Viren werden rausgefiltert 04.05.2016, 11:39 Uhr

Neuer Tesla-Filter sorgt bei Smog für reinste Luft im Auto

Draußen Smog und im Auto ist Reinluftgebiet? Das verspricht Tesla mit seinem neuen Luftfiltersystem Hepa. Der Elektroauto-Pionier nennt seine Technologie sogar eine Abwehr gegen „biologische Waffen“. Und meint das wörtlich.

Teslas Modell X in einer Blase mit verschmutzter Luft: Ausgerüstet mit einem neuen Filtersystem war die Luft im Auto nach wenigen Minuten so gut gereinigt, dass Insassen absolut frische und reine Atmosphäre hätten genießen können. Selbst die Luft in der Umgebung sei nach einiger Zeit um rund 40 Prozent sauberer gewesen als vorher.

Teslas Modell X in einer Blase mit verschmutzter Luft: Ausgerüstet mit einem neuen Filtersystem war die Luft im Auto nach wenigen Minuten so gut gereinigt, dass Insassen absolut frische und reine Atmosphäre hätten genießen können. Selbst die Luft in der Umgebung sei nach einiger Zeit um rund 40 Prozent sauberer gewesen als vorher.

Foto: Tesla

Wenn schon die Ingenieure bei Tesla Meister ihres Fachs sind – die PR-Abteilung des US-Unternehmens ist es ohne Zweifel auch. Jede neue Ankündigung schlägt Wellen, jedes kleine Interview von Firmengründer Elon Musk wird von den Medien aufgesogen wie eine Rede Obamas an die Nation. Jetzt hat der Pionier den nächsten Coup am Start: ein System zur Luftreinigung, das die Ingenieure den „Hepa-Filter und Abwehrmodus gegen biologische Waffen“ nennen.

Mit halben Sachen gibt man sich bei dem Autobauer in Kalifornien eben nicht ab. Und auch, wenn Tesla die genaue Funktionsweise natürlich nicht erklärt, so lassen die Andeutungen und Analogien doch aufhorchen: Man habe sich bei dem System an der Technik in industriellen Reinräumen und in der Raumfahrt orientiert.

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Härtetest im Smog und an Kuhweiden

Eine Idee aus der Raumfahrt? Was anderswo abgehalftert nach Bratpfanne klingt, hat bei Tesla ja einen fundierten Hintergrund. Schließlich ist Elon Musk auch Gründer und Inhaber des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, das schon eine Reihe von Frachtflügen zur ISS absolviert hat und 2017 sogar gemeinsam mit Boeing US-Astronauten zur ISS fliegen soll. Vor ein paar Monaten feierte SpaceX einen großen Erfolg mit der zielgenauen Landung einer wiederverwendbaren Rakete.

Die Grafik zum neuen Tesla-Luftfilter: Nach kurzer Zeit ist die Innenraumluft absolut sauber, während draußen noch dicke Luft herrscht.

Die Grafik zum neuen Tesla-Luftfilter: Nach kurzer Zeit ist die Innenraumluft absolut sauber, während draußen noch dicke Luft herrscht.

Quelle: Tesla

Doch zurück zum Reinluftsystems fürs Auto: Pollen, Feinstaub, Viren, Bakterien – all das soll die Anti-B-Waffe von Tesla aus der Luft ziehen. Und zwar so gut, dass ihre Anteile allesamt unterhalb die Nachweisgrenze rutschen. Getestet hat Tesla das System nicht nur auf verstopften Straßen in den USA oder im chinesischen Großstadtsmog, sondern auch in der Nähe von Sümpfen und Kuhweiden. Denn es geht ja nicht nur um gesundheitliche Belastung, sondern auch um olfaktorische Belästigung.

Auch Umgebungsluft wird viel sauberer

Das Bild zum Thema liefert die PR-Abteilung aber mit dem Auto, das in einer Kunststoffhülle steht. Was wie ein Matchboxauto in einer Kaugummiblase aussieht, ist ein echtes Model X. In der Blase wurde die Luftverschmutzung auf das Hundertfache eines noch gerade als „gesund“ geltenden Wertes hochgetrieben.

Der Test ergab laut Tesla, dass die Luft im Auto nach wenigen Minuten so gut gereinigt war, dass Insassen absolut frische und reine Atmosphäre hätten genießen können. Und nicht nur das: Selbst die Luft in der Umgebung sei nach einiger Zeit um rund 40 Prozent sauberer gewesen als vorher.

Die Basisversion des Model 3 bringt es auf eine Reichweite von 345 km und beschleunigt in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h. 

Die Basisversion des Model 3 bringt es auf eine Reichweite von 345 km und beschleunigt in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Quelle: Tesla Motors/dpa

Mit welchen Mitteln das geht, sagt Tesla eben nicht. Auch nicht, ob und wie oft der Filter gereinigt oder ausgetauscht werden muss. Musk verrät nur, dass Google-Mitgründer Larry Page ihn auf die Idee gebracht habe.

Die beste PR ist natürlich die, die nicht bloß PR ist. Was sagt dazu Tesla? „Der Biowaffen-Verteidigungsmodus ist kein Marketingspruch, er ist Wirklichkeit. Sie können tatsächlich einen militärischen Angriff mit biologischen Waffen überleben, indem sie in Ihrem Auto sitzen.“ Diese Bunker-Qualität soll es übrigens sogar im neuen Model 3 geben, dem bislang mit Abstand günstigsten Tesla.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

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