Internationale Automobil-Ausstellung 2019 12.09.2019, 07:02 Uhr

Stars der IAA: Offensive der Elektroautos

Die Branche schaut nach Frankfurt: Tritt die erwartete Wende ein, mit klarer Ausrichtung in puncto Elektromobilität? Tatsächlich bilden E-Modelle zwar immer noch die Minderheit, aber es sind interessante Entwicklungen dabei.

Honda e

Die Front des Honda e hat eindeutig Retro-Charme.

Foto: Honda

Mit der Ankündigung, ab 2025 mindestens eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen zu wollen, hatte VW vor einigen Monaten für Furore gesorgt. Grundlage soll die ID.Familie werden. Auf der IAA war es nun so weit: Volkswagen präsentiert den ID.3, der im Innenraum dem Tesla ähnelt und in der Basisversion knapp 30.000 Euro kostet. Er könnte also eine Alternative zum Golf darstellen. Der Anfang ist gemacht und VW-Chef Herbert Diess kündigte direkt an, bis 2028 70 neue Elektromodelle herauszubringen. Ebenfalls auf der IAA zeigt Seat übrigens eine Studie des Seat el-Born, der die Technik des ID.3 mit eigener Optik umsetzt.

Bei der Aufregung um den ID.3 fällt eine weitere Vorstellung von VW fast unter den Tisch, nämlich der neue E-Up. Seine Batterie hat VW auf 32 Kilowattstunden (kWh) gepusht – bisher waren es nur 18,7 kWh. Entsprechend ist die Reichweite um stattliche 100 Kilometer angewachsen auf insgesamt 260 Kilometer. Dieses Plus schlägt sich allerdings nicht im Preis nieder. Im Gegenteil: Der ist auf unter 22.000 Euro gesunken. VW spricht hier also klar eine Käuferschicht mit begrenztem Budget an. Denn der Markt der Elektromobilität kämpft derzeit noch mit dem extrem geringen Angebot an Gebrauchtwagen – was die Ausbreitung der E-Autos verlangsamt.

Der Citigo-e iV von Skoda kann bei der Strecke ebenfalls punkten. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von 260 Kilometern. Kein Wunder, denn die Technik stammt ebenfalls aus der Werkzeugkiste von VW, der Preis liegt sogar noch unter 21.000 Euro.

Reichweite oder Retro-Charme?

Die Wolfsburger sind natürlich nicht die einzigen, die eine klare Marschrichtung vorgeben. Opel möchte bis 2024 für alle Modelle eine elektrische Variante anbieten. Auf der IAA steht der Corsa-e im Rampenlicht. Er spielt in der gleichen Preisliga wie der ID.3 und ist gleichfalls für eine breite Käuferschicht gedacht. Die Reichweite von 330 Kilometer macht ihn jedenfalls nicht zu einem reinen Stadtauto. Die Fahrleistung liegt bei 100 Kilowatt (kW), was 136 PS entspricht, gespeist von einer Batterie mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden (kWh). Der Corsa-e ist übrigens auf der gleichen Plattform gebaut wie der Peugeot 208e – der Konzern nutzt Synergien.

Der Honda e kann bei dieser Reichweite nicht mithalten. Der E-Kleinwagen soll im nächsten Jahr offiziell auf den Markt kommen und als Stadtauto dienen. Dementsprechend liegt die maximale Reichweite auch nur bei 220 Kilometer. Die 36-kWh-Batterie sorgt für eine Leistung von 110 kW (150 PS). Das Design ist dabei durchaus ungewöhnlich. Besonders die Front zeigt einen gewissen Retro-Charme. Der soll eine zahlungskräftige Käuferschicht begeistern, denn das kompakte Modell liegt bei etwa 34.000 Euro. Honda will sie mit zusätzlichen Gadgets locken wie Kameras als Außenspiegel. Zumindest die Abmessungen – der Honda e ist nur 3,90 Meter lang – sprechen dafür, dass Städter sich für das Modell interessieren könnte. Denn mit ihm fällt die Parkplatzsuche leichter.

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Elektrische Stadtwagen

Apropos Stadtwagen: Der Smart Fortwo EQ ist mit einem Facelift auf die IAA gereist. Die technischen Daten der rein elektrischen Modelle sind geblieben: Der 41 kW-Motor (60 PS) schafft 160 Kilometer, bevor er an die Steckdose muss. Neu ist aber unter anderem der Abschied vom Kühlergrill, der nicht mehr gebraucht wird. Er ist durch eine unterschiedlich gestaltete Verkleidung ersetzt worden. Die Preise starten modellabhängig bei rund 22.000 Euro.

Ob der Mini Cooper SE durch die Stadt oder über Land fährt, kann der Besitzer selbst entscheiden. Denn die gewohnt kompakten Abmessungen und die Reichweite von 270 Kilometern ermöglichen ohne Frage beides. Die Technik hat die BMW-Tochter Mini zum Teil dem i3 entlehnt. Herausgekommen ist ein Flitzer mit 184 PS, der allerdings ab 32.500 Euro kostet.

ID.3

Der ID.3 soll der Start einen elektrischen Modell-Familie sein.

Foto: Volkswagen AG

E-Up

Der neue E-Up ist günstiger geworden, bei größerer Reichweite.

Foto: Volkswagen

Citigo-e iV von Skoda

Der Citigo-e iV von Skoda fährt mit der Technik von VW.

Foto: Skoda

Corsa-e

Der Corsa-e soll eine breite Käuferschicht ansprechen.

Foto: Opel Automobile GmbH

Smart EQ fortwo coupé

Die neue Generation: der Smart EQ fortwo coupé.

Foto: Daimler

Mini Cooper SE

Der Mini Cooper SE ist technisch dem BMW i3 entlehnt.

Foto: BMW Group

Porsche Taycan

Der Taycan ist der erste elektrische Porsche. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller setzt nun auf eine eigene Batteriefabrik.

Foto: Porsche

E-Kraftpaket von Porsche

Porsche ist natürlich mit seinem Taycan zur Internationalen Automobil-Ausstellung gereist. Der erste rein elektrische Porsche bietet zwar keinen Boxersound, aber eine Beschleunigung auf Tempo 200 in weniger als 10 Sekunden. Die Reichweite soll maximal bei 450 Kilometern liegen. Das klingt nach einem echten Kraftpaket in mehrfacher Hinsicht. Das hat allerdings auch seinen Preis: Die Einstiegsvariante kostet mehr als 152.000 Euro.

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Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

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