Gehalt 15.06.2016, 00:00 Uhr

So führen Sie Gehaltsverhandlungen erfolgreich

Wer angemessen bezahlt werden will, muss selbst aktiv werden und seinen Marktwert kennen. Denn Arbeitgeber bieten ihren Angestellten selten eine Gehaltserhöhung an – Ingenieure müssen um einen Termin für eine Gehaltsverhandlung bitten. Doch wie sieht die beste Strategie für das Gespräch mit dem Chef aus?

Erfolgreich verhandeln für mehr im Porte-Monnaie

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Foto: panthermedia.net/Elnur_

Der Erfolg einer Gehaltsverhandlung hängt im wesentlichen Maße von der Vorbereitung ab. An erster Stelle sollte diese Frage stehen: „Warum habe ich als Ingenieur ein höheres Gehalt verdient?“ Mit anderen Worten: Wie sieht der eigene Beitrag zur Leistung des Unternehmens aus? Sinnvoll ist es, vor einer Gehaltsverhandlung möglichst viele Punkte zusammenzutragen, die einer neutralen Bewertung standhalten.

Dabei hilft diese Checkliste:

  • Haben sich meine Aufgabenbereiche verändert, seit ich mit dem jetzigen Gehalt gestartet bin? Konkret: Welche qualifizierten Tätigkeiten sind neu hinzugekommen?
  • Betreue ich inzwischen Arbeitsbereiche eigenständig, zu denen ich früher Rücksprache mit einem Vorgesetzten gehalten habe?
  • Leite ich Kollegen an, weil ich mehr Erfahrung habe oder mit einigen Themen besser vertraut bin?
  • Welche Projekte habe ich erfolgreich abgeschlossen?
  • Habe ich Ideen für bessere Arbeitsabläufe eingereicht, durch die das Unternehmen Geld spart?
  • Habe ich durch meine Berufserfahrung Kompetenzen erweitert? Kann ich dazu Beispiele benennen?
  • Habe ich als Ingenieur Schulungen oder Weiterbildungen besucht, die für eine Gehaltsverhandlung relevant sein könnten?
  • Was für eine Bedeutung hat mein aktuelles Projekt fürs Unternehmen?
  • Welche Ideen oder Konzepte möchte ich künftig zum Wohle des Unternehmens umsetzen?
  • Hat mein Chef die Ergebnisse meiner Arbeit in der letzten Zeit positiv hervorgehoben?

Eine Analyse der Unternehmenssituation muss vor der Gehaltsverhandlung erfolgen

Sobald die positiven Argumente für eine Gehaltsverhandlung aufgelistet sind, geht es für Ingenieure weiter mit dem Marktwert. Denn unabhängig von der eigenen Kompetenz und Spezialisierung gibt es unter anderem ein regionales Gefälle in Bezug auf die Gehaltsstrukturen – Ingenieure im Großraum Düsseldorf verdienen beispielsweise im Durchschnitt nahezu ein Drittel mehr als Kollegen in Dresden. Sie sollten also die üblichen Gehälter in der Umgebung heranziehen, um das eigene Einkommen abzugleichen. Gut geeignet ist dafür der Gehaltstest auf ingenieurkarriere.de.

Ingenieure sollten zudem die aktuelle Situation des Unternehmens recherchieren, um eine Gehaltsverhandlung vorzubereiten. Wie sieht die Bilanz aus? Sind kürzlich neue Projekte erfolgreich gestartet oder akquiriert worden? Sind diese Projekte mit einem hohen Investitionsbedarf verbunden? Oder ist es im Gegenteil so, dass das Unternehmen in jüngster Zeit einen Rückschlag hinnehmen musste? Selbst wenn eine andere Abteilung in erster Linie betroffen sein sollte, wäre in so einem Fall der Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung sicherlich ungünstig.

Angebote wie geldwerte Leistungen erleichtern dem Arbeitgeber ein Entgegenkommen

Das Wissen um die Unternehmenszahlen stärkt die Position eines Ingenieures in der Gehaltsverhandlung, auch wenn sich die Forderungen nicht direkt daran orientieren sollten. Grundsätzlich gilt für die Gehaltsvorstellungen: Die Steigerung muss sich lohnen, da die nächste Gehaltsverhandlung in der Regel frühestens in einem Jahr ansteht. Gleichzeitig dürfen die Forderungen nicht überzogen sein. Als Richtlinie gilt ein angepeiltes Plus zwischen drei und zehn Prozent. Tipp: Erkundigen Sie sich im Vorfeld, ob Sie durch ein höheres Einkommen in eine andere Steuerklasse rutschen würden. In so einem Fall ist es sinnvoll, etwas niedriger anzusetzen. Sonst kann es passieren, dass Ihr Bruttogehalt deutlich steigt, Sie aber netto weniger raus haben.

Ohnehin ist es wichtig, Alternativen zu einer direkten Einkommenserhöhung im Gepäck zu haben, wenn Sie als Ingenieur in die Gehaltsverhandlung gehen. Durch geldwerte Leistungen erhalten Sie eine höhere Vergütung, ohne dass der Vorgesetzte zu tief in die Tasche greifen muss – für den Arbeitgeber sind sie durch eine andere Besteuerung günstiger. Beispiele wären ein Diensthandy oder ein Laptop, das ausdrücklich privat genutzt werden darf. Vielleicht besteht sogar eine Chance auf einen Dienstwagen? Alternativ könnte der Arbeitgeber das Jobticket für die Bahn bezahlen. Was viele nicht wissen: Zuschüsse zu Gesundheitsleistungen sind bis zu einer Summe von 500 Euro im Jahr für den Arbeitgeber steuerfrei. Das können zum Beispiel Kurse sein, die von der Krankenkasse gefördert oder explizit empfohlen werden, wie Stress-Prävention oder sogar eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio.

Der Termin für eine Gehaltsverhandlung kann für den Erfolg entscheidend sein

Erst wenn Sie für sich zwei Listen parat haben – Argumente für ein höheres Einkommen sowie mögliche geldwerte Leistungen – sollten Sie den Vorgesetzten um ein Gespräch bitten. Ein konkreter Termin ist wichtig, um dem Thema Gewicht zu verleihen. Außerdem kann der Chef das Gespräch dann nicht unter dem Vorwand der Zeitnot ohne Ergebnis abbrechen. Nach Möglichkeit sollten Sie als Ingenieur für die Gehaltsverhandlung eine Phase wählen, in der die Arbeitsbelastung etwas geringer ist. Ein Tabu ist außerdem die Weihnachtszeit, weil dann erfahrungsgemäß viele Mitarbeiter Gehaltswünsche äußern.

Während der Gehaltsverhandlung ist Sachlichkeit Trumpf. Argumente des Vorgesetzten können Ingenieure durch Verweis auf Ihre Kompetenzen und Leistungen parieren. Mögliche Drohungen über einen Jobwechsel gehören genauso wenig ins Gespräch wie ein Hinweis auf den privaten Finanzbedarf. Sinnvoll kann außerdem der Hinweis sein, dass Sie über Ihr Gehalt selbstverständlich Stillschweigen bewahren – die Gehaltsverhandlung sollte sich alleine auf Ihre individuelle Leistung beziehen, die durchaus höher sein kann, als die Ihrer Kollegen. Daher muss auch nicht dasselbe Einkommen ausbezahlt werden. Gegebenenfalls kann es ein guter Schachzug sein, sich mit einer Summe unterhalb Ihrer Forderungen zu begnügen –
und direkt zu vereinbaren, nach was für einem Zeitraum die nächste Gehaltsverhandlung stattfinden wird.

Tipp:
Gehaltsverhandlung für Berufseinsteiger

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