Ziel ist die Serienproduktion 28.02.2023, 07:00 Uhr

BMW schickt erste Wasserstoff-Autos auf die Straße

Vier Jahre hat ein großes Team daran gearbeitet, die Wasserstoff-Pilotserie zu entwickeln. Nun folgt der nächste Schritt: Die Fahrzeuge werden in diesem Jahr im Straßenverkehr getestet. Es sind Autos, die auf dem aktuellen BMW X5 basieren: BMW iX5 Hydrogen.  

Neues Wasserstoff-Auto von BMW vor Windrad

BMW setzt das Know-how aus über 20 Jahren neu in Szene und schickt eine Wasserstoff-Pilotflotte auf die Straße.

Foto: BMW Group

„Wasserstoff wird als vielseitige Energiequelle eine Schlüsselrolle bei der Energiewende und damit beim Klimaschutz spielen“, sagt Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Kein Wunder also, dass der Automobilhersteller aus München sich gut 20 Jahre nach dem ersten Wasserstoffauto aus dem Hause BMW wieder intensiv mit dieser Technologie beschäftigt. Im Jahr 2000 stellte man eine umgebaute Limousine der 7er-Reihe vor, die mit Wasserstofftanks bestückt war. Es folgten Jahre der Forschung, bis das Fahrzeug 2006 in Klein-Serie gefertigt wurde. Doch der richtige Durchbruch blieb aus.

Wasserstoffauto oder Elektroauto: Wem gehört die Zukunft?

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Möglicherweise könnte sich das jetzt ändern. Der Klimawandel erfordert rasches Handeln, Wasserstoff könnte die Mobilität in Deutschland emissionsfreier gestalten. BMW verspricht sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, schließlich verfüge man über ausreichend Know-how auf diesem Gebiet. Der Vorstandsvorsitzende betrachtet „Wasserstoff als eine der effizientesten Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu speichern und zu transportieren“.  Deshalb schickt der Autobauer nun eine kleine Pilotflotte in den Praxisbetrieb, um weitere Erkenntnisse zu erlangen und damit möglicherweise endlich eine größere Serienproduktion vorzubereiten.

Brennstoffzellensystem aus eigener Fertigung für Wasserstoff-Autos

Ein hocheffizientes Brennstoffzellensystem ist das Herzstück jedes BMW iX5 Hydrogen. Damit das Fahrzeug am Ende eine hohe Leistung (125 Kilowatt/170 PS) bietet, setzt BMW auf ein Stapelsystem. Die einzelnen Brennstoffzellen werden als sogenannter Brennstoffzellen-Stack gestapelt. Dieser Prozess ist weitgehend automatisiert. Jede Komponente wird geprüft, damit keine schadhaften Teile verbaut werden. Nachdem alles maschinell verpresst wurde, baut BMW noch ein Gehäuse darum. Auch das stammt aus eigener Fertigung und entsteht in einem Sandguss-Verfahren: Flüssiges Aluminium wird in eine Form aus verdichtetem, mit Harz geformten Sand gegossen. Erst nach diesem „Stacking“ folgen dann weitere Arbeitsschritte – inklusive umfangreicher Tests, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Danach kommen die weiteren Komponenten hinzu, unter anderem Kompressor, Anode und Kathode des Brennstoffzellensystems, Hochvolt-Kühlmittelpumpe und Kabelbaum. Als Antriebseinheit dient eine aus der fünften Generation der BMW eDrive-Technologie. Hinzu kommt eine Lithium-Ionen-Leistungsbatterie, sodass das Fahrzeug über eine maximale Leistung von 401 PS verfügt. Vorteil des E-Antriebs: Er kann in Schub- und Bremsphasen Energie wieder in die Batterie zurückspeisen.

BMW gibt Reichweite von rund 500 Kilometern beim Wasserstoff-Auto an

Damit der BMW iX5 Hydrogen auch auf Deutschlands Straßen fahren kann, benötigt er gasförmigen Wasserstoff. Der wird in zwei 700-bar-Tanks gespeichert, die aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) bestehen. Der Tankvorgang dauert ähnlich lang wie bei einem herkömmlichen Benziner oder Diesel, zwischen drei und vier Minuten. Niemand muss also lange Zwischenstopps einplanen.

Der BMW iX5 Hydrogen beschleunigt in sechs Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer (km/h). Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 1,19 Kilogramm auf 100 Kilometern an. Die zwei Tanks fassen zusammen sechs Kilogramm Wasserstoff und ermöglichen dem Fahrzeug damit eine Reichweite von rund 500 Kilometern.

BMW gibt Wasserstoff-Pilotflotte an Testgruppen

BMW bietet vorab einigen ausgewählten internationalen Medienvertretern die Möglichkeit, die Fahrzeuge zu testen. Danach gehen die insgesamt 100 Autos vom Typ iX5 Hydrogen zu Demonstrations- und Erprobungszwecken auf die Straße. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um eine bereits festgelegte Testgruppe, die die Fahrzeuge über Wochen und Monate auf Herz und Nieren prüfen soll. Diese Personen waren nicht an der Entwicklung beteiligt und sollen entsprechend neutral bewerten. Ziel ist es, sich einen Eindruck von den Fahreigenschaften des BMW iX5 Hydrogen zu verschaffen und eventuell auch mögliche Kinderkrankheiten im Vorfeld zu erkennen und zu beheben.

Damit wasserstoffbetriebene Fahrzeuge einen Beitrag zu einer emissionsfreien Mobilität leisten können, muss der Wasserstoff entsprechend hergestellt werden. Wird er mit Strom aus Kohlekraftwerken produziert, geht die Idee nicht auf. Das bedeutet im Umkehrschluss: Neben einer entsprechenden Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff braucht es auch ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien, um diesen herzustellen.

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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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