Crash mit LKW 01.07.2016, 12:39 Uhr

Schock für Tesla: Autopilot verursacht ersten tödlichen Unfall

Der erste tödliche Unfall mit einem autonom fahrenden Auto ist in den USA passiert. In Florida fuhr ein Model S von Tesla in einen Lkw. Der Fahrer ist tot. Offenbar hat die Technik den Lkw nicht erkannt, der Fahrer hat nicht eingegriffen. Wie konnte das passieren?

Der Tesla S verfügt über einen Autopilot, der automatisch die Spur wechselt. Er befindet sich allerdings im Beta-Stadium. Der Fahrer ist daher verpflichtet, die Hände am Lenkrad zu halten. 

Der Tesla S verfügt über einen Autopilot, der automatisch die Spur wechselt. Er befindet sich allerdings im Beta-Stadium. Der Fahrer ist daher verpflichtet, die Hände am Lenkrad zu halten. 

Foto: Tesla

Der tragische Unfall ereignete sich auf einer Autobahn in Florida. Dort war der Fahrer eines Tesla S im Autopilotmodus unterwegs, als plötzlich ein weißer Sattelzug seine Fahrbahn kreuzte. Weder Fahrer noch Autopilot merkten das. Die katastrophalen Folgen: Der Wagen raste unter dem Lkw durch, sodass der obere Teil des Fahrgastraums samt Windschutzscheibe abgerissen wurde. Der Fahrer starb bei dem Zusammenstoß.

Hat die Kamera des Autopiloten versagt?

„Es ist der erste bekannt gewordene tödliche Unfall in knapp über 130 Millionen Meilen“, schreibt Tesla in einem Blog. Wie es dazu kommen konnte? Das versucht derzeit die US-Straßenverkehrssicherheitsbehörde NHTSA herauszufinden.

Eine Kamera erkennt Autos, die am Tesla S vorbeifahren. Normalerweise. Es könnte sein, dass sie die weiße Seite des Lkw nicht vom taghellen Himmel unterscheiden konnte. 

Eine Kamera erkennt Autos, die am Tesla S vorbeifahren. Normalerweise. Es könnte sein, dass sie die weiße Seite des Lkw nicht vom taghellen Himmel unterscheiden konnte.

Quelle: Tesla

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Eine Hypothese: Die Kamera des Autopiloten konnte die weiß gestrichene Seite des Lkw nicht vom taghellen Himmel dahinter unterscheiden. Demnach hätte sie kein Hindernis wahrgenommen und weder den Fahrer gewarnt noch eine Bremsung eingeleitet.

Hat der Fahrer die Benutzerhinweise ignoriert?

Eine zweite Möglichkeit: Der Fahrer hat die Benutzerhinweise für den Autopiloten nicht beachtet, der sich immer noch im Beta-Stadium befindet. Tesla verpflichtet den Besitzer, dass er auch bei Fahrten mit dem Autopiloten jederzeit die Hände am Lenker hält, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Hat das Opfer das vielleicht vergessen und sich stattdessen mit dem Smartphone beschäftigt?

Youtube ist voll von Videos, die verantwortungslose Fahrer zeigen. Sie missachten Teslas Bedienungshinweise für den Autopiloten. Hat das Opfer die Fähigkeiten des autonomen Fahrens vielleicht auch überschätzt?

Youtube ist voll von Videos, die verantwortungslose Fahrer zeigen. Sie missachten Teslas Bedienungshinweise für den Autopiloten. Hat das Opfer die Fähigkeiten des autonomen Fahrens vielleicht auch überschätzt?

Quelle: Youtube

Auch das ist eine Möglichkeit. Denn schon letztes Jahr wurde bekannt, dass User Unfug mit dem Autopiloten treiben. Zahlreiche Youtube-Videos zeigen Fahrer, die freihändig fahren und beinahe in den Gegenverkehr rauschen.

Opfer war ein Freund Teslas

In einem Blogposting spricht Tesla den Hinterbliebenen des Opfers Anteilnahme aus. „Er war ein Freund Teslas und der Elektrofahrzeuge-Community insgesamt, eine Person, die ihr Leben fokussiert auf Innovation und die Versprechen der Technik verbracht hat, und die fest an Teslas Mission geglaubt hat.“ Tesla nennt allerdings weder Name des Opfers noch Unfalldatum.

Fest steht: Tesla wird nun einiges zu tun haben, um das Image seiner Autopiloten wieder aufzubessern. Die Aktie des Unternehmens um Milliardär Elon Musk ist nach Bekanntwerden des Unfalls um 3,2 % gefallen. Doch Tesla gibt sich zuversichtlich: „Die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen wird weiter zurückgehen. Der Autopilot wird laufend besser, ist aber nicht perfekt, und erfordert nach wie vor, dass der Fahrer aufmerksam bleibt.“

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

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