Von modisch bis seriös 24.09.2015, 00:00 Uhr

Die richtige Kleidung fürs Vorstellungsgespräch

Die „Ingenieur Karriere“ ließ sich beraten, was beim Vorstellungsgespräch modisch angesagt ist und was gar nicht funktioniert. Am liebsten im weiten Hemd und in der Jeans? Das geht aber nicht. Denn der erste Eindruck ist entscheidend – und dazu trägt auch die richtige Kleidung bei.

Im Vorstellungsgespräch nicht zu bunt auftreten.

Im Vorstellungsgespräch nicht zu bunt auftreten.

Foto: panthermedia.net/AnnHaritonenko

Der erste Eindruck ist beim Vorstellungsgespräch entscheidend. Wer gefallen will, sollte ansprechend gekleidet sein. Aber was, bitte schön, heißt „ansprechend gekleidet“? Da die VDI nachrichten immer nahe an der Praxis sind, suchten wir den Rat des Fachmanns. Den fanden wir im Modekaufhaus Breuninger nahe der Düsseldorfer Königsallee. Volontär Fabian Kurmann schlüpfte in die Rolle des Models, Redakteur Wolfgang Schmitz hielt die Informationen schriftlich und Fotograf Ulrich Zillmann in Bildern fest.

Ein wichtiger Tipp gleich zu Beginn: Das eine richtige Outfit fürs Vorstellungsgespräch gibt es nicht. „Es kommt ganz auf das Unternehmen an, bei dem man sich vorstellt“, erklärt uns Alexander Entov, bei Breuninger Fachmann für anspruchsvolle Herrenmode. Der konservative Arbeitgeber wird dunkle Töne bevorzugen, grau oder braun. Beim IT-Unternehmen oder Start-up gelten andere ungeschriebene Gesetze. Hier kann man auch mit bunt und lässig-sportlich punkten.

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Vor dem Vorstellungsgespräch über das Unternehmen informieren

Wichtig: Ingenieure, die beim Vorstellungsgespräch modisch nicht neben der Spur liegen möchte, sollte sich über das Unternehmen informieren. Sich auf Teufel komm raus anzupassen, kann aber auch als Eigentor enden. Schließlich muss die Kleidung zum Menschen passen. Und der Preis. „Man zahlt auch für die Marke“, sagt Alexander Entov. „Aber nicht nur das. Qualität hat tatsächlich ihren Preis.“ Stoff und Verarbeitung eines Anzugs entscheiden darüber, wie der Anzug sitzt, wie wohl sich der Träger fühlt und wie lange das gute Stück hält. So seien handgenähte Anzüge in der Regel hochwertiger als maschinell geklebte. Für die liebevolle Handverarbeitung könne man bis zu 2000 € berappen.

Alexander Entov rät Anzugtester Fabian Kurmann für ein Vorstellungsgespräch von gedeckten Farben ab, weil er ein eher blasser Typ ist. Das blaue sportliche Sakko steht ihm tatsächlich besser als Anthrazit, sind sich alle Anwesenden einig. Was dem 27-jährigen Träger gleich ein Wohlgefühl vermittelt. Das blaue Sakko passt auch zum Anforderungsprofil des Kleidungsfachmanns, dass man Anzüge spüren müsse, ohne dass sie zu eng seien.

Im Vorstellungsgespräch nicht zu bunt auftreten

„Bunte Farben symbolisieren Selbstvertrauen“, weiß Alexander Entov, Ingenieure sollten es im Vorstellungsgespräch mit dem Selbstvertrauen und der entsprechenden Symbolkraft allerdings nicht übertreiben. Ob ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen wirklich auf einen „bunten Vogel“ abfährt, darf zumindest bezweifelt werden. Mit Anthrazit hingegen könne man nichts falsch machen, sagt Entov. Die Farbe strahle Seriosität aus, sie werde vielen Anlässen gerecht. Ein wichtiger Punkt insbesondere für Berufseinsteiger, die sich nicht für jeden Anlass einen Anzug leisten können. Schwarz hingegen sei als Alternative zu ernst, der Gedanke an Beerdigungen liegt nahe.

Wem das Jackett passe, die Hose aber nicht, solle man den potenziellen Anzug fürs Vorstellungsgespräch deshalb nicht gleich wieder auf die Kaufhausstange hängen, rät Alexander Entov. „Ausschlaggebend ist, dass das Oberteil passt. Es ist normal, wenn an der Hose leichte Veränderungen, wie das Kürzen der Hosenbeine, nötig sind.“ Wer es an den Beinen gerne luftig hat, sollte bedenken: Weite Hosen sind out! Luftzufuhr ist gestattet, aber von unten. Der modebewusste Mann trägt die Hose mit leichtem Hochwasser, darunter gerne auch Strümpfe in knalligen Farben.

Kurze Ärmel gelten als Modesünde beim Vorstellungsgespräch

Der Ingenieur liebt die Logik. Das ist in Sachen Mode nicht immer die geeignete Denkrichtung. Auch wenn es zunächst so scheinen mag: Hosentaschen sind nicht dazu da, Schlüssel oder auch die Hände darin unterzubringen. Die Hosentasche als Ablage beult aus. Wozu gibt es Aktentaschen? Modesünden beim Vorstellungsgespräch sind kurzärmelige Hemden unter dem Sakko, sichtbare Unterhemden und Knöpfe am Kragen, wenn darunter eine Krawatte getragen wird. Wohl dem, der seinen Arbeitsvertrag in der Tasche hat. Dann lässt sich modisch freier aufspielen.

Tipp:
Die richtige Kleidung im Vorstellungsgespräch für Damen

 

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