir, dass Knochenabbau wieder vollständig reversibel ist, allerdings dauert es länger, bis der ursprüngliche Zustand erreicht wird – und diesen Mechanismus wollen wir besser verstehen.“

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.