Gehaltsstudie 2019

Wie viel verdienen Chemieingenieure?

Ingenieure der Chemie- und Pharmaindustrie zählen zu den Spitzenverdienern. Das Gehalt kann sich jedoch je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Unternehmen und Bundesland unterscheiden. Zudem hat die flaue Konjunktur die Gehaltsentwicklung für Ingenieure im letzten Jahr gebremst. Die aktuelle Einkommensstudie von ingenieur.de gibt Aufschluss.

Foto: PantherMedia / kwanchaidp

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Das Gehalt eines Chemieingenieurs kann eine weite Spanne aufweisen. Hohe Jahresgehälter lassen sich in der Pharmabranche, im Fahrzeugbau oder direkt in der Chemieindustrie erzielen. Je höher der Abschluss, desto weiter oben finden sich Ingenieure in der Gehaltstabelle wider. 2018 lag das Brutto-Jahresgehalt eines Ingenieurs in der Chemie- und Pharmaindustrie bei 76.700 Euro.
Das entspricht einem Minus von fast 6 % gegenüber dem Vorjahr. 2017 haben Chemieingenieure noch 81.550 Euro verdient. Vor allem im Herbst 2018 hat die globale Konjunktur an Fahrt verloren – ein möglicher Grund für die negative Entwicklung der durchschnittlichen Jahresgehälter.

Die Grafik zeigt, dass Chemieingenieure ihre Position als Spitzenverdiener dennoch verteidigt haben. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg verdienten berufserfahrene Ingenieure im vergangenen Jahr 64.550 Euro.

Hoch einsteigen in der Chemie- und Pharmaindustrie

Der Richtwert, an dem sich Absolventen und Berufseinsteiger in der Chemie- und Pharmaindustrie orientieren können, ist ebenfalls hoch. Die Einstiegsgehälter der Branche liegen derzeit bei rund 52.900 Euro. Den Spitzenplatz macht also auch den frischgebackenen Chemie- und Pharmaingenieuren keiner streitig. Auf dem 2. Platz liegen junge Ingenieure im Fahrzeugbau, die im Schnitt 51.300 Euro verdienen. Die Gehaltsentwicklung für Ingenieure im Fahrzeugbau, hat die Einkommensstudie 2019 von ingenieur.de ebenfalls untersucht.

Gehaltsentwicklung für Ingenieure im Fahrzeugbau

Wer als Chemieingenieur die Karriereleiter hinaufsteigt, kann sein Gehalt noch deutlich erhöhen. Ingenieure mit Projektleitungsfunktion verdienen  rund 85.650 Euro. Die Vergütung eines Teamleiters liegt im Median bei 75.000 Euro brutto jährlich. Als Abteilungsleiter winken durchschnittliche Gehälter von 97.250 Euro. Die Größe des Unternehmens schlägt sich dabei deutlich in den durchschnittlichen Jahresgehältern der Ingenieure nieder. In allen Positionen steigen die Mediane bei zunehmender Anzahl der Mitarbeiter sichtbar an.

Durchschnittsgehälter nach Positionen in der Chemie- und Pharmaindustrie

Vielfältige Aufgaben für Chemieingenieure

Die gestiegenen Anforderungen des Umweltschutzes im Zusammenhang mit chemischen Stoffen ergeben eine Fülle von Aufgabenstellungen für Chemieingenieure. Neben der Arbeit als Verfahrens- und Projektingenieure, im Anlagenbau sowie auch in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, kommen Aufgaben im Produktmanagement, im Vertrieb sowie in der Anlagenwartung infrage. Auch Stellen in staatlichen Untersuchungsämtern können von Chemieingenieuren besetzt werden.

Typische Arbeitgeber für Chemieingenieure

Die großen Chemie- und Pharmaunternehmen wie BASF, Bayer, Fresenius, Merck, Boehringer Ingelheim, Roche, Evonik oder Lanxess haben einen großen Bedarf an Chemieingenieurinnen und Chemieingenieuren. Ebenso Wasch- und Reinigungsmittelproduzenten sowie Kosmetikhersteller wie Henkel, Beiersdorf oder Unilever. Allein in Deutschland gehören fast 2.200 Unternehmen zur chemischen Industrie .

In Europa erwirtschaftet die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie ein Viertel des Branchenumsatzes und liegt damit auf Platz 1 (Stand 2017). Weltweit belegt sie hinter China, USA und Japan den 4. Rang. Laut dem Verband der chemischen Industrie e.V. (VCI) erzielt die Chemie in Deutschland rund 195,5 Milliarden Euro Umsatz. 453.000 Mitarbeiter waren 2017 in der Branche beschäftigt.

Viele Chemieingenieure sind in der Forschung

Eine Erklärung für den guten Verdienst von Chemieingenieuren findet sich in der Position. Kaum eine Branche in Deutschland sei so innovativ und forschungsintensiv wie die Chemie- und Pharmaindustrie, schreibt etwa die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Dementsprechend sind viele Ingenieure und Naturwissenschaftler in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in der Forschung tätig.

Nach dem Vertrieb ist Forschung & Entwicklung, kurz FuE, die lukrativste Abteilung in Unternehmen. Ein Fach-, bzw. Projektingenieur bringt es in diesem Bereich auf ein Bruttojahresentgelt von 58.500 Euro. Zum Vergleich: Im Baugewerbe verdient ein Fach- bzw. Projektingenieur 47.500 Euro.

Chemieingenieure beziehen hohe variable Vergütungsanteile

Nicht immer verlässlich, dafür aber umso erfreulicher ist die Zahlung des variablen Gehaltsanteils. In den meisten Ingenieurbranchen spielt er keine herausragende Rolle: Insgesamt erhalten knapp 30 % der Berufseinsteiger und die Hälfte der berufserfahrenen Ingenieure variable Vergütungsanteile. Die höchsten variablen Anteile werden in der Chemie- und Pharmabranche veranschlagt, in der variable Zahlungen einen wesentlichen Beitrag zu den hohen Bruttojahresgehältern leisten.
Im Schnitt betrug der Anteil variabler Vergütungsbestandteile bei Ingenieuren der Chemie- und Pharmaindustrie 8,3 % des Jahresentgelts 2018.

Fazit: Das Chemieingenieurstudium lohnt sich

Gute Einstiegschancen und ein Gehalt, das sich sehen lassen kann: Das Studium des Chemieingenieurwesens lohnt sich kurz- wie langfristig. Die Ingenieurkollegen anderer Disziplinen schauen den Chemieingenieuren im Rennen um Einkommen immer noch hinterher. Zum Teil liegt das an hohen variablen Gehaltsbestandteilen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie und dem hohen Anteil von Entwicklungsingenieuren in der Branche.
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