22.03.2013, 15:45 Uhr | 3 |

Frauen haben aufgeholt Ingenieur-Einkommen stiegen 2012 um 2,6 Prozent

Die Ingenieure in Deutschland haben 2012 ihr Einkommen erneut steigern können, um 2,6 Prozent auf nun 58 500 Euro im Jahr. Angenähert haben sich die Einkommen von Frauen und Männern. Das ist das Ergebnis der aktuellen Gehaltsstudie der VDI nachrichten.

Die Einkommen von Ingenieuren sind 2012 um 2,6 Prozent gestiegen.
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Die Einkommen von Ingenieuren sind 2012 um 2,6 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der Gehaltsstudie 2012 der VDI nachrichten.

Bildquelle: VDI / Thomas Ernsting

Besonders stark legten die Ingenieureinkommen am Bau zu. Ingenieure in der Bauindustrie verdienten 2012 im Durchschnitt 49 400 Euro, das waren 3700 Euro oder 8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings bleiben die Bauingenieure mit den Ingenieuren von Planungs- und Ingenieurbüros die am schlechtesten bezahlten Ingenieure.

Den größten Einkommensschub nach den Bauingenieuren erlebten 2012 die Ingenieure in den Ingenieur- und Planungsbüros, die ihr tatsächliches Einkommen auf im Schnitt 45 000 Euro schraubten, das waren 1200 Euro oder 2,7 Prozent mehr als 2011. Ebenfalls im durchschnittlichen Plus lagen die Einkommenssteigerungen im Maschinen- und Anlagenbau und in der Elektroindustrie. Unterdurchschnittlich gestiegen sind die Einkommen in der Fahrzeugindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie.

Mit Abstand am besten verdienen wie in den Vorjahren die Ingenieure in der chemischen Industrie. Dort lag das tatsächliche Durchschnittseinkommen aller Ingenieure bei 65 400 Euro, das waren 9600 Euro mehr als in der zweitplatzierten Branche, dem Fahrzeugbau, wo im Schnitt 55 850 Euro pro Jahr bezahlt wurden.

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Einkommen nach Branchen.

Quelle: ingenieur.de

Deutlich stärker als die allgemeinen Ingenieureinkommen konnten die Einstiegsgehälter zulegen. Junge Ingenieure erhielten 2012 mit dem Berufseinstieg im Schnitt 44 300 Euro, das waren 4,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Am besten verdienten Berufsanfänger in der Chemie- und Pharmaindustrie (49 000 Euro), dem Fahrzeugbau (46 000) sowie dem Maschinen- und Anlagenbau (44 600).

Auffallend ist bei den Einstiegsgehältern, dass sich die Einkommen von Absolventen mit Diplomabschluss deutlich dynamischer entwickelt haben als die der Ingenieure mit Master und Bachelor. Seit 2006 gab es faktisch kaum noch finanzielle Unterschiede zwischen Diplom-Absolventen und Master. Das hat sich im vergangenen Jahr verändert. 2012 verbesserten sich die Einstiegsgehälter der Diplom-Ingenieure von Universitäten und Technischen Hochschulen um 2000 Euro auf 45 500 Euro, während die Master-Absolventen nur um 900 Euro auf 44 200 Euro zulegten.

Gleichauf mit den Mastern liegen die Diplom-Ingenieure von Fachhochschulen, die auf glatte 44 000 Euro kommen und sich ebenfalls um 2000 Euro verbesserten. Um die gleiche Summe stiegen auch die Einstiegseinkommen der Bachelor auf 42 500 Euro. Allerdings gleichen sich die Einkommen mit fortschreitender Berufserfahrung zunehmend an. Nach zwei bis fünf Jahren schrumpft der Abstand zwischen den Diplom-Ingenieuren und Master-Ingenieuren auf maximal 1000 Euro im Jahr.

Einkommen von Frauen und Männer nähern sich weiter an

Erfreuliche Entwicklungen bei den unterschiedlichen Einkommen von Frauen und Männern zeigt eine Sonderauswertung der Studie. Die VDI nachrichten haben die Einkommen von jeweils 250 Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen als Ingenieur-Sachbearbeiter oder Projektingenieure, in gleichen Branchen und mit vergleichbaren Qualifikationen untersucht. Danach haben sich die Einkommen von Frauen und Männern weiter angeglichen und differierten 2012 nur noch um 3,3 Prozent. Bei einem entsprechenden Vergleich über die Teilnehmer 2011 kam heraus, dass die Frauen im Vorjahr noch 6,1 Prozent weniger verdienten als die Männer.

Große Datenbasis: 8 630 Ingenieure stellten Daten zur Verfügung

8 630 Ingenieure haben von Januar bis Dezember 2012 ihre tatsächlichen Einkommensdaten, ihre beruflichen Qualifikationen und Tätigkeitsmerkmale in die Gehaltsdatenbank auf ingenieurkarriere.de eingegeben. Damit verfügen die VDI nachrichten über die größte und differenzierteste Datenbasis tatsächlicher Einkommensdaten von Ingenieuren in Deutschland. Seit 2002 haben sich mehr als 130 000 Ingenieure an der Erhebung beteiligt.

Die Studie ist ab sofort im Online-Shop der VDI nachrichten erhältlich.

Kostenloser Gehaltstest im Internet

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Von Axel Mörer-Funk
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kommentare
23.03.2013, 22:44 Uhr Autokrakowski
Ingenieur-Einkommen stiegen 2012 um 2,6 Prozent...

Tatsächlich?!

Diese Einkommen wurden schon längst von der politisch-korrekten Inflation der EU-Bonzen aufgefressen!!!

Zitat:

„Einkommen von Frauen und Männer nähern sich weiter an“

Tatsächlich?!

Diese Studie kann man für 159 Euronen auch noch in dem inkompetenten VDI-Shop kaufen!
Wer das tut, dem kann nicht mehr geholfen werden!
VDI-Nachrichten, das Organ für inkompetende, devote Michel-Ingenieure...

q.e.d.

26.03.2013, 07:40 Uhr Axel Mörer-Funk
Ich frage mich, wie man so unsachlich sein kann. Von Argumenten keine Spur. Was kann bitteschön der VDI oder die VDI nachrichten dafür, wenn vom Anstieg der Bruttogehälter nicht alles netto in der Geldbörse ankommt. Und wer weiß, welcher Aufwand dahinter steckt, 8.600 Gehaltszettel auszuwerten, der kann auch verstehen, dass eine Studie in dieser Tiefe nicht gratis zu haben sein kann. Die Ergebnisse werden auf Regionen und Branchen heruntergebrochen. Für Unternehmen ist diese Studie sehr sehr gut geeignet, um zu schauen, ob man überhaupt angemessen steht. Und für Ingenieure ist es wichtig, um sich nicht unter Wert zu verkaufen.
Ihre Häme und unqualifizierten Aussagen können Sie woanders loswerden, aber nicht hier.

26.03.2013, 16:22 Uhr Peter Dublonski
Ich kann mich Herrn Mörer-Funk hier nur anschliessen. Ein solcher Aufwand muss finanziert werden und wenn man sich die Preise anderer Studien anguckt, kommt man hier noch richtig gut weg...

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