Sensoren zum Nachrüsten 20.05.2016, 10:54 Uhr

Mit diesem Otto-Bausatz fahren auch ältere Lkw autonom

Das wär was, wenn man die Technik zum autonomen Fahren einfach nachrüsten könnte. Das geht in naher Zukunft, verspricht das amerikanische Start-up „Otto“. Das Unternehmen hat einen Bausatz entwickelt, der auch in älteren Lkw eingebaut werden kann. Ob das funktioniert?

Diesen Truck hat das US-Startup "Otto" mit einem Bausatz nachgerüstet, der autonomes Fahren ermöglicht.

Diesen Truck hat das US-Startup "Otto" mit einem Bausatz nachgerüstet, der autonomes Fahren ermöglicht.

Foto: Otto

Diesen Truck hat das US-Startup "Otto" mit einem Bausatz nachgerüstet, der autonomes Fahren ermöglicht.

Foto: Otto

Foto: Otto

Foto: Otto

Foto: Otto

Foto: Otto

 

Dieses Start-up hat Potenzial. Denn die Gründer, Ingenieure aus der IT- und Automobilindustrie, wissen, was sie tun. Anthony Levandowski war Leiter des Projektes zum autonomen Fahren bei Google, Lior Ron verantwortete das Produkt Maps. Um die beiden Gründer haben sich Top-Ingenieure von Apple, Tesla und anderen Unternehmen versammelt. „Die hellsten Köpfe in diesem Geschäft“, sagt Levandowski nicht sehr bescheiden.

Ein bisschen Lautstärke braucht es wohl auch, um Gehör zu finden. Schließlich haben bislang Großunternehmen wie Volvo und Daimler das Thema selbstfahrende Lkw besetzt und schon eine Reihe praktischer Tests durchgeführt. Das junge Unternehmen „Otto“ geht aber einen eigenen Weg: Die Firma will beweisen, dass man auch ältere Trucks mit einem relativ einfachen Bausatz zum autonomen Fahrzeug nachrüsten kann.

Nur sehr vage Infos über die Technik

Dazu haben die Techniker in Kalifornien ein „Set aus Sensoren, Software und Erweiterungen“ entwickelt, mit dem schnell vorhandene Fahrzeugen ausgerüstet werden können. Das ist dann auch schon alles, was die Firma über die Technik verrät. Aber sie habe den Praxistest auf einem öffentlichen Highway schon hinter sich. Jetzt sollen Sicherheitsdaten ausgewertet und die „Möglichkeiten erweitert“ werden.

Beim Prototypen hatten die Ingenieure die Kameras und Sensoren oben am Fahrerhaus angebracht.

Beim Prototypen hatten die Ingenieure die Kameras und Sensoren oben am Fahrerhaus angebracht.

Foto: Otto

Das alles bleibt vage. Klar ist indes, dass die Entwickler nur auf die US-Highways abzielen. Dort soll der Fahrer dem System wirklich die Kontrolle überlassen können. Auf kleineren Landstraßen und erst recht in der Stadt muss er aber weiterhin selbst fahren. Womöglich wird in den USA ja sogar ein eigener Highway nur für autonome Trucks entstehen.

Autonom fahrende Lkw sollen sicherer sein

Welchen Segen es bringen würde, wenn nur noch elektronisch gesteuerte Lkw unterwegs wären, rechnet „Otto“ in Zahlen vor. Als erstes der Effizienzgewinn durch weniger Leerfahrten: Heute finde jede siebte Fahrt in den USA ohne Waren statt. Bei einem Lkw-Anteil von 70 Prozent am gesamten Warenverkehr ist das zweifellos eine Menge.

Hinzu komme der Umweltgewinn durch weniger Abgase, und nicht zuletzt werde es weniger Unfälle geben. Nach Angaben des Unternehmens sterben derzeit in den USA jeden Tag acht Menschen durch Unfälle mit Lastwagen. Außerdem werde es immer schwieriger, Leute für den Fahrer-Job zu finden. Im vergangenen Jahr hätten schon 50.000 Fahrer gefehlt, in wenigen Jahren seien es dreimal so viele.

Im Video verzieht sich der Fahrer nach hinten, um ein Nickerchen zu machen. Die nachträglich installierte Technik übernimmt die Steuerung.

Im Video verzieht sich der Fahrer nach hinten, um ein Nickerchen zu machen. Die nachträglich installierte Technik übernimmt die Steuerung.

Foto: Otto

Alles gute Gründe also für den autonomen Truck. Wann die Technik aber ausgereift und marktfähig sein wird, darüber geben die hellen Köpfe bei Otto keine Prognosen ab. Wie immer bei dem Thema gibt es auch hohe rechtliche Hürden. Womöglich sind es ja doch die teil-autonomen Systeme wie das Platooning, die realistischere Chancen haben.

 

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