Elon Musk stellt erste Satelliten online 27.05.2019, 13:57 Uhr

Tausende Satelliten von SpaceX sollen Internet in alle Welt bringen

Nur per Satellit wird sich das World Wide Web wirklich weltweit verbreiten lassen. Bei den Plänen dafür ist SpaceX-Gründer Elon Musk mal wieder weit vorne: Vergangene Woche schickte er die ersten 60 Satelliten ins All. Noch fehlt ihnen allerdings eine zentrale Fähigkeit.

Foto: Space Exploration Technologies Corp.

Foto: Space Exploration Technologies Corp.

Mit einer Falcon-9-Raktete starteten die ersten 60 Internet-Satelliten von SpaceX vergangene Woche in die Weiten des Alls. Dort sollen die künstlichen Trabanten in einer Entfernung von einigen Hundert Kilometern die Erde umkreisen – und damit relativ nah im Vergleich zu herkömmlichen Satelliten. Jeder einzelne Internet-Satellit wiegt so viel wie ein ausgewachsener Gorilla, laut SpaceX rund 200 Kilogramm. Die 60 Satelliten seien am Freitag, den 24. Mai 2019 online gegangen und stellen erst den Anfang eines weit größeren, weil weltumspannenden Netzwerks namens Starlink dar.

Starlink soll Surfgeschwindigkeit erhöhen

Im Jahr 2016 stellte Elon Musk die ersten Anträge für seine Internet-Unternehmung. Insgesamt beantragte er eine Betriebserlaubnis für 4.425 Satelliten bei der zuständigen US-Regulierungsbehörde FCC. Damals war geplant, dass die Satelliten in einer Höhe zwischen 1.150 und 1.275 Kilometern um die Erde kreisen. Mittlerweile plant SpaceX mit einer geringeren Höhe und dafür mit 12.000 Satelliten. Ihre geringe Höhe soll helfen, die Signale schnellstmöglich zu übermitteln und unnötige Verzögerungen der Funksignale zu vermeiden. Dank des dichten Netzes und extrem starker Antennen sollen sie so das Internet für alle bringen.

Beginnen möchte SpaceX allerdings mit den am dichtesten besiedelten Gebieten. Dafür würde das Unternehmen in den kommenden Jahren rund 720 Satelliten ins All entsenden, twitterte das Unternehmen. Grundsätzlich soll das System dann sowohl für private Nutzer als auch für Unternehmen, Institutionen und Regierungsstellen „eine breite Palette an Breitband- und Kommunikationsdiensten“ bieten. Sie alle könnten von einer gegenüber heute fast 200-mal höheren Surfgeschwindigkeit profitieren.

Stabilität durch Kontakt zu mehreren Satelliten

SpaceX setzt hier vor allem auf eine Weiterentwicklung der so genannten „phased array“-Technologie, die eine extrem starke Richtwirkung von Antennen zulässt. Dadurch soll es möglich werden, dass jederzeit mehrere Satelliten von einem einzigen Ort auf der Erde aus angesprochen werden können, und das sorge dann für größtmögliche Stabilität. Außerdem will das Unternehmen über optische Techniken die Satelliten untereinander vernetzen.

Die am Freitag ins All beförderten Satelliten können allerdings noch nicht untereinander kommunizieren. Stattdessen senden und empfangen sie Signale zu und von Bodenstationen. Sollten Sie Ihre Umlaufbahn verlassen, etwa weil sie mit Weltraumschrott kollidieren, verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre.

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Der Wettbewerb um das Internet per Satellit ist groß

So normal das Internet für uns ist, so fremd ist es doch immer noch für viele Menschen etwa in Afrika oder Südostasien. Erst Ende 2018 wurde der „50/50-Meilenstein für die Internetnutzung“ überschritten, wie die Internationale Fernmeldeunion (ITU) bekanntgab. Damit haben mehr als 3,5 Milliarden Menschen bis heute keinen regelmäßigen Zugang zum World Wide Web. Global Player wie Google und Facebook wollen das schon lange ändern, indem sie die Datenversorgung über Satelliten sicherstellen. In den vergangenen Jahren sind zudem immer mehr private Organisationen auf den Markt aufgesprungen.

Neben SpaceX konkurriert unter anderem das britische Unternehmen OneWeb in Kooperation mit Airbus um die Bereitstellung eines weltumspannenden Internets. Facebook sattelte vergangenes Jahr auf ein Satelliten-Netzwerk um, nachdem es zuvor auf die Internetdrohne Aquila gesetzt hatte.

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Ein Beitrag von:

  • Lisa Diez-Holz

    Die Autorin war von 2017 bis Ende 2019 Content Managerin für das TechnikKarriere-News-Portal des VDI Verlags. Zuvor schrieb sie als Redakteurin für die VDI nachrichten.

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