35 Autos am Tag 03.04.2017, 13:26 Uhr

Der erste E-Golf aus der gläsernen Manufaktur in Dresden

Bislang entstand in der Gläsernen Manufaktur in Dresden, das Flaggschiff der Marke VW, der Phaeton. Seit Montag bauen die VW-Mitarbeiter hier den E-Golf – und damit ein Zukunftsmodell. Doch VW lässt es langsam angehen.

Die Produktion der neuen Generation des E-Golfs ist am Montag in der Gläsernen Manufaktur in Dresden angelaufen. Bis Mai wird die Produktion auf 35 E-Golfs gesteigert.

Foto: Arno Burgi/dpa

Die neue Generation des E-Golfs kostet in der Basisversion 35.900 Euro und ist bis zu 150 km/h schnell.

Foto: Volkswagen

Der E-Golf basiert noch nicht auf dem neuen Modularen Elektrobaukasten MEB von VW, sondern noch auf der konventionellen Golf-Plattform, dem Modularen Querbaukasten. Deshalb sitzt auch der Elektromotor an der gleichen Stelle wie Diesel- und Benzinmotoren.

Foto: Volkswagen

Bis zu 350 Mitarbeiter sollen in Dresden mit der Produktion des E-Golfs und der Auslieferung weiterer Elektroautos wie dem E-Up beschäftigt werden.

Foto: Arno Burgi/dpa

Mit diesem Elektroauto will VW die Massen überzeugen. Der Stromer soll 2020 für knapp 30.000 € auf den Markt kommen. 

Foto: Uli Deck/dpa

Die Karosserie für die Montage des E-Golf in Dresden wird aus Wolfsburg angeliefert.

Foto: Arno Burgi/dpa

Der E-Golf hat nominal eine Reichweite von 300 km, die aber im echten Verkehr auf tatsächliche 200 km sinken dürfte.

Foto: Volkswagen

Die offizielle Reichweite des E-Golfs sind 300 km. Dafür hat VW die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie von 24,2 auf 35,8 kWh erhöht. Die Batterie kann an einer Schnellladesäule (40 kW) in einer Stunde auf 80 % aufgeladen werden. 

Foto: Volkswagen

Systeme wie Navi und Radio werden mit Gesten gesteuert.

Foto: Volkswagen

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Während Tesla für sein Model 3 rund 400.000 Vorbestellungen abarbeiten muss, kann sich Volkswagen Zeit lassen mit dem Bau des E-Golfs. Seit heute wird das meistverkaufte Auto Deutschlands und Europas in der Gläsernen Manufaktur in Dresden als Elektroversion montiert. Die Produktion soll bis Mai auf 35 Modelle pro Tag „hochgefahren“ werden.

Das wären bei 365 Tagen Produktion im Jahr 12.775 Autos. Aber da VW ja auch noch Werksferien hat, werden es weniger werden. Aber: Auch in Wolfsburg wird der E-Golf produziert – in höheren Stückzahlen.

Der neue E-Golf schafft rund 200 km

Die offizielle Reichweite des Stromers sind 300 km. Dafür hat VW die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie von 24,2 auf 35,8 kWh erhöht. Allerdings sind die 300 km ein wirklich sehr theoretischer Wert. Real dürfte man mit dem Elektroauto nur 200 km weit kommen. Damit wird die 193 km lange Fahrt von der Gläsernen Manufaktur zum VW-Forum Unter den Linden in Berlin ein Abenteuer.

So wird sich die Nachfrage nach dem E-Golf in Grenzen halten – zumal der Stromer mit einem Grundpreis von 35.900 Euro auch nicht ganz billig ist. Extras kommen ja noch hinzu. Immerhin kann die Batterie des neuen E-Golf an einer Schnellladesäule (40 kW) in einer Stunde auf 80 % aufgeladen werden. Und demnächst soll es ja auch viele Schnellladesäulen geben.

Motorleistung des E-Golf auf 100 kW erhöht

Immerhin ist die neue Generation des E-Golfs stärker und flotter unterwegs als der Vorgänger. Die Leistung des Elektromotors wurde von 85 auf nun 100 kW erhöht, der Drehmoment ist von 270 auf 290 Nm verbessert. Von 0 auf 100 km/h schafft es der E-Golf in 9,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist von 140 auf 150 km/h gestiegen.

Seit Herbst hatte Volkswagen die Gläserne Manufaktur für 20 Millionen Euro von der Phaeton- auf die Golf-Produktion umgestellt. Im Mehrschichtbetrieb können in Dresden bis zu 100 Elektroautos am Tag hergestellt werden. Weiterer Produktionsstandort für den E-Golf ist das Stammwerk in Wolfsburg.

Teile für E-Golf kommen aus Wolfsburg und Zwickau

Die Dresdner Manufaktur bezieht die meisten Golf-Teile und die Plattform aus dem Golf-Werk in Zwickau, die lackierte Karosserie kommt aus Wolfsburg. Die Elektrobauteile werden dann in Dresden eingebaut. Rund 250 bis 300 Mitarbeiter sollen in der Manufaktur Elektroautos bauen, zu Phaeton-Zeiten zählte Dresden 500 Mitarbeiter.

Spannend wird es in Dresden, wenn neben dem E-Golf auch das neue Elektroauto I.D. in der Manufaktur produziert werden sollte. Denn das Auto soll ab 2020 wirklich den Massenmarkt für Elektromobilität erschließen. VW hatte das Auto im vergangenen Herbst auf dem Pariser Autosalon vorgestellt.

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

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