Ernte im Weltraum 11.08.2015, 14:55 Uhr

ISS-Astronauten essen erstmals Salat aus Eigenanbau

Erstmals steht für die ISS-Crew frischer Salat aus Eigenanbau auf dem Speiseplan. Einen Monat lang sahen sie den roten Römersalat im Marslabor Veggie heranwachsen. Jetzt dürfen sie ihn verzehren. Doch zuvor muss einiges beachtet werden. 

Kostprobe gefällt: Die ISS-Astronauten lassen sich den Weltraum-Salat auf der Zunge zergehen. 

Kostprobe gefällt: Die ISS-Astronauten lassen sich den Weltraum-Salat auf der Zunge zergehen. 

Foto: Nasa

Frisch, genial, lecker, schmeckt irgendwie wie Rucola: Das sind die überaus positiven Reaktionen der drei Astronauten Scott Kelly, Gennadi Padalka und Michail Kornijenko. Angemacht mit Olivenöl und Balsamico konnten sie erstmals ihr schwerelos angebautes Gemüse genießen.

Doch vor dem Verzehr müssen die Salatblätter gereinigt werden. Dafür säubern die Astronauten jedes Salatblatt mit lebensmittelechten Desinfektionstüchern auf Zitronensäure-Basis.

Sicherheit vor Verzehr

Es ist die zweite Ernte des „Outredgeous“-Salates. Das erste Nährstoffkissen mit den Salatsamen säte Steve Swanson im Mai 2014 aus. Der Salat konnte nach einem Monat geerntet werden und wurde zusammem mit anderen Gemüseproben zur Erde geschickt.

Der Römersalat kann geerntet werden. Unter der roten und blauen LED-Licht sieht das Gemüse pink aus.

Der Römersalat kann geerntet werden. Unter der roten und blauen LED-Licht sieht das Gemüse pink aus.

Foto: Nasa

„Mikrobiologisch sah die Analyse der Proben sehr gut aus“, erklärt Gioia Massa, der das Projekt bei der Nasa mitbetreut. Die Astronauten erhielten die Erlaubnis zum Essen der zweiten Aussaat, die der US-Amerikaner Scott Kelly am 8. Juli 2015 vornahm. Jedoch verzehrten sie tatsächlich nur die Hälfte des Salates. Die andere Hälfte fliegt erneut zur Erde.

Seit über einem Jahr läuft das Experiment zum Anbau von Gemüse und Pflanzen im Weltraum schon. Seitdem haben die Astronauten immer wieder Proben der Ernte zur Erde geschickt, wo sie im Nasa Kennedy Space Center in Florida auf ihre Lebensmittelsicherheit untersucht wurden.

LEDs liefern Energie für das Wachstum

Im Weltraum-Gewächshaus wachsen die Pflanzen unter einer Flachbildschirm-Lichtbank aus roten, blauen und grünen LEDs.

Die Veggie-Anlage für Gemüse aus dem All kommt ohne Erde aus. 

Die Veggie-Anlage für Gemüse aus dem All kommt ohne Erde aus. 

Foto: Nasa

„Blaue und rote Wellenlängen liefern das Minimum an Energie, die für das Pflanzenwachstum nötig ist“, sagt Entwickler Ray Wheeler. Die grünen LEDs hingegen übernehmen die Aufgabe, den Pflanzen ein appetitliches Aussehen zu verleihen. Das Veggie-Gerät lässt sich zusammenklappen und ist erweiterbar.

Experiment für Langzeitmissionen

Das Veggie-Pflanzenwachstumssystem ist ein Nasa-Experiment, das speziell die Möglichkeiten der Nahrungsversorgung für bemannte Marsmissionen testet. Je weiter eine Reise in das Sonnensystem geht, umso schwieriger wird die Versorgung der Raumschiff-Besatzung während der Langzeit-Mission.

Doch neben dem Aspekt der Ernährung, untersucht die Nasa auch die psychischen Auswirkungen von Grünpflanzen und frischen Lebensmitteln auf die Astronauten während ihrer Mission im All. Die Aufgabe im Gewächshaus könnte ihnen beispielsweise eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung liefern.

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