27.04.2017, 14:49 Uhr | 0 |

Alternative Antriebe Die 10 beliebtesten Elektroautos der Deutschen

Die Deutschen lieben einen Franzosen und selbst ein Fahrzeug, das noch gar nicht auf dem Markt ist, hat schon genug Anhänger für die Top10 der meistverkauften Elektroautos Deutschlands.

In der Bundesrepublik sind gerade rund 39.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, eine verschwindend geringe Zahl angesichts der 62,6 Millionen Kraftfahrzeuge auf Deutschlands Straßen. Aber immerhin, die Zahl der Elektrofahrzeuge steigt Monat für Monat ein wenig an. Mit einem beständigen Ergebnis: Der linksrheinische Nachbar Renault zeigt den deutschen Herstellern, was die Autofahrer glücklich macht. Hier sind die Modelle, die den Deutschen am liebsten sind:

1. Renault Zoe       

Seit seiner Erstauslieferung im Jahr 2013, hat sich der kleine Stadtflitzer aus Frankreich prächtig entwickelt. Sowohl aus Sicht des Herstellers ­– denn der Zoe ist nicht nur in Deutschland, sondern europaweit das beliebteste Elektroauto mit einem Marktanteil von 25% – als auch aus Sicht der Kunden, denn das neueste Modell aus 2017 bringt es auf eine NEFZ-Reichweite von 400 km. Im Straßentest dürften es dann eher 300 km sein.

Allein im März 2017 wurden in Deutschland 587 Renault Zoe neu zugelassen. Der Zoe fährt bis zu 135 km/h schnell und verbraucht nach Herstellerangaben 13,3 kWh auf 100 km. Das Fahrzeug ist mit einer Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet und kommt serienmäßig mit einem Chameleon Charger daher, der eine Ladeleistung von bis zu 43 kW bringt.

Förderberechtigt? Ja.

2. Tesla Model S

Der amerikanische Shooting-Star landet bei den Deutschen auf Platz zwei mit zuletzt 457 neu zugelassenen Tesla Model S. Wie der Zoe auch ist das Model S ein sogenanntes BEV, also ein reines batterieelektrisches Vehikel. Tesla Motors hat sich aber besondere Mühe gegeben, das Fahrzeug nicht wie ein Ökomodell aussehen zu lassen, sondern ein attraktives Auftreten außen wie innen zu gewährleisten. Immerhin versteht sich Tesla als Softwareunternehmen.

Seit letztem Jahr gibt es das Model S in der Performance-Variante mit Allradantrieb über einen Front- und einen Heckmotor. Die Reichweite soll sich dadurch nochmal erhöht haben und liegt nach NEFZ-Angaben bei über 600 km. Die dürfte auf Deutschlands Autobahnen deutlich sinken, wenn man etwa die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ausprobiert. Entsprechend liegen auch die Verbrauchsdaten des Oberklassewagens etwas höher, bei rund 22 kWh pro 100 km. 

Förderberechtigt? Ja, aber nur in der Basis-Variante.

3. BMW i3

Auf den dritten Platz kommt endlich ein deutsches Elektroauto: Der BMW i3. Er wird seit 2013 produziert und wurde allein im März 263-mal in Deutschland angemeldet. Neben dem vollelektrischen Antrieb zeichnet den Kleinwagen aus Bayern vor allem die Carbon-Fahrgastzelle aus, die komplett aus Carbon gefertigt ist. Ansonsten gibt es optisch keine Highlights zu berichten.

Technische dürften vor allem die Geschwindigkeit (max. 150 km/h), die tatsächliche Reichweite (200 km) und der Verbrauch (zwischen 12 und 13 kWh pro 100 km) überzeugen. Außerdem gibt es den i3 auch als Plug-in-Hybrid mit benzinbetriebenen Range Extender. Und die Förderfähigkeit, die ist natürlich gegeben.

4. Tesla Model X  

Ein weiterer Tesla, ein weiterer Oberklassewagen. Das Tesla Model X wurde allein im März 213-mal angemeldet. Es ist im hinteren Passagierbereich mit Flügeltüren ausgestattet, sogenannte Falcon Wings, und bietet bis zu sieben Personen Platz. Die zwei Motoren treiben das Fahrzeug auf eine maximale Geschwindigkeit von 250 km/h. Die NEFZ-Reichweite liegt je nach Batterieausstattung bei 350 bis 540 km.

Für Tesla sind die eigenen Modelle mehr als reine Fahrzeuge. Das Softwareunternehmen liefert seine Modelle seit einem Jahr mit einer Software aus, die das Fahrzeug selbst steuern könnte. Solange das rechtlich noch nicht möglich ist, werden immerhin die Daten gesammelt und das System so weiterentwickelt. Tesla-Fahrer sind also irgendwie auch Mitentwickler einer neuen, autonomen Fahrzeuggeneration. Dafür sind die Model X nicht förderfähig.

5. Nissan Leaf

Aus Japan kommt das nächste Elektroauto, dem die Deutschen vertrauen: der Nissan Leaf. Er war lange Zeit das meistverkaufte Elektroauto der Welt, musste diesen Platz im vergangenen Jahr aber an Tesla Model S abgeben. Dennoch wurden in Deutschland im März zuletzt 145 Autos angemeldet. Der neue Leaf aus dem vergangenen Jahr kommt laut Neuem Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) 250 km weit. Schuld daran ist die größere Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh, das Vorgängermodell hatte eine 24 kWh-Batterie verbaut und wird immer noch verkauft. Beide Varianten haben ein Anrecht auf die Förderprämie.

6. VW e-up!

Im vergangenen Jahr kündigte Volkswagen an, ab dem Jahr 2025 Weltmarktführer bei der Elektromobilität sein zu wollen. Bis dahin ist der Weg noch weit. Aber der e-up! ist immerhin eines der zehn beliebtesten Elektroautos in Deutschland. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h und die maximale Reichweite nach NEFZ bei 160 km. Volkswagen hat damit ein umweltschonendes Stadtauto konzipiert. Der kleine Flitzer verbraucht auf 100 km 11,8 kWh Strom und fällt ganz klar in die Kategorie förderfähig.

7. Kia Soul  

Der südkoreanische Hersteller Kia Motors produziert seit 2008 das Elektroauto Soul. Mit seiner 30 kWh Lithium-Ionen-Polymer-Batterie fährt er mittlerweile bis zu 250 km weit und für 100 km benötigt er 14,3 kWh Strom. Wenn er besonders langsam fährt, simuliert der Kia Soul Motorgeräusche, um Fußgänger zu warnen. Doch er ist kein reines Stadtauto. Der Koreaner kann bis zu 145 km/h erreichen und eignet sich damit auch für außerstädtische Spritztouren. Er profitiert zudem von der Elektroprämie.

8. Mercedes B-Klasse   

Auch die Traditionsmarke von Daimler hat ein recht beliebtes Elektromodell im Angebot, die B-Klasse 250e. Sie startete einst mit einem Elektromotor vom Konkurrenten Tesla Motors, die Zusammenarbeit wurde aber mittlerweile gekappt. Die B-Klasse mit Elektromotor fährt bis zu 160 km/h schnell und kommt mit einer Batterieladung etwa 200 km weit. Verbrauch: 16,6 kWh auf 100 km. Umweltbonus: ja.

9. VW e-Golf

Das meistverkaufte Auto Europas gibt es seit 2014 auch in einer Elektrovariante und seit diesem Jahr mit Facelift und verbesserter Reichweite auch aus der gläsernen Manufaktur in Dresden. Der neue E-Golf soll bis zu 300 km (NEFZ) weit kommen und hat mit 35,8 kWh eine deutlich höhere Akkukapazität als das Vorgängermodell. Auch schneller ist der E-Golf in der neuen Variante geworden und bringt nun 150 km/h auf den Tacho. Hinzu kommen digitale Gadgets wie das serienmäßige 9,2-Zoll-Infotainmentsystem mit Gestensteuerung. Der Volkswagen ist in Deutschland förderfähig.

10. Opel Ampera  

Ein Geisterfahrzeug hat es auch in die Top Ten geschafft: Der Opel Ampera-e, den es noch gar nicht gibt. Denn bisher war der Ampera kein reines Elektroauto, sondern ein Hybrid. Doch ab Herbst 2017 soll der rein Akku-elektrische Ampera zu haben sein und Opel kündigt an, damit den Reichweitenfluch von Elektroautos zu durchbrechen. Der Amepra-e soll eine sagenhafte NEFZ-Reichweite von 520 km haben. In Norwegen ist er bereits auf dem Markt und erste Fahrberichte suggerieren gute Noten in er Reichweite bei einem durchschnittlichen Verbrauch, der dem des Lieblings aus Frankreich ähnelt: 15 kWh/100 km. Versüßt wird die Anschaffung auch beim Ampera-e durch die Elektroprämie, allerdings wird die Stückzahl vorerst limitiert bleiben, denn der Ampera-e muss sich das Werk im US-Staat Michigan mit dem Chevy Bolt teilen.

Sie wollen wissen, ob auch ihr Wunschmodell mit einem Umweltbonus aufwarten kann? Die aktuelle Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gibt’s hier.

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Von Lisa Schneider
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