3000 km lang 28.05.2015, 13:28 Uhr

US-Konsortium plant Highway nur für fahrerlose Trucks

Ein Zusammenschluss aus Wirtschaft und Forschung diskutiert in den USA derzeit den Bau eines knapp 3000 km langen Highways, der Mexiko, die USA und Kanada miteinander verbinden möchte. Das Besondere: Auf dieser Straße sollen ausschließlich Lastwagen unterwegs sein – und zwar ohne Fahrer.

Die Idee eines 3000 km langen Highways, auf dem sich nur autonom fahrende Lastwagen tummeln, wird aktuell von der Central North American Trade Corridor Association diskutiert. Eine solche Autobahn würde den Warenaustausch zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada vereinfachen.

Die Idee eines 3000 km langen Highways, auf dem sich nur autonom fahrende Lastwagen tummeln, wird aktuell von der Central North American Trade Corridor Association diskutiert. Eine solche Autobahn würde den Warenaustausch zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada vereinfachen.

Foto: Daimler

Menschenleer und viel befahren soll dieser Highway sein. Was sich anhört wie ein abstruser Widerspruch, möchte ein Zusammenschluss aus amerikanischen Forschern und Industrievertretern Realität werden lassen. Die Idee der Central North American Trade Corridor Association: eine Autobahn von Mexiko bis hoch nach Kanada – ausschließlich für autonom fahrende Lastwagen. Die rund 3000 Kilometer lange Strecke soll vor allem auf der größtenteils parallel verlaufenden Route 83 für Verkehrsentlastung sorgen, die von Texas über North Dakota bis in die kanadische Provinz Manitoba führt.

Keine Probleme mehr mit übermüdeten Fahrern

Unterschiedliche Konzepte autonom fahrender Lastwagen werden schon lange weltweit erprobt, zum Beispiel Daimlers Steuerungssystem „Highway Pilot“, das unter anderem im Future Truck 2025 zum Einsatz kommen soll. Mit dem Freightliner Inspiration Truck rollt in den USA bereits jetzt ein Lastwagen mit Autopilot auf öffentlichen Straßen.

Hände weg vom Steuer: Der Freightliner Inspiration Truck fährt mit Autopilot schon heute auf öffentlichen Straßen in den USA. 

Hände weg vom Steuer: Der Freightliner Inspiration Truck fährt mit Autopilot schon heute auf öffentlichen Straßen in den USA. 

Quelle: Daimler

Die Mitglieder der Forschergruppe betonen nicht nur eine Verkehrsentlastung der öffentlichen Straßen als positive Folge eines solchen Highways. Auch mit menschlichen Fahrern einhergehende Einschränkungen wären sofort passé: IT-gestützte Steuerungssysteme interessiert es nun einmal nicht, ob sie nun sechs, zwölf oder gar 36 Stunden am Stück im Einsatz sind. Das Problem der sogenannten Ruhe- und Lenkzeitenregelung – es wäre quasi Geschichte.

Grenzkontrollen könnten wegfallen

Menschengesteuerte Lkw müssen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA – trotz des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA – oft lange Kontrollstops einlegen, um Warenschmuggel vorzubeugen. Ein vollautomatisches Fahrsystem – so die Idee der Forscher – könnte viele Lastwagen schon vor Motorstart als vertrauenswürdig ausweisen und so eine ungehinderte Grenzdurchfahrt ermöglichen. Auch ließe sich wohl Einfluss auf die Taktung der an der Grenzstation ankommenden Fahrzeuge nehmen und somit Staus verhindern.

Hierzulande sitzen noch die Lkw-Fahrer im Führerhaus. In den USA wird bereits darüber nachgedacht, eine Autobahn speziell für autonom fahrende Trucks zu bauen. Ob und wann aus der Vision Realität wird steht allerdings noch nicht fest.  

Hierzulande sitzen noch die Lkw-Fahrer im Führerhaus. In den USA wird bereits darüber nachgedacht, eine Autobahn speziell für autonom fahrende Trucks zu bauen. Ob und wann aus der Vision Realität wird steht allerdings noch nicht fest.  

Quelle: Daimler

Gegenüber dem kanadischen Technik-Portal CBC-News betonte Marlon Anderson, Mitglied des planenden Konsortiums, dass es nun notwendig sei, den Menschen die Angst vor selbstständig steuernden Fahrzeugen zu nehmen. Er könne nachvollziehen, dass solche Ängste entstehen, dennoch müsse das große Potenzial erkannt werden, dass computergesteuerte Trucks menschliches Fehlverhalten komplett von den Straßen verbannen könnten. Ob und wann die Idee vom Geister-Highway tatsächlich in die Realität umgesetzt werden könnte, ist zumindest bislang noch nicht ersichtlich. 

Von Jan-Martin Altgeld
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