Automatisiertes Fahren 24.04.2024, 11:03 Uhr

Bosch erforscht den Innenraum des Autos der Zukunft

Zeitung lesen, am Computer spielen? Was tun, wenn Autos künftig automatisiert über die Straßen düsen? Bosch hat sich Gedanken darüber gemacht, wie sich der Innenraum künftiger Fahrzeuge verändern könnte.

Auto-Innenraum der Zukunft

Auto-Innenräumen steht im Zuge des automatisierten Fahrens eine Revolution bevor.

Foto: Bosch

Filme schauen, spielen, arbeiten oder entspannen – die Nutzer zukünftiger automatisierter Fahrzeuge haben klare Vorstellungen, wie sie ihre Zeit während der Fahrt nutzen möchten. Diese Anforderungen führen zu einer völlig neuen Gestaltung des Fahrzeuginnenraums, die auch komfortable Fahreigenschaften einschließt. Dies stellt Hersteller und Zulieferer vor neue Herausforderungen. Zu diesen Ergebnissen kommt das von Bosch geleitete Forschungsprojekt „RUMBA“, das die Anforderungen an den Innenraum und das Fahrverhalten automatisierter Fahrzeuge untersucht hat.

„Mit diesem neuerlangten Grundlagenwissen wird die Planung neuer Fahrzeuggenerationen geprägt. Für die Nutzer könnte künftig ein völlig neuer Lebens- und Arbeitsraum entstehen“, erklärt Michel Schulz, Projektleiter bei Bosch. Automatisierte Autos und Nutzfahrzeuge könnten sich so in ein Büro, Kino oder Schlafzimmer verwandeln lassen. Viele Dienstleistungsanbieter sehen in Fahrzeugen ein bisher unerschlossenes, doch bedeutendes Marktfeld.

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Drei Jahre Forschungsarbeit

Über dreieinhalb Jahre lang haben Expertinnen und Experten von Herstellern, Zulieferern und wissenschaftlichen Einrichtungen untersucht, welche Erwartungen Nutzer an zukünftig automatisierte Fahrzeuge stellen. Durch Befragungen, Beobachtungen und Studien ermittelten sie, wie sowohl professionelle als auch private Fahrer ihre Zeit nutzen würden, wenn sie die Rolle eines Passagiers einnehmen könnten. „Wir haben festgestellt, dass durch die Automatisierung des Fahrens neue Nutzungsmöglichkeiten im Innenraum entstehen“, erklärt Schulz. Zum Beispiel könnte ein Fahrzeug anstelle eines herkömmlichen Lenkrads mit alternativen Steuerungselementen ausgestattet werden, die besser an die Bedürfnisse der Nutzer bei manuellem und automatisiertem Fahren angepasst sind.

„Mit der Steer-by-Wire-Technologie würden neue Freiräume mit bisher nicht dagewesenen Möglichkeiten für die Innenraumgestaltung entstehen, die viele innovative Funktionen und Features bieten“, betont Schulz. Auch im Logistikbereich sind signifikante Veränderungen durch den Einsatz fahrerloser automatisierter Nutzfahrzeuge zu erwarten. „Die Gestaltung der zukünftigen Fahrerkabine hängt stark vom Nutzungsszenario ab und kann sowohl für kurze manuelle Fahrten auf dem Logistikzentrum als auch für den Personentransport zwischen Logistikzentren optimiert werden“, fasst Schulz ein weiteres Forschungsergebnis zusammen.

Auto der Zukunft

Im Forschungsprojekt RUMBA ging es um die Evolution des Fahrzeug-Innenraums.

Foto: Bosch

So soll das mit dem Schlafen während der Fahrt klappen

Im Rahmen des Forschungsprojekts „RUMBA“, das für „Realisierung einer positiven User Experience durch nutzerfreundliche Innenraumgestaltung für automatisierte Fahrfunktionen“ steht, haben Expertinnen und Experten einige herausfordernde Nutzeranforderungen untersucht. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie schnell eine Person nach einem Sekundenschlaf wieder die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Besonders wichtig sind demnach der Abstand zu Anzeige- und Bedienelementen und die Zeit, die benötigt wird, um alles wieder manuell zu steuern, insbesondere wenn die Fahrerin bzw. der Fahrer zuvor eine entspannte Sitzposition eingenommen hatte.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Teilnehmende innerhalb von 60 Sekunden nach dem Aufwachen bereit sind, die Kontrolle zu übernehmen. Allerdings kam es nach der Übernahme auch zu Einbußen in der Fahrleistung und zu einer Verschlechterung des subjektiven Wohlbefindens. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass das Fahrzeug den Insassen frühzeitig weckt, damit genügend Zeit zum Aufwachen, Orientieren und Reagieren bleibt. Darüber hinaus muss die Technik in der Lage sein, den Zustand der Insassen zu erkennen, um festzustellen, ob sie wach und zur Übernahme bereit sind oder noch schlafen.

Sanftes Steuern für maximalen Komfort

Das Forschungsteam hat auch die erforderlichen Fahreigenschaften für automatisierte Fahrzeuge unter die Lupe genommen. „Dies ist wichtig, damit sich Fahrer und Passagiere im Innenraum der Zukunft komfortabel und sicher fühlen“, betont Schulz. Abruptes Anfahren oder heftige Bremsmanöver könnten Reiseübelkeit auslösen und so die Akzeptanz dieser Technologie schmälern.

Deshalb analysierte das Team, wie professionelle Chauffeure ihre Fahrzeuge sanft und vorausschauend steuern. Diese Praktiken wurden auf die Gestaltung automatisierter Fahrzeuge angewendet. Weiterhin erforschten sie zusätzliche Methoden, um Reiseübelkeit effektiv vorzubeugen.

Grenzen und Möglichkeiten: Die Zukunft der Fahrzeuginnenausstattung

Im Verlauf des Projekts „RUMBA“ wurde außerdem untersucht, welche Farben, Materialien, Designs, Beleuchtungen und Bedienelemente für den Innenraum zukünftiger Fahrzeuge am besten geeignet sind. Je nach Situation während der Fahrt. Das Forschungsteam stellte jedoch fest, dass Sicherheitsanforderungen und technische Gegebenheiten weiterhin Grenzen setzen werden. So bleiben drehbare Sitze aufgrund von Unfallsicherheit und Platzbeschränkungen selbst in großen Fahrzeugen eine Herausforderung.

Trotz dieser Einschränkungen sind sich die Expertinnen und Experten einig, dass zukünftige Fahrzeuge Herstellern, Zulieferern und bisher weniger beteiligten Anbietern neue Möglichkeiten eröffnen werden. Schulz erläutert die Bedeutung dieser Erkenntnisse: „Unser Projekt hat die Tür zur Entwicklung einer Vielzahl von Innovationen geöffnet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach unserer Überzeugung dazu beitragen, dass die individuelle Mobilität in der Zukunft neu gelebt und ausgestaltet wird.“

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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