NASA 27.06.2024, 10:08 Uhr

Elon Musks-Aufgabe: SpaceX soll ISS zerstören

Die NASA hat SpaceX beauftragt, die Internationale Raumstation bis 2030 sicher aus dem Orbit zu entfernen, mit einem Milliardenvertrag für die Deorbitierungsmission.

ISS

SpaceX erhält 843 Millionen US-Dollar von der NASA zur Entwicklung eines Deorbit-Fahrzeugs für die ISS.

Foto: PantherMedia / 3DSculptor

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat SpaceX eine besondere Aufgabe übertragen: Das Unternehmen von Elon Musk soll die Internationale Raumstation (ISS) nach ihrer geplanten Außerdienststellung sicher aus dem Orbit entfernen.

Die NASA hat SpaceX beauftragt, ein spezielles Raumfahrzeug, bzw. ein Deorbit Vehicle zu entwickeln, das die kontrollierte Deorbitierung und Zerstörung der Internationalen Raumstation (ISS) nach ihrer Außerdienststellung im Jahr 2030 sicherstellen soll.

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843 Millionen US-Dollar vorgesehen

Wie CNN berichtet, wird die NASA SpaceX bis zu fast 1 Milliarde US-Dollar zahlen, um die Internationale Raumstation sicher aus ihrer Umlaufbahn zu lenken und an ihren endgültigen Ruheplatz zu bringen kann. Die NASA hat bekannt gegeben, dass für die Entwicklung des Deorbit-Fahrzeugs insgesamt 843 Millionen US-Dollar zur Verfügung stehen.

„Die Auswahl eines US-amerikanischen Deorbit-Fahrzeugs für die Internationale Raumstation wird der NASA und ihren internationalen Partnern helfen, einen sicheren und verantwortungsvollen Übergang in der niedrigen Erdumlaufbahn am Ende der Stationsoperationen zu gewährleisten“, sagte Ken Bowersox, stellvertretender Administrator für das Space Operations Mission Directorate im NASA-Hauptquartier in Washington. „Diese Entscheidung unterstützt auch die Pläne der NASA für zukünftige kommerzielle Ziele und die kontinuierliche Nutzung des Weltraums in der Nähe der Erde. Das orbitale Labor bleibt ein Vorbild für Wissenschaft, Erforschung und internationale Partnerschaften im Weltraum zum Nutzen aller.“

Fünf Raumfahrtagenturen betreiben die ISS

Seit 1998 betreiben fünf Raumfahrtagenturen – die CSA (Canadian Space Agency), die ESA (European Space Agency), die JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency), die NASA (National Aeronautics and Space Administration) und die staatliche Raumfahrtgesellschaft Roscosmos – die Internationale Raumstation. Jede Agentur ist für die Verwaltung und Kontrolle der von ihr bereitgestellten Hardware verantwortlich. Die Station wurde so konzipiert, dass sie voneinander abhängig ist und auf Beiträge aus der gesamten Partnerschaft angewiesen ist, um zu funktionieren. Die USA, Japan, Kanada und die beteiligten Länder der ESA haben sich verpflichtet, die Station bis 2030 zu betreiben, während Russland mindestens bis 2028 fortsetzen will. Die sichere Deorbitierung der Internationalen Raumstation liegt in der Verantwortung aller fünf Raumfahrtagenturen.

3.300 Experimente in der Schwerelosigkeit

Besatzungsmitglieder führen Experimente in verschiedenen Forschungsbereichen durch, darunter Erd- und Weltraumwissenschaften, Biologie, menschliche Physiologie, Naturwissenschaften und Technologiedemonstrationen, die nur im Weltraum möglich sind. Über 3.300 Experimente wurden bereits in der Schwerelosigkeit durchgeführt. Die Station spielt eine zentrale Rolle im Weltraumhandel, von kommerziellen Crew- und Frachtpartnerschaften bis hin zu Forschung in nationalen Labors. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an zukünftige kommerzielle Stationen weitergegeben.

Im Verlauf der Nutzungsdauer der ISS traten jedoch immer häufiger technische Probleme auf.

Endstation – „Point Nemo“

SpaceX, offiziell bekannt als Space Exploration Technologies Corporation, wurde im Jahr 2002 von Elon Musk gegründet, einem Milliardär mit dem langfristigen Ziel, die Menschheit „multiplanetar“ zu machen. Musk treibt die Vision voran, den Mars zu kolonisieren und menschliches Leben auf anderen Planeten zu etablieren.

Die „Falcon 9“-Rakete kam erstmals im Juni 2010 zum Einsatz und fliegt seit Oktober 2012 unbemannte „Dragon“-Raumkapseln zur ISS. Darüber hinaus nutzt SpaceX die „Falcon 9“-Rakete auch für den Transport von privaten und staatlichen Satelliten ins All.

Wie MDR früher berichtete, war die geplante Absturzprozedur der ISS etwas anders: Das endgültige Ende der Raumstation ist bei der NASA für Januar 2031 vorgesehen. Vorher sollen drei russische Progress-Raketen (vorausgesetzt, dass Russland zu diesem Zeitpunkt noch beteiligt ist) die ISS durch Bremsmanöver in den Monaten davor schrittweise näher an die Erde heranführen. Schließlich wird die Raumstation kontrolliert in den Südpazifik stürzen. Dies soll nahe dem geografischen Punkt geschehen, der im Englischen als „Point Nemo“ und im Deutschen als „Pazifischer Pol der Unzugänglichkeit“ bekannt ist. Point Nemo liegt im Ozean und ist der Punkt mit dem größtmöglichen Abstand zu jeder Küste.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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