Tipps für die Stellensuche

Gibt man Hobbys in der Bewerbung an?

Ist es sinnvoll, im Lebenslauf eine Liste mit Hobbys und Interessen aufzuführen? Welche Vorteile und Nachteile kann das für eine Bewerbung haben? Und worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Fußball hängt im Netz eines Tores

Nicht jedes Hobby ist bei der Jobsuche ein Volltreffer. Teamsportarten sind aber in aller Regel gerne gesehen.

Foto: panthermedia.net/Krivosheevv

Hobbys gehören zu den freiwilligen Angaben in einer Bewerbung. Abhängig vom anvisierten Job und von Ihren tatsächlichen Interessen müssen Sie abwägen, ob Sie Hobbys angeben möchten. Sie können einem Kandidaten durchaus einen wichtigen Vorteil verschaffen. Auf der anderen Seite könnte ein ungünstiger Eindruck entstehen, falls Sie unüberlegt Informationen preisgeben.

Welche Vorteile bringen Hobbys im Lebenslauf?

Ein Mensch hat viele Facetten. Je mehr wir davon kennen, desto eher ist es möglich, sich einen Gesamteindruck zu verschaffen. Es sagt besonders viel über einen Menschen aus, womit er seine Freizeit verbringt. Denn das sind in der Regel Tätigkeiten, die ihm viel Spaß machen und seiner Persönlichkeit entsprechen. Viele Personalentscheider sind daher durchaus daran interessiert, mehr über die Hobbys der Bewerber zu erfahren. Einige Beispiele für Informationen, die Arbeitgeber aus den Angaben gewinnen können:

  1. Hobbys verraten viel über Soft Skills, zum Beispiel: Mannschaftssportler sind oft gute Teamplayer. Wer privat malt, ist möglicherweise auch kreativ im Büro. Auszeichnungen oder Preise für private Interessen weisen auf Ehrgeiz und Durchhaltevermögen hin. Modellbauer gehen vermutlich sehr sorgfältig und strukturiert vor.
  2. Die Persönlichkeitsstruktur wird über die Angaben zu Freizeitinteressen besser erkennbar. Gerade soziales Engagement ist bei Personalern beliebt. Es weist auf Mitarbeiter hin, die sich voraussichtlich um Kollegen bemühen und insgesamt die Atmosphäre im Unternehmen verbessern.
  3. Hobbys geben Hinweise auf die Work-Life-Balance. Ein umsichtiger Arbeitgeber hat kein Interesse an Angestellten, die nur für den Job leben. Die Freizeit ist ein wichtiger Ausgleich, um leistungsfähig zu bleiben.
  4. Ingenieure arbeiten häufig in Bereichen, wo der Blick über den Tellerrand gefragt ist. Unterschiedliche Interessen sind ein Indiz für eine vielschichtige Persönlichkeit, die auch im Job mehrere Seiten einbringen kann.

 

Ist es für alle Bewerber empfehlenswert, Hobbys aufzuführen?

Die wichtigsten Informationen, die Personalchefs aus einer Liste mit Hobbys ziehen können, sind mögliche Soft Skills. Ingenieure mit viel Berufspraxis stellen diese natürlich über ihre bisherigen Tätigkeiten und Projekte unter Beweis. Deswegen haben Hobbys in der Bewerbung von Berufseinsteigern meistens einen höheren Stellenwert. Sie können ihre Interessen geschickt einsetzen, weil ihr Werdegang noch nicht viele Informationen zu bieten hat. Grundsätzlich gilt: Je höher die Position angesiedelt ist, auf die sich ein Kandidat bewirbt, desto sparsamer gibt er private Interessen an. Führungskräfte nennen in der Regel gar keine Hobbys und erwähnen sie höchstens bei passender Gelegenheit im Vorstellungsgespräch.

Das heißt jedoch nicht, dass Absolventen grundsätzlich Hobbys in ihrer Bewerbung aufführen müssen. Unter folgenden Umständen sollten sie besser ganz darauf verzichten:

  1. Nicht jeder Mensch hat ein Hobby, das sich als Tätigkeit so klar benennen lässt. Wer seine Freizeit zum Beispiel in erster Linie mit Freunden oder der Familie verbringt, hat sicherlich ein ausgeglichenes Privatleben, aber kein explizites Hobby.
  2. Sie sollten davon absehen, langweilig klingende Interessen anzugeben, die viele Menschen nahezu als selbstverständlich empfinden. Begriffe wie „Freunde treffen“ oder „entspannen“ gehören definitiv nicht in eine Bewerbung. In diesem Fall verzichten Sie besser vollständig auf entsprechende Angaben. In einem Vorstellungsgespräch könnten Sie beispielsweise die Treffen mit Freunden mit Leben füllen und dadurch einen ganz anderen Eindruck hinterlassen.
  3. Es steht Ihnen frei, wie viel Sie von Ihrem Privatleben preisgeben möchten. Falls Sie über ein Hobby nicht sprechen wollen, sollten Sie es in der Bewerbung nicht erwähnen. Eine Leerstelle wäre hier besser, als später Fragen im Vorstellungsgespräch

 

Welche Hobbys sollten Sie in einer Bewerbung vermeiden?

Personalentscheider können aus Hobbys weitaus mehr Informationen ziehen als den Kandidaten bewusst ist. Bevor Sie Ihre Interessen aufführen, sollten Sie daher kurz überlegen, ob diese negativ interpretiert werden könnten. Werfen Sie dafür einen Blick auf diese Grundregeln:

  1. Der Begriff Aktivitäten wird häufig als Synonym für Hobbys verwendet. Behalten Sie das im Kopf. Passives Verhalten wie Fernsehen, zu Hause Musik hören oder im Garten liegen sollten Sie nicht als Hobbys in einer Bewerbung angeben.
  2. Rad fahren, lesen, mit den Kindern spielen – fällt Ihnen etwas auf? Diese Interessen mögen sich zu einer angenehmen Freizeit zusammenfügen, sie klingen aber extrem langweilig. Hobbys, die Sie explizit nennen, sollten den Leser ansprechen. Falls Sie nichts vorzuweisen haben, lassen Sie diesen Punkt besser weg.
  3. Zu extreme Hobbys sind auf der anderen Seite auch nicht unbedingt gut. Gefährliche Sportarten wie Bungeejumping, Apnoetauchen oder Motorradrennen könnten beim Personalentscheider folgende Bedenken auslösen: Ist der Kandidat eine zu risikofreudige Persönlichkeit? Braucht er den Kick, wird sich also auch im Job schnell langweilen und dann wieder wechseln? Ist mit überdurchschnittlich vielen Krankheitstagen zu rechnen?

Ein absolutes No-Go ist es, sich Hobbys nur für die Bewerbungsunterlagen auszudenken. Zum einen müssen Sie damit rechnen, dass der Personalchef im Vorstellungsgespräch Nachfragen stellt, die Sie vielleicht nicht beantworten können. Oder es wird deutlich, dass Sie diesem Thema nicht mit Leidenschaft verbunden sind. Im schlimmsten Fall hat Ihr Gegenüber sogar zufällig dieselben Interessen und Ihr Fantasiehobby wird schnell als solches entlarvt. Das kann Sie den gewünschten Job kosten. Zum anderen geben Sie Hobbys an, um das Bild Ihrer Persönlichkeit abzurunden – Sie sollten Ihrem Gegenüber dabei keinen falschen Eindruck vermitteln. Schließlich geht es nicht nur darum, irgendwie eine Stelle zu ergattern, sondern einen Job, der tatsächlich zu Ihnen passt.

Welche Hobbys hinterlassen einen guten Eindruck?

Es gibt einige Charaktereigenschaften, die Personalchefs bei Mitarbeitern besonders gerne sehen und die durch private Interessen zum Ausdruck kommen können. Deswegen gibt es eine Liste von Hobbys, die Sie sehr gut in Bewerbungsunterlagen angeben können:

Sport: Wer Sport treibt, ist aktiv und meistens fitter und damit gesünder als passive Kollegen. Das kommt bei Arbeitgebern gut an. Ideal sind Mannschaftssportarten wie Fußball, Volleyball oder Handball, weil sie unter anderem mit Teamgeist verbunden sind. Aber auch weiche Sportarten wie Yoga sind für Personaler relevant. Sie können zu Recht von einem Mitarbeiter ausgehen, der sich um sein eigenes Wohlergehen kümmert und auf einen Ausgleich zum Job achtet.

Kreative Hobbys und Handwerk: Sie malen, schreiben, musizieren, basteln oder kochen leidenschaftlich gern? Das sollten Sie erwähnen. Kreativität und innovatives Denken ist vielfach auch im Job gefragt. Handwerkliches Geschick, das sich über Modellbau äußert oder über den Bau der eigenen Terrasse, beweist darüber hinaus Geduld und ein Verständnis für technische Zusammenhänge. Das sollte bei Ingenieuren zwar selbstverständlich sein, aber es zeigt dem Arbeitgeber, dass Sie Ihren Beruf aufgrund Ihrer Interessen und Fähigkeiten gewählt haben. Das ist ein weiterer Pluspunkt.

Soziales Engagement: Ob Sie nun im Vorstand Ihres Sportvereins aktiv sind, sich in der Kita Ihrer Kinder engagieren oder während des Studiums Erstsemester beraten haben – lassen Sie soziales Engagement niemals unter den Tisch fallen, insofern es nicht zu lange zurückliegt. Sozial eingestellte Mitarbeiter sind für Unternehmen sehr wertvoll. Gleichzeitig stellen Sie damit Teamgeist unter Beweis sowie die Fähigkeit, sich in Ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Gute Kommunikationsfähigkeit kommt meistens hinzu.

Wo und wie sollten Sie Hobbys im Anschreiben angeben?

Es gibt zwei mögliche Orte, an denen Sie Hobbys in Ihrer Bewerbung angeben können: das Anschreiben und den Lebenslauf. Hobbys können das Anschreiben von Berufseinsteigern aufwerten. Ihnen fehlen oftmals Beispiele aus der Praxis, mit denen sie wichtige Soft Skills belegen können. Hinweise auf Praktika und Forschungsprojekte können daher im Anschreiben um Hobbys ergänzt werden. Das muss natürlich in einem geschickt formulierten inhaltlichen Zusammenhang passieren, eine Liste mit Beispielen:

  1. „Als Kapitän der dritten Mannschaft des AC Freiburg stelle ich meinen Teamgeist unter Beweis und habe gemeinsamen mit meinen Mitspielern im vergangenen Jahr sogar die Meisterschaft unserer Klasse gewonnen.“
  2. „In Ihrer Stellenanzeige nennen Sie sorgfältiges Arbeiten als eine Voraussetzung. Ich habe diese Fähigkeit bereits in meiner Jugend aufgebaut, als ich angefangen habe, mich mit dem Modellbau zu beschäftigen.“
  3. „Erste Erfahrung in der Projektleitung habe ich während meines Studiums gesammelt, als ich eine Veranstaltungsreise für Erstsemester organisiert habe.“

 

Wie sollte eine Liste mit Hobbys im Lebenslauf aussehen?

Sobald Sie ausreichend Beispiele aus der Berufspraxis zusammen haben, um Ihr Anschreiben inhaltlich sinnvoll zu füllen, erwähnen Sie Hobbys nur noch im Lebenslauf. Sie gehören ganz ans Ende, wobei der Begriff „Interessen“ sprachlich geläufiger ist. Eine Alternative ist „Interessen und Engagement“, falls Sie soziales Engagement angeben wollen. Diese Tipps sollten Sie für Ihre Liste beachten:

  1. Beschränken Sie sich: Kein Mensch übt ernsthaft und mit Leidenschaft fünf verschiedene Hobbys aus. Beschränken Sie sich auf die zwei, maximal drei Interessen, die Ihnen am meisten am Herzen liegen.
  2. Werden Sie konkret: Ihr Hobby ist nicht beliebig. Wenn es etwas über Sie aussagen soll, braucht der Arbeitgeber Details. Nur so wecken Sie Interesse. Schreiben Sie also nicht „Sport treiben“, sondern „Fußball spielen, auf der Position des Stürmers“. Statt „Zeichnen“ besser „Zeichnen von Naturstudien“. Das führt außerdem dazu, dass vermeintlich langweilige Hobbys wie Lesen unter Umständen eine ganz andere Note bekommen, zum Beispiel: „Lesen von Sachbüchern, die sich mit Inquisitionsgerichten im Mittelalter beschäftigen“.
  3. Seien Sie ehrlich, aber nicht zu bescheiden: Erfolge im privaten Bereich dürfen Sie durchaus nennen, natürlich auf eine zurückhaltende Weise, beispielsweise mit erreichten Titeln in Klammern. Das zeigt, dass Sie ihr Hobby ernst nehmen und bereit und in der Lage sind, sich für eine Sache zu engagieren.

Behalten Sie beim Thema Hobbys immer im Kopf, dass es sich nur um einen Nebenaspekt handelt, der in einer Bewerbung nicht zu viel Gewicht bekommen darf. Geben Sie Interessen nur mit wenigen Worten an. Lange Ausführungen und Erklärungen wären übertrieben. Zudem haben Urkunden und Auszeichnungen, die Ihre Interessen betreffen, nichts in Ihren Bewerbungsunterlagen zu suchen. Die dortigen Zeugnisse sollten sich ausschließlich auf die berufliche Karriere beschränken.

 

Mehr Infos zu Lebensläufen:

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