Straße von Hormus 15.09.2026, 16:46 Uhr

Tanker in Straße von Hormus schwer beschädigt – Öl tritt aus

Ein Öltanker ist in der Straße von Hormus schwer beschädigt worden und in Brand geraten. Öl gelangte ins Meer, zwei Seeleute werden vermisst. Während der Iran von einem Minentreffer spricht, macht das US-Militär einen iranischen Drohnenangriff verantwortlich.

Landkarte der Straße von Hormus

Zwischenfall in der Straße von Hormus - ein großer Tanker geriet in Brand und schlug leck. Die Ursache ist noch unbekannt.

Foto: picture alliance / Sipa USA | Jonathan Raa

Der schwer beschädigte Öltanker „El Gaia“ wird in einen Hafen im Oman geschleppt. Zuvor war auf dem unter Panama-Flagge fahrenden Schiff ein Feuer ausgebrochen. Bei der Havarie trat Öl aus. Wie groß die Verschmutzung ist, bleibt bislang offen.

Die nautische Warnmeldung NAVAREA IX 319/26 vom 13. September nennt ausdrücklich einen „oil spill“. Demnach war die „El Gaia“ nach einem Sicherheitsvorfall in Brand geraten und anschließend manövrierunfähig abgetrieben. Als Position wurde 26°26,50′ N, 056°30,10′ E angegeben, rund 3,6 Seemeilen nordwestlich der omanischen Halbinsel Musandam. Hinweise auf eine größere Ölkatastrophe gibt es bislang nicht. Weder zur Menge des ausgetretenen Öls noch zur Größe eines möglichen Ölteppichs liegen belastbare Angaben vor.

23 Besatzungsmitglieder gerettet

Inzwischen ist das Feuer offenbar gelöscht. Nach Angaben des Maritime Security Centre des Oman konnte ein Brand im Maschinenraum unter Kontrolle gebracht werden. Ein Schiff der Royal Navy of Oman evakuierte 23 Besatzungsmitglieder. Zwei weitere Seeleute werden noch vermisst. Frühere Meldungen hatten lediglich 14 Seeleute genannt. Dabei handelte es sich um den indischen Teil der Besatzung. Nach Angaben der indischen Regierung konnten 13 von ihnen gerettet werden, ein indischer Seemann wird vermisst.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur:in (Tiefbau/Fernwärme) (m/w/d) ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG
Bad Endorf Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
Projektleiter Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Akkodis Germany GmbH-Firmenlogo
Technischer Redakteur (w/m/d) Avionik Akkodis Germany GmbH
München Zum Job 
Akkodis Germany GmbH-Firmenlogo
Senior Softwareentwickler C++(w/m/d) Akkodis Germany GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Streckenbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für die Projektleitung im Streckenbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerksprüfung Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung / Verkehrsplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für die Projektleitung im Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Organische Chemie und Katalyse" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
HENSOLDT-Firmenlogo
Senior Expert Maritime Systems Engineering (w/m/d) HENSOLDT
Wilhelmshaven, Kiel, Rostock, Hamburg Zum Job 
HENSOLDT-Firmenlogo
Systems Engineering (w/m/d) HENSOLDT
Rostock Zum Job 
Westdeutscher Rundfunk-Firmenlogo
Fachkoordinator:in Westdeutscher Rundfunk
Grünbeck AG-Firmenlogo
Kundenbetreuer Service Industrie (m/w/d) Grünbeck AG
Höchstädt an der Donau Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Teamleitung operative Netzführung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Wendlingen am Neckar Zum Job 
AIXTRON SE-Firmenlogo
300mm Metrology Expert (all genders) AIXTRON SE
Herzogenrath Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Projektbereich (m/w/d) Region Bayern / Süddeutschland - Surface Protection Linings STEULER-KCH GmbH
Region Bayern / Süsseutschland Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Projektleiter Hoch- und Tiefbau Umspannwerke (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Bayreuth, Ingolstadt, Schweinfurt Zum Job 

Die „El Gaia“ ist ein unter Panama-Flagge fahrender Produktentanker. Das 2005 gebaute Schiff ist rund 180 m lang, 32 m breit und besitzt eine Tragfähigkeit von knapp 48.000 t. Was den Tanker tatsächlich schwer beschädigte, ist dagegen umstritten.

Iran spricht von einer Seemine

Nach Darstellung der iranischen Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC) versuchte die „El Gaia“, eine gesperrte Route im südlichen Bereich der Straße von Hormus zu passieren. Dabei sei das Schiff auf eine Seemine gelaufen und anschließend in Brand geraten.

Der Iran nutzt den Vorfall zugleich als Warnung an die internationale Schifffahrt. Die Revolutionsgarden erklärten erneut, dass die Meerenge geschlossen sei und unter iranischer Kontrolle stehe. Das US-Militär widerspricht dieser Darstellung ausdrücklich.

CENTCOM: Iran griff Tanker mit Drohne an

Nach Angaben des United States Central Command (Centcom) wurde die „El Gaia“ bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen und dadurch manövrierunfähig. Am vergangenen Wochenende habe der Iran das Schiff erneut angegriffen – diesmal mit einer Drohne.

Die Behauptung eines Minentreffers weist Centcom zurück. Die Revolutionsgarden verbreiteten nach US-Angaben diese Darstellung, um Handelsschiffe einzuschüchtern. Unabhängig davon lässt sich derzeit weder die iranische noch die amerikanische Darstellung des konkreten Schadenshergangs unabhängig bestätigen. Gesichert sind dagegen das Feuer, der Ölaustritt und die Evakuierung eines großen Teils der Besatzung.

Schiffsverkehr durch Hormus bricht ein

Der Zwischenfall trifft eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Vor Beginn des Krieges wurde rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Straße von Hormus transportiert. Auch große Mengen Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) und petrochemischer Produkte passieren die Meerenge.

Der Verkehr ist inzwischen massiv eingebrochen. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler, über die Reuters berichtet, durchquerten am Montag nur noch vier mit Rohstoffen beladene Frachtschiffe die Meerenge. Am Sonntag waren es zehn. Vor Beginn des Krieges registrierte Kpler durchschnittlich rund 125 Passagen großer Handelsschiffe pro Tag. Ein Teil des tatsächlichen Verkehrs kann allerdings höher liegen: Schiffe, die ihre AIS-Transponder abschalten, werden von entsprechenden Tracking-Systemen nicht vollständig erfasst.

Die Unsicherheit macht sich auch am Ölmarkt bemerkbar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Dienstag zeitweise mehr als 107 $. Zusätzlich verschärft eine Störung der saudischen Ost-West-Pipeline die Lage. Über sie kann Saudi-Arabien Rohöl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportieren und damit die Straße von Hormus umgehen.

Eine Mine müsste den Tanker nicht berühren

Sollte sich die iranische Darstellung bestätigen, hätte der Vorfall noch eine weitere Dimension. Denn moderne Seeminen müssen nicht zwangsläufig durch direkten Kontakt mit einem Schiff ausgelöst werden. Je nach Bauart reagieren sogenannte Einflussminen beispielsweise auf Veränderungen des Magnetfelds, auf charakteristische Schiffsgeräusche oder auf Druckänderungen im Wasser. Damit können sie auch unterhalb der Wasseroberfläche detonieren, wenn ein großes Schiff vorbeifährt. Für eine Wasserstraße wie die von Hormus ist bereits der Verdacht auf solche Minen problematisch. Die Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle rund 33 km breit, die von Handelsschiffen genutzten Verkehrskorridore sind deutlich schmaler. Minensuche und -räumung könnten den Verkehr weiter verlangsamen und umfangreiche militärische Sicherungsmaßnahmen notwendig machen.

Ob tatsächlich eine Mine die „El Gaia“ beschädigte, bleibt allerdings unbewiesen. Sicher ist bislang etwas anderes: Der Tanker wurde schwer beschädigt, brannte und verlor Öl – mitten in einer Wasserstraße, deren Schiffsverkehr ohnehin auf einen Bruchteil des früheren Niveaus gefallen ist.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.