Wasserstoffbusse in Tokio und Stadt der Zukunft auf der CES 2020 24.03.2020, 13:48 Uhr

Toyota: Stadt der Zukunft soll in Japan entstehen

Toyota geht eine experimentelle Stadt der Zukunft in Japan an. Technologien wie das autonome Fahren sollen dort getestet werden, gibt der Autobauer auf der CES 2020 in Las Vegas bekannt. Ein weiterer Schritt in Richtung autonome Mobilität, nachdem Toyota bereits ein autonomes E-Shuttle für die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio entwickelt hat.

E-Shuttle von Toyota

Der E-Shuttle von Toyota kann bis zu 6 Personen befördern.

Foto: Toyota

Der Traum der japanischen Stadt der Zukunft

Autonomes Fahren klappt in der Realität nicht immer einwandfrei. Um das zu ändern, kreiert Toyota Pläne für eine experimentelle Stadt der Zukunft. In der futuristischen japanischen Stadt könne die Technologie ausgiebig getestet werden. Diese Zukunftsvisionen passen ideal auf die Technikmesse CES.

Für die Zukunftsstadt soll das Gelände einer stillgelegten Fabrik des Autobauers in Nähe des Bergs Fuji umgebaut werden. Akio Toyoda verkündete auf der Consumer Electronics Show noch mehr. In der sogenannten „Woven City“ („Verflochtene Stadt“) sollen zunächst 2.000 Menschen leben, darunter Toyota-Mitarbeiter, Rentner und interessierte Forscher. In der smarte Stadt Japans sollen dann Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer auf intelligente Art und Weise Straßen gemeinsam nutzen. Als Architekt wurde bereits der Däne Bjarke Ingels engagiert. Die Wohnhäuser sollen aus Holz gefertigt und mit Solarzellen auf dem Dach ausgestattet sein. Toyota brachte ganz klar zum Ausdruck, dass solch eine autonome und nachhaltige Stadt zu seinen großen Lebensträumen zählen. Der 63-jährige rechnet jedoch mit Skeptikern.

E-Mobilität von Toyota bei den Olympischen Spielen in Tokio

Die Olympischen Spiele in Tokio sind um ein Jahr verschoben. Grund ist die Coronakrise. Die Verschiebung betrifft auch die Paralympischen Spielen. Neben sportlichen Rekorden soll auch die Praxistauglichkeit von E-Mobilität basierend auf Wasserstoff belegt werden. Der japanische Autohersteller Toyota hat eines seiner Fahrzeuge vorgestellt: den Accessible People Mover, kurz APM.

Accessible People Mover bringt Athleten und Besucher über das Gelände

Der APM soll Menschen autonom auf dem Olympia-Gelände befördern und sicher zu den Veranstaltungen und Spielstätten bringen. Das E-Auto kann von Athleten und Besuchern gleichermaßen benutzt werden. Zusätzlich soll der Accessible People Mover so konzipiert sein, dass er auch Menschen mit Behinderungen und Familien mit kleinen Kindern befördern kann. Die gesamte Flotte soll aus 200 elektrischen Fahrzeugen bestehen. Zu den Haltestellen des APM zählt unter anderem das Olympische Dorf.

Das Auto ist von beiden Seiten zugänglich und kann bis zu 6 Personen befördern. Platz nehmen können die Fahrgäste auf 3 Sitzreihen. Für Nutzer im Rollstuhl lassen sich die 3 Sitze in zweiter Reihe hochklappen. Das E-Fahrzeug ist jedoch für kurze Strecken ausgelegt. Die Geschwindigkeit ist dementsprechend auch gering.

Toyota gibt an, dass das neue Modell auch als Hilfs- und Rettungsfahrzeug eingesetzt werden kann. Ein Teil der zweiten und dritten Sitzreihe können so umkonfiguriert werden, dass für eine Trage und Rettungskräfte Platz ist. Rampen vereinfachen den Zugang. Befestigungsmöglichkeiten im Boden erhöhen die Sicherheit zusätzlich.

Wasserstoff spielt als Energieträger die Hauptrolle

Toyota hat eine Offensive gestartet, in der Wasserstoff als Energieträger die Hauptrolle spielt. Die Kampagne “Start Your Impossible” zu den Olympischen Sommerspielen ist für den Automobilkonzern der Auftakt zu einem Meilenstein. Das verkündete Alain Uyttenhoven. Der Präsident der Toyota Deutschland GmbH geht davon aus, dass Toyota nächstes Jahr die ganze Bandbreite an Innovationen zeigen kann. Unter anderem sollen für den japanischen Verkehrsteilnehmer innerhalb der kommenden Jahre 160 Wasserstofftankstellen entstehen. In Deutschland kann schon jetzt ein Modell mit Wasserstoffantrieb von Toyota gefahren werden. Der Mirai hat 154 PS und verfügt über eine Brennstoffzelle als Kraftwerk für die Stromversorgung. Das Auto ist allerdings mit 78.600 Euro relativ teuer.

Die Toyota Motor Corporation prognostiziert, dass sich in den nächsten 10 Jahren die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik auf jährlich bis zu 30.000 Einheiten erhöhen wird. Der Automobilhersteller baut in Toyota City in der Nähe der bisherigen Fertigungsstätte, dem Honsha-Werk, ein neues Gebäude mit 8 Stockwerken. Dort sollen Brennstoffzellen entwickelt und produziert werden.

Mobilität für alle

Über 100 Brennstoffzellenbusse werden von Toyota zu den Spielen im Nahverkehr eingesetzt. Des Weiteren wird es eine Flotte von 6.000 Limousinen geben, die Athleten, Gästen und Funktionären zur Verfügung steht. Die Limousinen sollen dabei Energie aus Brennstoffzellen beziehen, welche aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom produzieren.

Die Brennstoffzellenbusse und das E-Shuttle sind nicht die einzigen umweltfreundlichen Maßnahmen. Die 5.000 zu gewinnenden Goldmedaillen sollen aus Elektroschrott von alten Smartphones gefertigt werden. Wie das Recycling von Smartphones funktioniert, lesen Sie hier.

Toyota hat bereits letztes Jahr an autonomen Autos gearbeitet und eine komplette Palette an E-Autos vorgestellt. Das autonome Fahrzeug soll sich auf Wunsch in ein Büro oder ein Restaurant verwandeln. Wie ingenieur.de berichtete, hat diese Studie auf der Elektronikmesse CES 2018 in Las Vegas für Aufsehen gesorgt.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Pressesprecherin beim VDI e.V.

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