
Was ist Industrie 4.0?
Industrie 4.0 ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungen im bisherigen 21. Jahrhundert. Unter dem Begriff kann man die gesamte Digitalisierung im produzierenden Gewerbe zusammenfassen. Näher betrachtet bezeichnet Industrie 4.0 die möglichst intelligente und effiziente Vernetzung von Maschinen und Arbeitsprozessen in der Industrie mit Hilfe von Informationstechnologie.
Diese Vernetzung ist nicht auf bestimmte Wirtschaftsbereiche beschränkt, sondern durchzieht nahezu alle Industrien inklusive Automobil, Maschinenbau und Elektrotechnik. Auch die Technologien, die dabei zum Einsatz kommen, sind vielfältig, Industrie 4.0 ist branchen- und technologieübergreifend. Maschinen kommunizieren miteinander, aber auch die Mensch-Roboter-Kommunikation gewinnt an Bedeutung. Virtuelle und reale Welt ergänzen sich und interagieren über viele Schnittstellen miteinander.
Ursprung des Begriffs
Die Vision einer Industrie 4.0 wurde der Öffentlichkeit zum ersten Mal auf der Hannover Messe im Jahr 2011 vorgestellt. Geprägt wurde der Begriff damals von einem Expertengremium, das die Bundesregierung zur Zukunft des High-Tech-Standortes Deutschland beriet. Daraufhin ist der Name in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und hat sich als Sammelbegriff für vernetzte Maschinen, Produkte, Informations- und Kommunikationssysteme etabliert.
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Historische Einordnung
Industrie 4.0 beschreibt eine Transformation in der Industriegeschichte. Experten sehen sie als vierten großen technologischen Durchbruch seit der Erfindung der Dampfmaschine, die am Ende des 18. Jahrhunderts die industrielle Revolution einläutete. Das Fließband- und die Massenproduktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren der zweite große Um- und Durchbruch, der dritte der Beginn des digitalen Zeitalters in den 1970er Jahren.
Warum ist die Industrie 4.0 so wichtig?
Unternehmen kann die Industrie 4.0 gewaltige Vorteile bescheren. Sie verspricht Produktivitätsgewinne und eine größere Flexibilität. Daten und Informationen können in Echtzeit und automatisiert weitergegeben, Arbeitsschritte beschleunigt, Zeit und Kosten gespart werden. Auch die Einführung neuer oder die Weiterentwicklung bestehender Produkte wird potenziell vereinfacht.
Das sind die größten Vorteile von Industrie 4.0:
Was gehört alles zu Industrie 4.0?
Industrie 4.0 ist ein abstrakter Begriff. Auf diese Weisen füllen ihn die Unternehmen mit Leben:
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Was sind die Nachteile von Industrie 4.0
Industrie 4.0 ist ein mächtiger Transformationsprozess, der gerade erst begonnen hat. Eine weitgehende Automatisierung ist ein Teilziel, wird aber keineswegs vollautomatisch per Knopfdruck vonstatten gehen. Vielmehr ist die Umstellung mit erheblichen Mühen und Investitionen verbunden. Die Industrie 4.0 ist – aller Verheißungen am Horizont zum Trotz – zunächst eine immense wirtschaftliche Herausforderung – und für viele Beschäftigte ein Drohszenario.
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Status Quo
Viele Unternehmen haben Probleme mit der Einführung und Umsetzung vernetzter Systeme. Im Jahr 2019 lag der Anteil der produzierenden Unternehmen, die bereits konkrete Industrie 4.0-Projekte umgesetzt haben, laut einer Studie des Beratungsunternehmens Staufen AG und Staufen Digital Neonex nur bei 60 Prozent. In einer europaweiten Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov unter rund viereinhalbtausend Entscheidern im Winter 2021 gab sogar weniger als ein Viertel der Befragten an, dass ihr Unternehmen bereits mit der Transformation begonnen hat. Über eine Strategie verfügt weniger als die Hälfte der Unternehmen. Weit vorangeschritten auf dem Weg hin zur Industrie 4.0 war demnach nur jedes zehnte.
Das sind die größten Probleme von Industrie 4.0:
Auswirkungen auf Arbeitsplätze
Die Industrie 4.0 wird auch die Arbeitswelt der Zukunft prägen. Tiefgreifenden Wandel wird es nicht nur in Werkshalle und Produktionsstätte, sondern auch in Bereichen wie Verwaltung, Logistik, Marketing, Vertrieb und Finanzen geben. Auf der einen Seite könnten einfache und monotone Tätigkeiten vermehrt wegfallen, auf der anderen Seite neue, hochqualifizierte Berufe und Aufgabenprofile entstehen. Sicher scheint, dass insbesondere der Bedarf an Coaching- und Beratungsdienstleistungen zunehmen wird.
Gefährdete Jobs durch Automatisierung
Laut der – äußerst populär gewordenen – Arbeit der Oxford-Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne aus dem Jahr 2013 sind 47 Prozent aller Jobs stark gefährdet, von der Bildfläche zu verschwinden – Automatisierung könne sie in Zukunft überflüssig machen. Darunter sind viele Berufe, die Routinetätigkeiten oder körperlich anstrengende Arbeit umfassen und keinen hohen Schulabschluss oder Bildungsgrad erfordern. Gleichzeitig werden mehr Menschen benötigt, die die Maschinen entwickeln, programmieren und erklären.
Neue Arbeitsplätze durch Industrie 4.0
In einer Studie von 2015 sagte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) voraus, dass die Industrie 4.0 vermutlich weder zu einem massenhaften Beschäftigungsabbau noch zu einem großen Jobaufschwung führen wird. Dafür komme es zu einer deutlichen Umschichtung von Arbeitsplätzen. 490.000 Arbeitsplätze gehen im Basisszenario des IAB innerhalb von zehn Jahren verloren, zum Beispiel für Maschinenbediener, während anderweitig 430.000 neu geschaffen werden, insbesondere in IT-Berufen, in der Unternehmensberatung, Lehr- und Bauberufen.
Welche Fähigkeiten sind in der Industrie künftig gefragt?
Die Industrie 4.0 erfordert ein hohes Ausbildungsniveau. Ein Studium in einem technisch-naturwissenschaftlichen Fach – sei es Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik – bleibt weiterhin ein solides Fundament für eine erfolgreiche Karriere in der Industrie. Auch sogenannte Bindestrich-Fächer oder Hybrid-Studiengänge, die verschiedene Disziplinen kombinieren, sind eine bedenkenswerte Option, um sich zukunftsfest aufzustellen.
4 wichtige Kompetenzfelder
Auch das gerne aufgesagte Mantra vom lebenslangen Lernen wird die Beschäftigten weiter begleiten. Vernetzte Maschinen geben immer neue Rätsel auf und machen neue Wege und Lösungen möglich – ausgelernt hat man in diesem Umfeld nie. Experten verweisen häufig darauf, dass eine Kombination aus fachlichen Kompetenzen, Daten- und IT-Kompetenz, sozialer Kompetenz und personaler Kompetenz nötig sei, um im modernen Arbeitsumfeld beste Perspektiven zu haben. Soziale Kompetenzen umfassen Skills wie Teamfähigkeit, Führungskompetenz, interkulturelle Kompetenzen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Zu den personalen Kompetenzen werden beispielsweise Selbstorganisation und Zeitmanagement, Eigenverantwortung und Reaktionsgeschwindigkeit gezählt.
Diese Fähigkeiten werden in der Industrie 4.0 eine größere Rolle spielen:
- IT Kenntnisse
- Datenkenntnisse
- Methodenkompetenzen
- Kreativität
- Innovationsfreude
- Flexibilität
- Analytisches Denken
- Soziale Kompetenz
- Kommunikationsfähigkeit
- Beratungskompetenz
- Führungskompetenz
- Lernbereitschaft
- Interkulturelle Kompetenzen
- Empathie
- Verantwortung
- Selbstmotivation
- Selbstmanagement
- Problemlösungskompetenz
































