The Ocean Cleanup 11.09.2018, 13:07 Uhr

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Das erste Sammelsystem für Plastikmüll im Meer steht vor seinem Ersteinsatz: Das niederländische Start-up The Ocean Cleanup schleppt gerade seinen 600 Meter langen Sammler von San Francisco aus ins offene Meer. Im Pazifik soll das Gerät den pazifischen Müllstrudel Great Pacific Garbage Patch aufnehmen.

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Das 600 Meter lange Röhrensystem wird von einem Frachtschiff aus der Bucht von San Francisco unter der Golden Gate Bridge ins offene Meer gezogen.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Das Ziel der müllsammelnden Schwimmnudel: der Great Pacific Garbage Patch, der größte Müllteppich der Welt.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Es liegt vor der Westküste der USA zwischen Kalifornien und Hawaii,.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Das Röhrensystem wird das Plastik einfangen, sodass Schiffe es aus dem Meer ziehen und abtransportieren können.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Dafür hängt unter den sichtbaren Röhren ein drei Meter tiefer Vorhang, der auch Mikroplastik auffangen kann.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Wenn das Röhrensystem den Müllteppich erreicht hat, wird es wie eine Schlinge darum herum gezogen.

Foto: The Ocean Cleanup

Der erste Müllsammler nimmt im Pazifik seine Arbeit auf

Da lag es noch ganz ruhig im Wasser. The Ocean Cleanup unter der Golden Gate Bridge.

Foto: The Ocean Cleanup

Ein Maersk-Schleppschiff zog das Gerät vom Montageplatz in der Bucht von San Francisco unter der Golden Gate Bridge hindurch und nahm Kurs auf das Ziel, das 1800 Kilometer entfernt ist. Zunächst wird das Gebilde allerdings 500 Kilometer vor der Küste getestet.

Nach Berechnungen von The Ocean Cleanup könnte die Konstruktion binnen eines Monats rund fünf Tonnen Plastiktüten, Flaschen, Becher und anderen Plastikmüll einsammeln. Das ist nicht viel angesichts den Mengen, die in den Ozeanen treiben. 250 Millionen Tonnen sollen es schon sein. Bis zu 30 Millionen Tonnen kommen Jahr für Jahr hinzu, schätzt das Umweltbundesamt.

Drei Meter tiefer Vorhang fängt Mikroplastik ein

Der 24 jährige Entwickler Boyan Slat und seine Mitarbeiter hatten 2016 den ersten Prototypen vorgestellt und im Meer vor der niederländischen Küste getestet. Der Müllsammler ist ein System aus großen halbmondförmigen Schwimmröhren. Das Gebilde bewegt sich auf Grund von Wellen und Wind. Da die Strömung langsamer ist als der Müllsammler, überholt er diesen gewissermaßen und fängt ihn ein. Die an der Wasseroberfläche schwimmenden Plastikteile bleiben in dem Röhrensystem hängen.

Um auch Mikroplastik zu erwischen, das besonders gefährlich ist, weil Meeresbewohner es fressen, hängt unter den Röhren eine Art Stoffvorhang. Darin verfangen sich die Partikel. Der Vorhang reicht bis in eine Tiefe von drei Metern. Fische können darunter wegtauchen. Sensoren und Kameras überwachen die Sammelaktion und informieren die Unternehmenszentrale in Delft, wenn die Anlage geleert werden muss. Energie wird nur von den Schiffen verbraucht, die den Sammler entsorgen. Ansonsten sind es Wellen und Wind, die für den Antrieb sorgen.

Kollisionen mit Schiffen sind praktisch ausgeschlossen

In dem Gebiet, in dem der Sammler treibt, gibt es kaum Schiffsverkehr. Im Durchschnitt seien es fünf Fahrzeuge auf einer Fläche viermal so groß wie Deutschland. Damit es keine Zusammenstöße gibt, ist der Müllsammler mit Positionslichtern, Reflektoren für Radarstrahlen, blinkenden Warnlichtern, einem Automatic Identification System, mit dem Schiffe auf hoher See Positionsdaten austauschen, und anderen Systemen ausgestattet. Lampen und Elektronik werden von Solarmodulen mit Strom versorgt. Bei bedecktem Himmel und in der Nacht springen Batterien ein.

Das Röhrensystem ist für Jahrhundertstürme ausgelegt. Da es mit den Wellen treibt und sehr flexibel ist, setzt es einem Sturm nichts entgegen, sondern fügt sich den Kräften, die einwirken. Geplant sind weitere Systeme, die bis zu zwei Kilometer lang sein sollen. Interne Berechnungen ergaben, dass 60 Anlagen nötig sind, um bis 2040 rund 90 Prozent des Plastikmülls aus den Meeren zu holen.

Aachener Verein plant gigantischen Plastikfänger

Boyan Slat, der mittlerweile 27 Millionen Euro für sein Projekt eingesammelt hat, besitzt inzwischen einen großen Vorsprung etwa vor dem Aachener Verein Pacific Garbage Screening. Dieser plant einen gigantischen Fächer, der Plastik aller Art einfängt, auch Kleinstpartikel. Das Meerwasser strömt durch die 400 Meter langen Fangarme, die 30 Meter in die Tiefe reichen.

Auf dem Weg hindurch reduziert sich die Geschwindigkeit, sodass die Kunststoffteile an die Oberfläche gelangen und abgeschöpft werden können. Noch an Bord soll der Müll aufbereitet werden, etwa zu Treibstoff. Bisher ist alles jedoch noch nicht mehr als eine Studie.

Ein Aachener Verein will mit solch einem System Müll aus dem Meer einsammeln.

Ein Aachener Verein will mit solch einem System Müll aus dem Meer einsammeln.

Foto: Pacific Garbage Screening

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