Autoindustrie

Auto seitlich fährt dem Sonnenuntergang entgegen
Foto: panthermedia.net/mtoome

Die Automobilindustrie hat eine signifikante wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland und weltweit. Hinter diesem großen Erfolg steht eine lange Geschichte, zu der Sie hier mehr erfahren. Außerdem blicken wir auf die aktuelle Situation der Industrie in Deutschland und bieten einen Ausblick auf die Zukunft.

Geschichte der Automobilindustrie

Die Geschichte der Automobilindustrie beginnt mit der Vorstellung des ersten Autos durch Carl Friedrich Benz vor mehr als 120 Jahren. Wobei die industrielle Fertigung noch einige Jahrzehnte auf sich warten ließ. Die Hersteller standen allerdings bereits in den Startlöchern. Es handelt sich um Unternehmen, die zuvor bereits andere Eisenwaren herstellen. Ein Beispiel für die Industrialisierung der Fahrzeugherstellung ist die Produktion von Autos am Fließband durch Henry Ford. Auf diese ersten Schritte folgt schnell die Konsolidierung des Marktes. Durch Übernahmen wandelt sich eine große Zahl unterschiedlicher Hersteller zu einem übersichtlichen Markt mit verhältnismäßig wenigen Automobilherstellern. Im Verlauf dieser Zusammenführung entsteht auch ein dichtes Netz an Unternehmen, die die unterschiedlichen Teile zuliefern. Währenddessen fokussieren sich die Autohersteller auf die Entwicklung und Zusammensetzung der Autos. Im Rahmen dieser Entwicklung wandelt sich die Autoindustrie, vor allem in Deutschland, zu einem entscheidenden Wirtschaftszweig.

Automobilindustrie in Deutschland

Laut Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie handelt es sich bei der Automobilindustrie um den größten Wirtschaftszweig der deutschen Wirtschaft. Der Umsatz ist dabei die wohl wichtigste Kennziffer. Im Jahr 2017 liegt dieser bei 423 Milliarden Euro. Von den Herstellern selber stammen laut dem BMWi drei Viertel des Gesamtumsatzes der gesamten Autoindustrie. Durch die bereits erwähnte Auffächerung der Industrie auf Herstellung und Zulieferung hat sich um die Hersteller eine neue Industrie entwickelt. Deswegen sind am wirtschaftlichen Erfolg und Misserfolg der Automobilindustrie zahlreiche andere Hersteller beteiligt, die auf den ersten Blick nichts mit der Autoherstellung zu tun haben. Von Chemieunternehmen über die Textilherstellung bis zu Tankstellen erstreckt sich der wirtschaftliche Einfluss der Automobilindustrie auf dem deutschen Markt.

NRW als wichtiger Standort der Autoindustrie

Als einer der wichtigsten Standorte gilt das Bundesland NRW. Hier finden sich beispielsweise ein Drittel der Zulieferer und rund 200.000 Mitarbeiter der Automobilindustrie. Nordrhein-Westfalen liegt außerdem bei der Herstellung von Fahrzeugen auf dem zweiten Platz hinter Baden-Württemberg. Unabhängig vom Standort bringt das Jahr 2020 allerdings zahlreiche Herausforderungen für die Automobilherstellung mit.

Die Automobilindustrie 2020

Die Corona-Krise hat weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft. Es verwundert wenig, dass auch die Autoindustrie stark von den Folgen von COVID-19 betroffen ist. Zuerst betroffen war der chinesische Markt. Durch den Ausbruch sind Fabriken dort bis Februar geschlossen, was zu starken Umsatzeinbußen führt. Der Blick auf den europäischen Markt zeigt vor allem einen starken Umsatzrückgang. Außerdem steht die Produktion durch zahlreiche Beschränkungen auch auf europäischem Boden still. Die Rückkehr zu einer normalen Produktion wird sich für alle Hersteller durch das gesamte Jahr 2020 ziehen. Neben der Zusammensetzung von Teilen sind auch die Lieferketten für die Produktion durch das Coronavirus betroffen. Je nach Land, aus dem die Zulieferer stammen, gelten fortwährend noch unterschiedliche Einschränkungen. Deswegen fehlen Teile oder treffen verspätet ein. Die Produktion wird wohl noch lange brauchen, um das vorherige Niveau erneut erreichen zu können. Das Resultat könnte sich vor allem auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die verminderten Kapazitäten könnten den Wegfall von 100.000 Arbeitsplätzen bedeuten. Damit stellt sich die Frage nach der Zukunft einer ganzen Industrie. Die Antwort darauf liegt auch in neuen Produktionstechnologien begründet.

Die Zukunft der Autoindustrie

Die Zukunft der Autoindustrie ist eng mit der voranschreitenden Digitalisierung der Produktion verbunden. Neuerungen wie KI und Robotik verändern und beeinflussen Produktionsprozesse nachhaltig. Das Stichwort ist Industrie 4.0. Dabei geht es um die Verbindung klassischer Produktion mit neuen Möglichkeiten. Das Ziel ist dabei klar: es geht um eine effektivere Entwicklung und Produktion neuer Fahrzeugmodelle. So wird beispielsweise die VR-Technologie verwendet, um detaillierte Planungen vornehmen zu können, wodurch die anschließende Durchführung schneller stattfindet. Die unterschiedlichen Herstellungsschritte lassen sich so schon aufeinander abstimmen, bevor ein Werk zum ersten Mal anläuft. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0 ist der Begriff Big Data. Es handelt sich um das Sammeln und Auswerten großer Datenmengen zur Informationsgewinnung. Die Gewinnung von Nutzerdaten und deren Verwendung trägt dabei zur Anpassung der Herstellung und der allgemeinen Nutzungserfahrung bei.

Autoindustrie: Analytics und Big Data als Chance

Im Jahr 2019 setzten 25 % der Automobilunternehmen vollständig auf Big Data und Analytics. Einer Umfrage von BearingPoint zufolge sind sich die Unternehmen (98 % der Befragten) einig, dass eine Integration entsprechender Prozess für einen wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich ist. Zahlreiche Verbesserungen in allen Bereichen werden bei einer entsprechenden Umsetzung erwartet. So sehen 55 % der befragten Unternehmen beispielsweise eine mögliche Kosteneinsparung für die Herstellung. Außerdem wird die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Abteilungen zunehmend als wichtig erachtet. Währenddessen gewinnen auch die Verwendung von Nutzerdaten und deren Teilung über Unternehmen hinweg an Popularität. Ein wichtiger und für die Umsetzung von Big-Data-Projekten entscheidender Faktor ist in der Automobilindustrie jedoch Mangelware: Fachkräfte, die entsprechende Systeme umsetzen und betreuen können. Viele Unternehmen sind auf die Unterstützung von externen Partnern angewiesen.

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