Bewerbungsprozess 12.11.2002, 01:00 Uhr

Problemlos durch das Assessment-Center

Manche Unternehmen machen aus der Einstellung von Fach- und Führungskräften einen spannenden Prozess in einem Assessment-Center. Jedes Unternehmen steht auf andere Übungen, für jede Position sind andere Schlüsselqualifikationen bedeutend. Dennoch schadet es nicht, sich rechtzeitig im Vorfeld bei den Unternehmen über das AC zu informieren.

Fürs Assessment-Center kann trainiert werden.

Fürs Assessment-Center kann trainiert werden.

Foto: panthermedia.net/ j.dudzinski

Manche Unternehmen machen aus der Einstellung von Fach- und Führungskräften einen spannenden Prozess in einem Assessment-Center. Nach dem Motto: „Viele Augen sehen mehr“ werden den Kandidaten Übungen aus den Bereichen: Individual-/Teamaufgaben, Gruppendiskussion, Rollenspiel, Präsentation, Persönlichkeits-/Leistungstests, Stressinterview auferlegt. Die Kandidaten werden dabei von Assessoren beobachtet. Genau wie im Vorstellungsgespräch werden Fach-/Führungskompetenz, Sozialverhalten, Persönlichkeit, Kommunikationsfähigkeit und Methodenkompetenz der Kandidaten beobachtet und bewertet.

„Das“ Assessment-Center schlechthin gibt es nicht. Jedes Unternehmen steht auf andere Übungen, für jede Position sind andere Schlüsselqualifikationen bedeutend. Daraus folgt, dass es keine 100%-Vorbereitung gibt. Dennoch schadet es nicht, sich rechtzeitig im Vorfeld bei den Unternehmen über das AC zu informieren. Die eine oder andere Information sickert meist durch und kann Anhaltspunkte über Art und Anzahl der Übungen, Zeitdauer, Beobachter usw. bringen. So läuft die Vorbereitung nicht ganz in die verkehrte Richtung.

Schlüsselqualifikationen für das Assessment-Center

Die meisten Assessment-Center werden nicht zur abwechslungsreichen Unterhaltung der Personaler veranstaltet. Sie dienen der Beobachtung von Schlüsselqualifikationen. Daher ist es wichtig, Stellenausschreibung, Firmenphilosophie, Geschäftsbericht usw. genau zu studieren. Hier ergeben sich offensichtlich und zwischen den Zeilen Hinweise, worauf besonders geachtet wird. Zusätzlich können die Berufsfelder von ingenieurkarriere.de zu Rate gezogen werden. Hier sind die aktuell gefragten Schlüsselqualifikationen für Fach- und Führungspositionen zu verschiedenen Berufsfeldern aufgeführt.

Manche Personaler halten es für unsinnig, sich auf das Assessment-Center vorzubereiten. Der Einzelne soll sich zeigen wie er ist! Ja klar, dann ist es für den Personaler einfach, dem Unbedarften die Rote Karte zu zeigen. So leicht sollte die Chance auf einen Job nicht vertan werden. Die gezielte Vorbereitung bringt schon etwas. Wollen wir mal nicht so tun, als ob in den Unternehmen nur Naturtalente in Sachen Persönlichkeit, Kommunikation, Teamfähigkeit, Selbstorganisation usw. sitzen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie man sich vorbereitet. Sicherlich ist es wenig sinnvoll, eine Masse von Ratgebern zu verschlingen und sich in der Vielfalt eingebläuter Tips im AC so zu verstricken, das man kaum authentisch wirkt.

Ein Assessment-Center dient meist der Übung

Beim ersten Assessment-Center tut sich fast jeder schwer. Gerade anfänglich ist die „Zooathmosphäre“ gewöhnungsbedürftig, da die Teilnehmer unter Beobachtung der Assessoren stehen. Besser läuft das zweite oder dritte AC. Man weiß jetzt genau, wo der Hase im Gras sitzt. Wer beim ersten Assessment-Center floppt, sollte nicht in große Selbstzweifel verfallen. Dies Missgeschick passiert vielen. Um einen hohen Übungseffekt aus dem AC zu ziehen, empfiehlt es sich, ein Liste aufzustellen: Bei welchen Übungen fühlte ich mich schwach? Was machte ich falsch? Was würde ich demnächst besser machen? Diese Liste sollte um das Feedback der Assessoren ergänzt werden. Viel Spaß beim Studium vor dem nächsten AC!

In den Übungen im Assessment-Center treffen hervorragende Kandidaten aufeinander. Nur, wer auf den Tag genau fit ist, schafft es, sich hier positiv hervorzuheben. Das erstklassige Outfit hebt das Selbstbewusstsein des Kandidaten und beeindruckt u.U. die Konkurrenz. Der Bewerber unterstreicht damit auch die Bedeutung der Veranstaltung. Selbst bei vermeintlich unwichtigen Teilen wie Pausen, Abendveranstaltungen usw. auf der Hut sein! Die intime Plauderstunde sollte lieber mit Freunden geführt werden. Praktiker sollten sich nicht über die teilweise realitätsfernen Aufgabenstellungen ereifern, sondern ihre Energie besser auf Lösungen lenken. Und wer sich bei einer Übung schwach fühlte, sollte mit um so mehr Biss die nächste Aufgabenstellung angehen!

Aufgabenstellungen im Assessment-Center genau Lesen

Im Zeitalter des Querlesens, gehen viele Detailinformationen verloren. Diese können aber gerade für die Bewältigung einzelner Übungen im Assessment-Center besonders wichtig sein. Daher ist äußerste Konzentration und Sorgfalt beim Lesen der Instruktionen gefordert. Was zu Beginn nicht richtig verstanden wird, kann später viel Zeit kosten oder das gesamte Arbeitsergebnis in Frage stellen. Bestehen Unklarheiten, sollte gleich nachgehakt werden, sofern das möglich ist. Wichtige Punkte markieren, Ballast rechtzeitig aussortieren, Aufgaben stets geplant angehen!

Wer sich laufend in die Diskussion im Assessment-Center mit Beiträgen einbringt, kann überzeugen. Konkrete Argumente und überschaubare Lösungsansätze klar vorgetragen kommen besser an als schwammige Argumente oder komplexe, schwer durchschaubare, gewissenhafte Detaillösungen. Es gilt aktives Zuhören zu beweisen. Auf andere Meinungen ist einzugehen und diese nicht einfach zu ignorieren. Wenn die Diskussion konfus wird, Ergebnisse zusammenfassen. Immer das Diskussionsziel im Auge behalten und wenn notwendig, die Gruppe darauf zurückführen. Aggression und Provokation vermeiden!

Argumente im Assessment-Center richtig vorbringen

Wichtiger als der absolut präzise Inhalt der Wortbeiträge ist, wie Argumente vortragen und durchgesetzt werden. Gefragt ist dabei nicht, um jeden Preis auf der eigenen Meinung zu beharren. Andere Meinungen sollten beim Assessment-Center als Bereicherung gesehen, weiterentwickelt und zur Untermauerung der eigenen Meinung herangezogen werden. Der eigene Standpunkt muss dabei ja nicht aufgegeben werden. Durchsetzungsvermögen heißt nicht, sich auf Kosten anderer rücksichtslos in den Vordergrund zu spielen. Vielmehr geht es darum, die eigene Meinung und die der anderen Teilnehmer so zu integrieren, dass letztlich die gesamte Gruppe hinter der Lösung steht.

Das Gruppentraining für das Assessment-Center (auch im Freundeskreis) bringt Ratschläge. Nach dem Gespräch oder der Diskussion gibt es Hinweise für jeden Teilnehmer: Wie sieht es mit meiner Gesamtausstrahlung aus? Ist mein Blickkontakt mit den Gesprächspartnern akzeptabel? Trete ich sicher auf? Kann ich mich sprachlich differenziert und angemessen ausdrücken? Vermeide ich häufig gleiche Sprachfloskeln? Drücken ich mich kurz und prägnant aus? Formuliere ich positiv und aktiv? Unterstreiche ich Aussagen mit konkreten Beispielen? Passen Mimik und Gestik zu den Aussagen? Wird die Stimme moduliert eingesetzt? Signalisiere ich durch mein Verhalten ausdrückliches Interesse am Thema? Verfüge ich über eine gute Frage- und Antworttechnik? Sind die Aussagen widerspruchsfrei? Höre ich aktiv zu? Bringe ich mich aktiv ein? Trage ich zur guten Gesprächsatmosphäre bei?

Auch Rollenspiele für das Assessment-Center können trainiert werden

In gleicher Weise könne Rollenspiele geübt werden. Im realen Assessment-Center muss der Bewerber eine kritische Rolle übernehmen. Er spielt etwa den Vorgesetzten und muss einem Mitarbeiter kündigen, ein anderer soll seinen Dienstwagen zurückgegeben usw. Hier kann schon mit gesunden Menschenverstand nachvollzogen werden, worum es geht: Einfühlsame Darstellung des Sachverhalts, Verständnis für die Gegenseite zeigen, wichtige Argumente für die Entscheidung ins Feld führen, standhaft bleiben usw. Ein Bücherstudium ist zwar nicht verkehrt, es gilt aber auch hier: Übung macht den Meister!

Bei den Einzelübungen im Assessment-Center wird meist die Vorgehensweise, also die Arbeitsmethodik des Kandidaten festgestellt. Daher empfiehlt sich das Schmöckern in einem Buch zum Zeitmanagement. Themen wie Ziele setzen, Zeiten und Aufgaben planen, Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen, Störungen handeln, Aufgaben delegieren, den Arbeitsplatz organisieren spielen eine große Rolle. Für Ingenieure kann es nicht verkehrt sein, sowohl für Einzel- und Gruppenübungen die Methoden des Projektmanagement aus dem Studium zu wiederholen. Keine Angst, wer etwas zu viel vorbereitet, macht das nicht umsonst. In allen Fällen handelt es sich um Themen, die für ein effizientes Managen des Tagesgeschäftes beherrscht werden sollten.

Tests im Assessment-Center

Das Literaturstudium bringt hier eine ganze Menge. Schon das bloße Durchblättern eines Buches zu den Präsentationstechniken führt schnell zu den wenigen wichtigen Regeln, die im Grunde bei jeder Präsentation im Assessment-Center zu beachten sind. Dies verhindert, dass der Kandidat an banalen Anfängerfehlern scheitert. Hinsichtlich der Persönlichkeits- und Leistungs-Tests kann es nicht verkehrt sein, einen der zahlreichen „Testknacker“ aus dem Buchhandel zu erstehen und diesen durchzuarbeiten. Was Stressinterviews zur eigenen Person angeht, kann an dieser Stelle auf die zahlreichen Beiträge unter Beratung und der Rubrik Climbing Faster im Starting-up-Archiv von ingenieurkarriere.de verwiesen werden.

 

Von Ihr Team von ingenieurkarriere.de Tags:

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