Vehicle-to-Infrastructure 15.05.2019, 06:59 Uhr

Audi vernetzt in Ingolstadt neue Modelle mit städtischen Ampeln

Ab 2020 sollen viele Audi-Fahrer auf einer grünen Welle durch Ingolstadt rollen können. Der Autohersteller vernetzt dafür seine Fahrzeuge mit der bestehenden Infrastruktur. Weitere Städte sollen folgen.

Illustration Ampel-Kommunikation

Immer bei Grün die Kreuzung erreichen. Das ist das Ziel.

Foto: Audi AG

Neu ist die Idee nicht: Wenn das Auto weiß, wann eine Ampel umspringt, kann der Fahrer sein Tempo anpassen. Audi hat diesen Vehicle-to-Infrastructure-Service (V2I) bereits Ende 2016 in den USA eingeführt. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen der erste Hersteller, der die dafür nötige Technik in Serienmodellen einbaut. In Deutschland heißt der Dienst „Ampelinformation“ und wird ab Juli zunächst in Ingolstadt umgesetzt. Die Funktion lässt sich dann in vielen Modellen aktivieren, die ab Mitte Juli produziert werden. Das betrifft E-tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8. Vorausgesetzt, sie sind ausgestattet mit dem Paket „Audi connect Navigation & Infotainment“ und mit der „kamerabasierten Verkehrszeichenerkennung“.

Informationen über Ampelphasen im Cockpit ablesbar

Ist der Dienst „Ampelinformation“ in Betrieb, sehen die entsprechenden Audi-Fahrer in ihrem Cockpit, welche Geschwindigkeit sie fahren müssten, um die nächste Ampel bei einer Grünphase zu erreichen – natürlich im Rahmen des Tempolimits. Sollte das nicht möglich sein, zählt ein Countdown die Zeit herunter, bis die Ampel umspringt. Das soll zu einem entspannteren Warten führen. „Stop-and-go-Verkehr in der Stadt ist lästig. Über grüne Wellen freuen wir uns dagegen – erwischen sie aber leider viel zu selten. Mit dem Dienst Ampelinformation ist der Fahrer souveräner unterwegs: Er fährt entspannter und effizienter, weil er auch Hunderte Meter vor der Ampel weiß, ob er sie bei Grün erreicht“, sagt Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi. Mit anderen Worten: Er gibt zum Beispiel nicht unnötig Gas, obwohl er dann ohnehin bremsen muss, weil die Ampel noch umspringt.

In den USA ist der Service mittlerweile an über 5.000 Kreuzungen verfügbar. Dass der Start in den Vereinigten Staaten erfolgte, begründet Audi mit der abweichenden Infrastruktur. „Die Herausforderungen für die Serieneinführung des Dienstes sind hierzulande deutlich höher. Während urbane Ampelsysteme dort großflächig und einheitlich geplant wurden, hat sich die Verkehrsinfrastruktur in Europa eher lokal und dezentral entwickelt – mit sehr unterschiedlicher Verkehrstechnik“, erklärt Hainzlmaier. Dementsprechend ist es aus Sicht des Unternehmens wichtig, dass sich Datenstandards und einheitliche Schnittstellen etablieren und Städte in die Digitalisierung ihrer Ampelanlagen investieren. Umso schneller könne die Ampelinformation auf weitere Orte ausgeweitet werden.

Wie sich die Verkehrsampel in den 150 Jahren ihres Bestehens verändert hat, lesen Sie hier: „Zum Jubiläum der Verkehrsampel

Durch Datenauswertung Erkenntnisse über den Verkehrsfluss gewinnen

Für die Ampelinformation arbeitet Audi mit dem Unternehmen Traffic Technology Services (TTS) zusammen. TTS ist dafür zuständig, die Rohdaten der städtischen Verkehrsmanagement-Zentralen aufzubereiten und sie an den Audi-Server zu übermitteln. Von dort werden sie per Internet im Auto eingespielt – eine gute Netzabdeckung ist also Voraussetzung, damit Vehicle-to-Infrastructure funktioniert.

Langfristig möchte Audi mit den Daten, die dabei erhoben werden, dazu beitragen, dass Ampeln in Städten besser geschaltet werden können. Davon würden dann alle Fahrer profitieren. Neben der Schaltung der Anlagen in grünen Wellen wäre es beispielsweise möglich, dass Ampeln bedarfsgerecht reagieren – sie erkennen, dass abends nur ein einzelnes Auto an der Kreuzung steht und könnten für dieses Fahrzeug schneller den Weg freigeben. Die Daten aus den Audi-Fahrzeugen werden für die weitere Entwicklungsarbeit natürlich anonymisiert ausgewertet.

Autonome Fahrzeuge könnten digitalisierte Ampeln nutzen

Die verfügbaren Informationen könnte Audi für weitere Innovationen nutzen. Beispielsweise wäre es denkbar, dass E-tron-Modelle beim Ausrollen an der roten Ampel die Bremsenergie zum Laden der Batterie nutzen oder automatisch abbremsen.

Noch interessanter wird die Technologie im Zusammenhang mit der Einführung des autonomen Fahrens. Dabei kann die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur nämlich eine wichtige Rolle spielen. Unter anderem wäre es möglich, dass autonome Fahrzeuge eines Tages selbst ihre Geschwindigkeit so ausrichten, dass sie Ampeln in Grünphasen erreichen. Der Verkehr würde auf diese Weise besser fließen und das Risiko für Unfälle nähme ab.

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